Bachelorstudentin Kira berichtet von ihrem Auslandsemester in Kopenhagen.

Ein Zimmer in einem Studentenhaus ist in Kopenhagen ein rares Gut. Daher wurde ich in ein Schulheim einquartiert, in welchem auch minderjährige Personen wohnen, die eine Lehre absolvieren. Dort wohne ich in einem abgetrennten Gebäude mit 9 Mädels und einem tapferen Lukas. Wir sind Austauschstudierende aus ganz Europa und machen alle ein Austauschsemester an derselben Universität.

Da die Corona-Regeln uns das Verweilen im Hauptgebäude verbietet, ist unsere kleine Küche «the place to be» geworden. Hier treffen wir uns zum Kochen, Quatschen oder auch für Krisengespräche. Dies kann mit 11 Personen manchmal zu kuscheligen oder aber auch zu klaustrophobisch ähnlichen Zuständen führen.

In der momentanen Corona-Situation sind auch wir eingeschränkter. Gäste sind in unserem Studentenhaus nicht erlaubt und im Falle einer Infektion hat die Leitung einen Corona-Notfallplan erarbeitet. Auch Ausgehen ist leider nicht möglich, da alle Bars um 22:00 Uhr schliessen müssen. Daher organisieren wir hin und da unsere eigene kleine WG-Party in der Küche. Dabei wird die Küche zur Tanzfläche umfunktioniert, in dem Tisch und Stühle aus dem Raum geschafft und die Bombay-Ginflasche zum saphir-blauen Partylicht umfunktioniert werden. Das Tuborg-Bier wird aus Tassen getrunken, denn in unserem Schulheim herrscht ein striktes Alkoholverbot zum Schutz unserer minderjährigen Nachbarn.

Normalerweise kochen alle für sich alleine, doch wenn es die Zeit zulässt, bekochen wir uns gegenseitig mit traditionellen Speisen aus unseren Heimatländern. Das Käsefondue, der Sonntagszopf und das Papet Vaudois sind auf jeden Fall gut angekommen! Hat man genug vom Socialising, kann man sich in sein Zimmer verkriechen, welches sogar über ein eigenes Badezimmer verfügt. « Aber Achtung! Alleroberste Priorität beim Verlassen des Zimmers hat die KeyCard. Vergisst man diese, muss man die Nacht auf dem Küchenboden verbringen 😊

Auch wenn unser kleines Studentenhaus besonders in Coronazeiten an Kreativität abverlangt, geniesse ich das hyggelige Zusammenleben hier sehr und würde es jedem weiterempfehlen!

Denn wie die Dänen sagen würden «Nu skal vi ikke glemme hyggen» (Wir sollten nicht die Hygge vergessen)!

Hej hej,
Kira