Bachelorstudent Matthieu aus Berlin berichtet von seinem Auslandpraktikum in der offenen Kinder- und Jugendhilfe in Zürich und von seinem Auslandssemester an der ZHAW.

Wie bereits der Titel dieses Blogs verrät, geht es um die Ankunft in der Schweiz, in Zürich und in meinem Praktikum. Wie das nun mal so ist, startet man ein solche Reise mit einem Rucksack voller Erwartungen, Befürchtungen und Stigmata.
Dass die Schweiz teuer ist und man Deutschen gegenüber nicht so wohlwollend eingestellt ist, sagte man mir bevor ich abreiste. Bekanntlich bestehen Vorurteile nur so lange, bis man die ernüchternde Realität selbst erlebt.

Ich wurde sehr warm von den Menschen in der Hochschule empfangen. Man kam auf mich zu, war am Austausch interessiert und von der unbestätigten Zahl von 36% Schweizer*innen, die Deutsche nicht mögen, war nichts zu spüren. Jedoch auch im Alltag ist von dieser Antipathie bis jetzt, in den drei Monaten in denen ich hier bin, nichts zu spüren.

In Erinnerung blieb mir eine idyllische Busfahrt nach Uitikon. Man kommt von Zürich aus sehr schnell ins Ländliche; zu sehen ist das an den Fotos des verschlafenen und schönen Städtchens Bremgarten.

Auf der Busfahrt nach Uitikon, grüßte man sich gegenseitig freundlich beim ein- und aussteigen. Das mag daran liegen, dass die Busse außerhalb von Zürich nicht so frequentiert sind, jedoch ist eine allgemeine, sehr positive Grundhaltung zu vernehmen.

Im Planungsprozess meines Auslandspraktikums plagte mich der Gedanke, ob es finanziell schwierig werden würde in der Schweiz. Als ich die schweizerischen Preise sah, fiel ich erst einmal vom Hocker, jedoch sind die Lebenshaltungskosten mit den Stipendien der Hochschulen und dem Praktikumslohn gut zu stemmen. Mit einem Praktikum im sozialen Bereich in Deutschland, in dem man praktisch nichts verdient, war diese Vergütung natürlich eine Wonne.

Das Schweizerdeutsch und ich hatten am Anfang große Startschwierigkeiten, die sich mit der Zeit immer weiter auflösen. Obwohl ich von Hause aus Luxemburgisch und Niederländisch sprechen kann, fiel es mir schwer, Schweizerdeutsch zu verstehen. Zum Ausdruck kam dies bei den Dialekten der Studierenden aus unterschiedlichen Kantonen und insbesondere dem Kanton Zürich. Der «Slang» der Jugendlichen im Jugendtreff in Oberwinterthur gab mir dann den Rest und es war ein Ding der Unmöglichkeit, dem Gespräch folgen zu können.

Dass ich «nebenbei» und freiwillig Module an der ZHAW besuche, nahmen Studierende der Hochschule belustigt auf. Hauptsächlich entschied ich mich zum Besuch der Module an der Hochschule, um neue Freundschaften zu knüpfen, die es mir ermöglichten, leichter Anschluss zu finden in Zürich.

Abschließend kann ich zu dieser Eingewöhnungsphase sagen, dass sich meine Befürchtungen und Stigmata nicht erfüllt haben und wenn dann nur zu einem geringen Teil. Ich bin gespannt, weitere Seiten von Zürich und der Schweiz kennenzulernen und mit meinem Bild der «Schweiz» abzugleichen.