Corinne berichtet von ihrem Auslandsemester in Oulu, Finnland.

Für meinen Aufenthalt in Oulu, musste ich gut überlegen, was ich einpacke. Der Koffer füllte sich schnell mit meinen wärmsten Winterkleidern und für viel mehr blieb kaum Platz. Zum Glück war es bei meiner Ankunft nicht extrem kalt und ich kam ohne Erfrierungen bei meinem neuen Zuhause an.

Ich bin hier in einem grossen Studentenwohnheim inklusive eigenem Partyraum und Sauna untergebracht. In unserer Unterkunft hat es vor allem Austauschstudierende aus Europa. Bei meiner Ankunft traf ich bereits einige Mitbewohner, die mich einluden, mit ihnen Curry zu essen. In den ersten Tagen erstellten wir in unserem Gebäude einen Kochplan für das Abendessen. So kann jeder einmal eine Spezialität aus seinem Land zubereiten. Natürlich helfen wir uns auch gegenseitig, weil es doch anspruchsvoll ist für ungefähr zwanzig Leute zu kochen.

Momentan findet der Unterricht an der Uni noch online statt. Einen Unterschied kann ich in der Beziehung zwischen Studierenden und Dozierenden beobachten. In Finnland werden alle Dozierenden geduzt. Akademische Titel wie Lehrer oder Professor werden von den Finnen nicht benutzt. Ich fühlte mich als Studentin sofort wohl und auf der gleichen Augenhöhe mit den Dozierenden. Die Dozentinnen und Dozenten sind in Finnland offen und man kann sich immer bei ihnen melden, sobald man ein Problem hat.

Meiner Meinung nach wird hier der Grundsatz der Sozialen Arbeit, auf Augenhöhe kommunizieren, in der finnischen Bildung vorbildlich gelebt. Nicht umsonst ist das Bildungssystem in Finnland eines der besten auf der Welt.

Neben dem Studium gestaltet sich die Freizeit ebenfalls sehr unkompliziert. Während den dunklen und kalten Tagen gehen wir trotzdem oft nach draussen um aktiv zu bleiben. Zum Beispiel spielen wir Eishockey auf einem zugefrorenen Fussballfeld oder wir besuchen die Sauna und kühlen uns anschliessend in einem Eisloch ab.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an die Kälte, aber manchmal kann es trotzdem sehr kalt sein. An einem Tag mit minus zwanzig Grad wurde meine Nasenspitze ganz weiss, weil sie nicht mehr richtig durchblutet wurde. Spätestens dann wird es Zeit wieder an die Wärme zu gehen.

Ein Highlight in den ersten Wochen war ein Wochenende in Lappland. Beim Skifahren, auf der Husky Tour und beim Schneemobilfahren bewunderten wir die verschneite Landschaft. Leider konnten wir keine Polarlichter beobachten, weil der Himmel bewölkt war.