Bachelorstudentin Anna berichtet aus ihrem Praktikum bei der Fachstelle für Prävention von sexualisierter Gewalt an Mädchen* und Jungen* in Berlin.

Nach den Sommerferien haben wir im Team entschieden, das Homeoffice zu verlassen und wieder alle zusammen ins Büro zu gehen. «Endlich passiert wieder was», dachte ich mir. Ich kam gut im Homeoffice zurecht, aber xx Wochen reichen nun auch. Schon nach den ersten Bürotagen merkte ich, wie gut es tut, Fachbesprechungen vor Ort zu machen, sich austauschen zu können und sich als Team zu fühlen.

Es vergingen nur wenige Tage und unser Terminkalender war wieder voll mit Beratungen, Fortbildungen und Workshops rund um das Thema sexualisierte Gewalt an Mädchen* und Jungen*. Während der Einarbeitung der neuen Praktikantin stellte ich fest, dass sich mein Selbststudium während des Lockdowns bewährt hat. Ich habe mich intensiv mit Täter- und Täter*innenstrategien, kindlicher Sexualität und Präventionsbotschaften auseinandergesetzt. Ich fühle mich in vielen Themen sicher und kann mein gewonnenes Fachwissen wieder- und weitergeben.

Das Arbeiten mit Schutzmasken und dem entsprechenden Sicherheitsabstand ist schon seit einer Weile Alltag für uns. So führen wir zurzeit Elternabende mit Maske im Gesicht, Fortbildungen auf dem Schulhof bei 36 Grad und Rollenspiele mit Gesichtsschildern durch. Der persönliche Kontakt hat unserem Team bei der Arbeit sehr gefehlt – es ist schön, wieder mit den pädagogischen Fachkräften und den Kindern zusammen zu arbeiten.

Nun steht mein letzter Montag bei Strohhalm e.V. vor mir. Es scheint mir, als würde mein Praktikum so enden, wie es im Februar begonnen hat: mit viel Elan, einem vollen Terminkalender, neuer Inspiration und Freude an der Arbeit. Dank diesem Praktikum habe ich ein völlig neues Thema der Sozialen Arbeit für mich entdeckt. Ich werde mit neuen Impulsen und Eindrücken und auch einem weinenden Auge zurück in die Schweiz reisen. Die Berliner*innen und Berliner*, die Alice Salomon Hochschule, das Strohhalm-Team und meine neuen Bekanntschaften und Freundschaften werden mich auf meinem weiteren Weg inspirieren und begleiten.