Kommunikationsklinik: Schnelle Hilfe für KMU in Krisenzeiten

Wie vermittelt man der Belegschaft Kurzarbeit? Wie informiert man die Kunden, dass man trotz Krise geöffnet hat? Und sollen laufende Marketingkampagnen gestoppt werden? Die Corona-Krise fordert viele Unternehmen kommunikativ heraus. Mit dem neulancierten Angebot der «Marketing-Kommunikationsklinik» will die Fachstelle für Communication & Branding des Instituts für Marketing Management an der ZHAW insbesondere KMUs unter die Arme greifen, damit diese die Krise zumindest kommunikativ unbeschadet überstehen.

Die Corona-Krise trifft die schweizerische Wirtschaft hart. Viele kleine und mittlere Unternehmen sind gezwungen, entweder ihre Dienstleistungen ganz einzustellen oder aufgrund der geänderten Auftragslage auf Kurzarbeit umzustellen bzw. ihren Personalbestand zu reduzieren. Die langfristigen Folgen für die Wirtschaft, aber auch für die Unternehmen sind aktuell schwer abschätzbar.

Klar ist indes, dass sich viele KMUs mit kommunikations- und marketingtechnischen Herausforderungen konfrontiert sehen, die sie bisher nicht kannten. Vielfältige Fragen stehen an: Wie informiert man die Belegschaft über Kurzarbeit? Wie lässt man die Kunden wissen, dass das eigene Geschäft immer noch geöffnet hat? Über welche Entwicklungen im Betrieb muss man proaktiv informieren? Und welche geplanten Marketingkampagnen sollte man nun stoppen?

Neues Angebot: die Kommunikationsklinik

Die Fachstelle für Communication & Branding des Instituts für Marketing Management will in dieser schweren Zeit KMU-Betrieben, die sich mit solchen Herausforderungen konfrontiert sehen, unter die Arme greifen und hat dazu ein neues Angebot lanciert: Im Rahmen der «Marketing-Kommunikationsklinik» stellen die Experten der Fachstelle ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zur Verfügung, um die Unternehmen in konkreten Kommunikations- und Marketingfragen zu beraten. Das Angebot ist kostenlos und richtet sich in erster Linie an kleine und mittlere Unternehmen und Organisationen, die in der jetzigen Krisenzeit herausgefordert sind und konkrete Kommunikationsmassnahmen ergreifen müssen, gleichzeitig aber nicht die Mittel haben, die grossen Agenturen mit der Krisenkommunikation zu beauftragen.

Die Marketing-Kommunikationsklinik bietet in Form von rund einstündigen Online-Coachings Unterstützung in allen Kommunikationsanliegen an, die mit der aktuellen Krise in Zusammenhang stehen. Dabei kann es um interne wie auch um externe Kommunikationsmassnahmen gehen, aber auch um kommunikative Herausforderungen für Zeit nach der Krise. Denn auch auf diese gilt es, sich jetzt schon vorzubereiten.

Die Kommunikationsklinik – schnelle kommunikative Hilfe für KMUs © Pixabay

Unkomplizierte und rasche Hilfestellung

Konkret melden sich die Unternehmen mittels eines Emails an, in welchem sie neben einigen Angaben zu ihren Betrieben auch die konkreten Problem- und Fragestellungen, mit denen sie sich aktuell konfrontiert sehen, schildern. Ebenfalls sollten sie angeben, ob es sich um eine zeitlich dringliche Anfrage handelt.

Nach Eingang des Beratungsgesuchs werden die Unternehmen kontaktiert und ein Beratungstermin wird festgesetzt. «Wir wollen den KMUs in dieser schwierigen Zeit unkompliziert und rasch helfen, mit denen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen», erklärt Dr. Adrienne Suvada, Leiterin der Fachstelle für Communication & Branding. «Wir werden uns wirklich bemühen, alle Anfragen so rasch wie möglich zu bearbeiten, doch je nach Andrang kann es auch Wartelisten geben.»

Kontaktemails für die Marketing-Kommunikationsklinik:

Dr. Adrienne Suvada: adrienne.suvada@zhaw.ch

Dr. Adis Merdzanovic: adis.merdzanovic@zhaw.ch

https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/imm/ueber-uns/fachstellen/communication-branding/marketing-kommunikationsklinik/

«Oft dauert es länger als 9 Monate»

Von Pascal Thoma

Es ist noch kein Grund zur Sorge, wenn es mit dem Schwangerwerden nicht auf Anhieb klappt. Sanitas lanciert mit «Kinderwunsch» eine neue Zusatzversicherung, die Kundinnen und Kunden auf ihrem Weg zum eigenen Baby unterstützt. Gleichzeitig thematisiert Sanitas damit ein Tabu, denn obwohl in der Schweiz jedes sechste Paar ungewollt kinderlos ist, wird darüber meist geschwiegen.

Der Kinderwunsch ist bei vielen Paaren ein wichtiges Thema (© Sanitas)

Eine Schwangerschaft ist keine Selbstverständlichkeit

Selbst bei optimalen Bedingungen liegt für eine 25-jährige Frau die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis bei 25 Prozent pro Zyklus (1). Mit dem Älterwerden sinkt die Wahrscheinlichkeit kontinuierlich und liegt bei einer 35- bis 40-jährigen Frau im Durchschnitt nur noch bei ca. 5 Prozent pro Zyklus (1). Beim Mann sinkt die Fruchtbarkeit ab dem 40. bis 45. Lebensjahr ebenfalls (2).

Wahrscheinlichkeit pro Zyklus für eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg. (© Kliniken Pro Crea & Fiore)

1970 war ein Drittel der Frauen in der Schweiz bei der Erstgeburt ihres Kindes unter 25 Jahre alt. 2018 waren es gerade noch 5,9 Prozent. Heute sind die meisten Frauen bei der Erstgeburt zwischen 30 und 35 Jahre alt (38,7 Prozent). Ganze 33 Prozent sind sogar 35 und älter, wie die nachfolgende Grafik zeigt (3). Bei einer Absetzung der Verhütung dauert es im Schnitt sechs bis zwölf Monate, bis eine Frau schwanger wird (4). In der Schweiz bleibt dennoch rund jedes sechste Paar ungewollt kinderlos (5).

Die meisten Frauen in der Schweiz sind heute bei der Geburt ihres ersten Kindes 30 bis 34 Jahre alt. (© BFS 2019 – BEVNAT)

Erste Kinderwunschversicherung der Schweiz

Die Zahlen zeigen, dass sich der Kinderwunsch zunehmend in ein reiferes Alter verlagert, und zwar auf Kosten der Fruchtbarkeit. Die heutigen medizinischen Möglichkeiten bieten höhere Chancen, dass es auch später mit der Familiengründung klappt. Die Behandlungen sind allerdings kostspielig und nur begrenzt in der Grundversicherung enthalten. Mit der Zusatzversicherung Kinderwunsch unterstützt Sanitas Ihre Kundinnen bei der Erfüllung eines Lebenstraums.

Die Versicherung ermöglicht den Kundinnen zusätzliche Versuche und Massnahmen, um schwanger zu werden, und ergänzt die Leistungen der Grundversicherung. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Behandlungen bei der Frau, weshalb die Zusatzversicherung Kinderwunsch nur von Frauen abgeschlossen werden kann. Von folgenden Vorteilen können Versicherte profitieren:

  • Zusätzliche Versuche bei künstlicher Befruchtung
  • Genetische Untersuchungen des Embryos und pränatale Tests
  • Zugang zu ausgewählten Kinderwunschkliniken in der Schweiz
  • Kostenloser Fruchtbarkeitstracker von Ava

Prominente Gäste sprechen offen über den Kinderwunsch

Sanitas hat die Lancierung der Zusatzversicherung Kinderwunsch zum Anlass genommen, offen über ein Tabuthema zu diskutieren. Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Christian De Geyter (Unispital Basel), Prof. Dr. med. Bruno Imthurn (SGGG), Lea von Bidder (Ava) und Yonni Moreno Meyer (Schweizer Bloggerin und Kolumnistin) wurde an einem Roundtable der offene Dialog über Fruchtbarkeitsprobleme gestartet. Die Gäste waren sich dabei einig, dass es möglich sein soll, den eigenen Kinderwunsch zu versichern. Das Wichtigste sei aber nach wie vor, sich frühzeitig Gedanken zu machen und rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Fruchtbarkeitsprobleme wurden und bleiben zunehmend ein wichtiges Thema unserer Gesellschaft. Kinderwunsch ist eine erste Antwort darauf.

Alle weiteren Informationen zur Roundtable-Diskussion: https://www.sanitas.com/de/privatkunden/kontakt-hilfe/gut-zu-wissen/news/roundtable-kinderwunsch.html

Mehr zum Thema:

Quellen:

(1) Kliniken Pro Crea & Fiore: https://www.avawomen.com/de/avaworld/hast-du-das-gewusst-fakten-uebers-schwanger-werden/

https://www.fiore.ch/de/ihr-weg-zum-wunschkind/ursachen

https://www.procreaivf.de/de/unfruchtbarkeit

(2) USZ: http://www.repro-endo.usz.ch/fachwissen/kinderwunsch-sterilitaet/seiten/ungewollt-kinderlos.aspx

(3) BFS 2019 – BEVNAT: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/geburten-todesfaelle/geburten.html

(4) Techniker: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/schwangerschaft-und-geburt/fruchtbarkeitsstoerungen-was-geschieht-bei-der-befruchtung-2013476

(5) USZ: http://www.repro-endo.usz.ch/fachwissen/kinderwunsch-sterilitaet/Seiten/default.aspx

Über den Autor

Pascal Thoma (31) arbeitet seit 5 Jahren bei der Sanitas Krankenversicherung AG. Als Marketing Manager im Vertriebsmanagement ist er verantwortlich für die Marketing- und Kommunikationsmassnahmen für Vertriebspartner (B2B). Im Rahmen seiner Ausbildung zum MAS (Master of Advanced Studies) in Marketing Management besucht er den letzten CAS (Marketing- und Corporate Communications). Damit möchte er sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation wichtiges Know-how für seine Zukunft erlangen.

Mut zur humorvollen Kommunikation

Von Selina Beyeler

Wenn wir lachen, löst das ein Glücksgefühl in uns aus. Es macht uns zufrieden, was sich wiederum positiv auf unsere Produktivität auswirkt. Und dass Lachen gut für die Gesundheit ist, wissen wir alle auch nicht erst seit der legendären Ansprache von Bundesrat Johann Schneider-Ammann zum Tag der Kranken. Das Plädoyer lautet also: mehr Humor in der Kommunikation.

Bei Humor in der Unternehmenskommunikation hört der Spass oft auf. Zu gross ist die Angst der Chefetage, sie könnten von den Angestellten, der Kundschaft oder weiteren Stakeholdern nicht mehr ernst genommen werden. Natürlich ist das auch der Fall, «wenn der Chef oder die Chefin einfach den ganzen Tag mit der roten Clown-Nase im Gesicht rumläuft», sagt Marco Thomann, Humor-Experte. Wenn die Führungskraft den Humor jedoch ganz natürlich einbringt und sich getraut, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, gehen ihr weder der Respekt noch die Glaubwürdigkeit gegenüber ihren Stakeholdern verloren, im Gegenteil: Sie kann sie stattdessen für sich gewinnen.

«Ich will den Leuten ein gutes Gefühl geben»

Marco Thomann ist Radio-Journalist, Medien-Coach und schreibt Gags für verschiedene Comedians, darunter auch für das Cabaret-Duo Divertimento. Für diesen Beitrag hat er diverse Fragen beantwortet und kommt hier als Experte zu Wort. Thomann hat die Grundhaltung, dass er das Leben nicht allzu ernst nimmt. Beim Moderieren lässt er dieses Lebensmotto gern einfliessen, erzählt von lustigen Alltagssituationen und hat dabei nur ein Ziel: «Was ich erreichen will, ist, den Leuten mindestens ein Schmunzeln abzugewinnen und ihnen am Ende des Beitrags ein gutes Gefühl zu geben.» Es sei wichtig, dass der Humor in keinem Fall aufgesetzt sei – ob bei ihm in einer Moderation oder auch bei einer Führungskraft. «Man kann nicht meinen, in einem «Bünzli-Betrieb» plötzlich Comedy machen zu müssen, nur weil das grad momentan hip ist und gut ankommt. Es muss in der Natur des Unternehmens oder der Führungsperson sein. Alles, was aufgesetzt ist, kommt nicht gut an. Humor muss ehrlich und echt sein.»

Humor ist wichtig in der Unternehmenskommunikation (Bild: Pixabay)

Infotainment – auch in der Krise

Die School of Management and Law der ZHAW hat sich die humorvolle Kommunikation in ihrem Imagefilm zu eigen gemacht. Das war aber auch nur deshalb möglich, weil der Rektor der Schule dazu bereit war, Humor einfliessen zu lassen. Marco Thomann befindet das Video als grossartig – es sei genau so, wie es eben sein müsse: Man nimmt sich selbst nicht so ernst und gestaltet etwas Langweiliges (das Aufzählen, was die Schule alles bietet) unterhaltsam mit etwas Humor. «Das Einzige, was mich stört, ist, dass die Aludose in den normalen Abfall geworfen wird.» Gerade in der aktuellen Zeit, in der das Coronavirus grassiert, zeigt sich, dass man ernsthafte Kommunikation – ja sogar Krisenkommunikation – mit Humor anreichern kann. So betreiben zum Beispiel das Newsportal Watson sowie Radio Energy auf Instagram sehr gutes Infotainment. Sprich Content, der sowohl informiert als auch unterhaltet. Ein sehr gutes Beispiel in Sachen Infotainment ist ein Video von zwei Comedians, von denen der eine neben Comedian auch Radio-Moderator und der andere Arzt ist:

https://www.youtube.com/watch?v=WwfvX3w0W1s&fbclid=IwAR3xLoSTdHgySEjJlnM_r1QHh6VCnk1a0Ii4F8fC0KenXMgnEUQapvG1ego
Das BAG teilt das Video von Stefan Büsser und applaudiert ihm dafür (Screenshot Twitter Account BAG).

Obwohl die Situation alles andere als lustig ist, schaffen es die beiden Comedians, das Thema unterhaltsam und informativ zugleich ans Publikum weiterzugeben, da sie es mit Witz und Humor untermalen. Wir können uns danach an das Video und gewisse Inhalte darin erinnern – bestimmt nicht nur an die lustigen. Dass ein solches Video sehr viel Feingefühl, Überlegungen zur Wortwahl und worüber man genau einen Witz und Vergleiche machen will, voraussetzt, ist unumstritten. Und natürlich gibt es auch hier Leute, die das überhaupt nicht lustig finden und für total unangebracht halten. Wer jedoch denkt, dass in der Krise Humor nicht angebracht ist, ist definitiv auf dem falschen Pfad.

Mutig den Grat bewandern

Humorvolle Kommunikation oder Humor generell ist immer eine Gratwanderung. Denn Humor ist eine Geschmackssache und es gibt sehr viele Unterschiede: von trockenem über schwarzem bis zu einfachem Humor und der dazu gegensätzlichen Ironie. Man kann es bekanntlich nie allen recht machen. Doch, um hier nochmals den Grundsatz von Marco Thomann zu nennen: Wenn die Zielgruppe nur schon schmunzelt, hat sich der Beitrag bereits gelohnt. Zu beachten dabei ist, dass die humorvolle Kommunikation zu den Personen, die kommunizieren, passen muss. Humor sei zwar lernbar, da es ein Handwerk ist, sagt Thomann. Doch bei Humor stehe Natürlichkeit und Ehrlichkeit pur an erster Stelle und wenn das nicht der Fall ist, sprich nur aufgesetzt ist, dann kippt das Ganze ins Lächerliche und kommt dementsprechend nicht oder falsch an. Warum also nicht dem Chef oder der Chefin, der oder die nun einmal von sich aus nicht sehr humorvoll ist, eine Moderatorin oder einen Moderator zur Seite stellen, die oder der humorvoll ist und das gut rüberbringen kann und so die Infos der Vorgesetzten mit Witz und Charme umrahmt? Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Das Setting ist entscheidend

Humorvolle Kommunikation ist immer auch eine mutige Kommunikation: «Besonders dort, wo eine souveräne und seriöse Kommunikation gefragt ist, soll diese natürlich auch gegeben werden. Das Setting muss einfach stimmen. Wir wollen einen Banker, geschweige denn den Pfarrer nicht in Badehosen sehen. Und doch: Gerade am Beispiel von diversen Polizeistationen, die humorvoll auf Twitter kommunizieren, sieht man, dass es eben auch grad in solchen Situationen geht. Obwohl von der Polizei eine seriöse Kommunikation erwartet wird, hat sie gemerkt, dass ihre humorvollen Tweets mehr Retweets generieren und sie so ein grösseres Publikum erreichen», fügt Marco Thomann an. Natürlich müsse auch dies jeder Situation angepasst werden und der Feuerwehrkommandant könne auch weiterhin nicht in seinen Freizeitklamotten ein Statement zum letzten Brand geben. Das müsse er weiterhin in Uniform machen, ansonsten würden sich die Leute wohl fragen, was denn das für ein «Lotteri-Betrieb» sei.

Happiness in Wirtschaft und Wissenschaft

Humor und Glücklichsein ist längst nicht mehr nur ein Freizeit-Thema. Die Wissenschaft forscht schon lange daran, was «Happiness» für einen Impact auf uns Menschen hat. Ergebnisse wie eine Produktivitätssteigerung in einem «happy» Umfeld haben auch Anklang bei der Wirtschaft gefunden. So gewinnt die positive Psychologie immer mehr an Wichtigkeit und das Thema «Happiness» wird uns wohl in Zukunft auch am Arbeitsplatz noch öfter über den Weg laufen. Auch an der School of Management and Law der ZHAW beschäftigen sich verschiedenste Personen mit diesem Thema. Fünf von ihnen haben sich im folgenden Beitrag dazu geäussert: 59 Sekunden Happiness.

Lächeln habe die Macht, eine schwierige Situation zu entschärfen, ist Marco Thomann der Meinung. Lächeln entspannt uns. Lächeln gibt uns ein gutes Gefühl. Also lasst uns mit unserer Kommunikation die Leute vermehrt zum Lächeln animieren – in jeder Situation.

Zum Experten:

Marco Thomann kommt aus Luzern, ist Radio-Journalist bei SRF 3 und SRF 1, schreibt als Comedy-Autor für diverse Comedians, hauptsächlich fürs Cabaret-Duo Divertimento und coacht Medienschaffende. Dazu ist er noch Mitinhaber der Maskenmanufaktur Luzern und – wie könnte es anders sein – leidenschaftlicher Fasnächtler.

Über die Autorin

Als Online Managerin an der School of Management and Law der ZHAW arbeitet Selina Beyeler am Puls der Kommunikation – hauptsächlich online, auch mal offline, per Text, Video und Foto. Momentan besucht sie den CAS Marketing- und Corporate Communications, um die Kommunikation auch noch aus Sicht des Marketings kennenzulernen.

Marketingführung während und nach der Krise

Die aktuelle Pandemie hat auch Auswirkungen auf Marketingführungskräfte. Wie soll man jetzt sein Marketing ausrichten und wie bereitet man sich auf die Zeit nach der Krise vor? Welche Fähigkeiten brauchen die CMOs jetzt? Dies beantwortet uns der Leiter des Instituts für Marketing Management, Prof. Dr. Brian Rüeger.

Die Corona-Krise hat viele in ihrer Wucht überrascht, unter anderem auch Marketingführungskräfte. Nicht nur arbeiten viele Teams nun im Home Office, auch viele Kampagnen mussten gestoppt werden und viele Aufträge sind gestrichen worden. Was sollen Marketingführungskräfte jetzt tun, wie halten sie ihr Team zusammen?

In einer Krise zeigt es sich, ob Führungskräfte wahre Leader sind oder nur Manager. Wenn die Dinge gut laufen, können viele führen. Im Moment sind die Unternehmen sehr unterschiedlich von der Krise betroffen. Was für die einen völliger Stillstand ist, kann für die anderen Schichtarbeit bedeuten. Im Vordergrund stehen nicht mehr die klassischen Marketingziele wie Wachstum, Gewinnung von Marktanteilen und neue Produkte und Services, sondern vielmehr Liquiditätssicherung, Stabilisierung, Risikomanagement, Prozessumstellung und, als wichtigste Aufgabe von Führungskräften in einer Krise, das Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Grundsätzlich verkürzt sich für alle der überblickbare Zeithorizont auf Flug auf Sicht, was für die meisten nur Tage oder Wochen bedeutet.

Für Prof. Dr. Brian Rüeger stehen nun nicht mehr die klassischen Marketingziele im Vordergrund

Wenn praktisch die ganze Welt mit einem Virus kämpft, ist es moralisch überhaupt vertretbar noch Marketing zu betreiben? Etwas überspitzt gesagt, darf ich profane Produkte noch bewerben?

Dem ist grundsätzlich nichts Neues entgegenzusetzen, nur haben sich für viele die Prioritäten schlagartig verschoben und das reine Überleben ist in den Vordergrund gerückt. Zentral ist jedoch, dass sich durch die Krise das Mediennutzungsverhalten der Konsumenten von einem Tag auf den anderen massiv verschoben hat. Und obwohl sich die Märkte nach der Krise wieder erholen werden, die Welt wird nicht mehr die Gleiche sein. Werte werden verschoben, Verhalten und Einstellungen ändern sich. Ich muss wissen, was genau passiert und wie ich das Unternehmen neu darauf ausrichten kann. Das wird auch Auswirkungen auf die Kommunikation und mein Werbeverhalten haben.

Marketing wird nicht nur in Unternehmensabteilungen betrieben, da hängen diverse Agenturen und Einzelfirmen dran. Was würden Sie raten, wie sollten CMOs und die externen Dienstleister in dieser Zeit vorgehen?

In einer Krise sollte, im Privaten wie im Geschäft, nicht nur auf sich geschaut werden. Eine Krise bietet immer viele Gelegenheiten, langfristig wertvolle Beziehungen zu pflegen und zu zeigen, wer ich bin und für was ich stehe. Wenn ich alle Partner im Geschäft fallen lasse, wird das wie ein Bumerang später auf mich zurückkommen. Die Krise ist irgendwann vorbei und das Leben wird weiter gehen. Wir werden uns erinnern, wie Unternehmen und Geschäftspartner sich in der Krise uns gegenüber verhalten haben und umgekehrt. Wer die Möglichkeit hat, sollte Solidarität zeigen, es ist das beste Investment in die Zukunft.

Ein CMO ist auch unternehmensintern eine wichtige Figur. Durch die Krise wurde die Bedeutung der Digitalisierung schlagartig sichtbar. Nicht alle CMOs sind aber dafür gerüstet, auch persönlich. Welche Möglichkeiten gibt es, wenn man hier aktuell seine Kompetenzen auffrischen muss?

CMOs müssen lernen, mit einer sich stetig erhöhenden Dynamik und einer gleichzeitig wachsenden Komplexität umzugehen. Das hat Auswirkungen auf Strategie, Kultur und Prozesse. Wir haben hierfür den Executive Master in Marketing Leadership entwickelt, speziell für Führungskräfte. Es geht nicht nur um ein kleines Auffrischen der Kompetenzen, sondern darum, wie CMOs das gesamte Unternehmen digital transformieren können, damit diese Transformation nicht an den Kundenbedürfnissen vorbei geht. Es geht darum zu verstehen, wie sich die Spielregeln verändern und wie ich meine Marketingkompetenzen aufstellen muss, um langfristig erfolgreich zu agieren. Die Krise hat die Relevanz dieses Lehrgangs massiv verschärft.

Die CMOs müssen gerade jetzt ihre Kompetenzen schärfen und die Kundenbedürfnisse im Blick haben (Bild: Pixabay)

In Bezug auf die Weiterbildung, wie sehen Sie aktuell die Lage? Streichen die Leute ihre geplanten Weiterbildungen oder setzen sie umso mehr auf eine Weiterentwicklung?

Einerseits hat «Life Long Learning» noch lange nicht seinen Zenit erreicht und andererseits verhält sich die persönliche Weiterbildungsnachfrage immer antizyklisch und die Nachfrage nach unternehmensinterner Weiterbildung immer zyklisch zur Konjunktur. Genau das sehen wir auch in der aktuellen Krise. Zahlreiche Unternehmen stornieren und verschieben Inhouse-Schulungen, welche wir für sie massschneidern. Hingegen wächst das Interesse an persönlichen Weiterbildungen stark, vielleicht auch gerade, weil wir alles auf digital umgestellt haben. Nur wenige müssen aus persönlichen Gründen ihre aktuelle Weiterbildung verschieben.

Zum Schluss, wie solle man sein Marketing nun aufstellen, damit man auch nach der Krise wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren kann?

Nachdem das Unternehmen stabilisiert ist, sollte man die Zeit nutzen, um mit dem Marketing das ganze Unternehmen vorwärts zu bringen. Die Frage stellt sich: Wie sieht das Next Level Marketing für Ihr Unternehmen aus? Die aktuellen Kompetenzen müssen analysiert und ein sinnvoller, durchführbarer Entwicklungspfad aufgezeichnet werden. Jedes Unternehmen muss wissen, was für sie «Next Level Marketing» bedeutet und was sie dazu benötigen. Dann kann Marketing nicht nur den Lead in der Digitalen Transformation, sondern auch den Lead im Neuaufbau nach der Krise übernehmen.