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Wie wissenschaftliches Reflektieren die Begeisterung für die Praxis entfacht

Dominik Batz, Jahrgang 1986, war zwischen 2012 und 2018 wissenschaftlicher Assistent/Mitarbeiter am IAM. Zeitgleich, und im Anschluss an ein Journalismus- und Kommunikationsstudium an der ZHAW, hat er in Luzern seinen Master gemacht. Sein Forschungsinteresse gilt dem qualitativen Arbeiten. Seine Expertise liegt im Bereich der Methoden/Methodologienkenntnisse. Dominik Batz hat kürzlich den Schritt von der wissenschaftlichen Arbeit in die Privatwirtschaft gemacht. Er erzählt, wie er in seiner bisherigen Karriere von der einen Tätigkeit zur anderen mäandriert hat.

von Luzia Sauer, Postdoc in der SNF-Förderungsprofessur «Politisches Argumentieren in der Schweiz» am IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen

Von ersten berufspraktischen Erfahrungen zum diplomierten Kommunikationsexperten an der ZHAW …

Nach dem Gymnasium war ich vorerst daran interessiert, praktische Arbeitserfahrungen zu sammeln, bevor es dann mit einem Studium weitergehen sollte. Ich fand eine dreijährige Anstellung beim Amt für Migration im Kanton Luzern. Diese Arbeit war nicht nur spannend, sondern verhalf mir auch dabei, meine Organisationsfähigkeiten zu verbessern; ein mir damals wichtiges Ziel. Im Jahr 2009 begann ich den Bachelor-Studiengang JO an der ZHAW in Winterthur. Meine Abschlussarbeit – eine Diskursanalyse – schrieb ich 2012 bei Peter Stücheli-Herlach. Meine Beziehung zu Peter stellte sich als wegweisend dar. Ich wurde direkt nach meinem Studium in seiner Professur als wissenschaftlicher Assistent angestellt, später dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter, und war dort sechs Jahre lang tätig.  

… über wissenschaftlich-fundiertes Arbeiten, Reflektieren und Universitätsstudium …

Als wissenschaftlicher Assistent/Mitarbeiter war ich sowohl in der Forschung als auch in der Lehre tätig. Mein Lehrprofil war abwechslungsreich und umfasste Medienforschungs- und Schreibtrainingsseminare wie auch politikwissenschaftliche Veranstaltungen. Für die Forschungsarbeiten erarbeitete ich methodische Profile und war für die computergestützte Visualisierung und Auswertung von Daten zuständig. Somit war ich in der privilegierten Lage, ganze Projekte in fast allen Schritten begleiten zu dürfen. Das qualitative Arbeiten am IAM setzte ein hohes Mass an Reflexionen voraus. Denkanregungen in dieser ‚Reflexionskammer‘ fanden auf selbständiger Basis aber auch im kritischen Dialog mit Peter statt. Es war die Kombination aller Aktivitäten, welche ich aussergewöhnlich schätzte. 

Parallel zur wissenschaftlichen Tätigkeit an der ZHAW begann ich mein interdisziplinäresMasterstudium ‚Weltgesellschaft und Weltpolitik‘ an der Universität Luzern. Auch hier war ich besonders an den methodologisch-ausgerichteten Kursen interessiert, deren Erkentnisse mein an der ZHAW erarbeitetes Wissen weiter vertieften. Es entstand eine inhaltliche Symbiose zwischen Studium und Arbeit, welche sich sehr befruchtend auf beide Tätigkeiten auswirkte.

… bestens ausgerüstet für die Privatwirtschaft

Nach dem Masterabschluss stellte sich die Frage nach der beruflichen Zukunft. Meine ‚innere Stimme‘ riet mir dazu, neue Herausforderungen ausserhalb der ZHAW anzunehmen, obgleich auch eine Zukunft an der ZHAW attraktiv gewesen wäre. Ich war sowohl an einem Promotionsstudium interessiert, wofür ich bereits Angebote hatte, als auch am Einstieg in die Privatwirtschaft, wofür ich ebenfalls Jobofferten erhielt; ein Resultat früherer Kontaktaufnahmen meinerseits. Schliesslich entschied ich mich aus Interessens- und Karrieregründen für die GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) – ein renommierter qualitativer Marktforscher. Dort werde ich einerseits meine an der ZHAW und Universität Luzern erarbeiteten Methodenkentnisse einsetzen können und andererseits neue privatwirtschaftliche Aspekte, zum Beispiele die Akquise und das Arbeiten unter Zeit- und Kostendruck, dazulernen. Für die Zukunft strebe ich eine Position an, welche mir erlaubt, ganze Projekte selbständig zu gestalten, zu managen und zu betreuen – sei es in der Wissenschaft, der Privatwirtschaft oder auf selbständiger Basis.


Career Stories: Die Idee dazu entstand im Oktober 2017 und zeigt die Vielfalt von möglichen Karrierewegen am Departement und darüber hinaus auf. Es soll wissenschaftliche Mitarbeitende und Assistierende zudem dazu motivieren, einen kommunikativen Beitrag zur Profilierung und Entwicklung des Mittelbaus zu leisten. Durch die Stories werden interdisziplinäre Einblicke in den beruflichen Alltag und die professionelle Entwicklung von Mitarbeitenden ermöglicht. Dies fördert einerseits die Vernetzung des Mittelbaus über Instituts- und Zentrumsgrenzen hinweg und setzt andererseits Impulse für die eigene Karriereorientierung am Departement und darüber hinaus.

Die Basis für die einzelnen Career Stories bilden narrative Interviews. Die Interviewten erzählen dabei ihre Biographie und können durch die eigene Perspektive feinere Zusammenhänge erfassen, die bei einer rein objektiven Befragung wegfallen würden.

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