Laura Nägele, Bachelorstudentin der ZHAW Soziale Arbeit, berichtet von der Studienreise nach Indien.

Der Tag startete ganz gemächlich nach indischer Art. Nach einem leckeren Vegi-Sandwich bei meinem Lieblings-Essensstand und einem Milchkaffee war ich gestärkt für den kurzen Spaziergang zu einem staatlichen Kinderheim. Eine Studentin der Christ University begleitete uns als Übersetzerin.

Bei dem Heim angekommen, fragte die Studentin beim Eingang der Institution nach, wann wir mit der Besichtigung starten können. Die Frauen sagten, dass momentan eine indische Hochzeit zwischen zwei HIV positiven Heimkinder statt fand und wir uns gedulden mussten. Also warteten wir vor dem eher ruhigen und irgendwie furchteinflössenden Gebäude.

Wir unterhielten uns über 1.5 Stunden bis uns die Studentin mitteilte, dass aufgrund der Hochzeit und einem «child welfare meeting» fast niemand da sei und wir doch am nächsten Tag nochmals kommen sollten. Also liefen wir gemütlich zurück zum Campus, wo uns bereits Frau Sheeja Karalam, PhD, in einem schönen Sari für einen Vortrag zum Thema Gender and social work erwartete. Mit einigen Übungen zeigte uns Frau Karalam, wie sie mit den Personen auf dem Land in Kontakt tritt und wie sie herausfindet, wie diese Personen über die Rolle von Frauen und Männer denken.

Aussenansicht des Abhaya Spitals in Indien.

Nach einer kurzen Mittagspause mit leckeren Paneer Momos fuhren wir zu unserem nächsten Programmpunkt: Das Abhaya Hospital ist ein privates Krankenhaus, welches für jede Person zugänglich ist. Das Krankenhaus ist auf die Gebiete Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie spezialisiert. Ein Psychiater erzählte uns, wie das Krankenhaus aufgebaut ist, welche Arbeit er verrichtet und welche psychischen Krankheiten sie behandeln. Aktuell arbeiten vier SozialarbeiterInnen und sechs Psychiater im Krankenhaus. Täglich haben sie ca. 100 Patienten. Der Psychiater erzählte uns, dass es jährlich  mehr Personen mit psychischen Erkrankungen gibt und dass sich langsam ein Vertrauen in die Medizin gebildet hat, weshalb sich die Patienten nun behandeln lassen. Der Vortrag des Psychiaters war sehr interessant und informativ. Anschliessend erhielten wir eine Führung durch das Krankenhaus.

Mir persönlich ist aufgefallen, dass es sich um ein sehr altes Gebäude handelte und die Einrichtung eher veraltet war. Ich hatte beim Rundgang das Gefühl als befände ich mich in einer geschlossenen Psychiatrie. Der Psychiater und der Direktor des Krankenhauses zeigen uns aber alles mit grossem Stolz.