Serafina Schelker, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Renate Stohler, Dozentin am Institut für Kindheit, Jugend und Familie, berichten von ihrer Reise an die FH Campus Wien.

Die FH Campus Wien, Partnerhochschule der ZHAW im International Network of Universities of Applied Sciences (INUAS), feiert dieses Jahr das zehnjährige Bestehen ihres Bachelorstudiengangs in Sozialer Arbeit. Teil des vielfältigen Rahmenprogramms war ein nationales Vernetzungstreffen zur Schulsozialarbeit in Österreich. Anlässlich dieses Treffens haben uns die Kolleginnen zu einem dreitägigen fachlichen Austausch mit Praxisbesuch nach Wien eingeladen.

Photo Credits: Delugan Meissl

Die Anreise mit dem Nachtzug an sich war schon ein Erlebnis. Mit dem typischen Rattern und Ruckeln und dementsprechend mehr oder weniger erholt, kamen wir frühmorgens am Wiener Hauptbahnhof an und machten uns sogleich auf den Weg zum Praxisbesuch in die Stadtteilschule Mariahilf.

Dass Reiten und Zirkuspädagogik auf dem Unterrichtsplan stehen, ist dem Umstand geschuldet, dass die Schule sowohl eine reguläre Volksschule als auch ein Zentrum für Inklusiv- und Sonderpädagogik ist. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Heterogenität der verschiedenen Berufsgruppen wider. Und mittendrin die Schulsozialarbeit, die in Österreichs Hauptstadt zur allgemeinen Verwunderung nicht als solche gekennzeichnet ist, da die Sozialarbeitenden als Lehrpersonen mit Sonderverwendung angestellt sind.

Das Staunen über die Heterogenität der Trägerschaften, Bezeichnungen und Handlungsfelder zog sich dann auch als roter Faden durch die weiteren Gespräche, Vernetzungstreffen und Sitzungen fort.

Wie stark die Soziale Arbeit allgemein und die Schulsozialarbeit an der Schnittstelle von Kinder- und Jugendhilfe und Schule im Besonderen den politischen Entscheidungen und Kurswechseln ausgesetzt ist, war Hauptthema der vielen informellen Gespräche am Vernetzungstreffen. Ein Aspekt, der in der Schweiz nicht ganz so augenfällig, aber dennoch nicht zu vernachlässigen ist.

Der Abschluss der kurzen Reise war geprägt vom gemeinsamen Ausblick auf zukünftige Kooperationsmöglichkeiten zwischen den beiden Fachhochschulen und es wurden konkrete nächste Schritte festgelegt. Der fachliche Austausch über die Landesgrenzen hinweg wird uns also auch in Zukunft begleiten.