Bachelorstudent Timo berichtet von seinem Auslandpraktikum in Bogota, Kolumbien.

Nach knapp zwei Monaten in Kolumbien, bin ich nun richtig angekommen. Plötzlich verstehe ich, von was die Leute neben mir im Bus sprechen. Die Kinder der Fundación 33 Sueños kennen mein Gesicht und ich bin in der Lage, ihnen auf ihre Fragen zu antworten. Man gewöhnt sich an alles…

Letzten Samstag fand eine Aktivität statt, in der den Kindern das Lesen nähergebracht werden sollte. Um 08:00 war Treffpunkt im Gemeinschaftsraum. Jedem Lehrer wurde eine Gruppe von Kindern zugeteilt. Es ging darum, den Kindern ein Buch teils vorzulesen und sie dann auch selbst lesen zu lassen.

Glücklicherweise wurden mir die zwei jüngsten Mädchen zugeteilt. Da wir alle drei Probleme im Lesen auf Spanisch hatten, verbrachten wir mehr Zeit die Bilder anzuschauen und zu beschreiben, als den Text zu lesen. Es ist ein Genuss, sich von der herzlichen und liebevollen Art der Kinder anstecken zu lassen.

Nachdem wir unsere hochstehende Lektüre «El dia de un gato» ausgiebig diskutiert hatten, war es wieder einmal Zeit für die üblichen Fragen der Kinder. «Wie ist es in der Schweiz?» «Prof. Timo, gibt es da Schnee?» «Warst du mal im Schnee?» «Spricht man überall auf der Welt Englisch?» «Erzählst du uns etwas auf Englisch?»

Die Kinder lernen in der Schule ein wenig Englisch. Jedoch nur die absoluten Basics. Da ihre Eltern sowie die anderen Mitarbeiter der Fundación kein Englisch sprechen, ist es für sie immer sehr speziell, wenn ich ihnen etwas auf Englisch erzähle, obwohl sie natürlich kein Wort verstehen. Danach probieren sie es nachzusprechen.

Ich sehe mich dann oft selbst, wie ich vor zwei Monaten meine ersten spanischen Wörter von mir gegeben habe…