Rahel Strohmeier Navarro Smith, Dozentin am Institut für Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe der ZHAW Soziale Arbeit, berichtet von der 4. Transforming Care Conference in Kopenhagen: Changing Priorities – The Making of Care.

Vom 24. – 26. Juni 2019 haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft, internationaler Organisationen sowie von NGOs zu aktuellen und künftigen Forschungsfeldern in der Altershilfe und Alterspflege sowie in der Kinder- und Jugendhilfe ausgetauscht.

Dabei wurde immer wieder der Aufruf laut, sich nicht nur auf die spezifizierten Mikrofragen zu beschränken, sondern sich auch wieder vermehrt mit Makrofragen zu beschäftigen wie beispielsweise der «Care im Kontext sozialer Ungleichheit», «Care Ökonomie» sowie «Care Politik».

Auffallend dabei war, dass insbesondere auch der Ansatz der Intersektionalität öfter mal erwähnt wurde. Insbesondere in Dänemark, Finnland und in Schweden ist man daran, sich mit Fragen rund um die (ungleiche) Inanspruchnahme von sozialstaatlichen Leistungen und den Zugang zu Care-Leistungen auseinander zu setzen.

Der Nichtbezug von sozialstaatlichen Leistungen in den genannten Ländern scheint, neben den angebots- und nachfrageseitigen sowie den ökonomischen Faktoren, mit einer Neuausrichtung von sozialstaatlichen Leistungen auf vulnerablere Anspruchsgruppen einherzugehen.

Wobei die Ursachen dafür sowohl bei einer nicht bedarfsorientierten (Unter-)Versorgung als auch bei moralischen Bedenken bei potentiellen Leistungsbeziehenden gesehen werden. Wie dies teilweise auch in der Schweiz für die (Nicht-)Inanspruchnahme von Tages- und Nachtstrukturen zutrifft. Durch die Auseinandersetzung mit anderen Wohlfahrtssystemen wurde der Blick und das Bewusstsein für das eigene Sozialwesen geschärft.

Die Hafenstadt Kopenhagen präsentierte sich in diesen Tagen in ihrer ganzen sommerlichen Schönheit und so liessen sich die gewonnenen vielfältigen, intellektuellen Eindrücke wunderbar auf einer abendlichen Bootsfahrt durch die städtischen Gewässer weiter verarbeiten…