Franziska berichtet aus ihrem Auslandsemester in Rumänien:

Nun bin ich schon drei Monate hier in Ghimbav, Rumänien. Die Zeit vergeht wie im Flug. Bisher habe ich hauptsächlich von meinen Tätigkeiten während der Arbeit erzählt. Dieses Mal widme ich meine Erzählungen der Freizeitgestaltung.

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Ghimbav ist ein sehr verschlafenes Dorf, welches kaum Freizeitmöglichkeiten bietet. Die ersten zwei Monate ging ich regelmässig joggen. Eines Tages bin ich zu weit in die Felder hinaus gejoggt und ich wurde plötzlich von lautem und aggressiven Bellen von 5 riesigen Hunden aus meiner Joggingtrance gerissen. Ich sah, dass sich in der Nähe eine Schafherde befand und die Hunde sind dazu getrimmt, diese Herde zu beschützen. Sie rannten direkt auf mich zu. Panik ergriff mich und ich sah keine andere Wahl, als zu rennen. Ich rannte. Ich rannte um mein Leben und diese Hunde jagten hinter mir her. Ausser Atem und mit brennender Lunge gelang ich zum Rande der ersten Siedlung von Ghimbav. Ich hielt an, konnte kaum noch gerade stehen. Das Bellen der Hunde war nur noch ein leises Geräusch im Winde. Seit diesem Tag ging ich nie mehr joggen, also brauchte ich ein anderes Hobby.

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Ich entdeckte einen kleinen Skaterpark neben der Turnhalle, wo ich jeweils die Kinder zum Handball bringe. Ich versuchte somit zu skaten. Der Park war jedoch in schlechtem Zustand. Ich fuhr über einen Spalt in der Halfpipe und stürzte. Allgemein war der Park ein wenig idiotisch gebaut. Er war cirka 20m im Umkreis geteert und danach kam schon die Wiese. Also liess ich auch dieses Hobby ruhen.

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Ich habe ein ganzes Unihockeyset aus der Schweiz mitgebracht (das ist in der Schweiz meine Leidenschaft). Mit dieser Sportart kann ich den Kindern wichtige Werte vermitteln wie Teamfähigkeit oder sie können lernen, einen gesunden Ehrgeiz zu entwickeln. Gleichzeitig bewegen sie sich und es ist für ihre Grobmotorik sehr gut. Ich spielte also mit den Kindern Unihockey und es gefiel ihnen und mir sehr. Leider haben die zwei Jüngsten nicht ganz verstanden, was Unihockey ist und wofür man den Schläger braucht. Sie begannen Ritter zu spielen und fochten miteinander. Das Resultat war ein blaues Auge und eine riesen Beule im Schienbein. Also weinten am Ende 3 von 6 Kindern und hatten irgendeine Verletzung. Zudem landeten durch die «Übermotivation» einige Bälle im Nachbarsgarten, zu welchem wir keinen Zutritt haben. Ich beschloss also, dieses Hobby nur noch mit den grösseren Kindern auszuüben und nicht zu regelmässig, damit die Bälle reichen bis ich zurückreise 🙂 .

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Ein weiteres Freizeiterlebnis war eine Wanderung mit unserem Zivi. Das Gebirge der nahe gelegenen Kapaten ist wunderschön. Doch leider sind die Wanderwege nicht so genau gekennzeichnet und wir fanden plötzlich den Weg nicht mehr. Da es hier Bären hat und mir der Schrecken der aggressiven Wachhunde immer noch in den Knochen sass, wurde mir ein wenig mulmig. Zum Glück waren der Zivi und ich ein gutes Team und wir fanden zusammen wieder zurück.

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Es wird nun immer kälter (es ist hier wirklich so richtig richtig kalt) und die Tage werden immer kürzer und dunkler. Ich muss mir jetzt wohl doch ein Indoorhobby suchen, welches mich oder andere nicht verletzt oder in Lebensgefahr bringt 🙂 .