{"id":7887,"date":"2020-04-29T14:00:07","date_gmt":"2020-04-29T12:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/?p=7887"},"modified":"2024-08-13T14:01:50","modified_gmt":"2024-08-13T12:01:50","slug":"auch-winzige-arsendosen-toeten-irgendwann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/2020\/04\/29\/auch-winzige-arsendosen-toeten-irgendwann\/","title":{"rendered":"Auch winzige Arsendosen t\u00f6ten irgendwann"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:20px\">Radikalisierung \u00e4ussert sich in der Sprache ganz unterschiedlich: Mal ist sie laut und un\u00fcbersehbar. Mal verl\u00e4uft sie so subtil, dass man ihre Sprengkraft viel zu lange untersch\u00e4tzt. Stets aber gilt: Worte sind nicht harmlos. \u00abWorte k\u00f6nnen sein wie winzige Arsendosen, und nach einiger Zeit ist die Wirkung da\u00bb, habe Viktor Klemperer einst \u00fcber die Sprache der Nationalsozialisten gesagt. Philipp Dreesen, Leiter Forschungs- und Arbeitsbereich Digital Linguistics, zitiert den deutschen Philologen nicht ohne Grund: Gemeinsam mit der Korpuslinguistin Julia Krasselt ist Dreesen in den vergangenen Jahren der Frage nachgegangen, woran sich politische Radikalit\u00e4t im Wortschatz eigentlich festmacht \u2013 gerade auch dort, wo sie auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich ist.      <\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">von \u00dcmit Yoker, freie Journalistin                          <\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden ForscherInnen am <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"ILC Language Competence Centre (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/linguistik\/institute-zentren\/ilc\/\" target=\"_blank\">ILC Language Competence Centre<\/a> haben dazu den Wortschatz von Spiegel, Bild und Zeit mit demjenigen der  rechtspopulistischen Plattformen PI-News und Compact verglichen.  \u00abEigentlich taten wir nichts anderes als W\u00f6rter auszuz\u00e4hlen\u00bb, erz\u00e4hlt  Krasselt schmunzelnd. \u00abAllerdings braucht es einen sehr grossen  Datensatz, um aussagekr\u00e4ftige Informationen zu erhalten.\u00bb Mehr als  600\u2019000 redaktionelle Beitr\u00e4ge haben die zwei Wissenschaftler  analysiert, alles Texte, die zwischen 2008 und 2018 online erschienen  sind. Die Grundidee: Die Bedeutung eines Wortes ist nicht einfach  gegeben, sondern erschliesst sich oft erst aus dem Kontext, in den es  eingebettet ist. Deshalb untersuchten <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Julia Krasselt (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/krss\/\" target=\"_blank\">Julia Krasselt<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Philipp Dreesen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/dree\/\" target=\"_blank\">Philipp Dreesen<\/a> nicht nur, welche Begriffe je nach Medienangebot wie oft vorkamen \u2013 sondern auch, welche W\u00f6rter sich in deren unmittelbarer Nachbarschaft h\u00e4uften. Wie sich zeigte, gibt es einen Wortschatz, den die beiden Forscher nur in den rechtspopulistischen Medien antreffen: Mainstreampresse, L\u00fcgenmedien oder Asylforderer geh\u00f6ren etwa zu diesem \u2013 Signalw\u00f6rter, aus denen deutlich eine rechtspopulistische beziehungsweise radikalisierte Haltung spricht. \u00abBegriffe des Alltags wie Espresso oder Knoblauch, die in etablierten Medien h\u00e4ufig vorkommen, sucht man hingegen vergeblich\u00bb, sagt Dreesen. Das liegt vor allem daran, dass PI-News und Compact fast ausschliesslich \u00fcber Politik berichten w\u00fcrden und die Berichterstattung zudem auf Themen wie Islam, Migration und Medienkritik einengten, sagen die beiden.               <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wenn unscheinbare Worte zu ideologischen Begriffen werden<\/h2>\n\n\n\n<p>Was die beiden Wissenschaftler an ihren Forschungsergebnissen aber besonders erstaunt: Selbst dort, wo rechtspopulistische News-Plattformen dieselben Begriffe verwenden wie die sogenannten Orientierungsmedien, haben sie h\u00e4ufig nicht die gleiche Bedeutung. So engen PI-News oder Compact den Bedeutungshorizont von eigentlich neutralen Worten wie Verh\u00e4ltnis, Leistung oder Industrie so stark ein, dass mit der Zeit nur noch eine politische und negativ konnotierte Lesart m\u00f6glich ist. Ein Wort wie Figur wird in den rechtspopulistischen Portalen beispielsweise ausschliesslich zur Beschreibung der physischen Statur in einem Fahndungsprofil eingesetzt \u2013 also etwa um zu sagen, dass ein gesuchter T\u00e4ter eine kr\u00e4ftige Figur habe. Die etablierten Medienh\u00e4user hingegen verwenden das Wort viel breiter. Irgendwann lassen sich solche Begriffe selbst in anderen Kontexten nicht mehr unvoreingenommen lesen, sind sich Dreesen und Krasselt einig. Diese Worte durchlaufen im wahrsten Sinne eine Radikalisierung: Sie verwandeln sich von unverf\u00e4nglichen Begriffen zu Ausdr\u00fccken mit politischer Sprengkraft.               <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Worte k\u00f6nnen Schleusen \u00f6ffnen<\/h2>\n\n\n\n<p>Es sind ausserdem Wortkonstruktionen wie \u00abGedenkindustrie\u00bb,  die ironischerweise genau das verhindern, was sich rechtspopulistische  Medienangebote so gross auf die Fahne schreiben: Die M\u00f6glichkeit, sich  frei eine Meinung zu bilden. Plattformen wie PI-News oder Compact  begr\u00fcnden die Notwendigkeit ihrer Existenz damit, dass die etablierten  Medienh\u00e4user einseitig berichten und keine anderen Ansichten zulassen  w\u00fcrden. \u00abEin Begriff wie \u00abGedenkindustrie\u00bb l\u00e4sst allerdings keinerlei Raum f\u00fcr differenzierte und demokratische Diskussionen\u00bb, sagt Dreesen. Er stellt lediglich vor die Wahl, der darin enthaltenen Weltsicht  zuzustimmen oder Position dagegen zu beziehen \u2013 in diesem Fall gegen die Behauptung, dass die Erinnerung an den Holocaust ein gross angelegtes Gesch\u00e4ftsmodell sei und vornehmlich aufrechterhalten werde, um Profit daraus zu schlagen. Der m\u00fchsam errungene Konsens, dass das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus ein Staatsauftrag ist, wird immer mehr aufgeweicht, sind die beiden Wissenschaftler \u00fcberzeugt. \u00abSolche Worte k\u00f6nnen Schleusen \u00f6ffnen.\u00bb               <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Extreme werden als normal empfunden<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Aleksandra Gnach (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/gnaa\/\" target=\"_blank\">Aleksandra Gnach<\/a>, Professorin f\u00fcr Medienlinguistik am <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"IAM Institut f\u00fcr Medienwissenschaft (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/linguistik\/institute-zentren\/iam\/\" target=\"_blank\">IAM Institut f\u00fcr Medienwissenschaft<\/a>, besch\u00e4ftigt sich mit der Radikalisierung von Sprache. Sie richtet ihr Augenmerk vor allem auf die sozialen Medien. \u00abAuf Facebook und Co. wird heute abgehandelt, was fr\u00fcher am Stammtisch besprochen  wurde \u2013 allerdings mit weiterreichenden Konsequenzen\u00bb, sagt die Sprach- und Medienwissenschaftlerin. Kommunikation mit derartiger Reichweite sei fr\u00fcher vorwiegend Journalistinnen und Journalisten vorbehalten gewesen. Diese orientieren sich in ihren Beitr\u00e4gen stark an einer schriftlichen Sprache und haben diverse rechtliche und ethische Vorgaben einzuhalten, etwa die Verpflichtung zu einer ausgewogenen Berichterstattung. Was ver\u00f6ffentlicht wird, wurde reflektiert, redigiert, gegengelesen. \u00abIn den sozialen Medien ist der Austausch unmittelbarer und \u00e4hnelt mehr der m\u00fcndlichen Kommunikation.\u00bb <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-left is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>29 Prozent der 11- bis 16-j\u00e4hrigen M\u00e4dchen und Jungen haben hasserf\u00fcllte oder erniedrigende Kommentare gegen Menschen oder bestimmte Gruppen gesehen.                                                                                                       <\/p><cite>\u2014 EU Kids Online: Schweiz, 2019   <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es wird in den sozialen Medien also spontaner, vielleicht auch un\u00fcberlegter kommuniziert. Das alleine erkl\u00e4rt aber noch nicht, warum sich Sprache gerade dort h\u00e4ufig so leicht radikalisiert. Gnach macht zudem Gr\u00fcnde sozialer wie technologischer Natur aus: So liege es in der Natur des Menschen, nach Gleichgesinnten zu suchen, und diese Suche gestalte sich gerade in den sozialen Medien vielfach leicht. In jeder Gemeinschaft gelten eigene Regeln, Werte und Normen, auch, was die  Sprache betrifft: Wo jemand aber etwa f\u00fcr die Aussage, dass alle  Muslime zu deportieren seien, nicht mit Missbilligung noch sozialen  Sanktionen rechnen muss, sondern ungeteilten Zuspruch erh\u00e4lt, wird  irgendwann eine Wortwahl normal, die anderswo undenkbar w\u00e4re. Die Folge: Man empfindet immer radikalere Ansichten f\u00fcr zul\u00e4ssig und \u00e4ussert sie mit zunehmender Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Hinzu kommt: Kommunikation ist in den sozialen Medien anonymer als im realen Leben. Man bekommt wenig mit von der Wirkung, die ein Posting f\u00fcr die betroffene Person hat. Es f\u00e4llt relativ leicht, das Gegen\u00fcber zu abstrahieren, im schlimmsten Fall sogar, sein Menschsein zu negieren.               <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p> 24 Prozent der 9- bis 16-J\u00e4hrigen in der Schweiz wurden online schon einmal diskriminiert.                                                             <\/p><cite>\u2014 EU Kids Online: Schweiz, 2019                                            <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Algorithmen hinter Social-Media-Plattformen verst\u00e4rken all diese Tendenzen zus\u00e4tzlich: Was einem an neuen Beitr\u00e4gen vorgeschlagen wird, orientiert sich in der Regel am bisherigen Suchverlauf \u2013 und so findet sich jeder je l\u00e4nger, je mehr in einer Blase wieder, die ausschliesslich die eigenen Interessen und Haltungen widerspiegelt. Dabei werden beispielsweise bei Youtube automatisch immer extremere Beispiele ins Blickfeld gesp\u00fclt \u2013 Inhalte, die viel Beachtung finden, verbreiten sich extrem schnell. Irgendwann st\u00f6sst man so kaum mehr zuf\u00e4llig auf andere Themen oder abweichende Ansichten, so wie es  etwa beim Durchbl\u00e4ttern einer Zeitung noch vorkommt.               <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>5 Prozent der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler haben selbst Hassinhalte an andere geschickt.                                                                                                      <\/p><cite>\u2014 EU Kids Online: Schweiz, 2019     <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Von pauschalen Verboten oder einem Verteufeln der sozialen Medien h\u00e4lt Gnach trotzdem wenig. Die Forscherin fordert dazu auf, die klassische Medienberichterstattung kritisch zu reflektieren: Qualit\u00e4tsmedien w\u00fcrden sich vorwiegend an ein gebildetes und urbanes Publikum wenden und deren Lebenswelt abbilden. Viele Menschen f\u00e4nden sich darin aber nicht wieder und s\u00e4hen ihre Sorgen und \u00c4ngste zu wenig wahrgenommen. Die Wissenschaftlerin ist \u00fcberzeugt: Wenn es den grossen Medienh\u00e4usern gel\u00e4nge, diesen Teil der Bev\u00f6lkerung zur\u00fcck in den \u00f6ffentlichen Diskurs zu holen, w\u00e4re auch f\u00fcr sie selbst viel gewonnen. \u00abSie w\u00e4ren wieder f\u00fcr viel mehr Menschen relevant.\u00bb               <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Radikale Sprache geht physischer Gewalt voraus<\/h2>\n\n\n\n<p>Stereotype sind oft die Basis von radikalisierten, z. B. frauenfeindlichen oder antisemitischen Aussagen. Sie sind aber zugleich ein Bestandteil unseres Denkens. Sie vereinfachen uns das Leben, sie reduzieren die Komplexit\u00e4t unseres Alltags. \u00abSelbst Tiere verf\u00fcgen \u00fcber Stereotypen, Feind- und Beuteschemata etwa\u00bb, sagt <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" Christiane Hohenstein (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/hohc\/\" target=\"_blank\">Christiane Hohenstein<\/a>, Professorin f\u00fcr Interkulturalit\u00e4t und Sprachdiversit\u00e4t am ILC. Dies entbindet uns jedoch nicht von Verantwortung, gesellschaftliche Stereotype zu reflektieren und zu hinterfragen. \u00abWir m\u00fcssen Vorurteilen nicht willenlos erliegen.\u00bb               <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Medien und Politik m\u00fcssen wachsamer sein<\/h2>\n\n\n\n<p>Grenzen wir bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen mit sprachlichen Mitteln aus, z. B. Homosexuelle, Frauen oder Menschen j\u00fcdischen Glaubens, wird damit schleichend der Boden f\u00fcr noch schlimmere Taten bereitet. \u00abPhysischer Gewalt geht stets radikale Sprache voraus\u00bb, sagt  Hohenstein. \u00abSie legitimiert Gewalt.\u00bb                <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/files\/2020\/05\/Grafik_1-5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8120\" width=\"428\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/files\/2020\/05\/Grafik_1-5.jpg 454w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/files\/2020\/05\/Grafik_1-5-277x300.jpg 277w\" sizes=\"auto, (max-width: 428px) 100vw, 428px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/files\/2020\/05\/Grafik_2-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8121\" width=\"428\" height=\"284\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/files\/2020\/05\/Grafik_2-4.jpg 940w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/files\/2020\/05\/Grafik_2-4-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/files\/2020\/05\/Grafik_2-4-768x511.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 428px) 100vw, 428px\" \/><figcaption>Anteil der Befragten, die in den letzten drei Monaten im Internet auf hasserf\u00fcllte oder erniedrigende Beitr\u00e4ge gestossen waren, die Gruppen oder Individuen angriffen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Gef\u00e4hrlich ist insbesondere, wenn Politiker und Politikerinnen die Grenzen des Sagbaren stetig erweitern und immer radikalere Ansichten salonf\u00e4hig machen. \u00abSo wie sich Donald Trump heute \u00e4ussert \u2013 das w\u00e4re f\u00fcr jemanden mit seiner Verantwortung vor kurzem noch undenkbar gewesen.\u00bb Deshalb seien die Politik, aber auch die Medien in der Pflicht, wieder wachsamer zu werden und auch sprachlich&nbsp;entschieden&nbsp;f\u00fcr demokratische Prinzipien einzutreten \u2013 eine Verantwortung, der viele in den vergangenen Jahren viel zu wenig nachgekommen seien.&nbsp;So seien rechtsextrem gepr\u00e4gte Argumentationen und&nbsp;entmenschlichende Metaphern wie \u00abFl\u00fcchtlingsflut\u00bb in den vergangenen Jahren&nbsp;manchmal zu wenig reflektiert aufgenommen worden, kritisiert Hohenstein.               <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Demokratische Prinzipien mit Sprache verteidigen<\/h2>\n\n\n\n<p> \u00abEs ist eine Illusion zu glauben, dass einmal erreichte demokratische Prinzipien nicht mehr verteidigt werden m\u00fcssen\u00bb, sagt Hohenstein. Der Kampf gegen den Ausschluss bestimmter Bev\u00f6lkerungsgruppen durch Sprache sei nie ein f\u00fcr alle Mal gewonnen. Vieles, was in der Vergangenheit an Rechten f\u00fcr Frauen, Homosexuelle oder ethnische Minderheiten erreicht worden ist, liesse sich erschreckend leicht wieder r\u00fcckg\u00e4ngig machen. \u00abEs bleibt ein permanentes  Seilziehen.\u00bb     <\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\">Dieser Beitrag wurde im Hochschulmagazin&nbsp;<a href=\"https:\/\/impact.zhaw.ch\/detail\/auch-winzige-arsendosen-toeten-irgendwann\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"ZHAW-Impact Nr. 48  (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">ZHAW-Impact Nr. 48 <\/a>erstver\u00f6ffentlicht. Danke ZHAW-Impact f\u00fcr die Erlaubnis zur Zweitver\u00f6ffentlichung.          <\/p>\n<div class=\"pt-sm\">Schlagw\u00f6rter: <a href=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/tag\/diskursanalyse\/\">Diskursanalyse<\/a>, <a href=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/tag\/iam\/\">IAM Institut f\u00fcr Angewandte Medienwissenschaft<\/a>, <a href=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/languagematters\/tag\/ilc\/\">ILC Institute of Language Competence<\/a><br><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Radikalisierung \u00e4ussert sich in der Sprache ganz unterschiedlich: Mal ist sie laut und un\u00fcbersehbar. Mal verl\u00e4uft sie so subtil, dass man ihre Sprengkraft viel zu lange untersch\u00e4tzt. 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