Tag: Auslandssemester

Stop the clocks in Ireland

Roger Linder stayed in Ireland for a semester. Students and lecturers there seem to be quite similar in one aspect.

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Ein Semester im Süden… von Norwegen!

Hello! Before I write about my semester abroad, I would like to introduce myself. My name is Jérôme von Gunten and I am from Switzerland. I am studying the BSc in Systems Engineering at the ZHAW in Winterthur and have spent one semester at the University of Agder in the south of Norway.

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Anwesenheitspflicht? Wir haben den Sommer in Wien trotzdem genossen.

Wir – Somea Desarzens und Zino Grütter – sind Verkehrssysteme-Studenten der ZHAW School of Engineering in Winterthur und haben unser 4. Semester an der FH Technikum in Wien absolviert.

Da Verkehrsstudiengänge auf der Welt (noch) rar gesät sind, war unsere Auswahl an Fachhochschulen, die einen ähnlichen Studiengang wie in Winterthur anbieten, klein. Unsere Partnerhochschulen in St. Pölten und Erfurt kamen bei unserer Wahl zu kurz, da uns beide Städte nicht überzeugten. Schnell fiel unsere Wahl dann auf Wien, wo wir zügig und sehr freundlich angenommen wurden.

Ein Besuch im Wiener Prater ist ein Muss.

In Wien gefiel uns speziell die zum Verweilen einladende Donauinsel als Naherholungsgebiet, das man in anderen vergleichbaren Städten vergeblich sucht. An der Fachhochschule fielen uns als erstes die modernen Gebäude und Räumlichkeiten auf, welche im Vergleich zum Technikum in Winterthur ein paar Jahrzehnte neuer waren. Der grosse Unterschied zwischen den Fachhochschulen war die in Wien geltende Anwesenheitspflicht in allen Fächern, die wir so in Winterthur nicht kennen. Ansonsten waren der Aufbau der Module, die Unterrichtsart und die Prüfungen ziemlich ähnlich wie an der ZHAW.

Somea und Zino lernten Austauschstudenten aus der ganzen Welt kennen.

Am besten in Erinnerung bleiben uns die Leute, die wir in Wien kennengelernt haben, und die Zeit, die wir mit ihnen geniessen konnten. Dies waren sowohl Kommilitonen als auch Austauschstudenten aus anderen Ländern, mit denen wir schulische und ausserschulische Aktivitäten unternommen haben. An der Fachhochschule profitierten wir stark von den engagierten Dozenten, welche auf der einen Seite einiges verlangten, auf der andern jedoch auch viel von ihrer Fachkompetenz vermitteln konnten. Persönlich war es eine tolle Erfahrung, einen eigenen Haushalt zu regeln und Personen aus verschiedensten Kulturen kennenzulernen.

Schlechte Erfahrungen machten wir in Wien keine oder sie waren so geringfügig, dass wir sie bereits vergessen haben. Wir sind deshalb auch froh, dass wir den Schritt gewagt haben, ein Auslandsemester zu absolvieren. Eine solche Erfahrung können wir jedem wärmstens empfehlen.

Knowing how to deal with cultural differences

My name is Ignacio Peluaga Lozada. I was born in Argentina, but moved to Spain at the age of 7.

In Spain I study Computer Science. But I wanted to go to a German speaking country and to a big city. From the available list of German speaking destinations Zurich was the biggest city so I applied to it. Then I found out I would go to Winterthur and not Zurich as it was stated on the list, but this was not a problem at all.

My first impression as introduction was at the Technikum: the building is old, but it’s clean. Back at home the building in which Computer Science is taught is quite new but not as clean and organised as the ZHAW School of Engineering. The infrastructure at the ZHAW School of Engineering is top in my opinion so engineering students can really learn what is needed for nowadays engineer positions.

My most memorable experiences are the ones I lived with the people I met there, specially the other exchange students at the ZHAW School of Engineering during the first semester. Also I had the chance to learn German and to study at an university which teaches what is really needed in the “real world” and not tons of (in a way) useless theory. Thanks to what I learned at ZHAW I was able to find a job in an area of Information Technology that I really like.

Ingacio (left) and fellow students a the Rhine Falls in Schaffhausen.

I did like living in Switzerland as well. Even though it’s expensive everything is clean and organised. Also going on exchange programs is a unique opportunity to meet people from all around the world and to learn from them. Knowing how to deal with cultural differences is important nowadays.

My advice to people who are planning on doing exchanges is not do an exchange year when its going to be your last bachelor’s year and you have to pass 60 credits. You do not know what you will find at the destination university. ZHAW School of Engineering and my home university have different teaching methods and it is quite difficult to get used to this and therefore pass all the exams and get all the credits. Besides that, I would suggest that exchange semesters should be mandatory for Bachelor students because what is learned during that time can not be learned in any other way.

Ignacio (middle) and other exchange students on their trip to Schaffhausen.

Wo ist eigentlich Tartu? – Auslandssemester an der Estonian Aviation Academy

Bereits zweieinhalb Monate sind vergangen seit ich die Schweiz verlassen habe für ein Auslandsemester an der Estonian Aviation Academy in Tartu, Estland. Seither habe ich einiges gesehen und erlebt und bin überglücklich, vor gut einem Jahr diese Entscheidung getroffen zu haben. Das Aviatik-Studium hat mich bis jetzt weniger beansprucht als zu Hause in der Schweiz, wodurch mir viel Zeit blieb für Ausflüge innerhalb aber auch ausserhalb von Estland. Dennoch hat aber auch die kleine Universität mit ca. 250 Studenten einiges zu bieten. Neben einem eigenen Fitnessraum inklusive Sauna durfte ich einige lehrreiche Gastvorlesungen erleben sowie ein äusserst interessantes Referat der Astronautin Heidemarie Stefanyshyn-Piper anhören.

Tartu, die zweitgrösste Stadt von Estland, hat mich positiv überrascht und dank den vielen Aktivitäten und Anlässen, die die Universität sowie auch ESN, eine europaweite Studentenorganisation, organisieren, wird es einem kaum langweilig. Und falls doch, gibt es günstige Busse welche zu anderen Städten innerhalb von Estland aber auch nach Riga oder St. Petersburg fahren. Neben Tartu hat mich insbesondere auch Tallinn mit seiner wunderschönen «Old Town» begeistert. Aber auch Helsinki, welche von Tallinn innerhalb von wenigen Stunden per Fähre erreichbar ist, ist definitiv eine Reise wert.

Aussicht auf Tallinn

Zentrum von Tartu

Entgegen meiner Erwartungen war auch das Wetter bis anhin eher mild. Mittlerweile wird es aber schon ziemlich früh dunkel und hoffentlich auch bald etwas kälter, damit den weissen Weihnachten nichts entgegensteht. Denn auf diese Zeit bin ich besonders gespannt. Zuerst geht es nun aber mit ESN für 6 Tage nach Lappland. 🙂

Von Fabienne Meyer

Ein Semester auf der Südhalbkugel

Mein Name ist Benjamin Fink, ich studiere Maschinenbau im 5. Semester und bin Mitte Juli nach Südafrika gereist, wo ich an der University of Cape Town ein Auslandsemester absolviere.

Der Tafelberg dominiert das Stadtbild

Bei der Wahl der Destination für mein Auslandsemester war ein Aspekt, dem Schweizer Herbst und Winter zu entfliehen. Dies legte einen Ort auf der Südhalbkugel nahe, und in Südafrika war ich noch nie. Zu Beginn musste ich mich jedoch vom Schweizer Hochsommer in den südafrikanischen Winter begeben. Winter in Kapstadt, das bedeutet nicht unbedingt Schnee (obwohl es hier in höheren Lagen auch Schneefall gibt), sondern in erster Linie heftige und andauernde Regenfälle sowie starker Wind. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 12 °C in der Nacht und 15-20 °C tagsüber. Für Schweizer Verhältnisse sind dies zwar absolut keine Extremwerte, doch muss man dazu wissen, dass die Häuser hier keine Zentralheizung haben. Die einzigen Wärmequellen in unserem Haus sind das Cheminée im Wohnzimmer und die unverzichtbare Bettflasche.

Kapstadt und die ganze Region im Südwesten des Landes erlebte in den letzten Jahren eine Dürre, weshalb Anfang 2018 drastische Wasserrestriktionen in Kraft traten. Aufgrund der ausgiebigen Regenfälle dieses Winters, sind die Stauseen jedoch wieder gut gefüllt und die Beschränkungen wurden per Anfang Oktober von 50 auf 70 Liter pro Person und Tag angehoben. So viel verbraucht der Durschnittsschweizer etwa für eine 5-minütige Dusche. Um die Beschränkung einzuhalten, gibt es verschiedene Wasserspartricks, auf welche wir gleich bei der Ankunft hingewiesen wurden. So wird beispielsweise das Abwasser der Dusche aufgefangen und anschliessend zur Toilettenspülung verwendet. In den meisten öffentlichen Toiletten gibt es kein Wasser mehr zum Hände waschen, stattdessen sind die Seifenspender mit Desinfektionsmittel gefüllt.

Diese Wasserspartipps hängen überall in unserem Haus.

Kapstadt hat alles zu bieten, was man von einer Grossstadt erwartet: Restaurants, Cafés, Bars und Clubs für jeden Geschmack, Shopping Malls, Museen oder Strände (der Atlantik ist aber hier nur ca. 15 °C warm). Öffentliche Parks gibt es nur wenige, dafür hat man das Tafelbergmassiv praktisch vor der Haustüre. Je nach Route ist man in 1 ½ bis 2 Stunden auf dem Berg und geniesst eine herrliche Aussicht auf die Stadt.

Blick vom Devil’s Peak auf das Stadtzentrum mit dem Lion’s Head (links) und Signal Hill (rechts).

Der noble Vorort Camps Bay.

Einzig beim Thema ÖV hinkt die Stadt wie schon erwähnt nach wie vor hinterher. Es gibt 2 Busnetze (ein altes und ein neues, welches zur WM 2010 eingeführt wurde), die zwar günstig, aber nicht besonders zuverlässig sind. Für die älteren Busse findet man weder im Internet noch an den Haltestellen Fahrpläne oder Streckenkarten. Zudem gibt es noch Minibusse, welche eine fixe Route abfahren, aber keine festgelegten Haltestellen besitzen. Man wartet einfach am Strassenrand und winkt einen der Busse heran, dann sagt man dem Chauffeur wo man hinwill und er hält wiederum am Strassenrand an. In einem der Vorortzüge, welche oftmals verspätet sind und fast nur von Einheimischen benutzt werden, sind wir auch schon Zeugen eines Entreissdiebstahls geworden. Wenn man als Gruppe oder in der Nacht unterwegs ist, ist Uber eine zuverlässige und sichere Alternative. Dieser Service ist hier, im Gegensatz zu vielen europäischen Städten, sehr verbreitet und sowohl bei Touristen wie auch Einheimischen beliebt. Meistens benutze ich eine Kombination aus Minibussen, Stadtbussen und Uber um mich in der Stadt fortzubewegen.

Alle meine Vorlesungen finden auf dem Upper Campus statt. Dies ist der Hauptcampus und befindet sich an spektakulärer Lage direkt am Fusse des Tafelbergmassivs. Da der öffentliche Verkehr in Kapstadt wie schon gesagt nicht zuverlässig ist, betreibt die UCT ihr eigenes Busnetz. Die Busse sind für Studierende und Angestellte gratis und verbinden die verschiedenen Campus mit den umliegenden Vororten.
Das Unterrichtsmodell an der UCT ist dem der ZHAW insofern ähnlich, dass man auch während dem Semester Zwischenprüfungen schreibt, Praktika absolviert, oder Essays schreiben muss. Die Vorlesungen dauern jeweils nur eine Lektion à 45 Minuten. Je nach Modul habe ich zwischen 1 und 5 Vorlesungen pro Woche. Daneben gibt es in jedem Modul noch ein wöchentliches Tutorat oder Praktikum, wo in kleineren Gruppen Aufgaben gelöst oder Texte diskutiert werden. Obwohl ich hier mit 4 Modulen nur halb so viele Fächer wie an der ZHAW besuche, ist der Aufwand durchaus vergleichbar oder sogar noch etwas höher. Zudem sind an der UCT bei Prüfungen keine persönlichen Notizen oder Formelsammlungen zugelassen.

An der UCT gibt es keine Mensa, sondern verschiedene privat betriebene Essenstände. Einige dieser Stände befinden sich im zentralen Food Court, andere sind über den ganzen Campus verstreut. Das Angebot ist äusserst vielfältig: Neben afrikanischen Gerichten gibt es auch Falafel, frisch zubereitete Sandwiches, asiatische Reis- und Nudelgerichte, oder klassischen Fast Food wie Burger oder Hotdog. Eine Mahlzeit ohne Getränk kostet umgerechnet zwischen 2 und 4 Franken.

Blick auf den Upper Campus der UCT am Fusse des Devil’s Peak.

Nach 7 Wochen Unterricht gab es im September eine Woche midterm break. Die Unterrichtsfreie Woche habe ich für einen Roadtrip entlang der weltberühmten Garden Route genutzt. Wir sind mit einem Mietwagen gereist, was aufgrund des Linksverkehrs anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war. Die Überlandstrassen und Autobahnen befinden sich in ausgezeichnetem Zustand, was das Fahren zusammen mit der guten Beschilderung sehr einfach macht. Da im September immer noch Nebensaison ist, haben wir Unterkünfte und Attraktionen sehr kurzfristig und preiswert gebucht. Absolutes Highlight war ein Besuch in einem privaten Game Reserve, wo sich neben den Big 5 (Löwe, Leopard, Elefant, Büffel, Nashorn) auch diverse andere Tiere wie Giraffen, Zebras, Antilopen oder verschiedene Vogelarten beobachten liessen.

Die Tiere, egal welcher Art, bewegen sich völlig frei im Game Reserve und halten sich auch gerne zwischen den Bungalows auf.

Obwohl ich schon mehre längere Auslandaufenthalte absolviert habe, war mein Auslandsemester trotzdem wieder gespickt mit neuen Herausforderungen. Geduld, Beharrlichkeit und Offenheit haben sich aber ausgezahlt und nun freue ich mich darauf, ab Mitte November, im eigentlichen Südsommer, noch weitere Orte in Südafrika und den Nachbarländern zu erkunden.