Tag: Erfahrungsbericht (page 1 of 5)

Ein Semester im Süden… von Norwegen!

Hello! Before I write about my semester abroad, I would like to introduce myself. My name is Jérôme von Gunten and I am from Switzerland. I am studying the BSc in Systems Engineering at the ZHAW in Winterthur and have spent one semester at the University of Agder in the south of Norway.

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Engineering practice within Chinese and Swiss culture

Masterstudierende sind im Rahmen des MSE China-Moduls für drei Wochen ins Reich der Mitte gereist. Unter ihnen auch Melanie Muser und Amarin Pfammatter, die uns mit persönlichen Berichten an ihren Eindrücken teilhaben lassen.

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Same same, but different – a semester in Berlin

My name is Naxhije Rexhepi. I live in Zurich in Switzerland where I am studying Industrial Engineering, with a focus on Economics and Finance. In my free time I like to eat and do sport. When I’m not at the gym, I go with my friends out, whether in the cinema, in a bar or in the theater. I am interested in many things, because I like to learn something new every day.

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Home Sweet Home – Back in Switzerland

Hello everyone,

My Fulbright fellowship at the University of Cincinnati in Ohio has reached its end and I am now back at ZHAW in Winterthur. It is time to look back to this fantastic adventure and to think about what this experience brought me both on a professional and personal side.

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Cincinnati Calling – Beantown: Swissnex Boston

Hi folks!

I was recently in Boston (called the “Beantown”) in the framework of a ZHAW-Swissnex cooperation. Practical, Boston is only one-and-a-half-hour flight from Cincinnati. 🙂

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Cincinnati Calling – Outreach Lecture Fund in Houston, Texas

Hello everyone,

Few weeks ago, in the framework of a second Fulbright Outreach Lecturing Fund (OLF), I had the opportunity to visit the Biomedical Department at the University of Houston UH in Texas. UH is a renown large university (more than 46’000 students) located in the city of Houston few miles away from downtown. The campus is beautiful, really green, with tropical plants and trees (there is almost no winter in Houston!). It was already really warm for spring and I was told that the university football team, the cougars, have to train inside in air-conditioned buildings during summer time 🙂

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Winterthur, the perfect starting point for adventures

What would be the perfect home base, if you want to see Europe while studying? And where do you find the perfect mixture of nature and culture at the same time? Viv Marleen Tamme, an Aviation student from Estonia, says Winterthur.

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Cincinnati Calling – Outreach Lecturing Fund in Cleveland

Hello folks,

I hope you are doing fine! Spring time finally reached the queen city… Winter was long this year! 🙂

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Von Plato nach Konfuzius – Hat das nach Meer geschmeckt?

Sie nennen ihre Limousinen «Sonata», «Grandeur» oder gar «Equus» – bei den vielen Pferdestärken durchaus verständlich –, sie sind im Internet präsent, in fast jeder freien Minute mit ihrem Smartphone beschäftigt oder mit ihren Schminkutensilien, sie kauen belegte Brote als Zwischenmahlzeit, sie sprechen – und schreiben vor allem – beachtlich gut Englisch, sie essen immer häufiger mit Messer und Gabel, sie spielen leidenschaftlich Fussball, sie bauen Hochgeschwindigkeitstrassen für ihre Züge, kichern (sehr häufig) und turteln (ganz selten), feiern Halloween-Partys mit Popkonzerten, führen ihren Studienkollegen unbefangen ihre Leistungen vor und erzählen von ihren letzten Abstechern nach Genf, Brüssel oder Winterthur. Kann man oder sollte man da noch hin, wenn man ausziehen will, das andere, das Fremde zu suchen? Weit weg genug ist es ja allemal; wenn man in Incheon landet, hat man den Ural, die Mongolei und das Gelbe Meer längst hinter sich; noch einen Ozean weiter ostwärts, und man ist in San Francisco.

Aber aufgepasst: Die Tastaturbelegungen ihrer PCs sind für uns undurchdringlich; ihre Schrift, Han Gul ist ein «vereinfachtes» Silbenalphabet. Die Regierung kämpft gerade damit die üblichen 62-Stunden-Wochen irgendwie in die Nähe von 50 Stunden hinunter zu regulieren – OK, das dürfte dann eng werden für die Industrie, weiterhin mit einer Jahresarbeitszeit von 2’700 Stunden kalkulieren zu können. Manche blättern bis zu 90 Dollar für einen Aufenthalt in einem simulierten Knast hin – damit sie sich endlich einmal ausklinken können. Ungewöhnlich viele junge Leute setzen ihrem Leben ein vorzeitiges, jähes Ende, weil sie überzeugt sind, nie mehr mithalten oder den Erwartungen gerecht werden zu können. Das fängt schon im Schulalter an. Dort seien die Kinder zwar durch ein Gesetz davor geschützt, dass sie abends nach zehn Uhr noch zum Lernen angehalten würden, heisst es. Sie gehören zu rund der Hälfte keiner Religion an. Wenn doch, dann arran-gieren sich das Christentum und ein konfuzianisch geprägter Buddhismus mit einander. Sie leben zum Teil in über hundert Meter hohen Wohntürmen. Sie sind Weltklasse in Schiffsbau, LED-Displays und E-Sport.

Unsere Hochschule, die ZHAW strebt mit ein paar Hochschulen in Südkorea Austausch und Zusammenarbeit an. Bevor man da jetzt sein ganzes Herzblut hineingibt, dürfte man ja vielleicht mal kurz innehalten und sich fragen: Passt das überhaupt zusammen? Passen wir zu denen, passen die zu uns? Wenn sie in Südkorea «frei» aussuchen können (d.h. sich an die Programme der Regierung halten), dann kann es passieren, dass sie etwa auf Usbekistan oder den Nepal zugehen. Und wir Schweizer? Sind wir auch schon festgelegt oder hätten wir ausser Südkorea überhaupt noch andere Optionen offen? Da ich nun in der Schweiz, in Deutschland, in den USA und Südkorea den grössten Teil meines Lebens verbracht, vier bzw. gut drei Jahre und nun zuletzt drei Monate ge-lebt, gewohnt und gearbeitet habe, erlaube ich mir einen tabellarischen Vergleich der vier Länder. Es kann jeder selbst sehen, mit wem wir Schweizer das Heu am ehesten auf der gleichen Bühne hätten bzw. auf wen man zugehen müsste nach dem Prinzip der Gegensätze, die sich anziehen.

So bleibt am Ende die Frage: Werden in naher Zukunft noch mehr Studenten aus Winterthur den Weg nach Korea und insbesondere an die INHA University finden? Und werden sich vielleicht auch schon bald Studierende aus Korea an der ZHAW blicken lassen?

Schaun ‘mer mal. Oder: das wird sich für alle noch zeigen, und es werden es am Ende alle sehen – auch die, die sich noch nicht so ganz sicher sind, ob sie gesehen werden wollen.

Von Prof. Dr. Markus Weber Sutter, Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE)

Von Plato nach Konfuzius – Mit Schirm, Scham, Schande, Schmutz und Schutz, Teil 2

Müll aus Eimern in grösseren Säcken zusammenzuführen, halbausgetrunkene Becher anzufassen und zu sortieren, sieht man praktisch nur die Frauen der jetzigen Eltern- oder wahrscheinlich Grosselterngeneration. In den Putzmittelabteilungen fällt einem als erstes die riesige Auswahl an Handschuhen auf. Auch Polizisten und Wachleute tragen hier oftmals Handschuhe. Viele Dinge wie Guetsli oder Crackers sind in mehrere Lagen von Umverpackung eingetütet. Selbst an edlen Limousinen sieht man vielfach bunte, an den Türrändern aufgeklebte Hartschaumblöckchen, damit es gar nicht erst zu Komplikationen mit einem Mitmenschen kommt. Ein Gedränge ist hier eine Seltenheit, das Schlange-Stehen an der Bushaltestelle ist in Grossbritannien wahrscheinlich auch nicht dezenter und unaufdringlicher und ich wurde noch kein einziges Mal angerempelt. Manchmal springt es mich an, dass dieser Schutzfolien- und Distanzhaltungsfetischismus vielleicht auch einen Anteil an der beispielhaft tiefen Verbrechens- und Geburtenrate hat. Aber bei über 50 Millionen Einwohnern auf der Fläche kleiner als die ehemalige DDR kann das Land etwas Konsolidierung statt Wachstum bis ultimo gebrauchen. Unkontrolliertes, Natürlich-Wildes und Verwegenes bis Dreistes stehen hier ja ohnehin in den Ruf von Chaos und damit Aufbegehren gegen ein wohlgeordnetes System, das so essentiell wichtig scheint, dass es notfalls auch an den darin lebenden Menschen vorbei etabliert werden müsste. Es scheint also durchaus verlockend, in aller Sorgfalt einen mindestens zufriedenstellenden Status quo zu erhalten.

Bei den Instandhaltungs- und Putzroutinen kommt es dann aber zu Problemen. Diejenigen, die es täglich machen müssen, schämen sich wahrscheinlich dafür: Wenn man hartnäckigen Schmutz irgendwo entfernen möchte, dann muss man sich auf ihn zu bewegen, sich mehr oder weniger nach ihm recken, um darin zu schrubben, schaben oder stochern. Das ist wie eine kleine Erniedrigung. Sittlich weit akzeptabler erscheint in jedem Falle ein rein turnusgemässes Entlangwischen. Und so kommt es überall dort, wo sich Schmutz nur unmerklich, aber langfristig und vor allem unweigerlich an schlecht zugänglichen Stellen absetzt, zu systematischen Auslassungen, zur Verwendung rettungslos zu scharfer Putzmittel oder zu fast schamanischen Vorbeugungsritualen wie dem, an sämtlichen neuen Elektronikgeräten diese leicht bläuliche Schutzfolie gegen das Zerkratzen niemals abzunehmen, auch wenn dadurch jeder PC auf Dauer etwas von einer Vogelscheuche bekommt.

Es wird schwarz an den Rändern der Flure. Zwischen den Pflastersteinen tun sich Lücken auf. Auf dem sandigen Untergrund hier in Meeresnähe sinken die Steine ab und es brechen die Platten. Was soll man dagegen machen? Flugs einen äusseren Schuldigen finden und ihn zur Nachbesserung verknacken? Wenn es so einfach wäre. Also? Den mählichen Niedergang einfach nur hinnehmen? Solche Ladenlokale haben wir mehr als eines gesehen. Der Umsatz dort muss null sein. Jedenfalls solange sich kein Käufer für ein zwanzig Jahre altes Taschenrechnermodell in einer fingerdick mit Staub belegten ausgebleichten Verpackung meldet. Es ist müssig, hier die Dauerpräsenz der Verkäufer vom Arbeiten zu unterscheiden. Das Prädikat «dauer-busy» haben sich die Koreaner unter anderem durch eine Arbeitsgesetzgebung auf Augenhöhe mit den US-Amerikanern redlich verdient.

Und doch: Es gibt ein drittes (nicht wie bei Aristoteles) als Lösung, das Auskehren mit dem eisernen Besen am Ende. Das Ersetzen mit dem Brandneuen, das im Idealfall immun gegen den Niedergang ist, dem man zuletzt noch Tribut zollen musste. Am nötigen Kleingeld dazu gebricht es hier kaum. Bald werden sie sämtliche Sicherheitsgeländer an den Strassenrändern und die Parkplatzabsperrungen aus Normalstahl mit Schutzanstrich durch solche aus Chromstahl ersetzt haben. Man gönnt sich ja sonst nichts. Man kann ein Lokal oder einen Laden solange in immer gleicher Weise bewirtschaften, bis man am Boden des Fasses angekommen ist. Dann schmeisst man an einem einzigen Nachmittag alles hinaus, bugsiert es zu einer Ansammlung von Gleichartigem am Strassenrand, und es kommt tags darauf brandneue Ware, picobello von A bis Z – oder die Abrissbirne. In den grossen Städten wird von den Wohnquartieren mit ihren maximal zwei- bis dreistöckigen Häusern und der wäscheleinenartigen Stromversorgung (ähnlich wie in USA, aber bei 230 V) eines nach dem anderen plattgemacht. Als sich die Bewohner eines Quartiers in Seoul einmal solange auf die Hinterbeine stellten, dass man sie sich ihre beschaulichen Verhältnisse bewahren liess, machte diese Heldentat in vielen Reiseführern der Welt die Runde, weshalb dieses Quartier nun vom Tourismus erst heimgesucht, überrannt, dadurch entstellt und auf diese Weise zuletzt auch plattgemacht werden wird.

Das Einsammeln der Anhäufungen? Beim Altkarton und den Müllsäcken wird dies fast ausschliesslich von älteren Männern mit ihren Fahrrädern und Anhängern erledigt. Anderes scheint ewig stehen zu bleiben und der Abholung zu harren. Und was unternimmt man gegen den Geruch, der gelegentlich aus den Kanalschächten steigt? Hier ist Aufklärung etwas zwischen peinlich und unerwünscht. Denn wer kann und wer will schon so genau wissen, wie man Rohrleitungen verlegt? Besser scheint es, unbekümmert von den Einzelheiten dort unten, in einer gewissen Duldemütigkeit zu leben und einfach zu warten, bis es einem dereinst von wem gemacht wird – und dann gleich richtig.

Wenn sie einem erklären «We Koreans go to elementary school at age eight», dann meint das nur, dass die Kinder bei ihrer Einschulung ca. sieben Jahre alt sind wie bei uns, weil sie bei ihrer Geburt für den täglichen Sprachgebrauch als exakt ein Jahr alt gelten. Also: «How old are you – in Korean age?»

Runderneuerung durch rigoroses Abschütteln und Ersetzen ist auch eine Art, die eigene Vergangenheit zu bewältigen, wenn diese als ehrenrührig oder peinlich und belastend empfunden wird. Die langen Jahrzehnte als Protektorat Chinas, zuletzt als Kolonie der Japaner und am Ende noch die besondere Demütigung der Koreanerinnen als «Trostfrauen»: am besten einfach alles vergessen! Oder wollten die Koreaner den Japanern deshalb ewig gram sein und auf ganzer Linie mit ihnen brechen? Noch 2002 waren sie doch mit ihnen die Gastgeber der Fussball-WM. Jener Taxifahrer erzählte dazu: Es spricht grundsätzlich nichts gegen sie und auch nicht gegen den Kauf eines japanischen Autos. «They make fine cars» (der eine oder andere wurde schon gesichtet). Aber «…the bad thing about Shinzo Abe is that he repeatedly refused to apologize for what happend then…»

Beliebtes, auch weil nahes Urlaubsziel der Koreaner? Japan! Und nicht etwa China? China – ist problematisch; vielen Koreanern sei die dortige «Infrastruktur nicht gut genug». Ich mag mich täuschen, aber ich vermute, es mangelt dort im Küchen- und Sanitärbereich hie und da noch etwas an der porzellanartigen Anmutung.

Von Prof. Dr. Markus Weber Sutter, Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE)

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