Eine Woche lang bereisten Studierende des MAS Wirtschaftsingenieurwesen die grossen Wirtschaftszentren in Chinas Osten: Peking und Shanghai – mit den benachbarten Städten Suzhou, Hangzhou und Wuxi. Besuche bei Firmen und Universitäten sensibilisierten die Studentinnen und Studenten für die Herausforderungen des chinesischen Marktes.

Produkte, Dienstleistungen, Wissen – all dies ist dank Globalisierung und Digitalisierung längst nicht mehr an Landesgrenzen gebunden. Doch um im Ausland erfolgreich zu sein, ist das Wissen über fremde Kulturen unerlässlich. Im besonderen Masse gilt das für China. Um sich für eine internationale Karriere zu wappnen und ihren persönlichen Horizont zu erweitern, besuchten Studierende des MAS Wirtschaftsingenieurwesens im Rahmen einer Exkursion darum das „Reich der Mitte“. Unter der Leitung von Professor Dr. Udo Müller, der am MAS Wirtschaftsingenieurwesen unterrichtet, fand die Exkursion bereits zum zweiten Mal statt.

Die Gruppe zu Besuch bei Hörgerätehersteller Sonova.

Die Gruppe zu Besuch bei Hörgerätehersteller Sonova.

In Shanghai, dem ersten Stopp der einwöchigen Reise, waren die Studentinnen und Studenten in chinesischen Niederlassungen von Schweizer Firmen zu Gast und wurden aus erster Hand darüber informiert, wie Produkte beschaffen sein müssen, um auf dem chinesischen Markt bestehen zu können. Studienleiter Franz Badertscher, der die Studentinnen und Studenten ebenfalls nach China begleitete, berichtet: „Vielfach sind Produkte zu teuer oder verfügen über umfangreiche Leistungsmerkmale, die der chinesische Markt nicht braucht und die Kosten darum unnötig in die Höhe treiben. Neben der Produktgestaltung ist auch die Kommunikation am chinesischen Markt ganz anders, wie uns erfahrene Manager in China aufzeigten.“

Wissen wird zu wenig genutzt

Sich das Wissen über den chinesischen Markt und die Kultur anzueignen, ist die eine Sache. Weitaus schwieriger, so zeigen Studien, ist es hingegen, das Wissen aus fremden Märkten im heimischen Unternehmen einzubringen. „Forschungen zeigen, dass dieses Wissen in den Unternehmenszentralen zu wenig genutzt wird. Manager, die von einem längeren Einsatz im Ausland zurückkehren, fühlen sich entsprechend unverstanden – die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Unternehmen verlassen, steigt“, erklärt Udo Müller. Das Wissen darum ermöglicht es den Unternehmen, konkrete Gegenmassnahmen zu ergreifen und die Mitarbeiterbindung zu verstärken.

Wirtschaftliche Entwicklung im Fokus

Da die Teilnehmenden neben ihrem Studium in den Bereichen Qualitätssicherung, Forschung & Entwicklung, Produktion, Logistik tätig sind, waren auch die Firmenbesuche auf die Businessoperation und Technik ausgerichtet. Beim Besuch der renommierten Tongji-Universität in Shanghai wurde der Fokus aber nochmals erweitert. „Der Besuch lehrte unsere Studierenden, die gesamtwirtschaftliche Situation Chinas kritisch zu betrachten“, berichtet Franz Badertscher. „Professor Zheng Han zeigte auf, wie die Entwicklung des Bruttoinlandprodukts der vergangenen Jahrzehnte zu werten ist – und relativierte auch die Dramatik, mit der von sinkenden chinesischen Wirtschaftszahlen berichtet wird.“

„Der Besuch lehrte unsere Studierenden, die gesamtwirtschaftliche Situation Chinas kritisch zu betrachten“
Franz Badertscher, Studienleiter MAS Wirtschaftsingenieurwesen

Neben dem straffen Besuchsprogramm blieb auch Zeit, um die Verbotene Stadt und die Chinesische Mauer zu besuchen, den chinesischen Alltag kennenzulernen sowie die wirtschaftlichen und kulturellen Inputs der Firmenbesuche bei regen Diskussionen untereinander revuepassieren zu lassen. Am Schluss setzte sich die Erkenntnis durch, die einer der besuchten Topmanager in seiner Präsentation bereits vorwegnahm: „Ganz gleich ob ein Schweizer Unternehmen nach China expandieren will oder nicht: Jedes Unternehmen muss sich Gedanken dazu machen, wie es mit China und chinesischen Produkten umgehen will.“

Shanghai - Gegensätze_k