Majka berichtet aus ihrem Auslandsemester in Den Haag.

majka-sidorowic

Frieden und Recht. Zwei Wörter von grosser Bedeutung für die Stadt Den Haag, die auch «international city of peace and justice» genannt wird. 1899 fand hier die erste Friedenskonferenz statt, der internationale Gerichtshof der UNO hat seinen Sitz im «Vredespaleis» und im internationalen Strafgerichtshof geht es den «Bösewichten» der Welt an den Kragen. Frieden gehört zur DNA der Stadt.

Vredespalais in Den Haag

Vredespalais, Den Haag

Ich wunderte mich deshalb, was Den HaagerInnen mit der «City of Peace and Justice» verbinden und fragte an der Uni ein paar Leute. Es sei ein Privileg, in einer Stadt zu leben, in der man sich als „Dutch Girl“ nie sorgen muss. Man könne sich frei bewegen. Eine andere Mitstudentin verbindet Akzeptanz mit Den Haag. Viele Kulturen leben zusammen in der Stadt, akzeptieren und tolerieren sich, mit allen Unterschieden. Nach solchen Aussagen, hat es mich jedenfalls noch weniger erstaunt, dass ausgerechnet hier das «JUST PEACE»-Festival stattfand. Als angehende Sozialarbeiterin, mit ausgeprägtem Friedens- und Gerechtigkeitssinn, war es daher ein Muss, an einigen der 40 Aktivitäten zum Thema Frieden teilzunehmen.

Ich besuchte eine Konferenz der UNO, schaute den Film «Timbuktu» vor dem Friedenspalast und sah mir die World Press Fotoaustellung an. Highlight war eine Diskussionsrunde mit dem Fotojournalisten Paul Hansen und dem ehemaligen Richter des Jugoslawientribunals Fausto Pocar über das Thema: «How to handle the cruelty of mankind?» Hansen fliegt Monat für Monat in Kriegsgebiete und hält fotografisch fest, was geschieht. Er möchte uns Geschichten näher bringen von Menschen wie dir und mir. Zivilisten, die plötzlich in einen Krieg involviert sind. Er sagte, es sei seine Pflicht dies zu tun, damit wir daran erinnert werden, dass wir weiterhin für Frieden kämpfen müssen. Eine junge Dame im Publikum fragte den Richter, ob es denn noch Hoffnung für Frieden gibt? Er schaute ins Publikum und sagte: «Look at this room, the most of you are very young. So yes, your generation can make a change!» Wenn das einer sagen kann, dann wohl er.

Food Festival an der Lange Vorhoout, Den Haag

Food Festival an der «Lange Voorhout», Den Haag

Bingo! Mein Hirn ratterte jedenfalls nonstop. (Wir «Sozis» lernen nämlich richtig gut zu reflektieren) Nach so viel Input zum Thema Frieden musste ich mich also etwas ablenken und besuchte das Food Festival auf der (so munkelt man) schönsten Allee Hollands, der «Lange Voorhout». Schon der Name selbst ist lustig und lenkte vom Thema ab. Es war jedenfalls «lekker» und beim nach Hause fietsen fühlte ich eine innere Zufriedenheit. Ich dachte an die vielen fröhlichen Gesichter, die ich hier immer wieder sehe und die mir auch oft, einfach so, ein Lächeln schenken.

Zufällig stiess ich zu Hause dann auf diese lachende «Flag of Peace», die auch im Rahmen des Festivals kreiert wurden und deren Bedeutung ich euch nicht vorenthalten möchte: Ein Lächeln kann die Basis für Kommunikation sein, wenn es keine gemeinsame Sprache gibt. Kommunikation ist die Basis für Frieden. Ein Lachen verbindet uns und ist etwas, was wir alle verstehen.

Flag of Peace mit Smile

In diesem Sinne, peace, love and happiness und tot ziens (bis bald)!