Monika berichtet aus ihrem Auslandsemester in Kopenhagen:

«Die glücklichsten Menschen der Welt leben in Dänemark» hiess es im März 2016 in den Schlagzeilen vieler Zeitungen & Magazine («World Happiness Report» des Earth Institute der Columbia-Universität New York).

bikebeach

Das dänische Glück ist gemäss Forschung u.a. Resultat von folgenden Faktoren:

  • Grosses Vertrauen in die Ehrlichkeit Anderer, hohe Solidarität
  • Kaum Neid oder Habgier (Versuch von US-Forschern, die in Großstädten weltweit Geldbörsen mit Bargeld platziert hatten: nur in Kopenhagen wurden alle gefundenen Geldbörsen zurückgegeben).
  • «Flexicurity» (dänische Variante der skandinavischen Arbeitsmarktpolitik) & soziales Sicherheitsgefühl: Die Hürden für Einstellung und Kündigung sind extrem niedrig, dafür gibt es hohe (durch hohe Steuern finanzierte) Arbeitslosengelder und eine gut ausgebaute Arbeitsvermittlung. Resultat: ein sehr dynamischer Arbeitsmarkt. Mehr als ein Viertel der dänischen Arbeitnehmer wird jedes Jahr arbeitslos – aber nur für kurze Zeit.
  • Nähe zum Meer
  • Familie und Freizeit sind wichtig
  • Gegenseitiger Umgang: Dänen sind unkompliziert. Flache Hierarchien sind fast überall vorhanden, einzig die Königin wird in Dänemark nicht geduzt.

Zum Schluss ein paar eigene glückliche Beobachtungen aus meinem Kopenhagener Alltag:

  • Auch in der grössten Kälte oder bei Regen: guckt die Sonne auch nur ein kleines bisschen durch die Wolken, schlürfen die Dänen ihren Kaffee draussen, wenn‘s sein muss auch unter dem Heizpilz.
  • Die Wichtigkeit von «hygge»: Dänen wissen, wie sie es sich und anderen gemütlich und lauschig machen. Vor jedem Cafe-Eingang brennt eine Laterne, auf den Tischen flackern Kerzen, die Bänke sind mit kuscheligen Kissen und Fellen versehen und nicht in wenigen Lokalen knistert gar ein richtiges Feuer!

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  • In den warmen Sommermonaten kann in ganz Kopenhagen gebadet werden und zwar inmitten der Stadt. Sei es im Kanal, in Norrebro’s Seen oder in der Ostsee mit Blick auf Schweden. Im Winter lädt der Dünenpark zu langen Spaziergängen an der wunderbar frischen Luft ein.
  • A propos frische Luft: In Kopenhagen haben die AutofahrerInnen deutlich das Nachsehen: sei es beim Abbiegen, bei der Vorfahrt oder wenn morgens die Strassen schneebedeckt sind. Dann nämlich befreit das städtische Strassenamt zuerst einmal alle Velofahrwege vom Schnee – die Autos müssen sich gedulden.
  • Kopenhagens Fahrradstrategie (2011-2025) beinhaltet u.a. folgende Ziele:
    •    dreispurige Fahrradstreifen, damit zwei FahrradfahrerInnen während der Fahrt miteinander kommunizieren können 🙂 und die Fahrtgeschwindigkeit durch mehr Platz erhöht werden kann.
    •    Zu Stosszeiten werden «grüne Wellen» für die VelobenutzerInnen eingebaut sowie Fahrrad/Fussgänger-Brücken errichtet, um so die Fahrzeit deutlich zu verringern (Ziel mind. 15%).

Das war’s von meinem dreimonatigen Kopenhagener Abenteuer! Das Uniprojekt ist geschrieben, das Examen absolviert, die Koffer gepackt. Noch ein letztes Smörrebröd und ein Tuborg und dann: Hejhej, ich komme bestimmt wieder!