Corinne berichtet von ihrem Auslandsemester in Oulu, Finnland.

Langsam neigt sich mein Auslandsemester dem Ende zu. Einerseits bin ich traurig, andererseits freue ich mich auch, meine Familie und Freunde wiederzusehen.

Trotz Corona konnte ich sehr profitieren von meinem Auslandaufenthalt. Finnland ist bezüglich den niedrigen Coronafallzahlen ein Vorbild für andere Länder und viele Restaurants und Sehenswürdigkeiten sind offen. Natürlich ist die geringe Einwohnerdichte und die nicht allzu zentrale Lage des Landes vorteilhaft im Kampf gegen das Virus.

Die aktuelle Situation wird aber auch beeinflusst durch die Kultur der Finnen. Finnen befolgen Regeln und halten auch ohne Corona mehr Abstand zu anderen Menschen. Es wird ihnen nachgesagt, dass sie zurückhaltend, reserviert und schüchtern sind. Dieses Klischee kann ich nur teilweise bestätigen. Ich habe sowohl introvertierte wie auch extrovertierte Finnen und Finninnen getroffen.

Vor allem in der Sauna sind finnische Landsleute sehr offen. In der öffentlichen Sauna wurden wir bis jetzt jedes Mal angesprochen. Allgemein ist die Saunakultur in Finnland stark verankert und es gibt mehr Saunas als Autos in Finnland. Die Finnen machen es sich zum Sport, möglichst lang in der heissen Sauna und im kalten Eisloch auszuharren.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der finnischen Kultur ist die Natur. Obwohl es hier während des ganzen Jahres kälter ist als in der Schweiz, habe ich das Gefühl, dass die Menschen öfters draussen unterwegs sind.

In einem Kurs der Universität waren wir während vier Tagen im Wald campieren ohne fliessendes Wasser und Strom. Natürlich hatte es auch eine finnische Sauna. Der Kurs sollte uns darauf vorbereiten, später eine Aktivität in der Natur mit unseren Klientinnen und Klienten planen zu können. Ich konnte viel Erkenntnis in diesen Tagen gewinnen und weiss nun, dass man einiges berücksichtigen muss, um eine Gruppe führen zu können. Die Methode im Kurs erinnert mich an die Erlebnispädagogik. Gerne möchte ich mein Wissen dazu in Zukunft vertiefen.

Zusammenfassend konnte ich von meinem Aufenthalt sowohl für meine persönliche wie auch für meine professionelle Entwicklung enorm viel mitnehmen. Obwohl Finnland noch zu Europa gehört, konnte ich einen Einblick in eine andere Kultur, Lebensweise und Gesellschaft erhalten.