Sophia Bauer, Bachelorstudentin, berichtet von ihrem Auslandpraktikum in der Jugendbewährungshilfe in Berlin.
Mein Praktikum in der Jugendbewährungshilfe in Berlin ist nun vorbei. Leider. Die Vielfältigkeit und Komplexität dieser Arbeitsstelle hat mich extrem fasziniert.

Die Bewährungshilfe ist mittlerweile eines der wichtigsten Instrumente einer Kriminalpolitik geworden, die auf eine ambulante Unterstützung und Kontrolle von straffälligen Jugendlichen setzt.

Aussergewöhnlich ist, dass sich in Berlin die Jugendbewährungshilfe von der Erwachsenenbewährungshilfe separiert. Das Ziel der Jugendbewährungshilfe ist die soziale Integration, die Reduktion der Rückfallquote von straffälligen Personen und die Präventionsarbeit.

So habe ich in meinem Praktikum Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren betreut. Dabei war ein Mädchen, die restlichen Jugendlichen waren alle männlich. Die meisten Jugendlichen sind wegen Körperverletzung verurteilt. Beleidigungen, Diebstahl mit Waffen, Erpressung, Raub, gefährliche Körperverletzung und das Erschleichen von Leistungen zählen ebenfalls zu häufigen Straftaten.

Bewährungshilfe ist auch Netzwerkarbeit. Aus diesem Grund hatte ich während meinem Praktikum Kontakt zu diversen freien Trägern, Arrestanstalten, der Polizei, dem Strafvollzug, den Jugendämtern, Sozialämter, der Agentur für Arbeit, Schulen, dem Gericht, und der Jugendgerichtshilfe. So konnte ich noch weitere Arbeitsgebiete für Sozialarbeitende in Deutschland kennenlernen, was super interessant war.

Mit der Beendigung meines Praktikums habe ich auch mein Studium abgeschlossen. Nun kann ich mich als Sozialarbeiterin in die Arbeitswelt stürzen. Beginnen werde ich damit in Berlin. Der Arbeitsmarkt in Berlin hat für mich super viel zu bieten. Die Arbeitsbedingungen kann man natürlich nicht mit denen der Schweiz vergleichen. Trotzdem freue ich mich, mein persönliches Abenteuer in Berlin weiterzuführen. Berlin ick liebe dir.