Schweizer Smartwatch für den Notfall

Die Digitalisierung erfasst bald alle Lebensbereiche. Diverse Gadgets sind zu haben, unter anderem auch so genannte Smartwatches, also Uhren mit digitalen Funktionen. Neben Apple, gibt es noch zahlreiche weitere Angebote. Eine Schweizer Firma hat nun ganz besondere Smartwatches im Angebot, denn mit diesen kann man im Notfall einfach per Knopfdruck Hilfe anfordern. Bruna Carvalho, Marketing Director bei Smartwatcher gibt Auskunft.

Frau Carvalho, wie funktionieren Ihre Uhren und was ist der Unterschied gegenüber anderen Smartwatches?

Unsere Uhren sind Notruf-Uhren und in einer Notsituation kann einfach per Knopfdruck Hilfe angefordert werden. Familienmitglieder, Freunde oder professionelle 24-Stunden-Notrufzentrale, die den Alarm erhalten, können den Standort des Uhrenträger auf einer Karte sehen (dank der fortschrittlichen Geo-Tracking-Technologie), auf die Uhr direkt anrufen (dank der eingebauten Swisscom SIM-Karte) und über das eingebaute Mikrofon und Lautsprecher mit dem Träger der Uhr sprechen. Die Uhr ist demnach jederzeit erreichbar, sofern dies vom Träger erwünscht ist sowie die Uhr an ist. Dieser entscheidet selbst, ob er jederzeit oder nur während eines aktiven Alarms, von jedem oder nur von registrierten Helfern erreichbar sein möchte.

Unsere Uhren sind einfach zu bedienen und besonders seniorenfreundlich. Auf einen Scroll- oder Touch-Bildschirm sowie komplizierte Einstellungen wurde bewusst verzichtet. Der Träger sieht einzig die Zeit auf dem Display. Dank dem sogenannten Uhr-Verwaltungsportal, kann die Uhr nach den persönlichen Bedürfnissen und individuellen Geschmack anpassen werden; die Vibrationsintensität, die wiederholten Benachrichtigungen an Helfer und weitere Optionen.

Smarte Notfalluhren aus der Schweiz © Smartwatcher

Wieso ist diese Notfallfunktion so wichtig und kann sie für alle Altersgruppen eingesetzt werden?

Die Wichtigkeit ist leicht zu erklären: Viele ältere Menschen leben alleine zu Hause oder gehen gerne spazieren. Die Notfall-Uhr verbessert die Lebensqualität von uns allen, denn egal wo, unsere Smartwatch erlaubt es dem Träger immer mit seinem Helfern verbunden zu sein und jederzeit Hilfe anzufordern.

Diese Lösung ist eine grosse Hilfe für Senioren und erlaubt ihnen länger alleine und selbständig zu wohnen. So können Senioren dort wohnen bleiben, wo sie sich wirklich wohlfühlen und die hohen Kosten für das Altersheim sparen. Zu guter Letzt erleichtert die Notruf-Uhr auch Familienangehörigen und anderen Personen, die in die Pflege involviert sind, das Leben.

Digitale Uhren benötigen meist auch bestimmte Smartphones. Wie sieht das bei Smartwatcher aus, funktionieren die Uhren nur mit einigen ausgewählten Geräten?

Zurzeit bietet Smartwatcher drei verschiedene Lösungen an; davon sind zwei eigenständige Geräte und eines ein Bluetooth. Die PEARL, unsere Bluetooth Uhr, ist eine analoge, feminine und elegante Uhr, die mit einem Smartphone verbunden sein muss, um den Notruf-Knopf zu aktivieren zu können. SENSE und CHRONO hingegen sind eigenständige Uhren und müssen nicht mit einem Smartphone verbunden sein, da sie mit einer eingebauten und aktivierten SIM-Karte ausgestattet sind. Nach dem Auslösen des Alarmes, kann dank dem integrierten Mikrofon und Lautsprecher in der Uhr, mit dem Helfer kommuniziert werden.

Diverse Varianten der Uhr sind verfügbar © Smartwatcher

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen solche Uhren zu entwickeln und wie gross sehen Sie das Marktpotenzial?

Die Idee kam aus dem Wissen, dass in der heutigen Zeit noch immer viele Menschen Angst davor haben, im Notfall nicht zur rechten Zeit gefunden zu werden. Wenn Leute zu spät gefunden werden, kann dies ein schreckliches Desaster für alle Beteiligten sein; die Person selbst, die Familie und Freunde, Nachbarn, Behörden, welche nun mit dem schlechten Gewissen leben müssen.

Das Marktpotential ist riesig. Die Zahl der Personen im Alter von 60 Jahren und darüber hat sich seit 1950 verdreifacht, erreichte bereits 600 Millionen im Jahr 2000 und übertraf 700 Millionen im Jahr 2006. Gemäss Hochrechnungen soll die Zahl der Senioren und Altersschwachen bis 2050 auf 2.1 Milliarden ansteigen. Die heutigen Senioren sind oft sehr aktiv und wollen Geräte, die ihre Mobilität nicht einschränken und sie weniger alt fühlen lassen. Es geht in erster Linie darum, die Nutzer mit ihren Liebsten, Pflegepersonen und medizinischen Fachleuten zu verbinden. Nebst der Funktion im Notfall Alarm zu schlagen, gewähren diese Geräte auch Sicherheit und Schutz, wenn die Nutzer alleine leben oder reisen. Aktives Altern bedeutet den Lebensraum so zu gestalten, dass Senioren so lange wie möglich für ihr eigenes Leben verantwortlich bleiben können und wo möglich der Wirtschaft und Gesellschaft beitragen können.

Die Gesellschaft wird immer älter, aber die Selbstverantwortung will beibehalten werden © Smartwatcher

Welche Absatzkanäle haben Sie gewählt. Nutzen Sie physische Läden oder setzen Sie voll auf den online Verkauf?

Wir haben beide Kanäle gewählt: physische Läden, welche auf unserer Webseite beworben werden, so dass sich die Konsumenten die Uhren persönlich in einem in der Nähe befinden Geschäft anschauen können. Online Verkäufe laufen über unsere eigene Webseite sowie andere Vertreiber.

Welche Marketinginstrumente nutzen Sie und wie wichtig ist die Swissness bei Ihren Produkten?

Swissness ist sehr wichtig für uns, da es ein Synonym für Qualität, Zuverlässigkeit und Robustheit ist. Wir haben uns für ein hauseigenes Team von hochqualifizierten Ingenieuren entschieden, um unseren Kunden ein exzellentes Produkt zu garantieren.

Unsere sozialen Medien ermöglichen uns den Dialog mit unseren Nutzern und potenziellen Kunden, sowie das allgemeine Bewusstsein für Alterung und Sicherheit zu thematisieren.

Swissness als wichtiger Faktor © Smartwatcher

Planen Sie auch andere Länder anzugehen und sich international auszurichten?

Absolut, ja. Wir erstreben Europas führende Marke für tragbare Sicherheitslösungen zu werden. Unsere Kommunikation basiert auf dieser Annahme und aus diesem Grund haben wir eine mehrsprachige Website und Plattformen.

Haben Sie schon Feedback von Kunden? Kommen die Uhren gut an?

Unsere Kunden sind mit unseren Uhren sehr zufrieden. Wir nehmen uns jedes Feedback zu Herzen und arbeiten mit Sorgfalt und Konsistenz an neuen Funktionen, um den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden.

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Traumboote und zielgruppenorientiertes Marketing

Boote sind neben Autos und Immobilien ein Statussymbol. Es muss aber nicht immer das Meer sein, auch auf Schweizer Gewässern kann man schöne Ausfahrten per Schiff machen. Es gibt diverse Bootstypen, die zur Verfügung stehen. In der Zentralschweiz gibt es die Caminada Werft in Horw, die sich schon seit 1966 mit Booten befasst. Der Geschäftsführer und Werftchef Crisha Müsken war bereit, die Luke zu öffnen und einen Einblick ins Innere der Caminada Werft zu gewähren.

Herr Müsken, auf den Schweizer Gewässern gibt es gerade in der Sommerzeit diverse Boote. Die Werften dahinter sind aber fast nur den Bootsfahrern bekannt. Können Sie uns erklären, was die Arbeit der Caminada Werft beinhaltet und welche Produkte resp. Dienstleistungen Sie anbieten?

Wir bieten Dienstleistungen rund um das Boot an: Dies sind zum Beispiel der An- und Verkauf von Gebrauchtbooten, die Beratung beim Bootskauf und Expertisen, der Bootshandel und Verkauf von Neubooten, Reparaturen aller Bootsmarken & Service. Daneben stellen wir noch Sonderanfertigungen her und bieten auch Transportlösungen, Einwasserungen der Boote sowie Winterlager an. Wir arbeiten schweizweit und in den Grenzgebieten.

Werftchef Müsken an der Arbeit © Caminada Werft

Welche Boote sind bei Ihren Kunden am meisten gefragt und wie erkennen Sie die Kundenbedürfnisse?

Im Moment liegt der Trend klar auf kleineren Booten, angefragt und verkauft werden am meisten Kabinenboote, Bowrider und Cruiser. Da wir mit dem Kunden täglich in Kontakt sind, sei es in Reparaturarbeiten, Service oder Erstkontakt im Verkauf, hören wir genau hin was gefragt ist und reagieren darauf.

Wir haben auch schon Boote selber gebaut und abgeändert, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Manchmal muss man Boote auch zeichnen und dann in Auftrag geben.

Gibt es auch extravagante Wünsche von Kunden, die Sie nicht erfüllen können, oder ist mit geeignetem Geldbeutel fast alles machbar, was rechtlich erlaubt ist?

Extravagante Wünsche gibt es immer und möglich ist fast alles. Wenn man aber dem geneigten Kunden das Ganze vorrechnet, wird dann schnell einmal überlegt ob man nicht darauf verzichten kann. 🙂

Wir haben aber schon viel gemacht, z.B. eine spezielle Bar, wo per Knopfdruck Bacardi oder Wodka herausläuft.

Wie präsentiert sich der Bootsmarkt in der Schweiz? Gibt es viele Konkurrenten?

Der Markt ist hart umkämpft, es gibt 190 Werften in der Schweiz bei einer kleinen Wasserfläche. Die Margen sinken bei Bootverkäufen klar, ähnlich wie im Automarkt.

Um den Markt zu verstehen, ein kleiner Vergleich: Eine kleine regionale Autogarage hat mehr Kundenpotenzial in der Region, als wir schweizweit. Wir müssen die Schiffe an den jeweiligen Standorten holen und wieder bringen.

Eine Werft zu betreiben ist sehr anlageintensiv, man braucht viel Platz und einen veritablen Fuhrpark.

Wie hoch ist der Konkurrenzdruck aus dem Ausland?

Deutschland und Österreich mischen mit. Der Druck ist da, diese Märkte funktionieren aber anders, bei uns zieht „Geiz ist Geil“ nicht, der Schweizer Kunde will Qualität und reagiert empfindlich auf schlechte Arbeit.

Leute. die sich Boote leisten können haben auch Geld für einen Anwalt, das sollte einem immer bewusst sein.

Die Caminada Werft ist auf dem Internet, aber auch auf diversen sozialen Netzwerken aktiv. Wie wichtig sind Ihnen diese Kanäle?

Wir nutzen die neuen Medien, aber die klassischen Werbekanäle sind klar stärker. Unsere Zielgruppen kaufen immer noch an Messen und über Inserate. Der Bootskunde ist so zwischen 35 und 75 Jahre alt.

Wie nutzen Sie das Marketing?

Zielgruppenorientiert und mit Werbekontrolle.

Gibt es eine bestimmte Zielgruppe, die Sie ansprechen wollen und planen Sie auch jüngere Zielgruppen für Boote zu begeistern?

Unsere Zielgruppe sind Leute, die dem Wassersport irgendwie nahestehen. Leute die schon Boote haben. Wir machen Sponsoring bei Wassersport Vereinen, Segelschulen, um den jungen Leuten den Zugang zum Wassersport zu ermöglichen.

Die Caminada Werft will die Begeisterung für die Boote wecken © Caminada Werft

Wo sehen Sie die Schwierigkeiten in Ihrer Arbeit?

Qualifiziertes Personal, das ist die Hauptherausforderung in unserem Gewerbe. Die Boote werden immer technischer, elektrischer, spezieller und der Kunde wird immer anspruchsvoller, da braucht es wirklich sehr gute Leute am Platz.

Zum Schluss, wenn Sie sich ein Boot ganz nach Ihren Wünschen fertigen dürften, wie würde dieses aussehen?

Ein Produkt muss bei mir folgende Merkmale haben: Fabelhaftes Design, spitzen Performance und kleiner Preis.

Diesen Wunsch habe ich mir privat erfüllt mit der: MS Rolling Home und im Kunststoffbereich mit dem Tullio Abbate 28 Sunshine. Den Tullio Abbate haben wir mitentwickelt!

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Virtueller Mitbewohner gegen Einbrecher

Verlässt man das Haus oder die Wohnung, bleibt ein unsicheres Gefühl zurück. Obwohl man in der Schweiz relativ sicher ist, kann ein Einbruch jeden treffen. Das Start-up mitipi hat nun eine sinnvolle Lösung kreiert, um dem entgegenzuwirken. Dank mitipi wird simuliert, als sei man zu Hause. Es gibt Licht, Schatteneffekte und Geräusche. Der virtuelle Mitbewohner sorgt so für Leben in den eigenen vier Wänden und ist eine wirksame Abschreckung gegen Einbrecher. Julian Stylianou, CEO von mitipi, erzählt mehr darüber.

Wie ist die Idee zu mitipi entstanden?

Wir haben früh durch eine Umfrage erfahren, dass Einbruch ein Thema ist, welches die Leute beschäftigt. Die Idee von mitipi ist eigentlich durch Gespräche mit Einbruchsopfern, mit Experten und durch eigene Recherchen entstanden. Das grösste Problem für die Opfer ist, dass Einbrecher in die Privatsphäre der Opfer mit Gewalt eindringen. Einbrecher wollen schnell und einfach an Wertgegenstände wie Schmuck und Bargeld kommen. Sie wollen die Konfrontation mit den Bewohnern vermeiden. So sind wir auf die Idee des virtuellen Mitbewohners gekommen, der das Zuhause schützt solange man selber nicht da ist.

Wie verlief die Entwicklung der mitipi Box?

Ein eigenes Gerät zu entwickeln war nie unser Ziel. Je intensiver wir uns mit der Materie beschäftigt haben, haben wir festgestellt, dass es im Markt für diese Anwendung keine passenden Geräte gibt. Es gibt beispielsweise viele Glühbirnenkonzepte. Das Problem ist einfach, wenn die Bewohner die Wohnung verlassen und den Lichtschalter drücken, der Strom weg ist und so auch keine Simulationen realisiert werden können. Hinzu kommt, dass jeder Gerätehersteller wieder eigene Softwareschnittstellen anbietet. Einige wollen auch gar nicht, dass Drittanbieter Applikationen schreiben. Aber das Wichtigste ist eigentlich, dass es noch gar keine Basis im Markt gibt. Die Wenigsten haben bereits vernetzte Lichter und Lautsprecher installiert. Deshalb haben wir festgestellt, dass es für unsere spezifische Anwendung ein eigenes Gerät braucht. Das hat vor allem mit der einfachen Anwendbarkeit zu tun. Wir wollen, dass die Technologie für niemanden ein Hindernis darstellt. Unser Versprechen ist, dass unser Gerät innert 5 Minuten installiert werden kann.

Wie funktioniert die mitipi Box?

Im Prinzip entwickeln wir eine Lampe mit integriertem Lautsprecher. Wir werden stromsparende LED Leuchten einsetzen und durch das Design des Geräts werden auch Schattenwürfe möglich sein. Somit können auch Bewegungen im Raum simuliert werden. Von aussen sieht es also aus, als würde sich jemand im Raum bewegen. Der Lautsprecher ist ein weiterer wichtiger Teil. Einbrecher können nur visuell und über Geräusche beurteilen ob jemand zuhause ist. Am Tag nützen lichter wenig und da kommt eben das akustische Element ins Spiel. Wenn sich ein Einbrecher dem Objekt nähert, so hört er plötzlich Gespräche, Kochgeräusche oder andere Aktivitäten. Das ist auch bei vielen Wohnungen ein Thema wo Einbrecher über die Wohnungstür einbrechen.

Das Gerät wird über das eigene Wifi mit dem Internet verbunden. Das ermöglicht ein regelmässiges Updaten der Inhalte sowie das aufschalten neuer Funktionalitäten.

Julian Stylianou präsentiert mit mitipi einen neuen Ansatz im Einbruchsschutz © mitipi

Haben Sie schon viele Bestellungen?

Wir haben bis heute 30 Vorbestellungen. Die haben wir bei Firmenanlässen unserer Partner buchen können. Es waren viele Leute dabei, die nichts mit dem Projekt zu tun hatten. Das hat uns schon sehr motiviert, weil das für uns eine Bestätigung war, dass unser Angebot Wert schafft und auch verständlich ist. Im Januar 2018 wollen wir eine Kickstarter Kampagne lancieren, dann werden wir sehen ob das Produkt so gut ankommt wie wir glauben.

In der Schweiz fühlen wir uns relativ sicher. Wie hoch ist die Gefahr eines Einbruchs und warum ist es sinnvoll schon im Vorfeld aktiv zu werden?

Basierend auf den aktuellsten Einbruchszahlen hat jeder Haushalt jährlich eine Wahrscheinlichkeit von rund 0.6% Opfer eines Einbruchs zu werden. Über die Lebenszeit hat man allerdings eine Wahrscheinlichkeit von knapp 50% Opfer eines Einbruchs zu werden. Das Problem ist eben, dass bereits ein Einbruch reicht, um die Lebensqualität nachhaltig zu beeinträchtigen. Ein Einbrucherlebnis löst eine enorme Stresssituation aus und kann nachhaltig psychologische Folgen haben. Jährlich sind in der Schweiz rund 47’000 Personen betroffen.

Wo sind die Grenzen von mitipi?

mitipi  ist ein effektives Präventionsmittel. mitipi wird einen Profi nicht abhalten können. Es geht mehr darum die Schwelle für einen Einbrecher zu erhöhen. Wieso in einer Wohnung einbrechen, wo der Einbrecher sich nicht sicher ist, ob da wirklich jemand zuhause ist? Da ist es viel einfacher eine Wohnung auszusuchen, wo sicher niemand zuhause ist. mitipi  hat ausserdem keine Sensoren die erkennen, ob jemand in der Wohnung ist. Das ist ein Nachteil, aber in Bezug auf die Privatsphäre, die wir schützen wollen, auch ein Vorteil.

Der virtuelle Mitbewohner simuliert Anwesenheit © mitipi

Kameras sind sehr beliebt, auch um das Gefühl einer gewissen Kontrolle zu haben. Ist geplant mitipi auch in einer Version mit Kamera auf den Markt zu bringen?

Das ist richtig. Es gibt bereits sehr viele Kamerasysteme am Markt. Das Problem dabei ist eben, dass die nur reaktiv funktionieren und der Einbrecher bereits in der Wohnung ist. Dann ist es zu spät.
Aktuell würde ich die Situation so beurteilen, dass wir möglicherweise mit Drittherstellern zusammenarbeiten. Unser Ziel ist sowieso, dass mitipi  mit Geräten von Drittherstellern kommunizieren kann und so auch zusätzliche Geräte ins System eingebunden werden können.

Wie wird mitipi in fünf Jahren aussehen?

Wir haben schon einiges diskutiert. Wichtig ist für uns erstmal einen erfolgreichen Markteintritt zu schaffen. Es gibt viele Möglichkeiten, die wir in Zukunft noch ausschöpfen könnten. Eine Möglichkeit wäre, nicht nur präventive, sondern auch noch reaktive Massnahmen anzubieten. Wir wissen beispielsweise, dass oft Nachbarn der Polizei entscheidende Hinweise geben. So könnte man Netzwerkmechanismen zum Schutz von Quartieren erarbeiten. Eine andere Möglichkeit wäre, unseren virtuellen Mitbewohner als virtuellen Assistenten weiterzuentwickeln. Damit man die Zeit zuhause geniessen kann, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Das Zuhause muss sich sicher anfühlen. Das Zuhause muss unterhalten und sauber gehalten werden. Administrative Aufgaben müssen erledigt sein. Erst dann hat man den Freiraum zu tun, was man wirklich möchte.
Da unser virtueller Mitbewohner lernen kann, haben wir unzählige Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Es gibt aber noch keine konkreten Pläne. Wir wollen uns nicht verzetteln. Wir gehen es Schritt für Schritt an.

http://mitipi.com/

https://www.facebook.com/Mitipi-1773226883002423/

https://www.youtube.com/channel/UCtspkxdCXhCaggGl3LmJv6w

Neuer Professor am Institut für Marketing Management

Das Institut für Marketing Management vereint unter sich ein Team, das alle relevanten Marketingbereiche abdecken kann. Die Dozenten sind durch hohe Fachkenntnis, aber auch durch viel Praxiserfahrung gekennzeichnet. Umso mehr freut es, wenn die Leistung der einzelnen Mitglieder honoriert wird. So geschehen bei Dr. Rainer Fuchs, dem der Titel eines Professors ZFH verliehen worden ist.

Prof. Dr. Fuchs, wie haben Sie auf die Nachricht reagiert, dass Sie nun Professor werden?

So eine Nachricht kommt nicht aus heiterem Himmel. Sie ist viel mehr das Ende eines Prozesses, in dem anhand von Publikationen, Forschungsergebnissen und Lehrevaluationen geprüft wird, ob man diesen Titel vom Fachhochschulrat verliehen bekommt. Dennoch ist man in dem Moment, in dem man die Nachricht von Schulleiter überbracht bekommt, natürlich erfreut und auch ein kleines bisschen stolz…

Wie wichtig ist dieser Titel für Sie persönlich, aber auch für das Institut für Marketing Management?

Die mit einem Professorentitel verbundene Reputation kann helfen, Türen zu öffnen. Sei es für Forschungskooperationen mit anderen namhaften Hochschulen, oder für interessante Projekte, in denen wir Unternehmen wissenschaftlich fundiert bei ihren praktischen Herausforderungen helfen. Für unser Institut spiegelt die Vergabe des Titels insbesondere das Wachstum der letzten Jahre wieder. Wir sind nicht nur personell grösser, sondern auch in den Themen viel breiter geworden.

Welche Fachbereiche decken Sie innerhalb des Instituts ab?

Meine Fachstelle, das Product Management Center, beschäftigt sich mit dem Management von Leistungen entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Dieser beginnt mit der Identifikation eines Kundenbedürfnisses, erstreckt sich über die Entwicklungs-, Einführungs- und Nutzungsphase und endet mit dem Rückzug des Produktes aus dem Markt – und hoffentlich der Einführung des Nachfolgeproduktes. Im Zeitalter der Digitalisierung liegt hierbei der Schwerpunkt auf der Erzeugung und Nutzung produktbezogener Daten aus allen Phasen des Lebenszyklus – dem Digitalen Zwilling des Produktes.

Prof. Dr. Rainer Fuchs deckt wichtige Bereiche am Institut für Marketing Management ab

 

Die ZHAW ist bekannt für ihre praktische Ausrichtung. Hier gibt es nicht nur Akademiker, sondern auch Praktiker. Aus Ihrer Sicht, wie bedeutend ist diese Mischung?

Sie ist die Grundlage unseres Erfolges in Lehre, Forschung und Dienstleistung! Unsere Forschungs- und Projektpartner schätzen, dass wir nicht nur aktuellste Forschungsmethoden und Ergebnisse einbringen können, sondern gleichzeitig den Bezug zur praktischen Umsetzbarkeit herstellen können. Aus persönlicher Sicht kann ich sagen, dass diese Mischung für mich das Salz in der Suppe meiner Arbeit ist.

Das Institut für Marketing Management ist sehr breit aufgestellt und auch in der Weiterbildung aktiv. Kommen auch Erwachsene in den Genuss von Prof. Dr. Fuchs?

Ja, natürlich. Die Weiterbildung stellt für uns Dozenten die Champions League der Lehre dar: Hier wird man als Lehrender einerseits besonders gefordert, die praktische Übertragbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse herauszustellen. Anderseits lerne ich auch jedes Wochenende wieder aufs Neue von unseren Kursteilnehmern, was ihre Herausforderungen sind und was sie benötigen, um mit ihnen klar zu kommen. Das lasse ich mir nicht entgehen!

Zum Schluss, was gefällt Ihnen besonders am Institut für Marketing Management und an der ZHAW?

Meine Kolleginnen und Kollegen. Ich glaube wir haben eine ganz gute Mischung an Experten verschiedensten Hintergrundes: Vollblut-Marketeers, Psychologen, Kommunikationswissenschaftler, Naturwissenschaftler und Ingenieure. Das ergänzt sich fachlich sehr gut, und letztendlich sind es die Menschen, die das Institut ausmachen.

 

Das ganze Team des Instituts für Marketing Management gratuliert Prof. Dr. Rainer Fuchs ganz herzlich und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg!

Die Welt der Regenschirme steht Kopf

In der Schweiz bleibt man von Regen nicht verschont. Ab und an tröpfelt es auf unsere Köpfe und wir brauchen einen Regenschirm. So praktisch er auch ist, er ist auch ein bisschen unhandlich. Ausserdem dauert es einige Zeit, bis man ihn wieder trocken bekommt. Auch das Öffnen und Schliessen kann gerade im ÖV zum Problem werden. Ein junges Start-Up aus Berlin hat nun den Regenschirm komplett auf den Kopf gestellt und ein neues Modell lanciert. Der Suprella Regenschirm öffnet sich von innen nach aussen, damit wird man nie nass. Ausserdem ist er mit einer speziellen Nano-Beschichtung versiegelt. Die Regentropfen perlen am Material ab und der Schirm bleibt trocken. Fabienne von Suprella war bereit, uns einige Fragen zu beantworten.

Ein Regenschirm ist nicht gerade das spannendste Alltagsprodukt. Wie entstand die Idee, einen neuen Regenschirm zu kreieren?

In der Tat! Der Regenschirm wurde sozusagen durch den Suprella Pro wieder zu einem spannenden Alltagsprodukt! Die Idee entstand, als wir eines Tages bei einem Event alle klatschnass geworden sind – und das trotz Regenschirmen! Da dachten wir uns, dass es doch eine bessere Alternative geben muss, bei der zum Beispiel auch das Aus- und Einsteigen in ein Auto keine nassen Hemden und Haare mehr bereiten sollte. Die Lösung ist unser Suprella Pro – einfach umgedreht bringt der Regenschirm endlich den Schutz, den wir immer wollten!

Schirm mal anders, Innovation bei einem bewährten Produkt © Suprella

Kannst Du uns erklären, welche Besonderheiten diesen Schirm ausmachen und worin der Mehrwert für die Kunden besteht?

Gerne! Der Suprella zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er sich andersherum öffnet als die meisten Regenschirme. Das sorgt für einfaches Ein- und Aussteigen aus dem Auto, sorgt aber auch dafür, dass die nasse Seite des Schirmes beim geschlossenen Schirm auf der Innenseite liegt und somit keine Kleidung oder wichtige Dokumente durchnässen kann. Ein weiteres besonderes Feature des Suprellas ist, dass er stehen kann! Klappst du den Suprella Pro zu ohne das Befestigungsband drum herum zu wickeln, kann der Suprella super stehen. So ist der Regenschirm endlich nicht mehr das lästige Ding, was man die ganze Zeit in der Hand halten muss, selbst wenn es nicht regnen sollte – einfach abstellen – und gegebenenfalls so trocknen lassen. Weitere Features des Suprellas sind der ergonomisch geformte C-Griff, der das Tragen nochmals erleichtert und dafür sorgt, dass man die Hände für die wichtigen Dinge frei hat! Die Nanobeschichtung des Schirmes ist natürlich auch ein wichtiges Feature, welche für den perfekten Perleffekt sorgt, sodass der Suprella Pro fast nie wirklich trocknen muss – auch nach ausgiebigem Einsatz im Regen.

Wie habt Ihr die Kundenbedürfnisse eruiert? Welche Aspekte sind den Kunden besonders wichtig?

Das Design ist für unsere Kunden sehr wichtig, daher haben wir vor allem Wert auf das Design gelegt und viele verschiedene schöne Möglichkeiten angeboten aus denen die Kunden anfangs wählen konnten. Aus den Farben und Mustern die unsere Kunden am schönsten fanden hat sich also schlussendlich unsere Produktpalette entwickelt. Auch der ergonomische Griff ist vor allem dazu da, im Alltag besseren Schutz zu bieten, ohne unsere Kunden in ihren gewöhnlichen Tätigkeiten einzuschränken. Der Griff liegt gut in der Hand und kann sogar über die Hand gestülpt werden, sodass die Hände frei für andere Tätigkeiten bleiben.

Wichtige Kundensicht, die sich im Design wiederspiegelt © Suprella

Wie wird der Schirm hergestellt und gibt es Variationsmöglichkeiten?

Wie der Schirm genau hergestellt wird ist natürlich absolutes Betriebsgeheimnis 😉 Wir arbeiten stetig an Veränderungen und Variationsmöglichkeiten für den Suprella, sind aber vorerst mit der Hauptversion des Suprella Pro’s sehr zufrieden. Natürlich gibt es immer Raum für Verbesserungen, die wir nicht übersehen möchten und sind daher immer dran, mit den neuesten Erkenntnissen zu gehen, um den Vorteil des Suprellas gegenüber anderer Regenschirme herausstechen zu lassen.

Welche Rolle spielt das Marketing bei Euch? Welche Marketinginstrumente nutzt Ihr?

Marketing spielt bei uns eine wichtige Rolle. Wir arbeiten mit verschiedenen Experten zusammen, um unsere Produkte auf attraktive Art und Weise in Szene zu setzen. Hierfür benutzen wir vor allem Facebookmarketing, da wir auf diese Weise viele Menschen auf einen Schlag erreichen können.

Online Marketing als wichtiger Faktor © Suprella

Welche Verkaufskanäle nutzt Ihr? Setzt Ihr auf online und offline Kanäle?

Wir verkaufen in erster Linie über unseren eigenen Shop, verkaufen aber auch zu gewissen Anlässen über Amazon oder Plattformen wie Groupon. Das sind dann meistens zeitlich limitierte Angebote.

Es gibt bei Suprella sogar einen PetBrella, also einen Schirm für den Hund. Welche weiteren Produktideen habt Ihr noch in Eurem Schirm?

Wir entwickeln gerade weitere Ideen, die wir an dieser Stelle als Betriebsgeheimnis natürlich nicht so einfach ausplaudern möchten. Wir können nur so viel sagen: Neue Ideen stecken schon in der Pipeline, also bleibt gespannt und lasst euch überraschen! 🙂

Auch Hunde werden mit einem speziellen Schirm geschützt © Suprella

Wenn Ihr angehenden Marketingfachleuten einen Tipp geben könntet, was würdet Ihr raten?

Bleibt kreativ!

 

https://suprellapro.com

https://www.facebook.com/suprella/

Marketing aus aller Welt: Lindt Glace im Gelato Land Italien

Von Dr. Adrienne Suvada

Die Schweiz ist bekannt für ihre Natur, die Uhren und natürlich Schokolade. Besonders die Marke Lindt erfreut sich im In- und Ausland grosser Beliebtheit. Die Traditionsfirma aus Kilchberg ist sehr erfolgreich unterwegs und nutzt geschickt das Marketing, um immer wieder neue Produkte zu lancieren. Weniger bekannt ist allerdings, dass Lindt ganz besonders auf die Geschmäcker der Konsumenten achtet. So gibt es viele Produkte im Ausland, die in der Schweiz nicht zu finden sind. Auch in unserem Nachbarland Italien ist dies der Fall. Zu Weihnachten oder Ostern finden sich besondere Geschmacksrichtungen, die man in den Schweizer Verkaufsregalen vergeblich sucht. Im Sommer finden Schleckmäuler aber etwas ganz Besonderes – Lindt Glace.

Schweizer Qualität als überzeugender Faktor

Wer global unterwegs ist, kennt die Lindt Shops. Man findet sie in diversen Ländern und sie sind ein Paradies für Gross und Klein. Man findet dort zahlreiche Lindt Produkte, die saisonal auf die Kundenwünsche abgestimmt sind. In Italien gibt es diese sehr erfolgreichen Shops ebenfalls. Viele Italiener lieben die Lindt Schokolade und vertrauen auf die Schweizer Qualität. Lindt Italien mischt hier Schweizer Schokoladenkunst mit lokalen Geschmacksrichtungen.

Einer der Lindt Shops in der Nähe von Rom (Bild: R. Bircher)

Im Sommer gibt es neben den traditionellen Produkten, auch noch eine weitere Kreation: Lindt Gelati. Man könnte meinen, dass in Italien das Gelato Angebot genügend gross ist, aber eben, die Schweizer Qualität überzeugt auch hier die Konsumenten. Die Lindt Gelati sind sehr beliebt und werden gerne nach ausgedehnten Shoppingtouren konsumiert.

Die Lindt Gelati Theke (Bild R.Bircher)

Die Lindt Gelati gibt es im Becher oder mit einem Cornet. Für 2.70 € gibt es zwei Geschmacksrichtungen, für 3.50 € gibt es drei. Wie in Italien üblich, gibt es auch die zusätzliche Möglichkeit mit Schlagrahm, für alle, denen das schokoladige Glace noch nicht ausreicht.

Nicht ganz günstig, dennoch sind die Glaces sehr beliebt (Bild R.Bircher)

Zu kaufen gibt es natürlich schokoladige Glaces, wie weisse Schokolade, weisse Nuss-Schokolade, Stracciatella, aber auch Erdbeere, Pistazie, Kokosnuss und noch viele mehr.

Schokoladige Glaces sind natürlich ein Muss (Bild R.Bircher)

Eine doch ansehnliche Auswahl an verschiedenen Sorten (Bild R.Bircher)

Lindt Glaces hoffentlich auch in der Schweiz

Die Lindt Gelati sehen aber nicht nur ansprechend aus, sie sind auch wirklich gut – zumindest, wenn man Schokolade mag. Sie haben eine cremige Konsistenz und die Lindt Schokolade schmeckt man gut heraus. Im Vergleich zu handelsüblichen Gelati sicher eine besondere Abwechslung, wenn auch preislich eher im oberen Segment.

Guter Geschmack der Lindt Glaces

Wenn schon die italienischen Gelato Experten auf die Lindt Glace fliegen, dann müsste der Schweizer Markteinführung eigentlich keine Grenze mehr entgegenstehen. Es bleibt zu hoffen, dass in Kilchberg die Gelati Liebhaber auch die Schweizer Konsumenten mit diesem Produkt erfreuen. Wer weiss, vielleicht gibt es ja im nächsten Sommer die italienisch-schweizerische Glacekreation auch in der Schweiz zu kaufen. Für alle, die jetzt nicht gleich nach Italien reisen wollen, einen Geheimtipp gibt es: Manchmal gibt es die Glaces im Lindt Shop am Flughafen Zürich zu kaufen (alle Angaben aber ohne Gewähr)…

Der römische Lindt Shop mit einer breiten Produktpalette

Marketing aus aller Welt: McDonald’s trifft auf Vatikan und spricht neue Zielgruppen an

Von Dr. Adrienne Suvada

Die italienische Hauptstadt Rom besticht nicht nur durch das Kolosseum oder den Trevi-Brunnen, zu Rom gehört auch der Vatikan mit dem berühmten Petersdom. Aber auch hier blüht das Marketing in Form von diversen Souvenirläden, kleinen Restaurants oder Touristenführungen. Rund um den Petersplatz gibt es mehrere Gebäude, die noch zum Vatikan gehören, aber auf italienischem Staatsgebiet liegen. In den Gebäuden gibt es Büros, Wohnungen und zum Teil auch gewerbliche Mieter. Ein ganz besonderer Mieter hat im letzten Jahr für Aufsehen gesorgt. Ganz in der Nähe des Petersplatzes, hat sich nämlich die Fastfood Kette McDonald’s eingemietet, was für einige Aufregung sorgte. Beinahe eine dogmatische Fragestellung war es, ob denn Fastfood und Vatikan überhaupt zusammenpassen würden. Schlussendlich hat sich der Fastfood Gigant durchgesetzt und die Touristen können ab sofort auch dort einkehren.

Die McDonald’s Filiale im Vatikan Gebäude, oben sieht man einen der Eingänge zum Vatikan (Bild: R. Bircher)

Neue Zielgruppen und neue Produkte

Wie so oft, hat auch diese Polemik mehr genützt, als geschadet, denn die Filiale musste so fast keine Werbung mehr machen. Sie ist strategisch sehr gut gelegen, denn fast alle Besucher oder Pilger gehen an ihr vorbei. Gerade nach grossen Anlässen, ist die schnelle und bekannte Verpflegung von vielen gut gesehen. Mittlerweile scheint auch im Vatikan etwas Ruhe eingekehrt zu sein, denn man findet unter den Gästen ab und an auch Priester und Ordensleute. McDonald’s versucht aber noch mehr neue Zielgruppen anzusprechen. Die Trends in der Ernährung haben auch hier ihre Spuren hinterlassen und so findet man seit einiger Zeit einen Gluten Free Burger. In Zusammenarbeit mit Dr. Schär, dem Spezialisten für glutenfreie Nahrungsmittel, wurde dieser Burger kreiert. Der Burger ist mit 3.00 € nicht gerade günstig, für Zöliakie Betroffene scheint er aber immerhin eine Alternative zu sein.

Der Gluten Free Burger in Zusammenarbeit mit Dr. Schär (Bild: R. Bircher)

Glutenfrei, aber nicht perfekt

Der Burger wird verpackt und tiefgekühlt angeliefert. Im Restaurant selbst wird er nur noch erhitzt und bleibt stets in der Verpackung drin, damit er nicht zufällig mit glutenhaltigen Speisen in Berührung kommt.

Vorteil sauber verpackt, Nachteil es bleibt ein Tiefkühlprodukt (Bild: R. Bircher)

Was soweit gut tönt, wird in der Realität etwas relativiert. Die ansprechenden Produktbilder, lassen einen grösseren Burger vermuten. Tatsächlich ist der Gluten Free Burger relativ klein. Ein bisschen glutenfreies Brot, Fleisch und Scheibenkäse. Der Burger ist also weder für Vegetarier, noch für Veganer etwas. Da der Käse Laktose enthält, ist er auch für Menschen mit Laktoseintoleranz keine wirkliche Alternative. Gerade der Käse ist wohl der grösste Nachteil. Er schmeckt sehr künstlich und passt eigentlich nicht zum hochwertigen Image von Dr. Schär. Insgesamt also als Produkt durchaus ausbaufähig.

Glutenfrei, dafür nur Fleisch mit Scheibenkäse (Bild: R. Bircher)

Auch wenn der Burger nicht ganz zu überzeugen vermag, McDonald’s hat mit dem Gluten Free Burger die neusten Trends aufgenommen und orientiert sich an den Bedürfnissen der Zielgruppen. Der nächste Schritt wäre wohl ein Produkt für Veganer. Was in der Feldstudie nicht analysiert werden konnte, wie sich die spezifischen vatikanischen Geschmäcker von den anderen Filialen unterscheiden…

Haltungskorrigierende Kleidung: Wie Anodyne die Verspannungen von Bürogummis löst

Wir wissen es zwar alle, doch nicht jeder von uns bewegt sich genug. Gerade Büromenschen sitzen tendenziell zu lange in einer schlechten Körperhaltung vor dem Bildschirm und klagen dann über Rücken- und Nackenschmerzen. Abhilfe schafft hier der online Shop von Anodyne, denn dieser bietet spezielle Kleidungsstücke an, die die Haltung verbessern sollen und damit auch den Verspannungen entgegenwirken sollen. Wie Anodyne die Produkte vermarktet erklärt uns der Geschäftsführer, Fabian Hofmann.

Herr Hofmann, viele von uns verbringen den Grossteil des Tages im Büro und das sitzend. Schmerzen sind da vorprogrammiert. In Ihrem Shop gibt es, wie es scheint, die optimale Lösung. Man zieht sich einfach haltungskorrigierende Kleidung an. Wie funktionieren diese Kleider?

Das ist richtig, täglich verbringen Herr und Frau Schweizer bis über 10 Stunden sitzend. Dies kann für den Körper fatale Auswirkungen haben. Umso wichtiger ist es, schon früh auf eine gesunde Haltung zu achten. Dabei sollten unsere Produkte unterstützend sein. Durch eingenähte «Neurobänder» werden darunterliegende, unterstimulierte Muskeln aktiviert und gestärkt. Es handelt sich also um eine aktive Haltungskorrektur, bei welcher die Muskeln mitarbeiten müssen. Dies kann man nach ein paar Stunden auch deutlich spüren – meist in einer Form von leichtem Muskelkater im Rückenbereich.

Wirkungsbereich des haltungskorrigierenden T-Shirts © Anodyne

Gibt es Einschränkungen bei der Nutzung dieser Kleider, oder dürfen sie von allen getragen werden?

Da die Kleidung wirklich einen Einfluss auf den Körper hat, gibt es Situationen, bei welchen man vorsichtig sein soll. Dies kann zum Beispiel nach einer Rückenoperation sein. Wir empfehlen dann mit einem Experten Rücksprache zu halten.

Weiter empfehlen wir den Einsatz der Produkte an Minderjährigen nicht, da wir die genauen Einflüsse der Kleidung während der Wachstumsphase schlicht noch nicht genau kennen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, diese Kleidung in der Schweiz zu vertreiben? Haben Sie sich die Exklusivrechte gesichert?

Während eines Auslandaufenthaltes in Kalifornien bin ich per Zufall auf die Produkte gestossen und habe dort eine grosse Nachfrage dafür erlebt.

Mir war klar, dass auch viele Schweizer unter Haltungsproblemen leiden, und von dieser innovativen Kleidung profitieren könnten. Auch ich selbst bin so ein Kandidat, da ich meine Schultern vom Leistungssport her oft einfach hängen liess.

Schlussendlich hat mich das Produkt sehr überzeugt, ich sah einen Markt dafür und habe mir dann mit Anodyne die Exklusivrechte erworben.

Das Herren T-Shirt © Anodyne

Sie arbeiten vor allem über den online Shop. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Absatzkanal gemacht und planen Sie ev. auch offline Ableger sprich Filialen?

Das ist richtig. Der online Shop ist unser primärer Absatzkanal. Dieser bringt uns den Grossteil aller Verkäufe. Jedoch sind wir offen, mit traditionellen Retailern wie Physiotherapien, Orthopäden oder Spitälern zusammen zu arbeiten.

Agieren die Kunden selbständig auf dem Shop oder benötigen sie eine Beratung, z.B. beim Auffinden der richtigen Grösse oder bei medizinischen Fragen?

Eine sehr wichtige Frage. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kunden nicht ganz selbständig auf dem Shop agieren. Deswegen haben wir ein kompetentes Beratungsteam, das für Fragen zu Grössen oder auch bei medizinischen Fragen zur Verfügung steht. Anfragen dafür kommen meist per Telefon, E-Mail oder auch über Facebook.

Die richtige Grösse ist entscheidend © Anodyne

Welche Schwierigkeiten/Herausforderungen gibt es in Ihrem online Shop?

Das gibt es natürlich. Als wir im Mai vor einem Jahr mit dem Vertrieb gestartet sind, hat niemand die Produkte gekannt. So mussten wir den Markt also zuerst darauf aufmerksam machen und das Vertrauen der Kunden gewinnen. Auch heute gibt es noch einige, die misstrauisch sind. Das verstehen wir natürlich voll und ganz. Da wir von den Produkten jedoch sehr überzeugt sind, bieten wir allen unseren Kunden 14 Tage Testzeit mit einer gratis Retournierung. So kann jeder die Effekte der Kleider am eigenen Körper wahrnehmen und weiss danach ganz genau, wie die Kleidung wirkt.

Weiter denken manche, dass unsere Produkte abgeschwächte Muskeln im Rücken nur noch schwächer machen. Dies ist bei Korsett- oder Kompressionslösungen auch oft der Fall, da diese passiv wirken. Unsere Produkte hingegen wirken aktiv und stärken die Muskulatur. Teilweise braucht es ziemlichen Marketing-Effort um diese Message korrekt an Kunden und Experten zu vermitteln, damit diese die Idee hinter den Produkten auch voll und ganz verstehen.

Es gilt die Kunden mit einer korrekten Message zu überzeugen © Anodyne

Wissen Sie wer Ihre Kunden sind und analysieren Sie das Kundenverhalten?

Richtig, dabei hilft uns Google Analytics und auch Facebook. Mit diesen Tools können wir unsere Kunden segmentieren und das Kaufverhalten analysieren.

Welche Marketinginstrumente nutzen Sie sonst noch zur Vermarktung der Produkte?

Neben der online Werbung auf Facebook und Google sind die klassischen PR Geschichten ein wichtiges Thema. Damit stellen wir sicher, dass potentielle Kunden immer wieder über unsere Produkte lesen können, und auch Infos finden, falls Sie sich für einen Kauf entscheiden sollen. Weiter arbeiten wir zum Beispiel auch mit Unternehmen zusammen. Diese promoten die Produkte intern – dafür erhalten Angestellte einen Rabatt auf eine Bestellung durch den online Shop. Also eine Win – Win Situation für Arbeitgeber, Arbeitnehmer, und auch für uns als Vertrieb.

Auch Arbeitgeber sind an gesunden Mitarbeitern interessiert © Anodyne

Welche Rolle nimmt Social Media bei Ihnen ein und setzen Sie auch auf Testimonials?

Die sozialen Medien sind in unserem online Geschäft das A & O. Nicht nur helfen sie bei unseren Zielgruppen präsent zu sein und den Brand aufzubauen, sondern sind auch für die Konversionsraten enorm wichtig.

Testimonials sehe ich bei unseren Produkten ebenfalls als sehr wichtig an. Da wir jetzt das erste Geschäftsjahr hinter uns haben, und erfolgreich eine Kundenbasis aufbauen konnten, möchten wir Erfahrungen im Zusammenhang mit haltungskorrigierender Kleidung auch vermehrt nutzen. Auf TrustPilot hat jeder Kunde die Möglichkeit seine Erfahrungen mit dem Produkt & Service zu teilen. Weiter haben wir zum Beispiel zehn Schweizer Profisportler, welche die Produkte nutzen, und mir freundlicherweise ihre Statements darüber zugesendet haben. Diese werden wir in der Zukunft sicherlich in den Sozial Medien nutzen.

Auch würde ich gerne eine «Haltungs-Community» aufbauen. Dies ganz nach dem Motto: Zusammen gegen Rückenschmerzen. So können also Kunden ihre Geschichten , ob und wie die Produkte ihnen geholfen haben, mit anderen teilen. Bei dieser Kampagne, kann ich mir auch sehr gut vorstellen Testimonials von Experten einzuschliessen.

Wie wird sich dieser Markt in den nächsten Jahren entwickeln und welche Ziele möchten Sie erreichen?

Das Thema Haltung wird hoffentlich immer wichtiger. Man hört jetzt schon Redewendungen wie «Sitzen ist das neue Rauchen». Herr und Frau Schweizer muss sich jedoch noch bewusster werden, wie wichtige eine gesunde Haltung überhaupt ist und welche Einflüsse diese hat.

Momentan gibt es in der Schweiz vielleicht eine Handvoll Anbieter für Haltungsprodukte. Es werden also sicherlich noch einige dazukommen. Dies ist grundsätzlich gut, da es hilft, die Wichtigkeit einer optimalen Haltung in den Vordergrund zu stellen und das Haltungsbewusstsein der Menschen zu steigern. Ich bin gespannt!

Die Produkte gibt es für Damen und Herren © Anodyne

Mehr über Anodyne

https://www.anodyne-shop.ch/

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Swiss CRM Forum 2016 – Veröffentlichung der Swiss Marketing Leadership Studie 2016

Das Swiss CRM Forum, die Marketing Leadership Konferenz, brachte am 8. September mehr als 500 Führungskräfte und Trendsetter in den Bereichen Marketing, Product Management und CRM im Zürcher Kongresshaus zusammen. Nebst spannenden Key-Notes, Best Practice Cases und Workshops konnten sich die Teilnehmenden auch an den Infoständen einiger Anbieter von Lösungen und Beratern, wie am Stand des IMMs, über die neuesten Trends in den jeweiligen Bereichen informieren.

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Ein Höhepunkt des Forums war die Vergabe der Customer Excellence und Marketing Leadership Awards. Institutsleiter Prof. Dr. Brian Rüeger durfte als Präsident der Jury den «Cust­o­mer Excel­lence Award 2016» an die SBB ver­lei­hen. Das Gewin­ner­pro­jekt trägt den Titel: «Kun­den­be­geis­te­rung durch Handlungsspiel­raum am Touch­point Rail­Clean» und über­zeugt durch eine vor­bild­li­chen Kun­den­ori­en­tie­rung an der Peri­phe­rie des Gross­un­ter­neh­mens.

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Den «Mar­ke­ting Lea­dership Award 2016» erhielt ebeam Tech­no­lo­gies, eine Brand der COMET Group. Das Unter­neh­men ver­fügt über eine bahn­bre­chen­den neuen Tech­no­lo­gie, wel­che Unter­neh­men im Fer­ti­gungs­pro­zess hilft, keine oder weni­ger Che­mie ein­zu­set­zen, Ener­gie zu spa­ren und effi­zi­en­ter zu wer­den. Unter­neh­men wie z.B. Tetra Pak set­zen auf ebeam im Pro­duk­ti­ons­pro­zess. Die Anwen­dungs­fel­der sind glo­bal und betref­fen zahl­rei­che unter­schied­lichste Bran­chen.

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Ein weiteres Highlight war die exklusive Präsentation und Launch der Swiss Marketing Leadership Studie 2016 auf dem Swiss CRM Forum. Dieses Jahr konnte sie bereits zum zweiten Mal erfolgreich durchgeführt werden. Das Institut für Marketing Management hat dazu 2660 mittlere und grosse Unternehmen zufällig ausgewählt, von denen 646 an der Umfrage teilgenommen haben. Die Studie hat sich mit dem hochaktuellen Trendthema der digitalen Transformation im Marketing befasst. Die Befragung bei Inhabern, Geschäftsführern, Marketing-, CRM- oder Produktmanagement-Verantwortlichen hat ergeben, dass Schweizer Unternehmen verstanden haben, dass die digitale Transformation das Marketing grundlegend verändern wird. Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der Studie:

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Studie downloaden

Haben Sie Fragen zur Studie? Dann können Sie sich an Marcel Hüttermann unter 058 934 76 98 oder per E-Mail an: marcel.huettermann@zhaw.ch wenden.

Smarte Uhren, Müslüm, Werte und Awards – was ist da los, in der Marketing Welt?

Neulich am SDV Award wurden die Dialog Marketeers der Deutschschweiz für ausserordentlich kreative, konzeptionell herausragende und oft auch messbar erfolgreiche Kundendialoge prämiert. Business as usual. Oder auch nicht, denn die auch in diesem Jahr überaus geglückte Inszenierung wurde im Wesentlichen durch ein besonders unästhetisches, aber uneingeschränkt unterhaltsames Gesicht geprägt: Müslüm.

Der Berner Komiker und Satiriker Semih Yavsaner legte den gewohnt spitzen Humor zu Tage sowie eine ordentliche Portion Polarisierungspotenzial. Die Parodie des Gastarbeiters missglückte nur dann, wenn die scharfsinnige Gesellschaftskritik im Wortschatz eines  sprachlich (zu) Ungebildeten daher kam – dies aber missfiel den schlürfenden Werbern im Saal nicht. Vielmehr offenbarte die penetrant sozialkritische Note seiner Sprüche den aktuellen Zeitgeist einer mit dem Thema Migration oft überforderten Zivilgesellschaft. „Ja, war das jetzt lustig oder nicht?“

Hubelot CEO Biver live (zugeschaltet) am Markenkongress 2016 im Dolder

Hubelot CEO Biver live (zugeschaltet) am Markenkongress 2016 im Dolder

Diese Frage stellte sich zumindest am Markenkongress neulich im bekanntermaßen besten Hotel Zürichs nicht. Denn hier inszenierte der Beratungsarm der Hochschule St. Gallen htp im exklusiven Dolder Campus die aktuelle Schweizer Markenwelt – nicht als Award Night sondern als instruktiver Bildungstag aber mit obligater Preisverleihung. Und siehe da: auch hier wieder ein sozialkritische Note und dies sogar aus dem Munde des Swiss Academy of Marketing Science Awards Gewinners Jean-Claude Biver: „Ethik gehört zum Erfolg und das bedeutet teilen, Respekt und verzeihen“. Der Applaus eines durchaus aufgeklärten Plenums war ihm sicher.

Das Thema Werte, Ethik und insbesondere, deren konkrete Umsetzung in der Praxis von Marketeers ist eine brandaktuelle Fragestellung. „Respekt ist, wenn Sie in ihrem Unternehmen eine Frauenquote von über 40% haben und deshalb einen Kinderhort einrichten“ meinte Biver. C’est bien claire. Es geht darum, wie sich Unternehmen angesichts einer schnell drehenden Technologiezahl und daraus resultierenden Marktpotenziale verhalten und kommunizieren aber auch verhalten. Die Diskussion ist damit (ein weiteres Mal) eröffnet.