Rebekka Jakob, Masterstudierende der ZHAW Soziale Arbeit, berichtet aus von der Studienreise nach Indien.

Es ist eine von Hoffnung und Zuversicht geprägte Atmosphäre, die uns bei BOSCO entgegen kommt, was schon beim ersten Anblick des Hauses sichtbar wird. Das neue Gebäude wurde 2013 von Privaten gestiftet und ist dementsprechend in einem wesentlich besseren Zustand als andere Institutionen, die wir bisher besucht haben. Es ist eines von neun Zentren für sogenannte «young at risk» , das die private NGO in Bangalore betreibt.

Hauseingang der Bosco-Stiftung in Indien

BOSCO setzt sich seit 1980 dafür ein, dass Kinder und Jugendliche, welche auf der Strasse leben, arbeiten, Opfer von Kinderhandel, Missbrauch, Gewalt oder Drogen wurden, eine Zukunft bekommen.
An sechs verschiedenen Brennpunkten in der 12-Millionen-Stadt ist die Organisation mit Kabinen präsent – bspw. an den grossen Bahn- und Busstationen und Märkten. Dort kommen sie in Kontakt mit betroffenen Kindern, sprechen sie an oder die Kinder werden von Leuten, die auf sie aufmerksam wurden, z.B. Bahnhofspersonal, zur Kabine gebracht.  Sind die Kinder erstmal in einem der Zentren in Sicherheit gebracht worden, wird zunächst versucht, sie wieder mit ihrer Herkunftsfamilie zu vereinen. Gelingt dies nicht, bleiben die Kinder/Jugendlichen in einem der Zentren, wo sie eine Schul- bzw. Berufsbildung erhalten.

Wir treffen uns mit einer Gruppe fröhlicher, offener junger Frauen, die berichten, wie sie nebst ihrer Ausbildung zur Schneiderin oder Kosmetikerin, morgens und abends Yoga machen und meditieren und einander gute Freundinnen sind. Die Erleichterung darüber, in Sicherheit zu sein, scheint greifbar und lässt einen fast vergessen, was die Mädchen alles erlebt haben, bevor sie hier angekommen sind.

Schlafraum im BOSCO-Haus in Indien

Nebst der unmittelbaren Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen verfolgt BOSCO auch noch die Strategie, in der Gesellschaft das Bewusstsein für die Problematik der «young at risk» zu erhöhen. Dies wird mit unterschiedlichen Massnahmen angegangen, unter anderem mit Kursen zu den Kinderrechten in den Communities oder der Beratung von Eltern.

Wie eine eingeschworene Schwesternschaft wirken die Mädchen und jungen Frauen, obwohl einige von ihnen erst seit wenigen Tagen dort sind, wie sie uns erzählen. Die hoffnungsvolle Stimmung macht einen zuversichtlich, dass sie hier trotz schwierigster Umstände eine echte Zukunftschance bekommen.

Gruppenfoto der Teilnehmenden der Studienreise nach Indien zusammen mit den Frauen des BOSCO-Hauses