Nicola Keller, Bachelorstudent, berichtet von seinem Austauschsemester in Berlin.

Die Alice Salomon Hochschule ist der ZHAW für Soziale Arbeit auf den ersten Blick ganz ähnlich. Eine Fachhochschule für Soziale Arbeit, verglichen mit anderen Hochschulen eher überschaubar und familiär.

Anders als die ZHAW ist die Alice Salomon Hochschule jedoch eine politische Hochschule, während die ZHAW den Anspruch hat, nicht politisch bzw. politisch neutral zu sein. Diese kleine Differenz drückt sich im Hochschulleben sehr stark und in beinahe jedem Bereich aus.

Ein Beispiel dafür sind die verschiedenen Kurse. Ob nun pädagogische Grundlagen, qualitative Forschungsmethoden oder andere. In allen Kursen werden regelmässig politische Diskussionen geführt. Dies ergibt sich sowohl aus der Motivation der Studierenden als auch aus den Themen der Dozierenden.

Als weiteres Beispiel für die politische Haltung der ASH dient mir der Hochschultag. Das Thema am Vormittag war der Umgang mit der AfD. Eingeladen wurde der Soziologe und AfD-Experte Andreas Kemper, der ein kritisches Referat über die AfD hielt. Später folgte eine angeregte Diskussion zwischen Studierenden, Dozierenden, Leitung und wissenschaftlichen Mitarbeitenden. Die Veranstaltung war so beliebt, dass viele aufgrund fehlender Plätze nicht teilnehmen konnten.

Spanisches Gedicht an einer beigen Hausmauer. Der Autor ist Eugen Gomringer.

Ein weiteres Thema, das seit dem Beginn des Semesters omnipräsent ist und ebenfalls am Hochschultag diskutiert wurde ist ein Gedicht an der Fassade der ASH, das von gewissen Studierenden als sexistisch wahrgenommen wurde. Im Diskurs mit der Hochschulleitung einigte man sich darauf, dass über eine Neugestaltung abgestimmt wird.

Der Diskurs über die Neugestaltung erlangte internationale Aufmerksamkeit in den Medien:
Artikel im Tagesanzeiger

All das wäre wohl an der ZHAW undenkbar und macht ein Auslandsemester in Berlin zu einer völlig neuen Erfahrung.