Bachelorstudent Manuel berichtet von seinem Auslandsemester in Marseille.

Mit „Qui veut du café?“ wurden wir bereits mehrmals beim morgendlichen Betreten des Schulzimmers von der Studiengangsleiterin empfangen. Diese Geste steht sinnbildlich für das gelebte Miteinander, welches ich während meines Auslandaufenthalts in Marseille wahrnehme.

Zwischen den Dozierenden und den Studierenden wird hier ein reger Austausch gepflegt. Auch in den Pausen gibt es immer kürzere oder längere Gespräche unter allen Schulangehörigen. Mittags locken der nahe gelegene Strand oder ein hübscher Park zum gemeinsamen Essen. Dabei kommt es schon mal vor, dass uns der Kursverantwortliche zu einer Runde Pétanque herausfordert. Das Boule-Spiel ist in Südfrankreich der Nationalsport schlechthin und liegt mir überraschend gut.

Die Studis pflegen untereinander einen solidarischen Umgang, informieren sich gegenseitig über frei werdende Praktikumstellen, Abgabetermine und Prüfungsdetails. Als während einer vorübergehenden Verschärfung der sanitären pandemie-bedingten Hygiene-Massnahmen der Unterricht für drei Wochen ins Online-Learning verschoben wurde, organisierten wir uns jeweils in kleinen Gruppen bei Einzelnen Zuhause, um die Kurse über Zoom gemeinsam zu verfolgen und nicht ganz isoliert zu sein. Als einziger Erasmusstudent in diesem Semester geniesse ich das Privileg, von meinen Mitstudierenden oftmals abends oder am Wochenende noch auf ein Glas Wein oder einen Pastis (Marseiller Kultgetränk mit Anisgeschmack) eingeladen zu werden. Dieses gemeinschaftliche „sich umeinander sorgen“, welches ich hier in Marseille intensiv erlebe, schätze ich enorm und nehme ich als bereichernde Erinnerung mit.