Simon Benz, Bachelorstudent der ZHAW Soziale Arbeit, berichtet von der Studienreise nach Indien.

Mein Tag begann wie meistens mit Kaffee und Zigarette. Inmitten von heranschnellenden Rikschas und einem nicht abreissenden Strom von Studierenden ordnete ich meine Gedanken und freute mich auf die bevorstehende Kochlektion, welche wir unter Anleitung einer Hotel Management Klasse der Christ University besuchen durften.

Teilnehmende des Kochkurses in Indien

Ich genoss den entspannten Morgen und erfuhr viel über die Zubereitung der Gerichte, die ich in den Imbissbuden und Restaurants mit grosser Vorfreude bestellte und danach mit Appetit verschlang. Das Buffet liess keine Wünsche offen, was sich durch die Erkenntnis bestätigen lässt, dass sich einzelne Bissen mit hochkonzentriertem Glück vergleichen liessen.

Am Nachmittag besuchten wir eine NGO, welche seit 20 Jahren besteht. «Samarthanam – Trust for the Disabled» engagiert sich seit Beginn für Menschen mit einer Beeinträchtigung. Die Aussichten Heranwachsender mit Behinderungen im ländlichen wie urbanen Indien sind Armut, Marginalisierung und Hilflosigkeit. Statistiken zeigen, dass Menschen mit Behinderungen in allen Gesellschaften weniger arbeiten als gesunde Menschen, aber eine Vielzahl von bezahlten und unbezahlten Aufgaben übernehmen. In agrarisch geprägten Ökonomien arbeiten nur extrem beeinträchtigte und sehr alte Menschen gar nicht. Das Problem ist, dass die Arbeit von Menschen mit einer Behinderung oft nicht anerkannt wird und nicht zu gesellschaftlicher Inklusion führt. Oft sind die Betroffenen von Bildung ausgeschlossen, können aber ohne Qualifikationen nur sehr wenig Geld verdienen.

Dieser Ungerechtigkeit hat «Samarthanam» den Kampf angesagt. Mit unterschiedlichen Programmen in den Bereichen Bildung, Lebensunterhalt, Gesundheit, Ernährung, Sport, Kultur und Rehabilitation unterstützen sie laut eigener Aussage direkt oder indirekt mittlerweile über 25’000 Menschen. Während unserer Zeit in Indien fand die Weltmeisterschaft «Cricket for the blind in India» statt. Gerne hätte ich meine Cricketerfahrung aus Sri Lanka um ein paar spannende Eindrücke erweitert.