Bachelorstudentin Kira berichtet von ihrem Auslandsemester in Kopenhagen.

Schon vor Antritt meines Austausches bin ich sehr gerne Fahrrad gefahren und freute mich daher umso mehr auf Kopenhagen, die als eine der fahrradfreundlichsten Stadt weltweit bekannt ist. Sobald wir in unserem Studentenhaus angekommen sind, haben wir uns auch schon um die Miete eines Fahrrades gekümmert. Denn öffentliche Verkehrsmittel sind teuer in Kopenhagen und es stellte sich zudem heraus, dass der Weg zur Universität mit dem Fahrrad schneller machbar ist.

Das Netz von Fahrradwegen ist gigantisch in Kopenhagen und es wurde mit der Zeit ungewohnt für mich, wenn ich einen Streckenabschnitt mit den Autofahrerden teilen musste. Oft sind die Fahrradwege sogar breiter als die Autostrassen und es gibt Brücken die speziell für Fahrradfahrende gebaut wurden.

Fährt man einmal los, lernt man die Regeln schnell. In Kopenhagen zeigt man jeden Richtungswechsel pflichtbewusst an. Besonders neu war mich, dass man die Hand nach oben erhebt, wenn man stoppen will. Überholt wird wie auf einer Autobahn links und wenn man es gemütlich nehmen will fährt man rechts. Das ist besonders wichtig in den Rushhours, denn viele Kopenhagener/Innen gehen mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zur Universität. Daher war es auch nicht ungewöhnlich, sehr chic und formell gekleidete Menschen auf den Fahrradwegen zu begegnen.

Auch unsere Dozierenden begrüssten uns morgens beim Fahrradparkplatz vor der Universität. Es wirkt als wäre das Fahrrad ein fester Bestandteil der Kultur in Kopenhagen geworden. Die Fahrradfahrenden dominieren im Verkehr und keiner scheint sich zu schade zu sein, aufs Fahrrad zu steigen. Diese Fahrradkultur ist jedoch auch der Infrastruktur zu verdanken, die sich mit den Jahren entwickelt hat.

Besonders eindrucksvoll fand ich die Fussstützen an Ampeln die das Warten komfortabler machen. Aber auch die Pumpstationen, die an den Radwegen verteilten Mülleimer oder die sogenannten «Fahrradbetten», ein geschickter aber auch ästhetisch schönerer Fahrradstellplatz, machen das Fahrradfahren in Kopenhagen sehr attraktiv. Rückblickend kann ich sagen, dass die Erfahrungen auf dem Fahrrad meine inspirierendsten in Kopenhagen waren und ich hoffe, dass sich auch Zürich in den kommenden Jahren in diese Richtung weiterentwickeln wird.