Bachelorstudentin Johanna berichtet von ihrem Praktikum in Marseille.

Seit zwei Wochen arbeite ich nun in Marseille bei dem Verein „Arts et Développement“. Dieser Verein organisiert in 15 verschiedenen Quartieren von Marseille Malkurse für Kinder. Die Quartiere sind meist im Norden von Marseille. Das Leben in diesen Quartieren ist geprägt von Armut und Arbeitslosigkeit. Die wöchentlich durchgeführten Ateliers bieten eine Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung der Kinder.

Bei meinen ersten Ateliers war es toll zu sehen, wie die Kinder freudestrahlend auf uns zu gerannt kamen und sofort mit dem Malen loslegen wollten. Zu jedem Atelier gehört ein Künstler von Marseille, der während eines Jahres mit den Kindern ein Projekt durchführt. Diese Projekte sind sehr vielfältig. Es werden gemeinsam Wände der Quartiere bemalt oder auch Skulpturen gebaut aus Materialien, die man im Quartier findet, wie beispielsweise Äste, Blätter oder auch herumliegender Abfall. Die Kinder können ihre Teilnahme frei gestalten, sie können am Projekt mitarbeiten oder auch einfach für sich malen.

Marseille ist eine sehr lebhafte Stadt. Es gibt viele Demonstrationen aber auch viele Darbietungen von Künstlern. Armut und Obdachlosigkeit sind präsent und teils bedrückend. Man sieht viele Menschen, die auf der Strasse leben, teils Einzelpersonen aber auch ganze Familien. Auch die Wohnungszustände sind prekär. Von einer Mitarbeiterin habe ich erfahren, dass es Familien gibt, die zu acht in einer 2-Zimmerwohnung leben. Daher finde ich es sehr gut, dass sich der Verein in sozialschwachen Quartieren engagiert und so versucht, die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.

Ich bin gespannt, wie meine weitere Zeit hier verläuft und an welchen Projekten ich gemeinsam mit den Kindern arbeiten darf.