bruhn+partner@ZHAW – garantiert „integriert“

Der Lehrstuhl für Marketing von Manfred Bruhn – Zögling des Deutschen Urvaters des Marketing Heribert Meffert – war Brutstädte zahlreicher Dozenten, die heute insbesondere die Lehre der Integrierten Kommunikation aber auch Markenpolitik  und Dienstleistungsmarketing an Universitäten, Fachhochschulen vermitteln und in der Praxis anwenden. Aber nicht nur: mit der  Beratungsboutique bruhn+partner gastiert demnächst ein Unternehmen an der ZHAW, das sich u.a. konsequent auf die Exzellenz  in der Markenführung konzentriert.  Und dies mit Erfolg.

Mareike Ahlers_farb1_klein

Dr. Mareike Ahlers, Beraterin, Trainerin, Dozentin und geschäftsführende Gesellschafterin von bruhn + partner

„Noch einen Kaffee?“ – die Nespresso Maschine grummelt leise vor sich hin und spendet bald einen wohligen Duft im Raum. Wir befinden uns in der Innenstadt Basels auf der Lyss am Heuberg in den Räumlichkeiten von bruhn+partner. Mareike Ahlers, geschäftsführende Gesellschafterin von bruhn+partner hat in Basel promoviert und war vor der Gründung des Unternehmens im Brand Management von Hugo Boss für die Umsetzung verantwortlich. Hier in Basler Office sei sie eher selten, fährt sie fort, nachdem sie uns beiden Kaffee aufgetischt hat: „Meistens sind wir beim Kunden, also vor Ort. Die Nähe zu unseren Auftraggebern ist uns wichtig.“ Nur so gewinne man auch einen echten Eindruck über die Menschen und das Unternehmen und das sei  für das Management, also die Analyse und Steuerung von Identitäten essentiell. „Eine gute Marke ist wie eine Persönlichkeit und verfügt über eine Geschichte, eine Herkunft und über Werte.“

bruhn+partner wurde ursprünglich als Spin-off der Universität Basel gegründet. Die Teams in Basel und Stuttgart bauen auf ein breites Forschungsnetzwerk und verbinden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit einem breiten Methodenspektrum und einem Track-Record aus innovativen Lösungen. Seit 2001 hat Mereike Ahlers gemeinsam mit Falko Eichen und Unternehmenspartner Karsten Hadwich sowie Manfred Bruhn als Gründer, Gesellschafter und Präsident des Verwaltungsrates bereits über 80 Kundenprojekte in den Bereichen Social Media und Kommunikation erfolgreich abgewickelt – Markenpolitik zählt hierbei zur Königsdisziplin.

bruhn+partner haben eine Methode entwickelt, die insbesondere für global organisierte Unternehmen mit häufig mehrstufig organisierten Vertriebsstrukturen das Management der Markenarchitektur vereinfacht. Im Rahmen eines Praktiker Vortrages bei den Bachelor Studierenden wird Mareike Ahlers das Produkt anhand eines Praxis Cases vorstellen. „Ich bin gespannt, wie die Studierenden reagieren werden!“ meint Ahlers mit einem leichten Augenzwinkern. Das sind wir auch. Für weitere Informationen zum Vortrag kontaktieren Sie mich bitte via Email.

Rückblick: Academy of Marketing Conference 2014 in Bournemouth

HorizontVon «140 Zeichen» und «Fuel Poor» – News aus der Welt, die Wissenschaft
Die diesjährige Konferenz der Academy of Marketing zu dem Marketingdimensionen: People, Places and Spaces fand vom 7. bis 10. Juli in Bournemouth (GB) statt. Die Konferenz wurde mit einer Keynote von Jonathan Gabay eröffnet, der den Standpunkt vertrat, dass Marketing seine Seele für 140 Zeichen (Zeichenlänge eines Twitterbeitrags) verkauft. Damit verbunden ist die Aufmerksamkeit von Kunden, welche sich immer weiter verkürzt (Visuelles Beispiel: das Swypen von Benutzern durch Nachrichten auf mobilen Geräten). In den USA werden, wenn überhaupt, von 6 aus 10 Personen nur noch die Schlagzeilen gelesen. Als Folge geht in vielen Fällen das «Big Picture» verloren und wichtige Zusammenhänge fehlen, weil der wichtige Kontext nicht mehr wahrgenommen wird. Dies stellt «Marketeers» vor grosse Herausforderungen.
Das Institut für Marketing Management war mit vier Beiträgen an der Konferenz vertreten und konnte diese vor internationalem Publikum präsentieren und diskutieren:

Mit Vertrauen fängt es an
Bei der Dimension «Personen» ist Vertrauen nicht weit. James Devlin referierte zum Thema Vertrauenswürdigkeit und Vertrauen im Bereich Banking. Seine Forschung ergab, dass jüngere Personen eher höheres Vertrauen haben, dieses Vertrauen anschliessend sukzessive abnimmt und sich im höheren Alter wieder erhöht.

Städteplanung – nicht ohne Marketing und Konsumentenverhalten
Personen brauchen Orte auf zahlreiche Art und Weisen. Lisa Donnell forscht im Bereich der Gestaltung von Stadtzentren und betonte, die Wichtigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes aus Marketing, Soziologie und Geografie bei der Gestaltung von Stadtzentren. Der holistische Ansatz dient dazu, die Bedürfnisse der Einwohner möglichst gut zu verstehen, damit die Stadtzentren durch deren Bewohner mit Leben erfüllt werden. Dieses Verständnis kann erreicht werden, wenn die «physische» (Raum und wie dieser von Anbietern und Nutzern verwendet wird), die natürliche (geografische), die soziale und die sozial symbolische (Bedeutung für die Benutzenden) Umgebung simultan betrachtet werden.

Technologie, Daten (Big Data) und das Potenzial für das Marketing
Die Räume in denen sich Menschen bewegen sind schon lange nicht mehr auf physische Umgebungen beschränkt, sondern halten sich auch in virtuellen Räumen auf mit Hilfe der Technologie. Diese Technologie hat ebenfalls den Weg ins Marketing gefunden. Smart Meters (Vernetzte, elektronische Stromzähler, die eine Auswertung der Stromverbrauchdaten ermöglichen), wurden ebenfalls untersucht (Tony Woodall). Der Bedarf hierzu ergibt sich aus der sog. «fuel poor» Thematik. Fuel poor sind Personen, welche wenig Einkommen haben, gleichzeitig aber einen hohen Energieverbrauch haben. Die Lösungsansätze zielen darauf ab, mit den Daten aus den Smart Meters Empfehlungen für Verbraucher abzuleiten mit dem Ziel weniger Strom zu verbrauchen oder diesen effizient zu nutzen.
Zum Big Picture von Konsumenten gehört auch der Offlinebereich, auch wenn dies von Forschern (oft wegen den online einfach verfügbaren Daten) zurzeit noch wenig unterforscht ist. Rahul Chawdhary untersucht deshalb die Treiber und Konsequenzen von offline-«Word of Mouth» (Weiterempfehlungen «von Mund zu Mund»). Dabei spielen die Zufriedenheit und vor allem das Commitment von Kunden eine grosse Rolle.

Horizonterweiterung…
Die Konferenz schuf durch ihre geografische Lage, mit Blick über den Ärmelkanal, viel Freiraum für Gedanken und neue Ideen.

Alles in allem eine spannende und erfolgreiche Konferenz, durch die sich, neben kulinarischen Begegnungen mit Bread and Butter Pudding oder Fish & Chips, auch viele internationale Kontakte für weitere Forschung am IMM ergeben haben.

Sind uns Fussballvereine einen Schritt voraus?

Nicht-professionelle Sportvereine sind stabile kleine Unternehmen, die vom Commitment der Mitglieder und der Identifikation derer mit der Marke leben. Nicht nur für Vereine, sondern auch für Unternehmen aus der Privatwirtschaft ist die Integration der Mitglieder (Kunden) in eine Community mit dem Erstreben, die Loyalität zu fördern ein wichtiges Ziel. Erkenntnisse aus meiner Bachelorarbeit über die Markenführung von nicht-professionellen Sportvereinen.

Dass starke Marken den Unternehmenserfolg nachhaltig positiv beeinflussen oder diesen sogar begründen ist weder neu noch wissenschaftlich unerforscht. Ebenfalls besteht kein Zweifel darüber, dass Sportklubs wie der FC Bayern München oder St. Pauli einen grossen Teil ihres (finanziellen) Erfolgs der Stärke ihrer Marke verdanken. So erstaunt es, dass die Bedeutung der Marke insbesondere im nicht-professionellen Sport bisher kaum bis gar nicht untersucht wurde – obwohl der Konkurrenzdruck zwischen den Vereinen auch im nicht-professionellen Sport im Zuge der erhöhten Mobilität steigt. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich mich deshalb dem Thema Branding in nicht-professionellen Fussballklubs angenommen und anhand eines grösseren (nicht-professionellen) Zürcher Fussballvereins unter anderem untersucht, ob sich der identitätsorientierte Markenführungsansatz auf Sportvereine übertragen lässt. Weiterlesen