In meinem Praktikum im Jugendtreff bin ich nun knapp über der Halbzeit. Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich zurückblicke, wie es bisher gelaufen ist und mir überlege, welche Dinge ich gerne noch bis zum Ende des Praktikums erlernen möchte.

Ich überlege mir, mit welchen Erwartungen ich in das Praktikum gestartet bin und schaue mir an, wie die gegenwärtige Realität tatsächlich aussieht.

Ich bin mit der naiven Vorstellung in das Praktikum gestartet, dass ich einen größeren und längerfristigen Einfluss auf die Kinder und Jugendlichen ausüben würde bzw. dass sich dieser zeigen würde. Dass dies sich in der offenen Jugendarbeit auf Grund der Niederschwelligkeit und Unverbindlichkeit und dem damit verbunden unbeständigen Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen als schwierig gestaltet, war mir bewusst.

Jedoch merke ich, dass es in der täglichen Arbeit mit den Jugendlichen nicht einfach ist zu wissen, dass man sich der Wirkung seiner Arbeit nicht sicher sein kann.

Nachweisbare und messbare Wirksamkeit seiner Tätigkeit, besonders in der offenen Kinder- und Jugendhilfe ist nicht leicht. Es müsste ein Jugendlicher nach einiger Zeit zu uns kommen und uns für positive Aspekte seiner Lebensbewältigung verantwortlich machen.

Im Studium hört man immer wieder von evidenzbasierter Sozialer Arbeit, die zu einem höheren Maß an Professionalität führen soll. Die Evidenz seiner Arbeit nachweisen zu müssen ist nicht per se schlecht. Doch dies in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, mit oft wechselnden Adressaten, messbar zu machen, ist fast unmöglich.

Ich möchte hier kein allzu pessimistisches Bild abgeben, denn den Eindruck könnte man gewinnen. Sehr wohl drückt sich die Wirksamkeit durch kleine Zeichen von wachsendem Vertrauen und Bindung seitens der Jugendlichen aus.

Dies bringt mich zu meinem nächsten Punkt: der Kontakt zu den Jugendlichen.
Man muss immer wieder in die Gruppe hineingehen. Die Waage von Beharrlichkeit, Professionalität und Coolness zu wahren, ist maßgeblich für den Kontaktaufbau und dem damit verbunden Vertrauen.

Es fällt mir zunehmend leichter den Kontakt zu den Jugendlichen zu suchen und immer wieder mich in der Gruppe zu investieren. Mit der Zeit möchte ich, dass es mir noch leichter fällt, den selbstsicheren und ungezwungenen Kontakt zu den Jugendlichen aufzubauen und so den Zugang zu ihnen zu verbessern.

Freitagabends vor dem Eingang vom Jugendtreff findet in regelmäßigen Abständen die Diskussion statt, ob sie auf dem Gelände nun das (legale) CBD Marihuana oder das (Illegale) THC Marihuana rauchen. Wie vorhin erwähnt, ist hier nun auszuloten zwischen Coolness und Professionalität. Weil wir den Unterschied der beiden Substanzen nicht feststellen können, sprechen wir in diesem Fall ein generelles Verbot aus.