{"id":3271,"date":"2026-03-17T11:16:08","date_gmt":"2026-03-17T10:16:08","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/lehren-und-lernen\/?p=3271"},"modified":"2026-03-17T11:16:09","modified_gmt":"2026-03-17T10:16:09","slug":"grenzenlos-lernen-mit-coil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/lehren-und-lernen\/grenzenlos-lernen-mit-coil\/","title":{"rendered":"Grenzenlos lernen mit COIL"},"content":{"rendered":"\n<p><em>L\u00e4sst sich interkulturelle Kompetenz vermitteln, ohne dass Studierende jemals eine Grenze \u00fcberqueren? Die Antwort lautet Ja: durch Collaborative Online International Learning (COIL). Dieser p\u00e4dagogische Ansatz erm\u00f6glicht eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Studierenden aus verschiedenen L\u00e4ndern \u00fcber digitale Plattformen und verwandelt kulturelle Unterschiede in Lernchancen. Dieser Blogbeitrag teilt praktische Erkenntnisse aus der Konzeption und Umsetzung von \u00abRedefining Leadership in the Digital Age\u00bb, einem von Movetia gef\u00f6rderten COIL-Projekt zwischen der ZHAW, der LUMSA (Italien), der Kyiv School of Economics (Ukraine) und der Grenoble Ecole de Management (Frankreich). Egal ob Sie Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen, Pflege, Design oder ein anderes Fach unterrichten \u2013 COIL kann Ihren Lehrplan internationalisieren, ohne die Kosten und logistischen Herausforderungen eines Auslandsstudiums. In diesem Blog Post erfahren Sie, wie Sie ein wirksames COIL-Projekt in Ihrer Disziplin gestalten k\u00f6nnen, aufbauend auf den Erkenntnissen unserer eigenen Projekterfahrung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ein Beitrag von <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/moel\">Matteo M\u00f6sli<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/sml\/institute-zentren\/imi\">International Management Institute<\/a>, SML)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-929a2a05565bc5cef75b469410dfdddd\" id=\"h-einleitung-die-herausforderung-fur-die-hochschullehre\">Einleitung: Die Herausforderung f\u00fcr die Hochschullehre<\/h2>\n\n\n\n<p>Die heutigen Studierenden und Teilnehmenden in der Weiterbildung werden in zunehmend globalen, digitalen und internationalen Umfeldern arbeiten. Dennoch f\u00e4llt es der traditionellen Hochschullehre schwer, sie auf diese Realit\u00e4t vorzubereiten. Auslandsstudienprogramme erreichen nur einen Bruchteil der Studierenden. Gastvorlesungen internationaler Partner bieten Einblicke, aber keine nachhaltige Zusammenarbeit. Fallstudien \u00fcber interkulturelle Situationen k\u00f6nnen die Komplexit\u00e4t interkultureller Teamarbeit nicht abbilden.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau hier bietet Collaborative Online International Learning (COIL) eine \u00fcberzeugende L\u00f6sung. COIL ist ein bildungsorientierter Ansatz, der Online-Technologien nutzt, um den Lehrplan durch nachhaltige, bedeutungsvolle Zusammenarbeit zwischen Studierenden aus verschiedenen L\u00e4ndern, Kulturen und Bildungssystemen zu internationalisieren \u2013 alle arbeiten gemeinsam an geteilten Herausforderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Unterschied zu Auslandsstudienprogrammen ist COIL:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Zug\u00e4nglich:<\/strong> Keine Reisekosten, Visaanforderungen oder physische Mobilit\u00e4t erforderlich<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Skalierbar:<\/strong> Kann viele Studierende innerhalb eines Kurses erreichen<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Nachhaltig:<\/strong> Bietet wochenlange regelm\u00e4ssige Zusammenarbeit, nicht nur punktuelle Austausche<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Authentisch:<\/strong> Schafft gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit, bei der kulturelle Unterschiede die Ergebnisse beeinflussen<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Messbar:<\/strong> Erm\u00f6glicht eine fundierte Beurteilung der Entwicklung interkultureller Kompetenz<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Gestaltung eines COIL ist jedoch nicht einfach. Wie entwickelt man Aufgaben, die echte Zusammenarbeit erfordern statt paralleler Arbeit und punktueller Interaktionen? Wie verwandelt man kulturelle Unterschiede von Hindernissen in Lernchancen? Wie strukturiert man Aktivit\u00e4ten \u00fcber Zeitzonen und verschiedene akademische Studienpl\u00e4ne hinweg? Und entscheidend: Wie stellt man sicher, dass Studierende interkulturelle Kompetenz entwickeln, anstatt bloss Stereotypen zu verst\u00e4rken?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-9ec6c2a69960aaa9d97361e491b3e9fa\" id=\"h-was-coil-besonders-macht-ein-interkulturellen-lernraum-schaffen\">Was COIL besonders macht: Ein interkulturellen Lernraum schaffen<\/h2>\n\n\n\n<p>Bevor wir uns den Gestaltungsprinzipien widmen, ist es wichtig zu verstehen, was COIL p\u00e4dagogisch einzigartig macht. COIL ist nicht bloss Gruppenarbeit mit internationalen Studierenden. Es ist die gezielte Schaffung eines interkulturellen Lernraums, in dem:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Kulturelle Unterschiede p\u00e4dagogisch grundlegend sind:<\/strong> Anstatt kulturelle Unterschiede zu minimieren oder zu gl\u00e4tten, macht COIL sie sichtbar und nutzt sie als Lernchancen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Studierende interkulturelle Kompetenz durch Erfahrung entwickeln<\/strong> und kulturelle Komplexit\u00e4t auf dem Weg zu gemeinsamen Zielen navigieren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zusammenarbeit authentisch ist:<\/strong> Studierende brauchen die Perspektiven, das Wissen und die F\u00e4higkeiten der anderen Gruppenmitglieder, um erfolgreich zu sein. Die Arbeit kann nicht in separate Beitr\u00e4ge gem\u00e4ss Zugeh\u00f6rigkeit einer Universit\u00e4t aufgeteilt werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Reflexion systematisch erfolgt:<\/strong> Studierende erleben kulturelle Unterschiede nicht nur, sondern werden angeleitet, diese Erfahrungen durch strukturierte Reflexionen zu verarbeiten und daraus zu lernen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Wir haben eine f\u00fcnfw\u00f6chige Simulation entwickelt, bei der Studierende der ZHAW gemeinsam mit Studierenden von Partnerhochschulen aus Italien, der Ukraine und Frankreich als virtuelle Managementteams gegeneinander antraten und dabei KI-Strategien, ethische Dilemmata und interkulturelle Allianzen navigierten. Unser COIL konzentriert sich zwar auf interkulturelles F\u00fchrungsverhalten und KI-Strategie im unternehmerischen Kontext, doch die Prinzipien gelten f\u00e4cher\u00fcbergreifend. Ob Sie Ingenieurdesign, Gesundheitswissenschaften, Kommunikation oder ein anderes Fachgebiet lehren, das kollaboratives Probleml\u00f6sen erfordert \u2013 diese Erkenntnisse k\u00f6nnen Ihnen helfen, transformative COIL-Erfahrungen f\u00fcr Ihre Studierenden zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-4a119e4d27317005f18a8ee64238fb8f\" id=\"h-gestaltungsprinzip-1-mit-authentischen-problemen-beginnen-die-vielfaltige-perspektiven-erfordern\">Gestaltungsprinzip 1: Mit authentischen Problemen beginnen, die vielf\u00e4ltige Perspektiven erfordern<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Grundlage eines COIL ist eine Aufgabe oder ein Projekt, bei dem kulturelle Vielfalt die Ergebnisse verbessert. In unserem Fall haben wir eine Managementsimulation entwickelt, bei der Schweizer, italienische, ukrainische und franz\u00f6sische Studierende in Managementteams dreier fiktiver Unternehmen eingeteilt wurden \u2013 Innofit, Innovia und Tradifit \u2013 die auf dem Gesundheits- und Fitnessmarkt miteinander konkurrieren. Die Teams trafen w\u00f6chentlich strategische Entscheidungen zu KI-Implementierung, ethischen Dilemmata und Marktpositionierung \u201cihrer\u201d Unternehmen. Diese interkulturelle Zusammensetzung war grundlegend f\u00fcr das Lernenergebnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben drei Arten von Herausforderungen konzipiert: organisatorische, ethische und grenz\u00fcberschreitende Allianzen, erg\u00e4nzt durch eine KI-Entscheidung zu einem der folgenden Bereiche: Erschliessung neuer M\u00e4rkte, Produktentwicklung oder Kostensenkung. Wir nutzten strukturierte Aktivit\u00e4ten, die Studierende dazu aufforderten, ihre kulturellen Hintergr\u00fcnde zu teilen und Unterschiede in Arbeitsstilen, Entscheidungspr\u00e4ferenzen und Kommunikationsnormen zu besprechen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-39f42c5999dbe90e32add6e5bf73620d\" id=\"h-gestaltungsprinzip-2-progressive-komplexitat-aufbauen\">Gestaltungsprinzip 2: Progressive Komplexit\u00e4t aufbauen<\/h2>\n\n\n\n<p>Werfen Sie Studierende nicht sofort in die tiefe interkulturelle Zusammenarbeit. Bauen Sie die Komplexit\u00e4t schrittweise auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Woche 1 \u2013 Fundament:<\/strong> Fokus auf Teambildung und Normsetzung durch Kennenlern\u00fcbungen, die kulturelle Unterschiede produktiv sichtbar machen. Selbsteinsch\u00e4tzung der Kompetenzen der Studierenden im interkulturellen Management, in F\u00fchrung und KI-Zusammenarbeit anhand einer Umfrage. Gemeinsames Teamtreffen mit einem Dozierenden zur Festlegung von Erwartungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wochen 2\u20133 \u2013 Erste Zusammenarbeit:<\/strong> Fokus auf das Erlernen der Zusammenarbeit bei m\u00e4ssig komplexen Aufgaben mit klar definierten Parametern, die jedoch Teamkonsens erfordern. Die Studierenden verfassen eine Selbstreflexion, eingebettet in die Werte und Organisationskultur des fiktiven Unternehmens, dessen Topmanagement sie angeh\u00f6ren. Die Beurteilung ist qualitativ; die Studierenden reflektieren die Dynamik in ihrem Team und erhalten Feedback von den Dozierenden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wochen 4\u20135 \u2013 Fortgeschrittene Integration:<\/strong> Fokus auf komplexes Probleml\u00f6sen, das eine anspruchsvolle kulturelle Integration und die komplexe Herausforderung des Aufbaus von internationalen Unternehmensstrategien erfordert. Abschliessend pr\u00e4sentieren die Teams ihre Ergebnisse und reflektieren gemeinsam den Simulationsverlauf. In Woche 5 erfolgt zudem zweite Selbsteinsch\u00e4tzunsumfrage zur quantitativen Erfassung der individuellen Lernfortschritte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-e5005b04c4c1fd0d1845a585431ea5a0\" id=\"h-gestaltungsprinzip-3-fur-asynchrone-zusammenarbeit-konzipieren\">Gestaltungsprinzip 3: F\u00fcr asynchrone Zusammenarbeit konzipieren<\/h2>\n\n\n\n<p>Geographische Distanz eine Gelegenheit, kritische F\u00e4higkeiten f\u00fcr virtuelle, globale Arbeit zu entwickeln. Wir haben COIL als eine asynchrone Zusammenarbeit so gestaltet, dass Studierende sich flexibel treffen und austauschen k\u00f6nnen, ohne strikte Stundenpl\u00e4ne zu erfordern. Die Studierenden arbeiten w\u00e4hrend der im regul\u00e4ren Unterricht vorgegebenen Zeit, erhalten klare Fristen und Entscheidungspunkte; gemeinsame Dokumente und Kommunikationskan\u00e4le stehen allen Teammitgliedern zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-26e6fe2ed61d9abc3a0abf1ec60e0339\" id=\"h-gestaltungsprinzip-4-systematische-reflexion-einbauen\">Gestaltungsprinzip 4: Systematische Reflexion einbauen<\/h2>\n\n\n\n<p>Interkulturelle Erfahrung allein garantiert kein Lernen. Studierende brauchen strukturierte Gelegenheiten, ihre Erfahrungen zu verarbeiten und interkulturelles Bewusstsein zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Reflexionsstruktur:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>W\u00f6chentliche Entscheidungsbegr\u00fcndungen (200 W\u00f6rter):<\/strong> Teams dokumentierten, WARUM sie jede Entscheidung getroffen haben, was sie dazu zwang, ihre Denk- und Begr\u00fcndungsprozesse sowie kulturelle \u00dcberlegungen zu artikulieren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Teamreflexionen inkl. Video:<\/strong> Studierende reflektierten die allgemeinen Ergebnisse der Simulation, einschliesslich Entscheidungsqualit\u00e4t, Kommunikationsmuster und Konfliktl\u00f6sung und halten ihre wichtigsten Erkenntnisse in einer Videopr\u00e4sentation fest.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Individuelle Reflexion:<\/strong> Selbsteinsch\u00e4tzung der Lernfortschritte w\u00e4hrend COIL.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-938acf743ff4f4d01948e7a375a1d9b5\" id=\"h-gestaltungsprinzip-5-gegenseitige-abhangigkeit-schaffen-nicht-paralleles-arbeiten\">Gestaltungsprinzip 5: Gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit schaffen, nicht paralleles Arbeiten<\/h2>\n\n\n\n<p>Schwach ausgef\u00fchrte COIL-Projekte teilen die Arbeit nach L\u00e4ndern auf: \u00abSchweizer Studierende recherchieren dies, italienische Studierende recherchieren jenes, dann kompilieren wir alles.\u00bb Echte gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit erfordert gemeinsame Verantwortung f\u00fcr Ergebnisse und Aufgaben, bei denen unterschiedliche kulturelle Perspektiven die Qualit\u00e4t tats\u00e4chlich verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>In unserer Simulation gab es eine gemeinsame Verantwortung: Nur der CEO des Teams konnte Entscheidungen einreichen, aber alle Rollen hatten Mitspracherecht. Scheiterte das Team, scheiterten alle. Die Teams konkurrierten gegen andere Unternehmen im gleichen \u00abUniversum\u00bb, was echten Leistungsdruck erzeugte. Die KI-Investitionsentscheidung hatte Markts\u00e4ttigungsdynamiken \u2013 wenn alle Teams stark in eine Strategie investierten, sanken alle Ertr\u00e4ge drastisch. Teams mussten das Verhalten der Konkurrenz antizipieren, was gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit nicht nur innerhalb der Teams, sondern im gesamten Simulations-\u00d6kosystem schuf. Der CTO ben\u00f6tigte die Budgetgenehmigung des CFO, der CHRO pr\u00e4gte die Talentstrategie, die die Operationen des COO beeinflusste, und die Marktpositionierung des CMO beeinflusste alle Entscheidungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Test auf gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>K\u00f6nnen Studierende die Arbeit durch Aufgabenteilung erledigen, ohne wirklich zusammenzuarbeiten? (Wenn ja \u2013 neu gestalten)<\/li>\n\n\n\n<li>Beeinflussen kulturelle Unterschiede die Qualit\u00e4t der Ergebnisse? (Wenn nein \u2013 warum internationale Partner einbeziehen?)<\/li>\n\n\n\n<li>W\u00fcrde die Teamleistung leiden, wenn die Mitglieder keine Perspektiven integrieren? (Wenn nein \u2013 gibt es keine authentische Zusammenarbeit)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-1ee38e0bc3e490e4ca963fb3bb349185\" id=\"h-praktische-umsetzung-gewonnene-erkenntnisse\">Praktische Umsetzung: Gewonnene Erkenntnisse<\/h2>\n\n\n\n<p>Wir nutzten MS Teams, das es erm\u00f6glichte Studierende in mehrere Kan\u00e4le erm\u00f6glichte (gesamte Klasse, Branchengruppen, einzelne Teams) aufzuteilen. Wir stellten sicher, Plattformen zu w\u00e4hlen, die f\u00fcr alle Partnerinstitutionen zug\u00e4nglich sind. Nach unseren Erfahrungen erfordert die Koordination unterschiedlicher akademischer Kalender folgendes Vorgehen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Planung 12\u201318 Monate im Voraus mit der Entwicklung und Abstimmung des Kursmaterials beginnen<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberschneidende Unterrichtswochen finden (auch wenn nicht in derselben Semesterphase)<\/li>\n\n\n\n<li>Flexibilit\u00e4t bei Start- und Enddaten sein<\/li>\n\n\n\n<li>Puffer einplanen, um unterschiedliche institutionelle Einschr\u00e4nkungen zu ber\u00fccksichtigen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Eine regelm\u00e4ssige Koordination zwischen den Dozierenden ist essenziell. Diese erm\u00f6glicht die Besprechung des Lernfortschritts; gemeinsame Beurteilungsraster (in unserem Fall Bestanden\/Nicht-Bestanden); vereinbarte Interventionsprotokolle f\u00fcr Gruppen mit Schwierigkeiten; gemeinsame Reflexion \u00fcber Funktionierendes und Anpassungsbedarf.<\/p>\n\n\n\n<p>Um den Lernfortschritt der Studierenden im COIL zu verfolgen, nutzten wir folgende Tools:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Vor\/Nach-Quantitative Beurteilung:<\/strong> Kulturelle Intelligenz, F\u00fchrungsidentit\u00e4t, KI-Zusammenarbeit, Ethische Entscheidungsprinzipien<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Prozessbeurteilung:<\/strong> W\u00f6chentliche Entscheidungsbegr\u00fcndungen, die die Entwicklung des Denkens zeigen<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Lernbeurteilung:<\/strong> Qualit\u00e4t der abschliessenden Entscheidungen und Pr\u00e4sentationen<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Reflexionsbeurteilung:<\/strong> Tiefe des interkulturellen Lernens in individuellen Reflexionen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Unser erster Durchgang umfasste 67 Studierende, betreut von 4 Dozierenden. Die ideale Teamgr\u00f6sse liegt bei 4\u20136 Studierenden pro Team.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-d39339f29a0809cdc6507171d8e45461\" id=\"h-erfolgsmessung-was-wir-gelernt-haben\">Erfolgsmessung: Was wir gelernt haben<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Beurteilungen st\u00fctzen sich auf validierte Instrumente aus der Forschungsliteratur und spiegeln wider, was effektives interkulturelles F\u00fchren im digitalen Zeitalter tats\u00e4chlich erfordert. Die quantitativen Befunde der ersten Durchf\u00fchrung mit 15 COIL-Teams zeigen einen bedeutsamen Anstieg der kulturellen Intelligenz der Studierenden \u00fcber den Simulationszeitraum, was darauf hindeutet, dass immersive, rollenbasierte Zusammenarbeit in multinationalen Teams interkulturelle Kompetenz f\u00f6rdert. Dar\u00fcber hinaus zeigen die Ergebnisse, dass ethische Entscheidungskompetenz einen signifikant positiven Einfluss auf die Simulationsleistung der Studierenden hatte \u2013 Studierende, die sorgf\u00e4ltiger \u00fcber ethische Abw\u00e4gungen nachdachten, trafen auch unter Wettbewerbsbedingungen effektivere strategische Entscheidungen. Die qualitativen Ergebnisse zeigen, dass interkulturelle F\u00fchrungskompetenz nicht durch hierarchische Autorit\u00e4t oder nationales Kulturwissen entstand, sondern durch kollektives Sinnstiften und aktive Gefolgschaft. Teams, die sich konsequent an den Werten ihres Unternehmens orientierten, erzielten st\u00e4rkere Lernergebnisse und l\u00f6sten Konflikte konstruktiver. Kulturelle Intelligenz entwickelte sich dabei \u00fcberwiegend implizit \u2013 durch wiederholte Interaktion und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Wertelogiken. Sprachliche Unterschiede wurden kaum als Hindernis wahrgenommen, was darauf hindeutet, dass das Modul sprachliche Vielfalt erfolgreich als selbstverst\u00e4ndliche Rahmenbedingung internationaler Zusammenarbeit normalisiert hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-vivid-cyan-blue-color has-text-color has-link-color wp-elements-33d498ca4ee9e2e7812d81653c18d3b0\" id=\"h-fazit-globale-kompetenz-fur-die-fachleute-von-morgen-aufbauen\">Fazit: Globale Kompetenz f\u00fcr die Fachleute von Morgen aufbauen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die F\u00fchrungskr\u00e4fte von morgen werden in multikulturellen Umfeldern arbeiten. Sie navigieren durch st\u00e4ndigen Wandel, f\u00fchren virtuelle Teams \u00fcber Zeitzonen und Kulturen hinweg, treffen Entscheidungen unter Unsicherheit und balancieren konkurrierende Stakeholder-Interessen, die von unterschiedlichen kulturellen Kontexten gepr\u00e4gt sind. Zudem erfordert das digitale Zeitalter nicht nur neue technische F\u00e4higkeiten, sondern neue Denkweisen \u00fcber Zusammenarbeit, F\u00fchrung und Probleml\u00f6sen \u2013 Ans\u00e4tze, die aus unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Denkweisen entstehen. Genau das bietet COIL: einen zug\u00e4nglichen, skalierbaren Ansatz zur Entwicklung der F\u00e4higkeit, kulturelle Komplexit\u00e4t zu navigieren, unterschiedliche Perspektiven zu integrieren und das eigene Verhalten kontextabh\u00e4ngig anzupassen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend wir unser COIL-Projekt weiterentwickeln und erste Belege f\u00fcr seine Wirkung sehen, sind wir \u00fcberzeugt, dass dieser Ansatz die Zukunft der Hochschullehre darstellt. Nicht als Ersatz f\u00fcr Auslandsstudien, sondern als Erg\u00e4nzung. Nicht als Abschaffung von Gruppenarbeiten oder Vorlesungen, sondern als Bereicherung. Als Schaffung von Lernerfahrungen, die Studierende dort abholen, wo sie sind \u2013 digital vernetzt, global denkend und bereit f\u00fcr authentische Herausforderungen. Unsere Erfahrungen zeigen dabei: Wenn Studierende \u00fcber kulturelle Grenzen hinweg eine gemeinsame Identit\u00e4t entwickeln und ethische Entscheidungen unter realem Druck treffen, entsteht jene interkulturelle Reife, die sie auf die komplexe Welt vorbereitet, die sie \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-pale-cyan-blue-background-color has-background has-fixed-layout\"><tbody><tr><td><strong>Mehr zum Projekt<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/en\/sml\/institutes-centres\/imi\/competence-centers-teams\/center-for-cross-cultural-management\/movetia-funded-coil-project\">Dieses COIL-Projekt <\/a>ist eine internationale Zusammenarbeit zwischen der ZHAW School of Management and Law (Schweiz), der LUMSA (Italien), der Kyiv School of Economics (Ukraine) und der Grenoble Ecole de Management (Frankreich). Das Projekt wurde von Movetia gef\u00f6rdert, der nationalen Agentur der Schweiz zur F\u00f6rderung von Austausch und Mobilit\u00e4t im Bildungssystem.<br><br>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/lupi\">Prof. Dr. Anna Aleksandra Lupina-Wegener<\/a> (ZHAW)<br>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/moel\">Matteo M\u00f6sli<\/a> (ZHAW &#8211; Kontaktperson)<br>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/syri\">Dr. Evangelos Syrigos<\/a> (ZHAW)<br>&#8211; Prof. Dr. Fabrizio Maimone (LUMSA)<br>&#8211; Prof. Dr. Halyna Makhova (KSE)<br>&#8211; Prof. Dr. Mykhaylo Vidyakin (KSE)<br>&#8211; Prof. Taran Patel (GEM)<br>&#8211; Clemens Dieler (GEM)<br>&#8211; Prof. Dr. Chirag Patel (GEM)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00e4sst sich interkulturelle Kompetenz vermitteln, ohne dass Studierende jemals eine Grenze \u00fcberqueren? 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