Studierende der ZHAW berichten von der Studienreise nach Indien.

Am 31.1.19 konnten wir in kleinen schweizerisch-indischen Gruppen verschiedene Praxisorganisationen besuchen, in denen die Studierenden der Christ University gerade ihr Praktikum absolvieren.

Action Aid (von Isa Wilhelm und Jasmin Wirtner)
Wir begleiteten zwei Studierende der Christ University in ihrem Praktikum bei Action Aid, India. Action Aid ist eine NGO die weltweit gegen Armut und gesellschaftliche Ungleichheiten vorgeht. In Indien liegen die Hauptmerkmale ihrer Arbeit auf der gesundheitlichen Versorgung, Bild

Die Studierenden der Christ University absolvieren ihr Praktikum im Bereich des Fundraising. Sie entwickeln Kampagnen und Projekte zum Spenden sammeln. Der organisatorische Sitz von Action Aid ist in Bangalore. Von hier aus werden die Projekte in den Dörfern aufgegleist, koordiniert sowie Arbeitseinsätze geplant. Ebenfalls werden Kinderpatenschaften zugeteilt. Aus jeder Abteilung haben sich Mitarbeitende für Gespräche und Fragen unsererseits Zeit genommen. Für uns war es unheimlich spannend zu sehen wie professionell, gewissenhaft, nachhaltig und vor allem persönlich die Mitarbeitenden an diesem Standort arbeiten.

„Project Smile“ (von Alessandro Müller, Mirjam Bertschi, Meggi Bocion)
Zu dritt durften wir das „Project Smile“ besuchen. Project Smile arbeitet in 7 der insgesamt 2‘000 Slums in Bangalore und versucht den Leuten „ein Lächeln zu geben“. Sie versuchen, durch die Schaffung von Strukturen, Vernetzung der Bewohner und Mithilfe beim Bau von Häusern die Menschen in ihren Grundbedürfnissen zu unterstützen.
Gemeinsam mit der Studentin der Christ University, ihrer Ausbildnerin und einer der Gründerinnen des Projektes besuchten wir ein Krankenhaus. Dort begleitete Project Smile ein 14-jähriges Mädchen aus den Slums bei Abklärungen und unterstützt es finanziell. Später besuchten wir zwei Slums und durften dort mit verschiedenen Personen sprechen und sehen, wie das Projekt direkt tätig ist. Besonders der Umgang der Sozialarbeitenden mit den Menschen in den Slums berührte und faszinierte uns.

Nightingales Medical Trust in Bengaluru (von Mona Debrunner, Andraina Frauenfelder und Eva Maria Hassheider)
Zusammen mit drei Master Studentinnen der Christ Universität besuchten wir das Nightingales Medical Trust, welches seit 1998 in Bengaluru besteht. Es ist in Indien das grösste Zentrum, das sich mit dem Thema Demenz beschäftigt. Es besteht aus 3 Wohnhäusern und unterstützt sowohl Menschen aus armen Verhältnissen als auch wohlhabendere.

Die Arbeit, welche die 3 Studentinnen während ihrem einmonatigen Praktikum dort auszuführen haben, erstaunte uns. Ihre Aufgabe bestand darin, mittels diversen Tests das Fortschreiten der Demenz zu dokumentieren. Ausserdem beteiligten sie sich an Aktivitätstherapien mit den Bewohnern und Bewohnerinnen. Das heisst sie basteln, malen oder machen Yoga zusammen mit ihnen. Besonders aufgefallen ist uns der direktive Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, teils auch mit Zwangsmedikation und Fixierung am Stuhl. Einen direkten Zusammenhang zur Sozialarbeit wie wir es kennen, konnten wir nur bedingt feststellen. Laut einer Studentin ist im Nachtdienst jeweils ein ausgebildeter Sozialarbeiter für die Schichtleitung zuständig. Sie als Praktikantinnen haben ihn jedoch bisher noch nie gesehen und auch sonst ist er nicht in den Alltag eingebunden.

Am Ende des Tages nahmen wir viele Eindrücke mit nach Hause, welche uns auch noch weiter beschäftigten.

Shahi Export (von Tiffany Ritschard, Lukas Weber, Sabera Wardak)
Wir durften drei Studentinnen der Sozialen Arbeit begleiten zu ihrem Praktikumsplatz bei Shahi Exports, Indiens grösstem Textilexporteur.
In der Human Resources Abteilung von Shahi Exports arbeiten hauptsächlich Masterabsolventinnen und Absolventen der Sozialen Arbeit, da in Indien das Personalwesen zu den Fachbereichen der Sozialen Arbeit gehört. Wir durften den insgesamt fünf Praktikantinnen und ihrer Vorgesetzten Fragen stellen und der Chef gab uns eine Präsentation über die Firma und ihr Welfare-Programm. Dazu erhielten wir ein praktisches Handbuch mit vielen Piktogrammen, welches die Arbeitenden über ihre Rechte und Pflichten informiert. Neben der Durchführung von Awareness-Programmen zu verschiedenen Themen und einem Forschungslabor, gibt es Komitees der Arbeitenden zu verschiedenen Themen und die Möglichkeit zur Beschwerde.

Nach einer Führung durch das Fabrikgelände mit seinen Produktionshallen, Abteilungen und der Wasseraufbereitungsanlage wurden wir in der Kantine zu einem leckeren Mittagessen eingeladen. Am Nachmittag wurden uns Videos über die Firma gezeigt und wir hatten noch einmal die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Wir verliessen die Firma mit gemischten Gefühlen. Einerseits schien das Welfare-Programm gut durchdacht, was vielleicht überrascht, wenn man an den Niedriglohnbereich denkt. Anderseits wurden wir uns der Realität der Arbeitenden in der Textilindustrie sehr wohl bewusst.