Daniela Wirz, Mitarbeitende der ZHAW Soziale Arbeit, berichtet von der EAIE (European Association for International Education) Conference in Genf.

Vom 11. bis 14. September fand in Genf die 30. Jahreskonferenz der EAIE zum Leitthema «Facing outward» statt. Mit rund 5’700 Teilnehmenden, welche alle im Hochschulbereich tätig sind und aus 95 verschiedenen Ländern anreisten, war dies die grösste Konferenz ihrer Art in Europa.

Sei es in Workshops, Poster- oder Campfire-Sessions – die Möglichkeiten zum Austausch oder zur Weiterbildung rund um das Thema der Internationalisierung der Hochschulbildung schienen endlos. An der riesigen Ausstellung der unzähligen Hochschulen gab es neben Informationen und der Gelegenheit zu persönlichen Meetings mit alten und neuen Partnern diverse kulinarische und kulturelle Einblicke in die vertretenen Regionen und Länder. Die Wand aus Lindor-Kugeln wird wohl auch am Study in Switzerland-Stand von swissuniversities positiv auf die Besucherzahl eingewirkt haben…

Trotz der schönen und heissen Spätsommertage war das Palexpo-Gelände an allen Konferenztagen dicht bevölkert und es blieb zu hoffen, die Teilnehmenden aus dem Ausland fänden dazwischen einen Moment für die Erkundung der wunderschönen Genfer Innenstadt. An der Swiss Reception, zu welcher swissuniversities in den Palais des Nations lud, erhielten sie immerhin einen Eindruck der Schweizer Genauigkeit. Punkt sieben Uhr galt der Empfang als beendet. Die zwei Dutzend Gäste, welche vor der stickigen Hitze im Innern auf die einladende Terrasse geflüchtet sind, standen vor verschlossenen Schiebetüren, die sich durch nichts und niemanden mehr öffnen liessen. «Is this the swiss understanding of facing outward?», hörte man einige witzeln.

Die Stimmung während des anschliessenden, gemeinsamen Spaziergangs durch den Park Richtung Ausgang war heiter, es wurde ausgetauscht und gelacht. Verschlossene Türen schienen für einmal eine positive Wirkung erzielt zu haben.

Das Konferenzthema «Facing outward» war präsent und viel diskutiert. Manch eine oder einer der Teilnehmenden sah sich im Arbeitsalltag schon mit der wiederkehrenden Frage der Wichtigkeit und des Sinns der Internationalisierung der Hochschulbildung konfrontiert. Sally Kohn gab in ihrem Opening Plenary Keynote eine wundervolle Antwort darauf: «You’re building smart and empathetic global citizens».

Empathische Aussenorientierung setzt immer die Selbstreflexion und somit auch die Fokussierung gegen innen voraus. Dies gilt für die einzelne Person, aber auch für die Hochschule als Ganzes.