Alesanderplatz mit Weltzeituhr

Studienalltag an der ASH

Martina berichtet über ihr Auslandssemester in Berlin.

Studieren an der ASH ist sehr unterschiedlich im Vergleich zu einem Studium an der ZHAW. Was mir am besten gefällt, ist die breite Auswahl an Kursen und Modulen. Die ASH legt den Schwerpunkt auf Gender- und Queerstudies, Rassismus und Migration sowie Disability und Ableism. In diesen Bereichen ist die ASH der ZHAW weit voraus. Als Pluspunkt empfinde ich auch die grosse Flexibilität in Bezug auf das Wählen oder auch Abwählen von Modulen und Seminaren. Auch nach Studienstart ist es noch möglich, Module abzuwählen, zu tauschen oder dazuzubuchen.

Mir gefällt es, dass innerhalb eines Moduls individuelle Schwerpunkte gesetzt werden können. Beim Modul «Rassismus und Migration» habe ich mich beispielsweise im Bereich des strukturellen Rassismus weiter vertieft. Was mich in meinem Studienalltag an der ASH immer wieder erstaunt, ist der lockere und flexible Umgang in Bezug auf Anwesenheitspflicht und Prüfungen. Es gibt an der ASH kein Modul, welches Anwesenheitspflicht verlangt und als Studentin kann ich mir aussuchen, welche Art von Prüfung ich absolvieren möchte. An der ZHAW ist dies undenkbar!

Die ASH liegt in Hellersdorf, im Osten Berlins, ca. 40 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Hellersdorf hat nicht viel zu bieten und deshalb halte ich mich nur in diesem Bezirk auf, wenn ich Vorlesungen habe. Die ASH fährt zudem nach wie vor ein sehr strenges Corona-Regime. Auch wenn die Maskenpflicht in Deutschland nur noch im ÖV gilt, sind FFP2-Masken innerhalb des Gebäudes nach wie vor obligatorisch. Auch die Kantine innerhalb der ASH bleibt weiterhin geschlossen. Das führt dazu, dass nicht wirklich ein Studentenvibe an der Schule aufkommt. Den Unterricht erlebe ich als sehr diskussionsreich. Im Vergleich zu der Schweiz bin ich es mir nicht gewohnt, dass sich die Studierenden so aktiv einbringen. Dadurch ist der Unterricht sehr interaktiv und es entstehen viele lebhafte Diskussionen während dem Unterricht. Auf Political Correctness, wird an der ASH grossen Wert gelegt. Eine gendergerechte Sprache und Unisex-Toiletten gehören zum Alltag. Auch habe ich es schon mehrfach erlebt, dass Student:innen Dozent:innen während dem Unterricht korrigieren, wenn ein überholter Begriff verwendet wird.


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