Priska Dabowska berichtet aus ihrem Austauschsemester in Warschau.

Nachdem die online Einschreibehürden für die Kurse der ERASMUS Studierenden überwunden waren, galt es sich in das Uni WLAN einzuwählen. Denn ein funktionierendes, schnelles WLAN ist ziemlich hilfreich, wenn Google Translate und andere Übersetzungsprogramme zu deinem Alltag gehören.

Beim Haupteingang der Universität Warschau an der Krakowskie Przedmieście wurde zum Semesterstart ein Welcome Point eingerichtet. Ein eigenes Zelt mit netten lokalen Studierenden, die fliessend Englisch sprechen, halfen den Studierenden aus aller Welt, sich auf dem Campus zurecht zu finden. Der Welcome Point hat eigene Give-aways wie Stifte, Notizblöcke, Caramels und Brochüren mit den wichtigsten Eckdaten über Warschau und wie man sich am besten zurechtfindet. Sie haben auch eine super Anleitung bereitgestellt, wie man sich in das «Eduroam» einloggen kann. Leider hat das bei mir nicht funktioniert. Der kompetente Student am Welcome Point hat mir über 30 Minuten geholfen und ihm sämtliche bekannte Tricks angewendet – leider ohne Erfolg. Er meinte dann bedauerlich er müsse mich nun zum IT-Helpdesk schicken.

Das war für mich nicht weiter ein Problem, bis ich aber realisiert habe, dass die zuständigen Damen in diesem Büro weder Englisch sprechen noch eine Idee von IT haben. «Nie ma» verstand ich in der Zwischenzeit: es bedeutet «gibt es nicht». Mit Hilfe vom Campusplan haben sie mich wieder zum International Relation Office geschickt. Auf dem Weg dort hin habe ich eine Frau getroffen, die mir erklärte, dass in diesem Gebäude woher ich gerade komme sehr wohl die IT- Spezialisten sind. War ich wohl im falschen Office? Neuen Mutes gehe wieder in das andere Gebäude und betrete ein Büro, das mit IT – oder so ähnlich- beschriftet ist.

Der Mann schaut mich sehr erstaunt an. Er hat zwei grosse Monitore vor sich, verschiedene Rechner unter dem Pult und ein lustiges Foto von einem Hund in einem goldenen Rahmen im Büchergestell hinter sich. Er spricht ein paar Brocken Englisch, versteht mein Problem, meint es sei wegen meinem Mac und macht sich sofort hinter dessen Problembehebung. Ich setze mich mal und betrachte weiter seine Sammlung von Medaillen. Anscheinend bin ich nun im richtigen Büro. Meine Verbindung ins Eduroam hat schliesslich bis Ende Semester einwandfrei funktioniert. Und was ich bei dieser Aktion gelernt habe: Nicht aufgeben. «Nie ma», heisst zwar «gibt es nicht», doch beharrlich sein und sich nicht einfach weg-weisen lassen, oder einfach in ein Büro eintreten und um Hilfe bitten ist zielführend. Wie höflich und angebracht es ist, weiss ich nicht!