Bachelorstudent Yanik Sousa berichtet von seinem Auslandpraktikum in Brasilien.

Bei ARCO in Sao Paulo, einer Organisation die sich für Kinder und Jugendliche aus Risikoverhältnissen einsetzt, werde ich während circa 6 Monaten im Rahmen meines zweiten Praktikas mitarbeiten und lernen dürfen (leider ohne die Aussicht auf dem Bild, denn Sao Paulo liegt nicht am Meer). Die ersten beiden Wochen habe ich aber noch in Salvador verbracht, wo ich bei der Familie meines «Göttibuebs» wohnen und den Alltag einer Familie in Brasilien teilen darf.

Wohl immer eines der zentralsten Themen in einem neuen Land ist die Sprache. Zumindest dann, wenn dort eher wenige Leute Englisch sprechen. Immer wieder bereue ich es, dass ich diesen Portugiesisch-Sprachkurs in der Schweiz nicht besucht habe. Andererseits ist es sehr spannend, in einem Land anzukommen und erst zwei drei Wörter der Landessprache zu kennen. Zum einen sehe ich mich nämlich darin bestätigt, dass kommunizieren immer irgendwie funktioniert. Gerade mit Kindern scheint die Sprachbarriere allenfalls eine lustige Herausforderung zu sein. Zum anderen ist es spannend, wenn sogar die Kleinsten zu Lehrern und du selber zu einem kleinen Kind wirst, das sich mit holprigen Drei-Wort-Sätzen durchzuschlagen versucht. Dabei vermischen sich die Sprachen oft, was dann so tönen kann: «Voce like campamento!», was so viel bedeutet wie: «Magst du Lager?» Solche Erfahrungen finde ich wertvoll, denn sie bringen Perspektivenwechsel.

Man hört ja immer viel  bevor man in ein neues Land geht und vieles hat sich auch schon bestätigt: Ich war an einem schönen Strand, habe schon Caipis und aus Kokosnüssen getrunken und auch schon Capoeira gemacht. Überfallen wurde ich noch nicht, auch wenn ich immer wieder angehalten werde, vorsichtig zu sein und Samba habe ich auch noch niemanden tanzen sehen.

Etwas scheint sich aber von Land zu Land zu bestätigen: Die Qualität der Betten lässt echt zu wünschen übrig. Das Bild mit der Elmex Zahnpasta soll verdeutlichen, wie sehr die Mitte meines Bettes während einer Nacht absinkt.  Mehr als die Hälfte der Tube verschwindet in dem Tal, das entstanden ist. Der Blick aus dem Erdgeschoss sieht übrigens so wie auf dem Bild unten aus. Auf Bodenhöhe und oft auch im ersten Stock sind die Fenster meist vergittert. An der Aufforderung, sich in Acht zu nehmen, scheint also etwas dran zu sein. Zudem kann es ja gut sein, dass sich auch jene Dinge noch bestätigen, die bisher ausgeblieben sind. Über etwas Samba würde ich mich auf jeden Fall freuen und da sich nicht immer alles, was man über ein Land hört bewahrheiten muss, hoffe ich mal, dass mir ein Überfall während der Zeit in Brasilien erspart bleibt.