{"id":4529,"date":"2013-05-30T11:01:57","date_gmt":"2013-05-30T09:01:57","guid":{"rendered":"http:\/\/ianus.zhaw.ch\/marketingmanagement\/?p=4529"},"modified":"2013-05-30T11:01:57","modified_gmt":"2013-05-30T09:01:57","slug":"hilfsaktion-fur-syrische-fluchtlinge-ein-reisebericht-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/hilfsaktion-fur-syrische-fluchtlinge-ein-reisebericht-teil-2\/","title":{"rendered":"Hilfsaktion f\u00fcr syrische Fl\u00fcchtlinge \u2013 Ein Reisebericht, Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Im Rahmen einer privaten Hilfsaktion f\u00fcr <\/em><em>Syrien sammelten im Dezember 2012 und Januar 2013 Mitarbeiter der <\/em><a title=\"International Business\" href=\"http:\/\/www.sml.zhaw.ch\/de\/management\/dib\/die-abteilung.html\" target=\"_blank\"><em>Abteilung International Business<\/em><\/a><em> \u00fcber CHF 32&#8217;000 und kauften damit Wolldecken, Mehl und Bluttransfusionskits. Die SML-Dozenten<\/em> <a title=\"Khaldoun Dia-Eddine\" href=\"http:\/\/www.zhaw.ch\/fileadmin\/php_includes\/popup\/person-detail.php?kurzz=diak\" target=\"_blank\"><em>Khaldoun Dia-Eddine<\/em><\/a><em> und Prof. Dr. <\/em><a title=\"Mathias Sch\u00fcz\" href=\"http:\/\/www.zhaw.ch\/fileadmin\/php_includes\/popup\/person-detail.php?kurzz=sumi\" target=\"_blank\"><em>Mathias Sch\u00fcz<\/em><\/a><em> sowie Assistent <\/em><a title=\"Raphael Granito\" href=\"http:\/\/www.zhaw.ch\/fileadmin\/php_includes\/popup\/person-detail.php?kurzz=grai\" target=\"_blank\"><em>Rapha\u00ebl Granito<\/em><\/a><em> lieferten die Hilfsg\u00fcter pers\u00f6nlich nach Syrien.<\/em>\u00a0<em>Der zweite Teil beschreibt die Verteilung der Hilfsg\u00fcter, wie die Einwohner leben und erz\u00e4hlt vom Besuch in einem Fl\u00fcchtlingslager. Der folgende Bericht wurde von <\/em><a title=\"Raphael Granito\" href=\"http:\/\/www.zhaw.ch\/fileadmin\/php_includes\/popup\/person-detail.php?kurzz=grai\" target=\"_blank\"><em>Rapha\u00ebl Granito<\/em><\/a><em> verfasst.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Verteilung der Hilfsg\u00fcter<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Besuch der Krankenh\u00e4user machten wir uns auf den Weg in die Stadt A\u2019zaz. Schon am Stadteingang sahen wir erste Spuren der Zerst\u00f6rung: Eine Tankstelle mit klaffenden L\u00f6chern, von Panzergeschossen durchsiebt. Im Innern der Stadt boten sich Bilder purer Zerst\u00f6rung. Eine riesige Moschee, bei der ein Grossteil der W\u00e4nde fehlten, ausgebrannte Panzer und ganze Viertel, die dem Erdboden gleich gemacht worden waren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4534\" aria-describedby=\"caption-attachment-4534\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/files\/2013\/05\/Zerstoerung2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4534\" title=\"Zerstoerung\" src=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/files\/2013\/05\/Zerstoerung2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"400\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4534\" class=\"wp-caption-text\">Ganze Wohnviertel von A\u2019zaz zerst\u00f6rt<\/figcaption><\/figure>\n<p>Einige M\u00e4nner sitzen in der Garage eines Hauses, bei dem die oberen Stockwerke v\u00f6llig zerst\u00f6rt sind und w\u00e4rmen sich an einem Feuer auf. 70\u2018000 Menschen wohnten hier vor den Ausschreitungen, heute sind ein paar Tausend davon \u00fcbrig geblieben. Es bleiben diejenigen, die keinen Platz mehr in den Fl\u00fcchtlingslagern haben oder aus anderen Gr\u00fcnden nicht weg wollen oder k\u00f6nnen. Strom gibt es seit 3 Monaten keinen mehr, Wasser nur in den alten Brunnen der Stadt. Treibstoff ist eine Mangelware und Heiz\u00f6l ebenso. Letzteres wurde fr\u00fcher vom Staat subventioniert, der die Lieferungen aber bereits vor Monaten eingestellt hat. Als wir an einer Kreuzung vorbeikommen, sehen wir eine Gruppe M\u00e4nner einen kleinen Baum f\u00e4llen, um etwas Holz f\u00fcr ihren Ofen zu haben. Auch Mehl wurde urspr\u00fcnglich von der Regierung subventioniert und ist deshalb nun eine der gr\u00f6ssten Mangelwaren. Die Bev\u00f6lkerung hat hier wirklich nicht viel zum \u00dcberleben. Die Leute in den Fl\u00fcchtlingslagern an der t\u00fcrkischen Grenze hingegen erhalten drei warme Mahlzeiten pro Tag.<\/p>\n<p>Nachdem wir uns mit unseren Begleitern besprochen hatten, entschieden wir uns, die Hilfsg\u00fcter in und um A\u2019zaz zu verteilen, und zwar an besonders hilfsbed\u00fcrftige kinderreiche Familien, bei denen auch Fl\u00fcchtlinge untergekommen sind.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Am Nachmittag konnten wir dann schliesslich mit dem Verteilen beginnen. Zuerst fuhren wir in ein Wohnviertel, wo bereits eine gr\u00f6ssere Menschenmenge auf uns wartete.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4537\" aria-describedby=\"caption-attachment-4537\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/files\/2013\/05\/Verteilen_Hilfsg\u00fcter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4537\" title=\"Verteilen_Hilfsg\u00fcter\" src=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/files\/2013\/05\/Verteilen_Hilfsg\u00fcter.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"400\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4537\" class=\"wp-caption-text\">Verteilen der Hilfsg\u00fcter<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unsere Begleiter hatten eine Liste mit besonders bed\u00fcrftigen Empf\u00e4ngern vorbereitet. Diese sollten nun unsere Hilfsg\u00fcter vornehmlich erhalten. Sie wurden aufgerufen oder in deren Wohnungen besucht. Wir halfen ihnen die 50 Kilo S\u00e4cke in ihre H\u00e4user oder auf ihre Schubkarren zu schleppen. Jede Familie erhielt einen Sack und eine Wolldecke. Die Kinder h\u00fcpften unbek\u00fcmmert um uns herum und freuten sich \u00fcber die Geschenke. Wir fuhren bis sp\u00e4t am Abend in A\u2019zaz herum, um die G\u00fcter von Haus zu Haus zu verteilen. Die H\u00e4lfte der G\u00fcter ging in ein Lager am Rande der Stadt, wo uns die Weiterverteilung an die Bed\u00fcrftigen versprochen wurde. Man versicherte uns, dass eine Verteilung an Privilegierte wie in alten Zeiten gar nicht mehr m\u00f6glich sei. Die jetzige Gesellschaft sei so sensibilisiert, dass eine Ungerechtigkeit sofort angeprangert w\u00fcrde und mit Gegenreaktionen zu rechnen sei. Wir hatten auch Gelegenheit, den Kommandanten der regionalen Verwaltung zu treffen und dar\u00fcber zu sprechen. Er best\u00e4tigte uns, dass\u00a0 gespendetes Mehl normalerweise direkt zu den wenigen noch funktionierenden Brotfabriken gebracht w\u00fcrde, von denen auch die mittellosen Familien versorgt w\u00fcrden. Er akzeptierte aber unsere direkte Verteilung an die Bed\u00fcrftigen, solange damit kein Streit unter den Empf\u00e4ngern entst\u00fcnde.<\/p>\n<p><strong>Auf Besuch bei den Einwohnern<\/strong><\/p>\n<p>Als der Lastwagen leer war, besuchten wir einen Freund (Ahmed) unserer Begleiter, der von einem Scharfsch\u00fctzen verletzt worden war. Ahmeds Vater war so gl\u00fccklich \u00fcber unseren Besuch, dass er darauf bestand, uns ein Abendessen zu servieren. Eine Ablehnung der Einladung unsererseits h\u00e4tte ihn nicht nur beleidigt, sondern dar\u00fcber hinaus zu einem dreit\u00e4gigen Fasten gen\u00f6tigt. Denn er hatte sich vorgenommen, uns mit Essen zu versorgen. Ein leckeres Essen wurde uns auf einer Wachsdecke am Boden serviert. Ahmed und sein Vater bedankten sich anschliessend nochmals bei allen, die an der Aktion beteiligt waren, und lobten sie in den h\u00f6chsten T\u00f6nen.<\/p>\n<p>Nachdem wir Ahmeds Haus verlassen hatten, brach ein \u201eStreit\u201c dar\u00fcber aus, wer von den Helfern uns eine Unterkunft f\u00fcr die Nacht anbieten durfte. Wir einigten uns darauf, bei Khalid zu schlafen, einem Bauern, der etwas ausserhalb von A\u2019zaz seinen Hof hat. Wie so viele Syrier ist Khalid vom Bauern zum Freiheitsk\u00e4mpfer geworden.<\/p>\n<p>Einer der Gr\u00fcnde, weshalb wir unsere G\u00fcter nicht an diese Lager gegeben haben, best\u00e4tigte sich als wir dort eintrafen: Hunderte Kinder umzingelten uns und wollten \u201eHallo\u201c sagen. Es sind einfach zu viele Leute dort und unser Beitrag war, im Vergleich zu dem, was t\u00fcrkische Hilfswerke leisten, einfach zu klein, um ihn gerecht verteilen zu k\u00f6nnen, was zu Streitigkeiten zwischen den Fl\u00fcchtlingen h\u00e4tte f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bevor wir das Lager nach einem Rundgang und Gespr\u00e4chen mit den Fl\u00fcchtlingen und mit einer angesichts dieses Elends ziemlich gedr\u00fcckten Stimmung verliessen, kam eine Gruppe von Kindern zu uns und wollte Fotos mit uns machen. Sie hoben ihre H\u00e4nde alle zum \u201eVictory\u201c-Zeichen und strahlten \u00fcber ihr ganzes Gesicht. Wir k\u00f6nnen nur hoffen, dass die junge Generation diese schwere Zeit irgendwie hinter sich bringen kann, um ein besseres, friedliches Land aufzubauen.<\/p>\n<p>Zwei Tage und etwa 200 Kilometer nach unserer Einreise in Syrien, verliessen wir das Land wieder, nachdem wir 45 Tonnen Weizenmehl, 1\u2018300 Doppelwolldecken und 1\u2018500 Bluttransfusionskits abgeliefert haben. Diese humanit\u00e4re Aktion, zu der die Idee beim Mittagessen in unserer Kantine entstanden ist und bei der wir mit der Hilfe von etwa 75 Spendern gesamthaft CHF 32\u2018228 gesammelt haben, kann somit als voller Erfolg bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Bei den vielen Tonnen an Hilfsg\u00fctern, die wir verteilen konnten, f\u00fchlte ich jedoch, dass das Interesse, das Menschen aus einem wohlhabenden Land wie der Schweiz oder Deutschland f\u00fcr das harte Schicksal der syrischen Bev\u00f6lkerung durch ihre Spende oder ihren Einsatz entgegenbringen, eine noch gr\u00f6ssere Rolle spielt als die materielle Spende. Das Mitgef\u00fchl und die Absicht, helfen zu wollen, haben die Menschen, die wir getroffen haben, mit W\u00e4rme erf\u00fcllt und wir konnten ihre Dankbarkeit, auch ohne arabisch zu verstehen, deutlich sp\u00fcren. Als Projektteam f\u00fcr diese Aktion und im Namen der syrischen Bev\u00f6lkerung bedanken wir uns herzlichst bei allen, die mitgeholfen haben und ohne die diese Aktion nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Wir hoffen nun noch mehr Hilfe leisten zu k\u00f6nnen und haben vor, weitere Aktionen zu organisieren. Wir teilen mit der syrischen Bev\u00f6lkerung die Hoffnung auf Frieden, Freiheit und ein baldiges Ende dieses Konfliktes in ihrem wundersch\u00f6nen Land.<\/p>\n<p>Im G\u00e4steraum seines Hofes sassen wir um den Ofen und h\u00f6rten gespannt den Geschichten der ungef\u00e4hr zehn Personen zu, die mit uns Tee tranken. Jeder hatte Menschen verloren, die ihm nahe standen, und ist deshalb durch diesen Konflikt direkt betroffen. Sie erz\u00e4hlten uns, was passiert ist, wer wo ist, wer verletzt wurde, welche Gr\u00e4ueltaten sie erleben mussten, Geschichte um Geschichte. Ein typischer arabischer Zeitvertreib, jedoch mit schrecklichem Inhalt. Mathias philosophierte gerade mit einem der Rebellen, der ihn \u00fcber viele Namen <em>\u2013 von Plato \u00fcber Aristoteles bis hin zu Karl Marx \u2013 <\/em>ausfragte, als das Haus pl\u00f6tzlich von einer ohrenbet\u00e4ubenden Explosion ersch\u00fcttert wurde. Die Fenster sprangen auf und alle blickten umher. Keiner der Anwesenden Dorfbewohnern stand jedoch auf. F\u00fcr sie waren solche Explosionen zum Alltag geworden. Einige der Leute im Raum nahmen ihre Handys hervor und versuchten herauszufinden, wo die Bombe eingeschlagen war. Es stellte sich heraus, dass A\u2019zaz getroffen wurde, wo wir noch kurz zuvor zu Abend gegessen hatten. Es folgten weitere Explosionen \u2013 \u00a0mal n\u00e4her, mal weiter weg von uns. Als der Spuk nach 15 Minuten zu Ende war, schaute uns Khalid traurig an und sagte: \u201eIch will doch nur, dass es endlich aufh\u00f6rt. Ich bin kein Soldat, kein K\u00e4mpfer. Ich bin ein Hirte und will doch bloss zu meinen Schafen zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p>Bevor wir uns schlafen legten, wendete sich unser Kontaktmann Abu Abdu mit ein paar dankenden Worte direkt an uns und an alle anderen, die an dieser Aktion beteiligt sind: \u201eAlle Menschen geh\u00f6ren zur selben Familie und es ist wichtig, dass man den Dialog aufnimmt, zu einem gemeinsamen Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander findet und Solidarit\u00e4t unter Beweis stellt. Eure Aktion beweist dies einmal mehr: Wir sind alle Br\u00fcder und Schwestern und m\u00fcssen uns gegenseitig helfen. Ich hoffe, dass Ihr uns in unserem sch\u00f6nen und hoffentlich bald befreiten Land wieder besucht. Es ist sch\u00f6n, dass die Aktion auch von Menschen mitgetragen wurde, die keinen direkten Bezug zu Syrien haben. Es gibt in jeder Kultur und in jeder Religion gute wie b\u00f6se Menschen. Letztlich sind wir alle eins\u201c sagte er. Wir erwiderten seinen Dank, denn ohne ihn h\u00e4tten wir die ganze Aktion gar nicht realisieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Nacht bei Khalid war ruhig, bis um sechs Uhr morgens das Artilleriefeuer wieder er\u00f6ffnet wurde und etwa 40 Minuten andauerte. Khalid servierte uns ein Fr\u00fchst\u00fcck, das aus hausgemachten Nahrungsmitteln von seinem Hof bestand, und uns die n\u00f6tige Energie f\u00fcr den Tag spendete.<\/p>\n<p>Anschliessend fuhren wir zum Warenlager, wo der Rest unserer G\u00fcter untergebracht war, und nun im Verlauf der Woche verteilt werden sollte. Im Lager befanden sich auch Teigwaren, Kleider und Schuhe von anderen Hilfsprojekten.<\/p>\n<p>Unsere Reise ging zur\u00fcck in die Stadt von A\u2019zaz, wo wir uns die einzig \u00fcbrig gebliebene B\u00e4ckerei anschauten. Auch diese wurde schon mehrfach gezielt angegriffen und war voller L\u00f6cher von Panzer- und Luftangriffen. Gl\u00fccklicherweise hat der Ofen jedoch \u201e\u00fcberlebt\u201c und b\u00e4ckt nun Brot f\u00fcr insgesamt 40\u2018000 Leute aus der Region.<\/p>\n<p><strong>Besuch im Fl\u00fcchtlingslager<\/strong><\/p>\n<p>Bevor wir uns auf den Weg zur\u00fcck in die T\u00fcrkei machten, besuchten wir an der Grenze eines der Fl\u00fcchtlingslager, die von der t\u00fcrkischen Regierung aufgebaut und finanziert werden. Obwohl sie drei warme Mahlzeiten pro Tag erhalten, waren die Fl\u00fcchtlinge dort nur sehr notd\u00fcrftig versorgt. Sanit\u00e4re Anlagen waren so gut wie keine vorhanden. Das Abwasser fliesst direkt ins offene Feld nebenan. Manche der Fl\u00fcchtlinge, 70% davon Frauen und Kinder, sind schon seit mehr als f\u00fcnf Monaten dort untergebracht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4538\" aria-describedby=\"caption-attachment-4538\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/files\/2013\/05\/Fl\u00fcchlingslager.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4538\" title=\"Fl\u00fcchlingslager\" src=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/files\/2013\/05\/Fl\u00fcchlingslager.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"400\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4538\" class=\"wp-caption-text\">Bedingungen in den Fl\u00fcchtlingslagern<\/figcaption><\/figure>\n<p>Einer der Gr\u00fcnde, weshalb wir unsere G\u00fcter nicht an diese Lager gegeben haben, best\u00e4tigte sich als wir dort eintrafen: Hunderte Kinder umzingelten uns und wollten \u201eHallo\u201c sagen. Es sind einfach zu viele Leute dort und unser Beitrag war, im Vergleich zu dem, was t\u00fcrkische Hilfswerke leisten, einfach zu klein, um ihn gerecht verteilen zu k\u00f6nnen, was zu Streitigkeiten zwischen den Fl\u00fcchtlingen h\u00e4tte f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bevor wir das Lager nach einem Rundgang und Gespr\u00e4chen mit den Fl\u00fcchtlingen und mit einer angesichts dieses Elends ziemlich gedr\u00fcckten Stimmung verliessen, kam eine Gruppe von Kindern zu uns und wollte Fotos mit uns machen. Sie hoben ihre H\u00e4nde alle zum \u201eVictory\u201c-Zeichen und strahlten \u00fcber ihr ganzes Gesicht. Wir k\u00f6nnen nur hoffen, dass die junge Generation diese schwere Zeit irgendwie hinter sich bringen kann, um ein besseres, friedliches Land aufzubauen.<\/p>\n<p>Zwei Tage und etwa 200 Kilometer nach unserer Einreise in Syrien, verliessen wir das Land wieder, nachdem wir 45 Tonnen Weizenmehl, 1\u2018300 Doppelwolldecken und 1\u2018500 Bluttransfusionskits abgeliefert haben. Diese humanit\u00e4re Aktion, zu der die Idee beim Mittagessen in unserer Kantine entstanden ist und bei der wir mit der Hilfe von etwa 75 Spendern gesamthaft CHF 32\u2018228 gesammelt haben, kann somit als voller Erfolg bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Bei den vielen Tonnen an Hilfsg\u00fctern, die wir verteilen konnten, f\u00fchlte ich jedoch, dass das Interesse, das Menschen aus einem wohlhabenden Land wie der Schweiz oder Deutschland f\u00fcr das harte Schicksal der syrischen Bev\u00f6lkerung durch ihre Spende oder ihren Einsatz entgegenbringen, eine noch gr\u00f6ssere Rolle spielt als die materielle Spende. Das Mitgef\u00fchl und die Absicht, helfen zu wollen, haben die Menschen, die wir getroffen haben, mit W\u00e4rme erf\u00fcllt und wir konnten ihre Dankbarkeit, auch ohne arabisch zu verstehen, deutlich sp\u00fcren. Als Projektteam f\u00fcr diese Aktion und im Namen der syrischen Bev\u00f6lkerung bedanken wir uns herzlichst bei allen, die mitgeholfen haben und ohne die diese Aktion nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Wir hoffen nun noch mehr Hilfe leisten zu k\u00f6nnen und haben vor, weitere Aktionen zu organisieren. Wir teilen mit der syrischen Bev\u00f6lkerung die Hoffnung auf Frieden, Freiheit und ein baldiges Ende dieses Konfliktes in ihrem wundersch\u00f6nen Land.<\/p>\n<p>Wir haben eine neue Hilfsaktion f\u00fcr Syrien gestartet. Auf unserer letzten Hilfsreise nach Nordsyrien, haben wir einige Krankenh\u00e4user besucht, die von der Bev\u00f6lkerung gebaut wurden. Leider sind diese nur notd\u00fcrftig ausger\u00fcstet und k\u00f6nnen ihre Patienten deswegen nur unzureichend Behandeln. Weiter Informationen zu dem neuen Projekt und wie Sie uns helfen k\u00f6nnen, finden Sie\u00a0<a title=\"SwissERG\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/SwissERG\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><em>Aus Sicherheitsgr\u00fcnden mussten wir einige Namen \u00e4ndern. Leider wurden Menschen die sich f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe in Syrien engagiert haben zu Zielscheiben des Regimes. Wir bitten um Ihr Verst\u00e4ndnis.<\/em><\/p>\n<div class=\"pt-sm\">Schlagw\u00f6rter: <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/tag\/fluchtlingslager\/\">Fl\u00fcchtlingslager<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/tag\/hilfsaktion\/\">Hilfsaktion<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/tag\/hilfsguter\/\">Hilfsg\u00fcter<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/tag\/reisebericht\/\">Reisebericht<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/marketingmanagement\/tag\/syrien\/\">Syrien<\/a><br><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen einer privaten Hilfsaktion f\u00fcr Syrien sammelten im Dezember 2012 und Januar 2013 Mitarbeiter der Abteilung International Business \u00fcber CHF 32&#8217;000 und kauften damit Wolldecken, Mehl und Bluttransfusionskits. 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