Sandra berichtet von ihrem Austauschsemester in Dayton, Ohio.

Trotz der zweitägigen Einführung bleibt der Campus der Wright State University fürs erste ein riesiges Labyrinth. Der Campus gleicht einem Dorf. Es gibt hier ein Gesundheitszentrum, eine Campus-Polizei, verschiedene Läden, ein Sportzentrum und natürlich viele schulische Räume. Die meisten Gebäude sind unterirdisch miteinander verbunden. Die verschiedenen Schlafsäle und Studentenwohnungen sind nicht mit den Tunnels verbunden, sondern liegen etwas abseits von den Schulgebäuden. Es fährt jedoch regelmässig einen Shuttlebus während des Semesters auf dem Campus herum.

an der Wand hängende Tafel mit Gebäudenamen und einem Gebäudeplan der Wright State University.

Wie überall in den USA ist alles riesig, was eine schnelle Anreise jeweils erschwert. Ein Auto zu haben wäre darum von Vorteil. Jedoch müssten ausländische Studierende dafür zwingend einen Fahrausweis von Ohio besitzen (Information vom Rechtsdepartement), den ich leider nicht besitze.

Ich bezog mein Zimmer nach dem Einführungsprogramm. Meine Mitbewohnerinnen sind, bis auf eine, noch nicht aus den Semesterferien zurück. Diese eine ist «resident assistent» und dafür zuständig, dass die Regeln eingehalten werden. Sie kann mir also erklären, was zu tun und zu lassen ist. Dazu gehörte u.a., dass ich eine Mängelliste über die Schäden und Sauberkeit des schon bewohnten Appartements ausfüllen sollte. Auch informierte sie mich darüber, dass in dieser WG jeder für sich lebt und nicht wirklich Sachen zusammen gemacht werden. Ich bin gespannt und lasse es auf mich zukommen.

Ich wusste, dass das Zimmer möbliert ist. Ich wusste jedoch nicht, was die Wohnung sonst noch bietet. Nach der ersten Inspektion wird mir bewusst, dass ich noch einiges organisieren muss. Ausser einem Bett inklusive Bettinhalt, einer Kommode und einem Schreibtisch mit Stuhl ist im «Dorm» nämlich nichts vorhanden – auch kein Licht. Das Geschirr muss beispielsweise auch jeder selbst mitbringen.

Deshalb ging ich einkaufen: Pfannen, Geschirr, Besteck, Putzmittel und Lappen, eine Stehlampe und damit ich in der Nacht bei der eisigen Kälte nicht erfriere, ein kleiner Ofen (das Fenster ist nicht dicht). Nicht zu vergessen die Lebensmittel – fürs erste bin ich gewappnet.

Aufgetürmte schwarze und weisse Plastiksäcke die auf einem Tisch vor einem Fenster liegen.

Zu Hause angekommen wird zuerst alles ausgepackt und verräumt. Da wird mir ein grosser Unterschied zwischen der Schweiz und den USA bewusst: die vielen Plastiksäcke, in welche die Einkäufe vom Kassenpersonal verpackt werden. Als ich alles verstaut hatte, blieb ein Berg voller Plastiksäcke übrig.

Nun bin ich eingerichtet in der Wohngemeinschaft und ready für das Semester.