{"id":1016,"date":"2019-05-14T13:59:01","date_gmt":"2019-05-14T11:59:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/?p=1016"},"modified":"2022-04-11T17:48:23","modified_gmt":"2022-04-11T15:48:23","slug":"die-vielfalt-der-advanced-practice-in-der-pflege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/die-vielfalt-der-advanced-practice-in-der-pflege\/","title":{"rendered":"DIE VIELFALT DER ADVANCED PRACTICE IN DER PFLEGE"},"content":{"rendered":"\n<p> <strong>Sie sind Expertinnen und Experten f\u00fcr Patienten mit komplexen Krankheitsbildern, kombinieren Praxis und Forschung oder \u00fcbernehmen neue Aufgaben: Advanced Practice Nurses (APN) kommen in verschiedensten Bereichen des Schweizer Gesundheitswesens zum Einsatz. Vier Beispiele.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>VON CAROL FL\u00dcCKIGER, URSINA HULMANN UND TOBIAS H\u00c4NNI <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Weibel<\/h2>\n\n\n\n<p>Fachverantwortlicher Pflege Intensivstation\/ Pflegeexperte APN Herzinsuffizienz, Universit\u00e4tsspital Basel<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6Lukas-Weibel-APN-300x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1032\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6Lukas-Weibel-APN-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6Lukas-Weibel-APN-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6Lukas-Weibel-APN-24x24.jpg 24w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6Lukas-Weibel-APN-48x48.jpg 48w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6Lukas-Weibel-APN-96x96.jpg 96w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6Lukas-Weibel-APN.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Lukas Weibel, <em>MScN, DAS ANP plus<\/em> <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ich habe als Advanced Practice Nurse (APN) zwei H\u00fcte an. Zu 80 Prozent arbeite ich als Fachverantwortlicher Pflege auf der Intensivstation am Universit\u00e4tsspital Basel, wo ich in der Rolle eines Clinical Nurse Specialist die klinische Praxis weiterentwickle. Zu meinen Hauptaufgaben geh\u00f6ren die Unterst\u00fctzung und das Coaching des Pflegeteams, insbesondere bei Patientinnen und Patienten, die l\u00e4nger auf der Intensivstation und in einem chronisch-kritischen Zustand sind. Bei diesen komplexen F\u00e4llen versuche ich, die Versorgung aus pflegerischer Sicht gemeinsam mit dem Pflegeteam zu optimieren. Zu meinen Aufgaben geh\u00f6rt auch, die Pflegenden zu entlasten: Ich l\u00f6se sie ab oder unterst\u00fctze sie dabei, wenn sie zum Beispiel eine Wunddokumentation erstellen m\u00fcssen. Neben komplexen Einzelf\u00e4llen geh\u00f6rt auch die \u00fcbergeordnete Entwicklung der Intensivstation hinsichtlich der Pflege in meinen Verantwortungsbereich: Wohin bringen wir das Team, welche Themen wollen wir vorantreiben, wo wollen wir besonders stark sein? Ein solches Projekt war beispielsweise die konsequente Anwendung der Fr\u00fchmobilisation von Patienten auf der Intensivstation. Nicht zuletzt bin ich in der klinischen Praxis t\u00e4tig: Einen Tag pro Woche arbeite ich direkt in der Pflege von Patienten. <\/p>\n\n\n\n<p>In meiner zweiten Rolle arbeite ich zu 20 Prozent als Pflegeexperte APN Herzinsuffizienz. Dabei leite ich einerseits ein Schulungsteam von Pflegenden, die station\u00e4r Menschen mit dieser Krankheit betreuen. Anderseits f\u00fchre ich in der Abteilung f\u00fcr kardiovaskul\u00e4re Pr\u00e4vention ambulante Sprechstunden f\u00fcr Betroffene durch und betreue diese nach der Entlassung aus dem Spital. Dabei erfasse ich die Krankengeschichte der Patienten, beurteile ihre k\u00f6rperliche Verfassung und schule sie im Umgang mit der Herzinsuffizienz. Am Schluss der Sprechstunde stelle ich den Patienten mit meinen Schlussfolgerungen dem leitenden Arzt vor und mache diesem eine Empfehlung f\u00fcr die medikament\u00f6se Behandlung. Meine Rolle entspricht dem Profil eines Nurse Practitioner, wobei meine Kompetenzen im Vergleich zu ausl\u00e4ndischen Pendants etwas eingeschr\u00e4nkt sind: Medikamente darf ich nicht selber verschreiben. Trotzdem kann ich in der Sprechstunde mit sehr viel Eigenst\u00e4ndigkeit und Verantwortung arbeiten \u2013 was mir \u00fcberaus gut gef\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch dass ich in dieser Funktion eine Pionierrolle einnehme, empfinde ich als reizvoll. Denn dass APNs Sprechstunden halten, kommt in der Schweiz noch kaum vor. Das f\u00fchrt dazu, dass mich Patienten beim ersten Termin mit \u00abHerr Doktor\u00bb ansprechen. Wenn ich ihnen erkl\u00e4re, dass ich kein Arzt bin, l\u00f6st das manchmal Bedenken aus, die aber rasch verfliegen. Denn mit meinem pflegerischen Hintergrund begegne ich den Patienten auf Augenh\u00f6he und kenne die praktischen Probleme, etwa bei der Medikation: Welche L\u00f6sungen es zum Beispiel gibt, wenn eine Patientin Gicht in den H\u00e4nden hat und die Tabletten nur mit M\u00fche aus der Verpackung nehmen kann. Skeptische Blicke ernte ich manchmal von \u00c4rzten, die neu bei uns t\u00e4tig sind und sich wundern, weshalb ich als APN Arztberichte schreibe und Empfehlungen abgebe. Meistens reicht dann aber ein Gespr\u00e4ch, in dem ich meine Rolle und meine Kompetenzen erkl\u00e4re. Oder sie h\u00f6ren die positiven R\u00fcckmeldungen der Patienten. \/\/ <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Manuel Stadtmann<\/h2>\n\n\n\n<p>Pflegeexperte APN, Ambulatorium f\u00fcr Traumafolgest\u00f6rungen, Integrierte Psychiatrie Winterthur (ipw)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Manuel-Stadtmann-apn-300x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1034\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Manuel-Stadtmann-apn-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Manuel-Stadtmann-apn-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Manuel-Stadtmann-apn-24x24.jpg 24w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Manuel-Stadtmann-apn-48x48.jpg 48w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Manuel-Stadtmann-apn-96x96.jpg 96w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Manuel-Stadtmann-apn.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Manuel Stadtmann, MSc<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Als Pflegeexperte APN am Ambulatorium f\u00fcr Traumafolgest\u00f6rungen der Integrierten Psychiatrie Winterthur (ipw) f\u00fchre ich in Eigenverantwortung Einzel- und Gruppentherapien durch. Dabei begleite ich Patientinnen und Patienten nach sexuellem Missbrauch, k\u00f6rperlicher Gewalt oder traumatischen Erfahrungen in der Kindheit. Einige wenige meiner Patienten kommen aus Kriegsgebieten. Solche einschneidenden Erlebnisse k\u00f6nnen zum Teil auch noch viele Jahre sp\u00e4ter zu Traumafolgest\u00f6rungen f\u00fchren, beispielsweise zu Angst und Ohnmachtsgef\u00fchlen, Alptr\u00e4umen oder Depressionen. Die Therapie soll im Alltag zu einem besseren Umgang mit diesen Symptomen f\u00fchren. W\u00e4hrend der Therapie bespreche ich mit den Betroffenen unter anderem die Medikation und unterbreite dem Oberarzt diesbez\u00fcglich Vorschl\u00e4ge. Parallel zur Arbeit in der Integrierten Psychiatrie Winterthur schreibe ich an meiner Dissertation \u00fcber komplexe posttraumatische Belastungsst\u00f6rungen und untersuche dabei, wie Patienten und ihre Angeh\u00f6rigen im Alltag mit diesen umgehen. Mein Arbeitgeber erm\u00f6glicht mir, Daten dazu zu erheben.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach meinem Masterabschluss an der Universit\u00e4t Basel wollte ich klinisch t\u00e4tig sein, gleichzeitig aber auch forschen. Die ipw untersuchte in einem Vorprojekt neue Rollen von APNs. An diesem habe ich mitgearbeitet und dabei mein derzeitiges Berufsprofil entwickelt. Das brauchte viel Geduld und Durchhaltewillen. Das Projekt war erfolgreich, nun habe ich seit drei Jahren eine feste Stelle hier. Im Team von Psychologen und Psychiaterinnen wurde ich dank meines Fachwissens rasch kollegial aufgenommen. In der eigenen Berufsgruppe f\u00fchrte mein neues Aufgabenfeld dagegen h\u00e4ufiger zu Fragen: Was sind meine Kompetenzen, wie weit kann ich selbst entscheiden?<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Rolle ist sehr vielseitig, das gef\u00e4llt mir. Ich begleite Menschen, die Schlimmes erlebt haben, und lerne dabei unterschiedliche Lebensgeschichten und Charakteren kennen. Jede Therapie ist individuell, das finde ich sehr spannend. Viele Patienten begleite ich \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeit. Ich freue mich \u00fcber kleine und grosse Fortschritte. Besonders befriedigend ist es, wenn jemand seine Arbeit wiederaufnehmen kann oder bereit f\u00fcr einen selbstst\u00e4ndigen Alltag ist. \/\/ <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gabriela Schmid-Mohler<br><\/h2>\n\n\n\n<p>Pflegeexpertin APN\/ Pflegewissenschaftlerin, Zentrum klinische Pflegewissenschaft und Klinik f\u00fcr Pneumologie, Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Schmid_Mohle-apn-300x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1036\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Schmid_Mohle-apn-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Schmid_Mohle-apn-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Schmid_Mohle-apn-24x24.jpg 24w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Schmid_Mohle-apn-48x48.jpg 48w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Schmid_Mohle-apn-96x96.jpg 96w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Schmid_Mohle-apn.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Gabriela Schmid-Mohler, <em>MScN, PhD<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Derzeit entwickle ich ein pflegegeleitetes Versorgungsprogramm f\u00fcr Patientinnen und Patienten mit der Lungenkrankheit COPD. Neben dem Sichten der aktuellen Literatur f\u00fchre ich dazu Gespr\u00e4che mit Berufspersonen und Betroffenen. Das Ziel ist, die Lebensqualit\u00e4t der Patienten zu verbessern und Wiedereintritte ins Spital zu vermeiden. Falls ein Wiedereintritt nicht verhindert werden kann, begleitet neu eine APN w\u00e4hrend drei Monaten die Patientin oder den Patienten. Im Ausland gibt es bereits \u00e4hnliche Programme. Da die Strukturen unterschiedlich sind, m\u00fcssen sie jedoch f\u00fcr das Schweizer Gesundheitswesen angepasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin diplomierte Pflegefachfrau, habe in Basel Pflegewissenschaften studiert, das Studium 2008 abgeschlossen und anschliessend zum Thema krankheitsbezogene Belastung bei Cystischer Fibrose doktoriert. 2009 habe ich am Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich als APN angefangen zu arbeiten und zun\u00e4chst ein Selbstmanagementprogramm f\u00fcr Patientinnen und Patienten nach einer Nierentransplantation entwickelt und eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>An der APN-Rolle fasziniert mich besonders, dass ich in einem Gebiet arbeiten kann, wo Forschung und Praxis ineinander \u00fcbergehen und sich gegenseitig beeinflussen. Eine wichtige Aufgabe einer APN ist es, Programme zu entwickeln, diese im klinischen Alltag umzusetzen und wissenschaftlich zu begleiten. So kann ich viel Positives f\u00fcr die Patienten anregen. Das Berufsbild der APN ist in der Schweiz noch wenig bekannt. Viele wissen nicht, was eine APN ist und was man von ihr erwarten kann. Deshalb muss ich meine Rolle immer wieder erkl\u00e4ren und beschreiben, was sich f\u00fcr den Patienten und die Berufspersonen \u00e4ndert, wenn eine APN in der Versorgung dazukommt. Von den \u00c4rzten werde ich gut akzeptiert, wir kommunizieren auf Augenh\u00f6he. Ein Problem sehe ich darin, dass APNs viele administrative T\u00e4tigkeiten \u00fcbernehmen. Diese geh\u00f6ren eigentlich nicht zu ihrem Aufgabenbereich.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich stehen stets die Bed\u00fcrfnisse der Patientinnen und Patienten im Vordergrund. Bei vielen bestehen mehrere gesundheitliche und soziale Probleme gleichzeitig. Zum Beispiel haben sie COPD, eine Herzinsuffizienz, sind \u00e4lter, leben alleine und haben ein Suchtverhalten. In Beratungsgespr\u00e4chen unterst\u00fctze ich sie und f\u00f6rdere ihre Selbst\u00e4ndigkeit: Ich arbeite mit ihnen zusammen heraus, wie sie mit ihrer Krankheit umgehen und die Symptome handhaben k\u00f6nnen. Daneben koordiniere ich die Schnittstellen ihrer Behandlung mit anderen Fachpersonen, wie mit der Physiotherapie oder der Ern\u00e4hrungsberatung. Zurzeit habe ich f\u00fcr diesen Teil meiner Arbeit kaum Zeit, da ich viel im B\u00fcro bin und am COPD-Versorgungsprogramm arbeite. Wenn dieses dann umgesetzt wird, werde ich wieder direkt mit Patientinnen und Patienten arbeiten. Darauf freue ich mich. \/\/ <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Corina Wyler <\/h2>\n\n\n\n<p>Pflegeexpertin APN<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Corina-Wyler-apn-300x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1038\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Corina-Wyler-apn-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Corina-Wyler-apn-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Corina-Wyler-apn-24x24.jpg 24w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Corina-Wyler-apn-48x48.jpg 48w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Corina-Wyler-apn-96x96.jpg 96w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/vitamin-g\/files\/2019\/05\/2019-6-Corina-Wyler-apn.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Corina Wyler, <em>MScN, DAS ANP plus, PhD<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u00abGr\u00fcezi, ich bin Pflegeexpertin APN. Das heisst, ich bin eine Pflegefachfrau, die weiterstudiert hat und nun zus\u00e4tzlich einige Aufgaben ausf\u00fchrt, f\u00fcr die \u00fcblicherweise ein Arzt, eine Psychologin oder eine Sozialarbeiterin zust\u00e4ndig ist.\u00bb So stelle ich mich den Patientinnen und Patienten jeweils vor. Diese Erkl\u00e4rung wird eigentlich immer positiv aufgenommen. Vor allem dann, wenn die Leute merken, dass ich mehr Zeit f\u00fcr sie habe und andere Fragen stelle als ein Arzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit drei Jahren arbeite ich in der Praxisgemeinschaft Bauma, einer Hausarztpraxis im Z\u00fcrcher Oberland. Dort habe ich w\u00e4hrend der Weiterbildung \u00abDAS ANP plus\u00bb ein Praktikum zur Vertiefung meiner klinischen Assessmentf\u00e4higkeiten absolviert. Da es so gut funktionierte, haben wir uns entschieden, die Zusammenarbeit weiterzuf\u00fchren. Ich f\u00fchre Erstkonsultationen durch, beurteilte Patienten bei Kontrollterminen, triagiere Notf\u00e4lle, leite R\u00f6ntgen- und Laboruntersuchungen ein und passe Medikamentenverordnungen an \u2013 immer mit \u00e4rztlicher R\u00fccksprache und, wenn vorhanden, anhand von festgelegten Richtlinien. Zu meiner T\u00e4tigkeit als APN geh\u00f6ren auch viele psychosoziale und pr\u00e4ventive Aufgaben, wie zum Beispiel das Austrittsmanagement. Heute Morgen etwa habe ich mit einem Patienten, seiner Partnerin und den behandelnden Fachkr\u00e4ften in der psychiatrischen Klinik den Austritt besprochen. So kann die \u00dcbergangszeit optimal begleitet werden, bis der Patient wieder im Alltag Fuss gefasst hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Hauptaufgabe als Pflegeexpertin APN besteht darin, Patientinnen und Patienten mit einem komplexen Krankheitsbild zu betreuen. Bei diesen F\u00e4llen kommen zu der physischen Erkrankung oft auch psychosoziale Faktoren dazu. Die \u00e4rztliche Konsultationszeit von 15 Minuten reicht hier nicht aus, um vertieft auf die Betroffenen einzugehen. Aufgrund der l\u00e4ndlichen Umgebung und des Alters oder der Krankheit ist es f\u00fcr viele Patienten ein erheblicher Aufwand, in die Praxis zu kommen. H\u00e4ufig gehe ich deshalb auf Hausbesuch. Bei einem solchen erhalte ich, neben dem physischen Zustand des Patienten, wichtige Hinweise auf seine Wohnsituation, die Hygieneverh\u00e4ltnisse, die Sturzgefahr und das soziale Umfeld. Dieser \u00abSpitex-Blick\u00bb verschafft mir einen wichtigen Gesamteindruck. Zu wissen, wie es bei einem Patienten Zuhause aussieht, ist viel wert, um die Therapie m\u00f6glichst individuell abstimmen und umsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Pflegeexpertinnen APN werden zunehmend wichtiger, insbesondere in Hausarztpraxen. Fr\u00fcher wurden Menschen mit Demenz in der Familie betreut, psychisch Erkrankte vom Umfeld besser getragen \u2013 das hat sich ge\u00e4ndert. Gleichzeitig steigt die Zahl chronisch kranker Menschen, sehr alter Personen und von Suchtpatienten. Es braucht neue Versorgungsmodelle, um diesem Wandel gerecht zu werden und einer Kostenexplosion entgegenzuwirken. Eine M\u00f6glichkeit ist der Einsatz von Pflegeexperten APN. Sie ersetzen in der Hausarztpraxis keinen Arzt, sondern arbeiten als Erg\u00e4nzung eng mit diesem zusammen. Als Pflegeexpertin nehme ich zudem die Rolle eines Zwischenglieds ein und tausche mich mit Praxisassistenten, Psychologen, Physiotherapeuten, mit der Spitex sowie der Pflege im Altersheim aus. Diese Zusammenarbeit sch\u00e4tze ich sehr \u2013 es wird nie langweilig.<\/p>\n\n\n\n<p>Das breite T\u00e4tigkeitsfeld in einer Hausarztpraxis \u2013 junge und alte Men schen, akute und chronische Erkrankungen, Suchtpatienten \u2013 ist eine Herausforderung. Als APN braucht man ein breites medizinisches und pflegerisches Wissen. Man muss eigenst\u00e4ndig und reflektiert handeln, Verantwortung \u00fcbernehmen und offen daf\u00fcr sein, immer wieder Neues zu lernen. \/\/ <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/storage\/gesundheit\/ueber-uns\/medien-news\/vitamin-g\/vitamin-g-nr6-2016-zhaw-gesundheit.pdf#page=19\">\u00abVitamin G\u00bb, Seite 19-21<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">WEITERE INFORMATIONEN<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.sbk.ch\/bildung\/karriere-in-pflege\/advanced-practice-nurse-apn\">Information zur Advanced Practice Nurse beim Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachm\u00e4nner&nbsp;SBK<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.swiss-anp.ch\/index.php\">Die IG Swiss ANP<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-magazin-vitamin-g-fur-health-professionals-mit-weitblick\"><strong>Magazin \u00abVitamin G \u2013 f\u00fcr Health Professionals mit Weitblick\u00bb<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/gesundheit\/ueber-uns\/medien\/magazin-vitamin-g\/\">\u00abVitamin G\u00bb bestellen<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/storage\/gesundheit\/ueber-uns\/medien-news\/vitamin-g\/vitaming-19-2025-ds-zhaw-gesundheit.pdf\">Aktuelles \u00abVitamin G\u00bb als PDF lesen<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/gesundheit\/ueber-uns\/medien\/magazin-vitamin-g\/#c16801\">Bisher erschienene Ausgaben<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sind Expertinnen und Experten f\u00fcr Patienten mit komplexen Krankheitsbildern, kombinieren Praxis und Forschung oder \u00fcbernehmen neue Aufgaben: Advanced Practice Nurses (APN) kommen in verschiedensten Bereichen des Schweizer Gesundheitswesens zum Einsatz. 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