Leonie, Bachelorstudentin der ASH Berlin und Angela, Bachelorstudentin der ZHAW Soziale Arbeit berichten vom International Course in Fribourg.

Nach einem leckeren äthiopischen Mittagessen hatten wir die Möglichkeit in kleineren Gruppen an unterschiedlichen Workshops teilzunehmen. Unsere Wahl fiel auf den Workshop «Citizenship & Precarious Status». Durch unsere Praxiserfahrungen waren wir zuvor schon beide mit der Thematik konfrontiert und hatten grosses Interesse an dem Thema. Wie sich die konkrete Situation von abgewiesenen oder undokumentierten Personen gestaltet, wurde in unseren bisherigen Studienhalten noch nicht behandelt.

Eröffnet wurde der Workshop von dem Soziologen Claudio Bolzmann mit einem theoretischen Input. Dieser bezog sich auf die verschiedenen Formen von Prekarität und verwies darauf, dass es sich bei Migrantinnen und Migranten vor allem um die rechtliche Prekarität handelt. Danach folgten Berichte von Betroffenen, die einmalige Einblicke in die Lebenswelt von Personen mit prekärem Aufenthaltsstatus ermöglichten.

So haben wir viel über die aktuelle Sans-Papiers-Bewegung in Fribourg und die Lebensrealität von abgewiesenen Asylsuchenden erfahren. Unfassbar scheint die Tatsache, dass abgewiesene Asylsuchende nur von Nothilfe, sprich von zehn Franken täglich leben müssen und dadurch ihre Privatsphäre, Entwicklung (z. Bsp. Arbeit, Ausbildungen, Sprachkurse) und Mobilität stark eingeschränkt sind.

In Gruppen bearbeiteten wir ein Fallbeispiel und diskutierten anschliessend über die Handlungsmöglichkeiten von Sozialarbeitenden.

Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine breite Wissensgrundlage von Professionellen ist, um sich öffentlich an die Seite von Betroffenen zu stellen und ihre Rechte geltend zu machen. Die entstandene Diskussion hat uns somit stark motiviert, auch politische Schritte zu wagen und durch diese die institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu hinterfragen.