Dominique Spörri  berichtet über ihr Auslandpraktikum in Brasilien.

Der Titel dieses Beitrags (Mobilisation, Widerstand und Kampf!) war der Slogan eines einwöchigen Events des Departements Soziale Arbeit der Universität Unicentro in Guarapuava. Dieser Event fand statt, um den nationalen Tag der Sozialen Arbeit (15. Mai) hier in Brasilien zu feiern.

Guarapuava ist eine für brasilianische Verhältnisse kleine Stadt im Landesinneren des Bundesstaates Paraná. Ich habe diese Universität zusammen mit meiner Supervisorin Marlene D’Aroz besucht. Ich wurde zu diesem Event eingeladen um einerseits für die Bachelor-/ Masterstudierenden und Dozierenden der Sozialen Arbeit des Unicentros einen Vortrag zu halten und um über die Soziale Arbeit in der Schweiz zu berichten. Andererseits ging es bei diesem Besuch auch darum, etwas brasilianische Uni-Luft zu schnuppern und einen Einblick zu erhalten, wie der Alltag der Sozi-Studierenden hier in Brasilien aussieht.

Ausserdem waren auch Supervisionssitzungen mit den Studierenden geplant. Institutionsbesuche waren zwar ursprünglich nicht geplant, jedoch haben sich welche ergeben, da ich sehr viele Bekanntschaften geknüpft habe mit Studierenden und Professoren. Sie haben für mich spontan eine Tour durch die Stadt organisiert: Wir besuchten die Klinik Guairaca und das Observatório Social do Brasil in Guarapuava, eine Nichtregierungsorganisation, welche die Ausgaben der öffentlichen Hand überprüft.

Ich besuchte auch die CREAS (Centro de referência especializado de assistência social), ein vom Staat geführtes Sozialzentrum mit einem Interdisziplinärem Team, welches die Rechte der Bürger und BürgerInnen schützt und verteidigt.

Zudem besuchten wir das Patronato Municipal von Guarapuava, eine staatliche Institution zur Reintegration und Resozialisation von Straftätern.

Die Austauschstudierende Dominique Spoerri steht mit Studierenden und Dozierenden einer brasilianischen Uni auf einer Terrasse dem Campus.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Besuch in Guarapuava meine Erwartungen übertroffen hat. Ich wurde sehr herzlich empfangen und die nette, offene und unkomplizierte Art der Studierenden, Dozierenden und Sozialarbeitenden liess mich nur staunen. Ich bekam unzählige Einladungen zum Mittagessen, Churrasco und Açaí-Essen.

Hätte ich meine Jungs aus der Chácara nicht so vermisst, wäre ich jetzt wahrscheinlich immer noch dort. Ich dachte für mich, dass es viele Schweizer und Schweizerinnen gibt, die sich von der brasilianischen Gelassenheit, Unkompliziertheit und Offenheit gegenüber Fremden ein grosses Stück abschneiden könnten.

Im Juni findet in Florianópolis ein dreitägiges Treffen von Studierenden der Sozialen Arbeit in einer Universität statt. Ich wurde ebenfalls eingeladen, um teilzunehmen. Ich freue mich jetzt schon darauf 🙂 .