Die Bachelorstudenten Sebastian und Serge berichten von der Students Conference an der University of Vic.

Als die E-Mail mit der Frage, ob man sich für «Diversity and Social Inclusion» interessieren würde, im Posteingang lag, schwebte der rechter Zeigefinger bereits über der Delete Taste. Wir gingen davon aus, dass es sich um eine weitere der unzähligen E-Mails handelt, mit welcher man aufgefordert wird, an einer Umfrage für irgendeine Abschlussarbeit teilzunehmen. Aus Neugier, ob man vielleicht etwas Grossartiges gewinnen könnte, lasen wir trotzdem weiter und was dann da stand, interessierte uns zunehmend.

Es ging nicht um eine Umfrage, sondern um die Anmeldung für eine Studentenkonferenz. Genauer handelte es sich dabei um die Students Conference des Consortium of Institutes of Higher Education in Health and Rehabilitation in Europe, kurz COHEHRE. Die COHEHRE ist eine Non-Profit-Organisation in den Bereichen Gesundheit, soziale Betreuung und Rehabilitation, die sich zum Ziel gesetzt hat, interprofessionelles Lernen, Lehren und Forschen zu fördern.

Die Students Conference dauert fünf Tage und findet im April jeweils an einer anderen Hochschule der teilnehmenden Institutionen statt, die über ganz Europa verteilt sind. Dieses Jahr fand sie an der University of Vic in Spanien, oder präziser, in Katalonien statt. Auf diesen regionalen Patriotismus wurde sowohl im Social- wie auch im Academic-Program Wert gelegt.

Das Programm der Konferenz war ziemlich vollgepackt mit Keynote-Speeches, Diskussionsrunden und zwei Field Trips. Diese beiden Exkursionen, bei denen wir zwei Institutionen besuchten, waren für uns eindeutig die Highlights. Eine dieser Exkursionen führte uns in ein Jugendheim. Wir wurden von der Leiterin der Institution herzlich in Empfang genommen und uns wurde alles detailreich erklärt. Da wir selbst im stationären Bereich arbeiten, war es sehr interessant zu sehen, wie es an anderen Orten läuft bzw. wo die Gemeinsamkeiten und wo die Unterschiede liegen.

Der zweite Field Trip führte uns in eine Behindertenwerkstatt. Dort wurden gerade Blumen für ein traditionelles Fest in Vic hergestellt. Im Freizeitprogramm konnten wir an einer Führung durch eine lokale Wurstfabrik und einem Rundgang durch die Altstadt von Vic teilnehmen.

Aus akademischer Sicht war die Woche nicht sonderlich lehrreich. Der internationale Austausch mit den anderen Studierenden war es aber umso mehr! Wir hatten viele spannende Diskussionen mit Studenten aus anderen Ländern und Studienrichtungen. Der Kurs ist für 3 ECTS Punkte konzipiert, die ZHAW rechnet uns jedoch nur 2 Punkte an, was etwas enttäuschend ist. Die Kursgebühren von 150 Euro wurden von der Schule übernommen, für den Rest (Reise, Unterkunft, etc.) mussten wir selbst aufkommen.

Alles in allem war es eine gute Erfahrung und allen, die nicht allzu knapp bei Kasse sind und noch ein paar Ferientage zugute haben, können wir die Teilnahme empfehlen.