Bachelorstudentin Manuela berichtet von ihrem Praktikum in Ecuador.

Ich habe mithilfe einer ecuadorianischen Freundin im Internet recherchiert und bin auf die Website von Punchanaya Kan gestossen. Eine kleine Altersresidenz, die sich in familienähnlicher Struktur auf die Betreuung von Personen mit Alzheimer spezialisiert und dafür sorgt, dass sich betroffene Menschen sowie ihre Angehörigen verstanden und wertgeschätzt fühlen. «Noch ist es Tag» – auf Kichwa heisst das «Punchanaya Kan». Allein schon der Name hat mich angesprochen und nach einiger Abklärung war mein Praktikum in Ecuador beschlossene Sache.

Aus meiner Erfahrung in einem Altersheim in der Schweiz weiss ich um die vielen Vorlagen, die ein Pflegeheim erfüllen muss. Vom Zeitdruck, dem Pflegende und Betreuende in der Schweiz ausgesetzt sind, ist hier nichts zu spüren. Um Taxpunkte und Intimsphäre kümmert man sich hier nicht. Die alten Menschen erhalten viel Aufmerksamkeit. Körperliche Zuwendung muss nicht zuerst erlernt werden. Intimsphäre scheint kein Bedürfnis der Bewohner- und Bewohnerinnen wie auch deren Besuch zu sein.

Das sind zwei der grössten Unterschiede, die ich bis jetzt feststelle, wenn ich das Arbeitsfeld hier mit einer gleichartigen Wohngruppe in der Schweiz vergleiche.

Wer das Praktikum mit einem Auslandaufenthalt verbindet, wird nicht nur in der Rolle als Praktikant oder Praktikantin mit herausfordernden und manchmal auch eigentümlichen Situationen konfrontiert. Schnell ist man geneigt, mit der Schweiz zu vergleichen. Ich ertappe mich immer wieder, wie ich gewisse Dinge werte.

Zum Beispiel der Umgang mit Plastik. Es tut mir manchmal richtig weh, wenn ich am Strassenrand nebst anderem Abfall die vielen Plastiksäcke und Plastikprodukte liegen sehe. Auch wenn sich Einheimische darüber ärgern, kümmert sich anscheinend niemand darum, den Verbrauch von Plastik zu reduzieren. Kein Wunder! Kaum bestelle ich ein Brötchen, ist es bereits in einer «fundita» verstaut. Ich muss schnell sein, wenn ich die Produkte ohne Plastiksäckli möchte. Die Reaktionen darauf sind allerdings meistens positiv.

Ein Tropfen auf den heissen Stein? Mag sein. Trotzdem möchte ich mit meiner Haltung zeigen, dass es oft ganz gut auch ohne fundas (Plastiksäcke) geht. Ich muss aber gestehen, dass ich nicht konsequent bin. Weil hier beispielsweise das WC Papier nach Gebrauch im Abfalleimer landet, habe ich in meiner Wohnung stets einen Vorrat an funditas 🙂