Bachelorstudent Lukas Weber berichtet von der Studienreise nach Indien.

Die morgendliche Stadtführung durch Bangalore startete am städtischen Blumenmarkt. Der Markt wirkt um diese Zeit (ungefähr 9 Uhr morgens) noch immer enorm geschäftig, chaotisch laut, aber hauptsächlich: bunt.

Hier stapeln sich Unmengen an unterschiedlichsten Blumensorten in den unterschiedlichsten Farben und Düften. Auffallend dabei ist nicht nur das rege Treiben innerhalb des Marktes, sondern auch dessen soziale Struktur, beziehungsweise Organisation, welche wiederum durch eine gewisse Geschlechtertrennung (je nach Aufgabe) geprägt ist. Zudem ist auch hier eine gewisse Abhängigkeit der Menschen vom Wohlwollen der Polizei spürbar. Oftmals werden die illegal errichteten Stände von der Polizei aufgelöst, beziehungsweise nur dann geduldet, wenn eine entsprechende finanzielle Leistung entrichtet wird.

Der Markt wurde ursprünglich nach britischem Vorbild aus Kalkutta konzeptioniert und errichtet. Später ist ein zusätzliches Gebäude hinzugekommen, welches nach japanischem Vorbild gebaut wurde. Die Problematik dabei ist, dass es sich bei der neuen Markthalle um ein mehrstöckiges Gebäude handelt, welches jedoch keine Warenlifte beinhaltet. Was wiederum zur Folge hat, dass die oberen Geschosse des Gebäudes zu grossen Teilen leer stehen.

Der Besuch des Blumenmarktes ist somit ein Einblick in einen Mikrokosmos Indiens, der in gewisser, stark vereinfachter Form, die Facetten Indiens in spektakulärer Weise aufzeigt, aber auch gewisse Probleme, wie die allgegenwärtige Korruption und mangelnde Infrastruktur, andeutet.