Bachelorstudentin Melanie berichtet zum letzten Mal von ihrem Auslandsemester in Hamburg.

Die beiden Prüfungswochen an der HAW Hamburg sind vorbei und somit ist das Sommersemester offiziell beendet. Da  in Deutschland den Studierenden rechtlich vorgeschrieben wird, wieviel sie maximal neben dem Studium arbeiten dürfen, nutzen nun viele die Semesterferien um zu arbeiten. Einige zieht es aber auch an die Ostsee oder nach Dänemark.

Zugegebenermassen fühlte es sich nicht ganz richtig an, bereits wieder nach Zürich zurückzukehren. Nach fünf Monaten kannte ich mich hier aus. Ich hatte mich eingelebt, fühlte mich wohl und habe meine Leute gefunden. Und vor allem auch ist mir die Hamburger Mentalität stark ans Herz gewachsen. Sie ist direkt und sehr authentisch, man weiss immer, woran man ist. Aber als Schweizer*in muss man sich sowieso keine Sorgen machen, dass man schlecht ankommen könnte. Die Hamburger lieben die Schweizer*innen und finden uns vor allem total süss.

Wie ich schon in meinem ersten Beitrag geschrieben habe, kann ich ein Auslandsemester in Hamburg allen empfehlen: die Stadt und ihre Bewohner*innen. Die Hamburger*innen sind sehr warm, weltoffen und herzlich und freuen sich über Besuch. Auch die HAW, die Partnerhochschule der ZHAW, kann ich sehr empfehlen. Der Unterricht aller Module, die ich gewählt habe, war sehr abwechslungsreich gestaltet mit viel Theorie-Praxis-Transfer. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist das Modul «Gesundheit und Soziale Arbeit». Wir besuchten das «Leuchtfeuer Hospiz». Das ist ein Wohnheim mitten in St. Pauli, in dem Menschen wohnen, die unheilbar krank sind. Da keine lebensverlängernden Massnahmen angewendet werden, leben sie meist nicht länger als ein Jahr dort.

Dieser Besuch hat mich wahnsinnig beeindruckt. Das gesamte Konzept wird unglaublich würdevoll umgesetzt und Betreuungsverhältnis ist sehr gut. Das Hospiz hat 11 Wohnplätze und 40 Mitarbeitende sind festangestellt: Sozialarbeitende, Pflegekräfte, Therapeut*innen, Seelsorger*innen und viele mehr. Zusätzlich sind über 70 Personen ehrenamtlich eingestellt.

Die Praxis Orte, die ich durch das Studium in Hamburg kennengelernt habe, sprachen mich sehr an. Hamburg ist etwas grösser als Zürich, darum sind die sozialarbeiterischen Angebote hier noch vielfältiger. Das bietet gute Gelegenheiten, sich zu vertiefen und zu spezialisieren.

Das Semester hier war ganz schön. Ich werde auf jeden Fall wieder zurückkehren!