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Von Plato nach Konfuzius – Mit Schirm, Scham, Schande, Schmutz und Schutz, Teil 2

Müll aus Eimern in grösseren Säcken zusammenzuführen, halbausgetrunkene Becher anzufassen und zu sortieren, sieht man praktisch nur die Frauen der jetzigen Eltern- oder wahrscheinlich Grosselterngeneration. In den Putzmittelabteilungen fällt einem als erstes die riesige Auswahl an Handschuhen auf. Auch Polizisten und Wachleute tragen hier oftmals Handschuhe. Viele Dinge wie Guetsli oder Crackers sind in mehrere Lagen von Umverpackung eingetütet. Selbst an edlen Limousinen sieht man vielfach bunte, an den Türrändern aufgeklebte Hartschaumblöckchen, damit es gar nicht erst zu Komplikationen mit einem Mitmenschen kommt. Ein Gedränge ist hier eine Seltenheit, das Schlange-Stehen an der Bushaltestelle ist in Grossbritannien wahrscheinlich auch nicht dezenter und unaufdringlicher und ich wurde noch kein einziges Mal angerempelt. Manchmal springt es mich an, dass dieser Schutzfolien- und Distanzhaltungsfetischismus vielleicht auch einen Anteil an der beispielhaft tiefen Verbrechens- und Geburtenrate hat. Aber bei über 50 Millionen Einwohnern auf der Fläche kleiner als die ehemalige DDR kann das Land etwas Konsolidierung statt Wachstum bis ultimo gebrauchen. Unkontrolliertes, Natürlich-Wildes und Verwegenes bis Dreistes stehen hier ja ohnehin in den Ruf von Chaos und damit Aufbegehren gegen ein wohlgeordnetes System, das so essentiell wichtig scheint, dass es notfalls auch an den darin lebenden Menschen vorbei etabliert werden müsste. Es scheint also durchaus verlockend, in aller Sorgfalt einen mindestens zufriedenstellenden Status quo zu erhalten.

Bei den Instandhaltungs- und Putzroutinen kommt es dann aber zu Problemen. Diejenigen, die es täglich machen müssen, schämen sich wahrscheinlich dafür: Wenn man hartnäckigen Schmutz irgendwo entfernen möchte, dann muss man sich auf ihn zu bewegen, sich mehr oder weniger nach ihm recken, um darin zu schrubben, schaben oder stochern. Das ist wie eine kleine Erniedrigung. Sittlich weit akzeptabler erscheint in jedem Falle ein rein turnusgemässes Entlangwischen. Und so kommt es überall dort, wo sich Schmutz nur unmerklich, aber langfristig und vor allem unweigerlich an schlecht zugänglichen Stellen absetzt, zu systematischen Auslassungen, zur Verwendung rettungslos zu scharfer Putzmittel oder zu fast schamanischen Vorbeugungsritualen wie dem, an sämtlichen neuen Elektronikgeräten diese leicht bläuliche Schutzfolie gegen das Zerkratzen niemals abzunehmen, auch wenn dadurch jeder PC auf Dauer etwas von einer Vogelscheuche bekommt.

Es wird schwarz an den Rändern der Flure. Zwischen den Pflastersteinen tun sich Lücken auf. Auf dem sandigen Untergrund hier in Meeresnähe sinken die Steine ab und es brechen die Platten. Was soll man dagegen machen? Flugs einen äusseren Schuldigen finden und ihn zur Nachbesserung verknacken? Wenn es so einfach wäre. Also? Den mählichen Niedergang einfach nur hinnehmen? Solche Ladenlokale haben wir mehr als eines gesehen. Der Umsatz dort muss null sein. Jedenfalls solange sich kein Käufer für ein zwanzig Jahre altes Taschenrechnermodell in einer fingerdick mit Staub belegten ausgebleichten Verpackung meldet. Es ist müssig, hier die Dauerpräsenz der Verkäufer vom Arbeiten zu unterscheiden. Das Prädikat «dauer-busy» haben sich die Koreaner unter anderem durch eine Arbeitsgesetzgebung auf Augenhöhe mit den US-Amerikanern redlich verdient.

Und doch: Es gibt ein drittes (nicht wie bei Aristoteles) als Lösung, das Auskehren mit dem eisernen Besen am Ende. Das Ersetzen mit dem Brandneuen, das im Idealfall immun gegen den Niedergang ist, dem man zuletzt noch Tribut zollen musste. Am nötigen Kleingeld dazu gebricht es hier kaum. Bald werden sie sämtliche Sicherheitsgeländer an den Strassenrändern und die Parkplatzabsperrungen aus Normalstahl mit Schutzanstrich durch solche aus Chromstahl ersetzt haben. Man gönnt sich ja sonst nichts. Man kann ein Lokal oder einen Laden solange in immer gleicher Weise bewirtschaften, bis man am Boden des Fasses angekommen ist. Dann schmeisst man an einem einzigen Nachmittag alles hinaus, bugsiert es zu einer Ansammlung von Gleichartigem am Strassenrand, und es kommt tags darauf brandneue Ware, picobello von A bis Z – oder die Abrissbirne. In den grossen Städten wird von den Wohnquartieren mit ihren maximal zwei- bis dreistöckigen Häusern und der wäscheleinenartigen Stromversorgung (ähnlich wie in USA, aber bei 230 V) eines nach dem anderen plattgemacht. Als sich die Bewohner eines Quartiers in Seoul einmal solange auf die Hinterbeine stellten, dass man sie sich ihre beschaulichen Verhältnisse bewahren liess, machte diese Heldentat in vielen Reiseführern der Welt die Runde, weshalb dieses Quartier nun vom Tourismus erst heimgesucht, überrannt, dadurch entstellt und auf diese Weise zuletzt auch plattgemacht werden wird.

Das Einsammeln der Anhäufungen? Beim Altkarton und den Müllsäcken wird dies fast ausschliesslich von älteren Männern mit ihren Fahrrädern und Anhängern erledigt. Anderes scheint ewig stehen zu bleiben und der Abholung zu harren. Und was unternimmt man gegen den Geruch, der gelegentlich aus den Kanalschächten steigt? Hier ist Aufklärung etwas zwischen peinlich und unerwünscht. Denn wer kann und wer will schon so genau wissen, wie man Rohrleitungen verlegt? Besser scheint es, unbekümmert von den Einzelheiten dort unten, in einer gewissen Duldemütigkeit zu leben und einfach zu warten, bis es einem dereinst von wem gemacht wird – und dann gleich richtig.

Wenn sie einem erklären «We Koreans go to elementary school at age eight», dann meint das nur, dass die Kinder bei ihrer Einschulung ca. sieben Jahre alt sind wie bei uns, weil sie bei ihrer Geburt für den täglichen Sprachgebrauch als exakt ein Jahr alt gelten. Also: «How old are you – in Korean age?»

Runderneuerung durch rigoroses Abschütteln und Ersetzen ist auch eine Art, die eigene Vergangenheit zu bewältigen, wenn diese als ehrenrührig oder peinlich und belastend empfunden wird. Die langen Jahrzehnte als Protektorat Chinas, zuletzt als Kolonie der Japaner und am Ende noch die besondere Demütigung der Koreanerinnen als «Trostfrauen»: am besten einfach alles vergessen! Oder wollten die Koreaner den Japanern deshalb ewig gram sein und auf ganzer Linie mit ihnen brechen? Noch 2002 waren sie doch mit ihnen die Gastgeber der Fussball-WM. Jener Taxifahrer erzählte dazu: Es spricht grundsätzlich nichts gegen sie und auch nicht gegen den Kauf eines japanischen Autos. «They make fine cars» (der eine oder andere wurde schon gesichtet). Aber «…the bad thing about Shinzo Abe is that he repeatedly refused to apologize for what happend then…»

Beliebtes, auch weil nahes Urlaubsziel der Koreaner? Japan! Und nicht etwa China? China – ist problematisch; vielen Koreanern sei die dortige «Infrastruktur nicht gut genug». Ich mag mich täuschen, aber ich vermute, es mangelt dort im Küchen- und Sanitärbereich hie und da noch etwas an der porzellanartigen Anmutung.

Von Prof. Dr. Markus Weber Sutter, Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE)

About the ups and downs of studying abroad

My name is Silas Rudolf, I am from Switzerland and I study at the ZHAW School of Engineering. My field of study is Engineering and Management with the specialization Business Mathematics. The exchange semester took place during the 4th semester of my bachelors’ studies. Some of my hobbies are climbing, hiking and kickboxing. In winter I spend most of the time in the mountains (one of the reasons to choose an exchange semester during summer) and work part-time as a snowboard instructor.

When checking for the available options, one of my priority was to visit a country where speaking German was no option. With addition to that, there were things like affordable living costs and a good University reputation, so that the Charles University in Prague suited best for my requirements.

As first impression upon arrival, people can be quite rude and unfriendly (this needs some time to get used to in shops and restaurants) and the farther away you get from main touristic areas, the less they are willing to speak any other language than Czech. However, after my experience, most of this applies to the older generation. Almost all of the young local people and students speak English and are very friendly after you get to know them. Other than that, their culture is very similar to our Swiss culture.

Silas Rudolf and friends visiting the St. Vitus Cathedral.

The first impressions of the school were already before my arrival in Prague. After countless emails to the local Erasmus coordinator about my Learning agreement and the “student residence”, which I chose to stay in, it was the weekend before start of the semester and I still had no definite confirmation of anything. So, I just took a flight and hoped for the best. Upon arriving at the “student residence” (which was literally in a construction site) and talking with the receptionist, which spoke no word English, I received a document for an Introduction day later that week. There, we all found out that lectures had already started and we missed most of the first lectures. Summarized, I had not the very best impressions about the organization and flow of information of this school.

On my arrival I was very impressed of the architecture and the public transportation of Prague. With Metro, Bus and Tram available almost every 5 minutes, this still is one of my favorite things about this city.

The architecture of Prague is very impressive.

One of my most memorable experiences was the yearly Ball of the Charles University which I could visit due to some Czech friends that I got to know here.

The Charles university helds a yearly ball.

Academically, this exchange semester helped me a lot to work on my discipline in studying (most of the information of subjects here are obtained with reading books). The more theoretical teaching style of Charles University forced me to go deeper into topics which I otherwise wouldn’t have, which in hindsight was a good thing. Personally, I enjoyed getting to know many people from different backgrounds and cultures. This exchange definitely helped me to get more independent, able to handle situations with language barriers and managing time and budget.

I think one of the things I liked most about living in Prague is that, if you want, there is always something to do. Shops, restaurants and bars are open from Monday to Sunday, there are activities organized from the university and Erasmus groups every other day and sport centers (like climbing gyms) are open till 24:00 or longer every day. Another thing I really enjoyed is that there is almost no commuting time to get to the university or other locations. With metro and tram, you can get from one part of the City to the other end in minutes. And of course, there is the Czech beer. With prices at about 1.- for a beer in a restaurant, this is definitely something everyone remembers from Prague.

The only thing that was at times quite unpleasant for me was the “theory-only” teaching of the university. Coming from the ZHAW I was quite used to being able to utilize the learned topics in practical projects, so learning mostly proof of formulas and theorems with no connection to real-world problems was exhausting at times.

In general, I would definitely recommend this experience to everyone for getting to know a new environment and culture, learning about other education systems, improving languages and finding new friendships and maybe even career opportunities.

Von Plato nach Konfuzius – Mit Schirm, Scham, Schande, Schmutz und Schutz, Teil 1

Bevor ich über die US-Amerikaner und Koreaner auf die Koreanerinnen zu sprechen komme, die bei starkem Sonnenschein tatsächlich Schirmchen mit sich führen oder Schirmhütchen tragen – wie Gegenstücke zu den Bräunungsreflektoren westlicher Frauen, weil sie ja auch das Gegenteil bewirken sollen, fange ich einmal mit den Deutschen an. Als es in Europa noch keine festen Wechselkurse gab (also deutlich vor dem Euro-Bargeld) standen die Industriearbeitsplätze in Deutschland unter permanentem Druck einer besonderen Produktivitätssteigerung, weil die europäische Konkurrenz nach Gutdünken ihre Landeswährung gegenüber der D-Mark abwerten konnte. Die Findigkeit der Ingenieure richtete daher ein starkes Augenmerk auf Effizienz durch Produktionstechnik. Fertigungsstrassen für Automobile «Made in Germany» sind noch heute mindestens so gefragt wie die Fahrzeuge selbst, von denen hier erstaunlich viele und die meisten davon in Edelausführungen unterwegs sind (gefühlt nur «M», «AMG» und «RS»). So waren «die Lohnstückkosten nie das Problem» (Oskar La Fontaine).

Wie wird man eigentlich findig – oder fündig – in Belangen der Produktionstechnik? Ein «Grad Student», den ich in South Carolina kennen gelernt hatte, verriet mir mal eine Weisheit von seinem Vater, der Leiter einer kleinen Produktionseinheit gewesen sein muss: «You know what to do with a really tedious work process? Would you give it to the most diligent, serious worker? No! Give it to the laziest guy in the whole company! Not too long, and he will have found a way to cut this process down». Das erinnert an den genialen Albert Einstein: «Make it as simple as possible – but not simpler!» Dafür, dass sie so viele kleine und grosse Einsteins in ihren Reihen haben, muss man die Amerikaner einfach lieben. Genauso wie für die poetische Eindringlichkeit mancher Liedtexte ihrer Singer-Songwriter, die sich kunstvoll jedem einfachen Reimschema entziehen.

Unlängst habe ihm einer, sagte mir der äusserst sympathische junge Koreaner (etwa mein Alter 😉), den ich einmal im «Guest House» und ein anderes Mal im «Faculty Dining Room» antraf, zu Hause im US-Bundesstaat Washington, wo er nun seit einiger Zeit als Professor an der dortigen State University lehrt und mit seiner Frau lebt, dazu geraten, sich bei neuen Bekanntschaften auf Englisch doch als «Chain Key» vorzustellen, wenn er sichergehen wollte, dass sein Gegenüber seinen Namen nicht früher oder später verhunzt. Da war sie doch wieder, diese Felddiensttauglichkeit amerikanischer Didaktik, mit der man tatsächlich den Aufbaukurs in Phonetik im nächstgelegenen Eisenwarenge¬schäft abhalten könnte – der Verkäufer als Dozent, und die Studenten seine Kunden. Ein Lehrstück. Jedenfalls musste ich «Chain Key» umgehend beichten, dass ich seiner Frau neulich im Hauseingang womöglich insofern etwas zu nahe getreten sei, als mir aus lauter Anschlusshandlungsunfähigkeit keine bessere Floskel eingefallen war als «How do you like it over here?», denn die beiden waren ja im Unterschied zu mir an der INHA-Universität sozusagen auf «Heimaturlaub». Es müsste mich mal in Winterthur auf der Marktgasse ein Brasilianer fragen, was ich eigentlich so von den Lebensumständen der Nordschweiz halte. Es war mir, so stellte sich heraus, peinlicher als ihm, dass ich seine Frau irgendwie dazu veranlasst hatte, mir anzuvertrauen: «Not so much as at home in Washington. It’s kind of dirty here and, you know, Koreans are always busy». Dabei klang ihr «busy» mehr wie ein «bitchy» – «fleissig, sehr fleissig» hätte ich gesagt, aber «zickig» oder «kratzbürstig»? niemals! –, nur kennt das Koreanische eben kein stimmhaftes «S». «Ja», meinte er, «damit hat sie doch recht. Der ganze Müll und Dreck hier an jeder Strassenecke!»

Die offene Anklage der Verhältnisse in jenem Land, in dem die beiden ihre früheren Jahre verbracht haben mussten, schien mir später mehr ein Gefühl zu überdecken, wie es der episodenweise schwer drogenabhängige (etwa Opioide?) Johnny Cash in seinem «…what have I become, my sweetest friend?…» anklingen lässt. Was ist nur aus mir, uns oder dem Unseren geworden? Die koreanische Nationalhymne singt unter anderem davon, dass sie dieses Land in seiner Schönheit kommenden Generationen weiterreichen wollen, bis dass ihr heiligster und höchster Berg (der auf der nordkoreanisch-chinesischen Grenze liegt) ins Meer gewaschen sei. Und nun: «Wie konnte uns das nur passieren? Die Dinge sind doch gar nicht so, wie wir das immer gewollt hätten. So ist es kein Land mehr, in dem wir gut und gerne leben würden». Weiterreichen? Na, wenn’s einer so noch haben will, wohlan! Eine solche Abrechnung mit der früheren Heimat muss selbst einen Gast betroffen machen.

Aber die USA sauberer und weniger «busy»? Dort, wo ich während knapp zwei Jahren, wenn ich nicht Acht gab, mit meinem Mountainbike auf dem Heimweg den immer gleichen Kadaver eines Opossums überfuhr, bis der, kurz vor meiner Abreise 2001 papierdünn geworden, weggeweht wurde? Dort, wo Schulklassen und Burschenschaften Highway-Abschnitte «adoptieren» müssen, damit überhaupt jemand die Segnungen der Fast-Food-Industrie aus den Böschungen fischt? Kleinstädtisches Leben in den eher nördlichen Bundesstaaten muss so etwas Properes und Nachbarschaftlich-Entspanntes haben, wie wir es auch noch kennen und wie es unter den immer zahlreicheren riesigen Wohntürmen in Incheon bald gar keinen Platz mehr haben zu haben scheint.

Sittlichkeit, und die wird bei Konfuzius sehr grossgeschrieben, gebietet Abstand zum Unreinen. Solan¬ge der Abstand mit Vermeidung erreicht werden kann, spielen den Koreanern ihre bis ins Sterile reichende Pingeligkeit und ihre Emsigkeit in die Hände. Atemmasken allerorten. Schilder mit «…take all your trashes (sic!) with you…» noch auf 1’600 m ü. M. Und es wirkt: Achtlos weggeworfenen Müll am Strassenrand, auf Wanderwegen oder in Bussen und Bahnen müsste man detektivisch suchen gehen. Dabei gibt es kaum Mülleimer im öffentlichen Raum, und so ein Wegeputzfahrzeug wie bei uns habe ich hier noch keines gesehen. Auch wo das nett Hergerichtete, das Aufgeräumte, schön Drapierte nur durch millionenfache Handgriffe erreicht werden kann, finden sich immer Heerscharen von Arbeitskräften, meist Frauen der älteren Generation, die unermüdlich Unkraut jäten, Gemüse auf gleiche Länge schneiden und entfitzeln, um es dann auf Knie- oder Knöchelhöhe im offenen Verkauf feilzubieten. Obst im Supermarkt? Etwas für Snobs, möchte man meinen. All diese Formschalen, Pölsterchen und mit Monster-Klarsichtfolie bespannten Panzerkoffer. Alles, was schlechter als makellos aussieht, gilt als minderwertig. Auf diese Makellosigkeit achten sie auch bei ihren Gesichtern und Händen, was ihnen diesbezüglich eine fast porzellanartige Anmutung verleiht. Bei einigen Koreanerinnen erlebt man, wenn sie in einem öffentlichen Transportmittel platznehmen, dass sie ihre Puder- und Schminkedöschen aufklappen und – ich übertreibe nicht – eine ganze Fahrt mit nichts anderem verbringen als dem Sich-noch-schöner-Machen und sehen dabei am Anfang wie am Ende aus wie aus dem Ei gepellt. Und das (Sich Schminken) ist nicht etwa verpönt oder ein Zeichen ungehörigen Benehmens. Kombiniert mit allem anderen ergibt sich so ein ausgeklügelt wirkendes, kulturell gefestigtes System gestaffelt aufsteigender Reinlichkeit, die auf dem Boden und bei den Schuhen, die man sich im Eingangsbereich der Wohnungen auszieht, bevor man seine Füsse auf den um einen Absatz erhöhten Wohnbereich setzt, beginnt und sich über Hausschuhe, Küchenschürze, Wegwerfhandschuhe und Kopfhaube bis in die Fingerspitzen fortsetzt, so dass Lebensmittel auch nach ihrer Zubereitung so gut wie keimfrei sind. So manches wird kalt oder lau gegessen. Magenverstimmung? Unbekannt. Das koreanische Essen liegt und trägt auch kaum auf.

Von Prof. Dr. Markus Weber Sutter, Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE)

Cincinnati calling – California dreaming…

Hi everyone,

I hope you recognized the song from “The Mamas & The Papas”?

 

Yes indeed, this time I am bringing you to sunny California!

Last week I had the honor and pleasure to participate the “Fulbright Enrichment Seminar” in San Diego. The 4 days conference was about “Leveraging Strategic Innovation & Entrepreneurship for Long Term Success” and gathered more than 90 Fulbrightees from 47 different countries. In addition to the fantastic South California weather (around 78° F all year long) it was a unique opportunity to meet exceptional people with different background and culture: from an anticorruption judge in central Europe, to a journalist in Africa or a nephrologist specialized in kidney transplantation.

Various events and workshops were held on the University of San Diego campus (UCSD) and all participants were staying at a beautiful hotel resort in front of the beach (I attached a pic from the view from my room to make you jealous).

The meetings and workshops were very interesting. We could meet successful local entrepreneurs, business angels and UCSD professors, and discussed how entrepreneurship could be supported at the university level. One possibility is the organization of so-called “challenges” where teams of students compete for an award (non-dilutive money + coaching and eventually incubation). Actually, the ZHAW does have something very similar: the Startup Challenge! This is an exciting event where you might have the opportunity to go the US! So, if you are a student: be bold and apply!

If you want to know more about entrepreneurship at ZHAW (and in Winterthur), here are few links:

www.zhaw.ch/en/research/entrepreneurship-at-the-zhaw/entrepreneurshipzhaw/

www.startup-night.ch

tpw.ch/en/

I wish all of you a wonderful Christmas time and see you next year!

Mathias*
*) Mathias Bonmarin is a senior lecturer at the ZHAW School of Engineering. Recently, he was honoured to get a prestigious Fulbright scholarship and therefore he’s at the University of Cincinnati in Ohio for one year as a visiting Professor.

Von Plato nach Konfuzius – über den grossen Teich geschaut

Ob das am Ende nicht vielleicht doch eine Spur zu exotisch werden könnte für mich – und meinen Gaumen –, fragte ich Wolfgang Kickmaier. Ach, i wo! Südkorea ist sozusagen «Eastern Asia for beginners», kulinarisch und ganz allgemein vollkommen «durchamerikanisiert». So nannte er das. In den Staaten hatte ich ja auch schon mal für drei Jahre gelebt, also musste es jetzt auch klappen. Und tatsächlich begegnen einem hier viele Dinge, die wie von den US-Amerikanern übernommen daherkommen. Ohne die USA gäbe es die «Republic of Korea» gar nicht – oder jedenfalls nicht in der Form. Den Koreanern ist das sehr wohl bewusst: General-Mc-Arthur-Statue hier, Denkmal zur Festigung der Freundschaft USA-Südkorea da, grosse, repräsentative Limousinen, breite Strassen, gemeinsame Manöver, gemeinsame Feinde, amerikanische Truppen auf koreanischem Boden – alles Normalität. Und immer, wenn das Koreanische in seinem Original für einen Gegenstand oder Sachverhalt, der bis vor kurzem hier komplett inexistent war oder schien, keinen passenden Ausdruck hergibt, steht das amerikanische Englisch Pate bei der Schaffung von Lehnwörtern («Kompiutoa», «Bodikae» «Hailait» usw.). In mir wurden ständig auch die herrlichen Gags und die Ironie der amerikanischen Unterhaltungsindustrie wieder wachgerufen: Jay Leno’s «Tonight Show», «…the war on Christmas…», «…Latin? That’s something for Catholics. Come on!…»
A propos, oder speeking of which: Meine gesamten Vorfahren sind oder waren, soweit mir bekannt, mehr oder weniger stramme westfälische Katholiken. Während noch meiner Oma ohne einen sonntäglichen Kirchgang fast körperlich etwas zu fehlen schien, konnte ein Bruder meiner Mutter, als meine Schwester und ich ihn einmal im Ruhrgebiet besuchten, uns auf einer Autofahrt bei jeder zweiten Kirche, die wir erblickten, Dinge sagen wie: «Guckt mal! Da steht doch auch wieder so eine Halleluja-Garage.» Und wenn wir den Tabubruch dann mit Lachen quittierten, kam: «Ja, da, wo dieser komische Vorturner doch immer ist.» Dazu fuchtelte er dann, mit den Händen längst nicht mehr am Lenkrad, wild in der Gegend herum. Damals krümmten wir uns vor Lachen. In den USA hatte ich sie zum ersten Mal in meinem Leben in echt gesehen: Kirchen mit eingebauten Wohnungen und Garagen. Und exakt so sehen hier viele auch aus. Man weiss dann jeweils nicht, ob sich in solcher Architektur die Reduktion auf einen Raum, in dem sich «zwei oder mehr im Namen» ihres Stifters versammeln können, ausdrückt oder ob sie der Unterbringung der Wechslertische und der aus Pflugscharen geschmiedeten Schwerter dient. Die Orgelklänge jedenfalls, die aus der Kirche, die gleich neben dem «Guest House» der INHA Universität steht, über meinen Balkon zu mir ins Zimmer geweht werden, kommen mir sehr vertraut vor.

Die Menschen in Ostasien wissen sehr wohl, dass nicht die Europäer das Schiesspulver erfunden haben. Umso schwerer muss ihre Volksseele von Demütigungen wie den Opiumkriegen getroffen worden sein. Das Jahrhundert danach heisst in China «das Jahrhundert der Schande». Die Rückständigkeit abzuschütteln, in die sie zivilisatorisch geraten waren, ist seither zum Leitmotiv ihrer energischen Aufwärts- und Vorwärtsbewegungen geworden.

Wer sich auf Wikipedia über die Rolle der Religion («Opium des Volkes», Karl Marx) in Korea informiert, lernt vermeintlich längst Bekanntes noch einmal von einer neuen oder, wenn man so will, sehr alten Seite zu sehen. Auch die Europäer hatten ihre dunklen Jahrhunderte. Die Erhebung des Christentums von einer missliebigen Sekte zur Staatsreligion im Römischen Reich fruchtete schon bald im Abschütteln alles Heidnischen, und so mussten auch die Weisheiten eines Plato oder Aristoteles für ein knappes Jahrtausend von der Bildfläche verschwinden. Dass diese Schätze dann im Zuge der Renaissance so einfach ein zweites Mal gehoben werden konnten, verdanken die Christen auch den Muslimen. Wenn man also selbst als Gelehrter gut tausend Jahre lang nichts einsehen konnte, was man nicht durch Gott zur Einsicht bekommen hatte, wenn es keine Weisheit gab, die ohne das Postulat von Gottes unbezweifelbarer Existenz auskommen konnte, so wurde dies in der Renaissance und der später folgenden Aufklärung grundlegend anders. Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit dadurch, dass man sich seines Verstandes ohne die Anleitung eines Dritten bediente, wurde zum Gebot der Stunde und zum Schlüssel unzähliger Einsichten und Einblicke, mit denen die geistige Durchdringung von Natur und Technik, wie sie sich bis dahin in Asien entwickelt hatte, im Eilzugstempo überholt, qualitativ übertrumpft wurde, müsste man sagen. Im englischen Begriff «enlightenment» schwingt zwar noch ein wenig der dem Betrachter gewogene «Beleuchter» mit, aber auf der anderen Seite festigt der neueste Werbefilm der ZHAW den Triumph des (eigenständigen) Denkens über das blosse Wissen – über die Beschwörungsformeln erst recht.

Die grosse Mehrheit der Koreaner war lange Zeit in einer Art Naturreligion mit Ahnenkult, dem Sindoismus, verhaftet, während «organisiertes» Religiös-Sein den Oberschichten vorbehalten blieb. Es war schliesslich aber der bemerkenswerte Impetus der herrschenden Könige, Religionen wie Buddhismus oder Christentum («Platonismus fürs Volk», Friedrich Nietzsche) ins Land zu holen, um die Bevölkerung aus ihrer Umnachtung in die Moderne voranzubringen. Die Chinesen hatten damit Erfolg, also holte man sich hier auch Handelshäuser und die Kirche aus Europa in die Hafenstädte. Eine Keimzelle des modernen Incheon war ein deutsches Handelshaus. Bei dem hohen Stellenwert der Schulbildung im Konfuzianismus und beispielsweise den Klosterschulen hatten sich da aber zwei gefunden! Der Konfuzianismus fand bei vielen Koreanern auch wegen seiner Riten zur Ahnenverehrung Anklang und wirkte so prägend auf den Buddhismus ein, der dadurch ein eigener koreanischer Buddhismus wurde. Auch die katholische Kirche hatte seit der Duldung der Ahnenverehrung etwas bessere Karten in der Hand.

So ist hier eine katholische Kirche bar jeglicher Altlasten aus ihrer Vorgeschichte angelandet. Hier konnte sie als Tabula rasa starten und soll sich auf die Barmherzigkeit und Wohltätigkeit konzentrieren, darin sind sich der Staat und die Bevölkerung einig. Sie steht soziologisch aber auch für die Ankunft der Aufklärung, und das kann sich jeder Katholik einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Wie froh sie sind, die Koreaner, sich die Segnungen der Aufklärung nun voll und ganz einverleibt zu haben! «Du Mensch kannst alles einsehen, in alles Einblick nehmen. Traue dir das nur zu!» Dann kommen die Hochöfen und Smartphones wie von alleine. So hier geschehen. Die LED-Displays sind kein Zufall. Mit den Hochöfen und den Kohlekraftwerken kommt zwar auch die Luftverschmutzung, aber die weht, wie ich mir habe sagen lassen, vor allem aus China herüber. Die Externalisierung des Üblen ist ein klassisch christlicher Topos. There you go. Noch etwas Zweites scheinen sie sich mit an Land gezogen zu haben: Den schwierigen siamesischen Zwillingsbruder der Aufklärung, den Panoptismus. Er macht keine lauten Ansagen, er wispert nur, wobei offenbleibt, ob überhaupt wahr ist, was er sagt: «Du Mensch kannst bei allem gesehen werden. Halte das durchaus für möglich! Gewöhne dich daran! Oder mute dich besser gleich den Blicken aller anderen zu!» «Social Media» und Selfiestick sind auch hier angekommen – zusammen mit einer Unzahl an Überwachungskameras.

Hierin scheinen mir die Koreaner eher angelsächsisch: «Public Safety» und das Funktionieren des Staates sind so sehr überlebenswichtig, dass sie womöglich zwar die Kantische Schrift zum ewigen Frieden ganz nett finden, im Zweifelsfalle aber zur Stabilisierung der Verhältnisse lieber dem Hobbes’schen Leviathan Tür und Tor öffnen. Die an Konformismus gewohnten Ostasiaten haben mit einem autokratischen Regime tendenziell etwas weniger Berührungsängste als wir, solange dadurch z.B. nur die drängenden Probleme gelöst oder die Korruption ein für alle Mal beseitigt würden.

Daran, welchen Verlauf der Stellenwert des Individualismus und der Privatsphäre in den kommenden Jahrzehnten nimmt und inwieweit wir in Europa überhaupt willens und in der Lage sind, etwas anderes zu verwirklichen, als es sich hier abzeichnet, wird sich auch messen, ob man in Asien unsere Lebensentwürfe, unsere Lebensart oder Kultur je wieder zu einem erstrebenswerten Vorbild nimmt. Alles andere haben sie ja bereits selbst auch oder übernommen.

Wenn man das Christentum mit der Nächstenliebe assoziiert, während der Buddhismus ebenfalls in dem Zum-Versiegen-Bringen des ewigen Dürstens nach mehr, in einem asketischen und altruistischen Leben ein Ideal erkennt, gleichzeitig aber etwa die Hälfte der Koreaner komplett ohne Bekenntnis auskommt, dann ist es umso umwerfender, mit wieviel Freundlichkeit, welchen Geschenken und welcher Zuwendung ich hier zum Teil fast beschämt wurde. Sie selbst nennen das ganz säkular und bescheiden, fast profan: «…trying to be helpful…». Als mir eine Studentin ihre neue Jacke für meine Tochter (der dieses für Aussenstehende nicht erhältliche Kleidungsstück so sehr gefiel) als Geschenk überreichte, hätte ich fast geweint. Sie wolle ja nur, so sagte sie, sicherstellen, dass ich mit einem positiven Eindruck nach Europa zurückkehren könnte. Als meine Tochter in einem Laden zwanzig Franken von ihrem eigenen Taschengeld an den Kauf von zwei entzückenden traditionell koreanischen Kleidern für ihre Puppen beisteuerte, da legte die Verkäuferin noch drrei weitere als Geschenk obendrauf.

Sogar dem (ehemaligen) Feind die Hand zu reichen, das scheint Jae-in Moon bereit zu sein. Mein Gastgeber sprach einmal davon, dass die innenpolitischen Spannungen in Südkorea nicht unerheblich seien. Als mir bei meinem allerersten Besuch in der 10-Millionen-Metropole Seoul gleich ein Eiferer mit einem Transparent vor meine Kamera sprang, wie verwerflich und dem Wohlstand der Koreaner abträglich diese Aussöhnungs- und Annäherungspläne doch seien, als ich die Uniformen der Veteranen sah, die Marschmusik hörte und «R.O.T.C.» las, wusste ich, was es geschlagen hatte. «Fast vollkommen durchamerikanisiert». Sollte China die USA als Macht mit dem grössten Einfluss auf Südkorea ablösen, so gefällt das einigen gar nicht. Sie hätten lieber eine Zukunft, die man mit der Vergangenheit glatt verwechseln könnte.

Von Prof. Dr. Markus Weber Sutter, Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE)

Ein Semester auf der Südhalbkugel

Mein Name ist Benjamin Fink, ich studiere Maschinenbau im 5. Semester und bin Mitte Juli nach Südafrika gereist, wo ich an der University of Cape Town ein Auslandsemester absolviere.

Der Tafelberg dominiert das Stadtbild

Bei der Wahl der Destination für mein Auslandsemester war ein Aspekt, dem Schweizer Herbst und Winter zu entfliehen. Dies legte einen Ort auf der Südhalbkugel nahe, und in Südafrika war ich noch nie. Zu Beginn musste ich mich jedoch vom Schweizer Hochsommer in den südafrikanischen Winter begeben. Winter in Kapstadt, das bedeutet nicht unbedingt Schnee (obwohl es hier in höheren Lagen auch Schneefall gibt), sondern in erster Linie heftige und andauernde Regenfälle sowie starker Wind. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 12 °C in der Nacht und 15-20 °C tagsüber. Für Schweizer Verhältnisse sind dies zwar absolut keine Extremwerte, doch muss man dazu wissen, dass die Häuser hier keine Zentralheizung haben. Die einzigen Wärmequellen in unserem Haus sind das Cheminée im Wohnzimmer und die unverzichtbare Bettflasche.

Kapstadt und die ganze Region im Südwesten des Landes erlebte in den letzten Jahren eine Dürre, weshalb Anfang 2018 drastische Wasserrestriktionen in Kraft traten. Aufgrund der ausgiebigen Regenfälle dieses Winters, sind die Stauseen jedoch wieder gut gefüllt und die Beschränkungen wurden per Anfang Oktober von 50 auf 70 Liter pro Person und Tag angehoben. So viel verbraucht der Durschnittsschweizer etwa für eine 5-minütige Dusche. Um die Beschränkung einzuhalten, gibt es verschiedene Wasserspartricks, auf welche wir gleich bei der Ankunft hingewiesen wurden. So wird beispielsweise das Abwasser der Dusche aufgefangen und anschliessend zur Toilettenspülung verwendet. In den meisten öffentlichen Toiletten gibt es kein Wasser mehr zum Hände waschen, stattdessen sind die Seifenspender mit Desinfektionsmittel gefüllt.

Diese Wasserspartipps hängen überall in unserem Haus.

Kapstadt hat alles zu bieten, was man von einer Grossstadt erwartet: Restaurants, Cafés, Bars und Clubs für jeden Geschmack, Shopping Malls, Museen oder Strände (der Atlantik ist aber hier nur ca. 15 °C warm). Öffentliche Parks gibt es nur wenige, dafür hat man das Tafelbergmassiv praktisch vor der Haustüre. Je nach Route ist man in 1 ½ bis 2 Stunden auf dem Berg und geniesst eine herrliche Aussicht auf die Stadt.

Blick vom Devil’s Peak auf das Stadtzentrum mit dem Lion’s Head (links) und Signal Hill (rechts).

Der noble Vorort Camps Bay.

Einzig beim Thema ÖV hinkt die Stadt wie schon erwähnt nach wie vor hinterher. Es gibt 2 Busnetze (ein altes und ein neues, welches zur WM 2010 eingeführt wurde), die zwar günstig, aber nicht besonders zuverlässig sind. Für die älteren Busse findet man weder im Internet noch an den Haltestellen Fahrpläne oder Streckenkarten. Zudem gibt es noch Minibusse, welche eine fixe Route abfahren, aber keine festgelegten Haltestellen besitzen. Man wartet einfach am Strassenrand und winkt einen der Busse heran, dann sagt man dem Chauffeur wo man hinwill und er hält wiederum am Strassenrand an. In einem der Vorortzüge, welche oftmals verspätet sind und fast nur von Einheimischen benutzt werden, sind wir auch schon Zeugen eines Entreissdiebstahls geworden. Wenn man als Gruppe oder in der Nacht unterwegs ist, ist Uber eine zuverlässige und sichere Alternative. Dieser Service ist hier, im Gegensatz zu vielen europäischen Städten, sehr verbreitet und sowohl bei Touristen wie auch Einheimischen beliebt. Meistens benutze ich eine Kombination aus Minibussen, Stadtbussen und Uber um mich in der Stadt fortzubewegen.

Alle meine Vorlesungen finden auf dem Upper Campus statt. Dies ist der Hauptcampus und befindet sich an spektakulärer Lage direkt am Fusse des Tafelbergmassivs. Da der öffentliche Verkehr in Kapstadt wie schon gesagt nicht zuverlässig ist, betreibt die UCT ihr eigenes Busnetz. Die Busse sind für Studierende und Angestellte gratis und verbinden die verschiedenen Campus mit den umliegenden Vororten.
Das Unterrichtsmodell an der UCT ist dem der ZHAW insofern ähnlich, dass man auch während dem Semester Zwischenprüfungen schreibt, Praktika absolviert, oder Essays schreiben muss. Die Vorlesungen dauern jeweils nur eine Lektion à 45 Minuten. Je nach Modul habe ich zwischen 1 und 5 Vorlesungen pro Woche. Daneben gibt es in jedem Modul noch ein wöchentliches Tutorat oder Praktikum, wo in kleineren Gruppen Aufgaben gelöst oder Texte diskutiert werden. Obwohl ich hier mit 4 Modulen nur halb so viele Fächer wie an der ZHAW besuche, ist der Aufwand durchaus vergleichbar oder sogar noch etwas höher. Zudem sind an der UCT bei Prüfungen keine persönlichen Notizen oder Formelsammlungen zugelassen.

An der UCT gibt es keine Mensa, sondern verschiedene privat betriebene Essenstände. Einige dieser Stände befinden sich im zentralen Food Court, andere sind über den ganzen Campus verstreut. Das Angebot ist äusserst vielfältig: Neben afrikanischen Gerichten gibt es auch Falafel, frisch zubereitete Sandwiches, asiatische Reis- und Nudelgerichte, oder klassischen Fast Food wie Burger oder Hotdog. Eine Mahlzeit ohne Getränk kostet umgerechnet zwischen 2 und 4 Franken.

Blick auf den Upper Campus der UCT am Fusse des Devil’s Peak.

Nach 7 Wochen Unterricht gab es im September eine Woche midterm break. Die Unterrichtsfreie Woche habe ich für einen Roadtrip entlang der weltberühmten Garden Route genutzt. Wir sind mit einem Mietwagen gereist, was aufgrund des Linksverkehrs anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war. Die Überlandstrassen und Autobahnen befinden sich in ausgezeichnetem Zustand, was das Fahren zusammen mit der guten Beschilderung sehr einfach macht. Da im September immer noch Nebensaison ist, haben wir Unterkünfte und Attraktionen sehr kurzfristig und preiswert gebucht. Absolutes Highlight war ein Besuch in einem privaten Game Reserve, wo sich neben den Big 5 (Löwe, Leopard, Elefant, Büffel, Nashorn) auch diverse andere Tiere wie Giraffen, Zebras, Antilopen oder verschiedene Vogelarten beobachten liessen.

Die Tiere, egal welcher Art, bewegen sich völlig frei im Game Reserve und halten sich auch gerne zwischen den Bungalows auf.

Obwohl ich schon mehre längere Auslandaufenthalte absolviert habe, war mein Auslandsemester trotzdem wieder gespickt mit neuen Herausforderungen. Geduld, Beharrlichkeit und Offenheit haben sich aber ausgezahlt und nun freue ich mich darauf, ab Mitte November, im eigentlichen Südsommer, noch weitere Orte in Südafrika und den Nachbarländern zu erkunden.

Cincinnati calling – Fall, pumpkins, and politics

Hello everyone,

I hope you are all doing fine and could enjoy some nice weather in the last months. Fall definitely arrived in Cincinnati. At some point I thought it would never come: temperature still reached 90°F (= 32°C) in October! I am looking forward to winter time where it is supposed to drop below zero Fahrenheit…

Fall time is beautiful in Ohio, especially the landscape with fantastic reddish colors. Summer was so warm and humid that we are now enjoying long walks in the parks (Cincinnati has many beautiful urban parks).

We discovered Halloween. Of course, we somehow do celebrate Halloween in Switzerland, especially in the suburbs area where you might see kids walking around on that evening. But here it is definitely different: It is a big party! The kids dressed up – and usually accompanied by their parents as it is not so safe – are basically going from door to door with the famous “treat or trick” to get sweets. The neighbors are most of the time on their porch where they arranged a “cosy” place with lots of skeleton, graves, and of course pumpkins, and do offer the parents some beer or punch, sometime even something to eat like cakes or cookie. I was even told that some parents do not hesitate to drive their child to wealthy neighborhoods like Hyde Park or Mason to get nice food! 🙂 If your child is still small, this is also the opportunity to dress him or her up with the most ridiculous gear you can find – they do not complain at this age. Pumpkins rank number one according to my friends from the lab.

This is also a very political fall with the mid-term election happening on November the 6th (always a Tuesday) where it seems that many people are elected (governors, judges, prosecutors, etc.). Our mailbox is basically full every single day, and it is hard to find anything else in television. Everywhere on the road you will find signboards for one candidate or the other. Interestingly, it is not forbidden to denigrate the opposite candidate here in the US so that you will see many ads recapitulating all the failures, mistakes, or questionable connections. Very vivid but on the other hand, difficult to get the program of the candidate!

That’s it for today folks. Write to you soon – I do have a small surprise for you for next post.

Mathias*
*) Mathias Bonmarin is a senior lecturer at the ZHAW School of Engineering. Recently, he was honoured to get a prestigious Fulbright scholarship and therefore he’s at the University of Cincinnati in Ohio for one year as a visiting professor.

Von Plato nach Konfuzius – Kein Latein?

Man sollte jetzt als Europäer auf keinen Fall der Versuchung erliegen, den Vergleichswettbewerb auf jene bald zum peinlichen letzten Vorposten verkommene und eben nur vermeintliche Bastion einer alt-ehrwürdigen bedeutsamen Tradition zu verlagern und zu fragen: «Wie haltet ihr’s mit dem Latein?» Wobei «Latein» hier durchaus als Platzhalter, aber auch wörtlich zu verstehen ist. Ich hab’s – unfreiwillig zwar – erprobt und kann mich von der Peinlichkeit nur schwerlich erholen. Mich haben schon mindestens drei Menschen (mein Gastgeber und zwei Wildfremde), als sie «Schweiz» («Süö-ui-sö») verstanden, fast reflexartig gefragt: «Ja, sag mal: Schweiz, das war doch das Land mit den vier Landessprachen. Welche waren das gleich nochmals? Deutsch, Französisch und dann?» «Dann», sagte ich, «kommen da noch das Italienische und das Rätoromanische. Vielleicht wäre es realistischer, Englisch als vierte Landessprache zu nennen oder von fünf Landessprachen zu sprechen. Das Rätoromanische wird es wahrscheinlich gar nicht mehr lange geben». So wollte ich vermeiden, mich für das Rätoromanische irgendwie erklären zu müssen. Der eine liess aber nicht locker, bis ich ihm erklärte, er solle das nicht mit dem Rumänischen verwechseln, sondern es so verstehen, dass es direkt vom Latein abgleitet sei, also «…has to do with Ancient Rome…». Worauf er in fehlerfreiem Englisch sagte: «Actually, the nation of Romania does, in fact, have to do with Ancient Rome.» Oder als neulich «Han-Geul»-Feiertag war, also die über fünfhundert Jahre alte Leistung des koreanischen Königs Sejong, das chinesische Schriftzeichensystem durch ein vereinfachtes Silbenalphabet ersetzt zu haben, gefeiert wurde, die Supermärkte, für mich überraschend, geschlossen waren und sogar auf den Baustellen morgens um sieben Uhr etwas weniger Lärm gemacht wurde, erklärte mir Hyeon-Seok: «Was da gefeiert wird, musst du dir so vorstellen, wie wenn die Römer vom griechischen Alphabet wegkommen und an seine Stelle ein eigenes setzen.» Ich muss dazu sagen, dass ich mich jetzt schon über sechs Wochen mit dem «vereinfachten Schriftsystem» befasst habe und kaum über «guten Tag» und «Dankeschön» hinauskomme – zeigt vielleicht auch nur, dass man nicht jünger wird. Da hat also ein ganzes Volk ein althergebrachtes Kommunikationssystem abgeschüttelt und durch ein neues ersetzt, weil mit dem alten zu wenige Menschen an der allgemeinen schriftlichen Kommunikation teilnehmen konnten.

Und jetzt steht ihnen mit der Globalisierung – auch oder vor allem im Wissenschaftsbetrieb – wieder ein neues Zeichensystem ins Haus: die lateinische Schrift. Und sie lernen sie alle. Englisch gibt es im Schulunterricht von der ersten oder dritten Klasse an. Einer mit leidlich gutem Gymnasialabschluss verfügt also hierzulande über Koreanisch auf hohem muttersprachlichem Niveau, Kernbestände an Chinesisch und Englischkenntnisse, die sich mit denen unserer Maturanden mindestens vergleichen lassen. Wie heisst es so schön: «The common language of science has become (broken) English.» Die lingua franca der Wissenschaften ist längst nicht mehr Latein, sondern gebrochenes Englisch. Die Koreaner lernen unsere Schrift mit Eifer und Freude. Marken und Namen aus USA und Europa oder solche, die wenigstens so klingen, sind durchwegs positiv besetzt und schwer angesagt. Den Umgang mit den Namen und Bezeichnungen (die hier schier unaussprechlich sein dürften) betreiben nicht alle Koreaner mit der gleichen Leichtigkeit. Weshalb ich gute Gründe sehe, den Campus und das studentische Ausgehviertel in Incheon als «Quartier Latin» in zeitgemässer Neuauflage zu bezeichnen.

Die Begeisterung und fast völlige Unbefangenheit mit unserem Alphabet und unseren modernen Sprachen reicht vereinzelt sogar bis zum richtigen Lateinisch zurück. Völlig platt war ich vor ein paar Wochen, als ich abends um elf den Fernseher einschaltete, um mich an den Klang einer Sprache zu gewöhnen, von der ich kein Wort verstand, und auf einem der Sender folgendes gegeben wurde: Der Intendant und Dirigent eines minimalen Show-Kirchenchores studierte mit den etwa acht in Talaren gewandeten Sängerinnen und Sängern eine Passage aus dem «Komm, Heiliger Geist» ein, wobei viel Wert auf absolut professionelle sängerische Darbietung gelegt wurde und im Wechsel aus jeder der Stimmen eine Interpretin oder ein Interpret hervortrat, um die Passage noch einmal in der Manier einer Opernsängerin oder eines -sängers vorzutragen und dabei die Unterschiede zu kommentieren, die ein Tremolo und ein Vibrato machen konnten. Der Intendant schien sehr zufrieden und ließ den Chor zum Abschluss noch einmal singen «…QVAE TV CREASTI PECTORA…», und damit jeder – auch Fernsehzuschauer – verstehen lernte, was man da sprechen oder singen sollte, war der Originaltext am Bildschirm mit jenen koreanischen Schriftzeichen unterlegt, die diese lateinische Passage phonetisch nachstellten. In der Gegenrichtung sind sie mit ihren Hilfestellungen genau so deutlich: «Forget about Romanization!», also etwa «Vergiss das Koreanisch-Lernen anhand lateinisch transkribierter Silben!» Ich kann es nur bestätigen. Die Transkription kann nur gewinnbringend einsetzen, wer wie ein Muttersprachler englisch spricht und dazu über eine gründliche linguistische Ausbildung verfügt, also nachvollziehen kann, was sich die Erschaffer der Transkriptionsregeln mit Blick auf die Phonetik gedacht haben müssen.

Von Plato nach Konfuzius – Ein schlechter Reim mit «klein»

Anfangs hatte ich den Eindruck, der einzige Europäer oder «Westler» hier am Campus zu sein. Doch mittlerweile sind mir mindestens ein Dutzend Leute begegnet, die Studenten oder «Mitglieder des Lehr- und Forschungskörpers», also «Faculty Members» westlicher Hochschulen gewesen sein müssen. Unter den Männern nicht wenige, die deutlich größer sind als ich – und das nicht, weil ich etwa besonders klein wäre. Es muss ihnen also zumindest bei der Ankunft und in den ersten Begegnungen mit vielen Einrichtungen und dem Mobiliar so gegangen sein wie mir, ein bisschen so, wie wenn sich Schneewittchen bei den sieben Zwergen an eines der Tischchen zu setzen und aus einem der Becherchen zu trinken versucht. Auch ein jovialer Blick an der jungen Generation vorbei auf die Koreanerinnen und Koreaner so ab sechzig aufwärts ist einer auf fast durchwegs für unsere Massstäbe bemerkenswert kleine, oft knorrige, irgendwie von den Strapazen eines arbeits- und entbehrungsreichen Lebens sichtlich gezeichnete Menschen.

Und ganz schnell geschieht es, dass sich einem neben dem Eindruck des «Klein-Seins» noch der einer gewissen Kindlichkeit aufdrängt. Wobei Kindlichkeit immer auch etwas Unbeschwertes, Erfrischendes hat. So geschah es mir bei meinem ersten Mittagessen, dem ich schon mit einer gewissen Anspannung entgegengesehen hatte, dass mich Hyeon-Seok (man spricht in etwa «h’Jån-‘Såk»), der Doktorand, der mir von meinem Gastgeber zur Seite gestellt wurde («…he is my brightest grad student…», was immer offensichtlicher werden sollte), in ein Restaurant führte und vorschlug, geschmortes Hühnchen an Glasnudeln in Soja-Sauce mit Reis zu bestellen – ein Gericht ab zwei Personen. Man lud sich also aus einer in der Mitte auf einem runden Tisch plazierten Pfanne Bröckchen des Hühnerfleisches und Glasnudeln immer wieder auf den eigenen Teller und versuchte, mit Stäbchen irgendwie dieser in Sauce getränkten Glasnudeln Herr zu werden, wobei mir bedeutet wurde, es sei auf jeden Fall statthaft, wahlweise auch den beigelegten Löffel zu benutzen. Als ich versuchte, eine nächste Portion von der Pfanne auf meinen Teller zu überführen und dabei die Schleppe an aus der Sojasauce gezogenen Glasnudeln so gar nicht enden wollte, gab mir Hyeon-Seok ein Zeichen, mich nicht kompromittiert zu fühlen, griff zu einem Utensil, das wir angesichts seiner kunststoffummantelten Griffe als Bastelschere bezeichnen würden, und schnitt die Nudeln ab, so dass die unteren Enden alle wieder in ihr Bad in der Sauce zurückfielen und dort verschwanden. Das sei üblich und bestens etabliert, sagte er und tat es im Verlauf noch mehrere Male sowohl bei den Nudeln, die ich mir zu nehmen versuchte, als auch bei denen für ihn selbst. Und das war nicht alles. Schon wenige Tage später beobachtete ich beim Einkaufen im Supermarkt, dass nicht wenige Kunden noch einige Zeit an der Aussenwand des Marktes etwa dort, wo man die Einkaufskörbe und -wagen zurückstellt, verbrachten, und wunderte mich, was die da so emsig mit ihren Einkäufen taten. Immer wieder hörte man ein leichtes Zirpen oder Kreischen, bis mir klar wurde: Hier zurren die Kunden mit meterweise Paketklebeband ihr Eingekauftes zusammen, damit beim Transport nichts herausfallen kann. Also jemand kauft z.B. zwei oder drei flache Dreissigerkartons (!) mit rohen Eiern. Klar, die muss er erst einmal stapeln, mehrfach umwickeln und am besten noch mit etwas Passendem zusammenzurren. Wie war das eigentlich bei uns gelöst? Es sind immer sechs oder zwölf Eier in einer verschließbaren Schachtel, und für die meisten Haushalte sind oft sechs Eier schon eines zu viel. Hier waren vor dem Supermarkt gleich eine ganze Batterie grosser, standfester Paketbandspender postiert, denen das Klebeband niemals ausgehen konnte. Sollte eine Rolle leer geworden sein, würde aus dem vertikalen Metallschacht gleich die nächste nachrutschen, sobald man die aufgebrauchte entfernt hätte. Ein Eldorado also für ein Kind im «Chläberli-Alter». Dazu kommt noch die in fliessenden Grenzen mit den Produkten der Unterhaltungsindustrie verwobene Anleitung der Gesellschaft zum Wohlverhalten durch allerlei Fanfaren und Melodien, wie man sie von Kinderspielzeugen kennt. Und wie immer kommt in unseren modernen Zeiten noch das Micky-Maus-T-Shirt-Phänomen bei den Erwachsenen zum Tragen, das man als Trotzreaktion oder Wiedergutmachungsaktion für eine in gewissem Sinne nicht gehabte oder jedenfalls nicht voll ausgekostete Kindheit interpretieren kann. Das Spiegelbild zum Jugendwahn unter den Erwachsenen, die Pflicht der Kinder, verdammt-nochmal erwachsen zu sein, scheint in Korea keine unbekannte Grösse. Ich muss für die jüngeren Leser ergänzen, dass die erste Tuchfühlung mit dem Wort «Korea» in unserer Kindheit folgende war: Das war unvorstellbar weit weg, die Menschen dort mussten zum Teil in grosser materieller Not leben und darum fürchten, ihre Kinder nicht ernähren zu können, so dass die Generation unserer Eltern von dort in begünstigten Verfahren kleine Kinder adoptieren konnte, mit denen wir dann als unseren allerersten exotischen Klassenkameraden zur Schule gingen. Die fernöstlichen Volkswirtschaften und Zivilisationen konnten uns gefühlt irgendwie noch lange nicht das Wasser reichen, sie waren auf Entwicklungshilfe angewiesen. Weil diese Gesellschaften aber niemanden im Westen bedrohten, keinem so schnell gefährlich werden konnten, die Menschen dort so fleissig, an Verbesserung interessiert und lernbegierig waren, neigte man dazu, alles, woran sie scheiterten oder womit sie sich schwertaten, mit einer an Herablassung grenzenden Grosszügigkeit zu sehen. Bei einem Kind hätte man gesagt: «Lasst sie/ihn doch erst einmal machen! Die/der macht das für ihr/sein Alter doch schon recht gut. Sie/er ist ja noch so klein».

Aber das hat sich radikal verändert. Von dem eben gezeichneten Bild bleibt ausser der Bastelschere, den Kleberollen und den Kindermelodien kein Stein mehr auf dem anderen. Die jungen Leute hier sind gross, die Limousinen, die Randsteine, die Strassen, die Einkaufszentren, überhaupt die Städte, die Häuser und sogar die Mahlzeiten, sie sind alle gross. Die ganze Volkswirtschaft ist gross – erst in jüngerer Zeit gross geworden, ja, aber gross. Im Bereich Schiffsbau und LED-Displays sind die Koreaner Weltspitze, fast einsam. Es ist Zeit, dass wir uns im Westen eingestehen: Die stehen uns in kaum mehr etwas nach. Als ich in einer Art «fishing for compliments» dem mehrsprachigen Taxi-Fahrer, der meine Frau, meine Tochter und mich am Flughafen sogar in einem Satz auf Deutsch begrüsst hatte, gesprächsweise zu verstehen gab, dass die Entwicklung in Korea doch eigentlich atemberaubend sei und ich den Eindruck hätte, es gehe nicht mehr darum, dass sie, die Koreaner, uns irgendwie einholen oder zu uns aufschliessen könnten, sondern schon eher darum, dass wir uns haben überholen lassen oder um den Anschluss bangen müssten, da nickte er nur in vornehmer Zustimmung.

Von Prof. Dr. Markus Weber Sutter, Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE)

Cincinnati calling – New York: The city that never sleeps

Hi folks! You are not mistaken: this does not look like Cincinnati. 🙂

Last week I was in New York city for a short stay to support the ZHAW spin-off opus néoi GmbH.

The startup had been selected to participate to the SHIELD pitch event. SHIELD is an acronym for Skin Health Investigation, Education, Longevity Development and has been established by Nestlé Skin Health to bring bold disruptive ideas and maintain skin health in the digital era.

The event was really great and inspiring with startups coming from everywhere around the world presenting different ideas around skin health. Though opus néoi unfortunately did not win the 25’000 $ cash prize, we ended up on the podium and will keep in touch with SHIELD for further support once back home in Switzerland.

On Friday, we had a quick stay at the NYC offices of Swissnex Boston. Big thanks to Estelle and Oliver who put us in contact with US investors! Their office is located in the south of Manhattan in the WeWork working space: best view of New York and startup atmosphere guaranteed.

See you next time!
Mathias*
*) Mathias Bonmarin is a senior lecturer at the ZHAW School of Engineering. Recently, he was honoured to get a prestigious Fulbright scholarship and therefore he’s at the University of Cincinnati in Ohio for one year as a visiting professor.

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