{"id":3522,"date":"2019-02-22T14:16:00","date_gmt":"2019-02-22T13:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/?p=3522"},"modified":"2021-02-08T14:06:07","modified_gmt":"2021-02-08T13:06:07","slug":"ruanda-zwischen-vergebung-und-verheissung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/2019\/02\/22\/ruanda-zwischen-vergebung-und-verheissung\/","title":{"rendered":"Ruanda zwischen Vergebung und Verheissung"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p><em>Von G\u00e9rard Wicht, Psychologe und freischaffender Dozent am IAP Institut f\u00fcr Angewandte Psychologie<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Als ich mich\nmit dem Gedanken befasste, nach Ruanda zu reisen, fielen mir zu diesem kleinen\nLand im Osten Afrikas zwei Dinge ein: V\u00f6lkermord und Gorillas. Letztere leben\nim Nordwesten des Landes im Vulkan-Nationalpark an der Grenze zum Kongo und zu\nUganda. Wer sich einer gef\u00fchrten Erkundungstour anschliessen will, um die\nimposanten Tiere sehen zu k\u00f6nnen, zahlt daf\u00fcr rund 1500 Dollar \u2013 pro Tag.\nWeniger gut Betuchte m\u00f6gen sich mit dem Hinweis tr\u00f6sten, dass ein Teil des\nGeldes dem Schutz der Tiere zugutekommt. Mich zog es jedoch aus einem anderen\nGrund nach Rwanda (so die englische und franz\u00f6sische Schreibweise). Ich wollte\ndas Land, die Leute und vor allem die Entwicklungsprojekte der Direktion f\u00fcr\nEntwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) kennenlernen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Kampf gegen Plastik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend viele Ruanda in erster Linie mit dem Genozid in Verbindung bringen, macht das Land in den letzten Jahren mit ganz anderen Dingen von sich reden: mit einer in Afrika ungew\u00f6hnlichen, bereits lange andauernden politischen Stabilit\u00e4t, mit einer wirtschaftlichen Entwicklung, die sich mit chinesischen Zuwachsraten vergleichen l\u00e4sst, mit einem musterg\u00fcltigen Einsatz von Entwicklungshilfegeldern und mit dem Aufbau einer soliden Infrastruktur wie zum Beispiel im Strassenbau und Tourismus, die auch \u00f6kologischen Prinzipien standh\u00e4lt. Schon vor der Landung in Kigali werden die Passagiere mit Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, dass die Einfuhr von Plastikverpackungen nicht gestattet ist. Plastik gilt als eine der gr\u00f6ssten Umweltbelastungen, vor allem durch seine Verbrennung oder die \u00abEntsorgung\u00bb in Gew\u00e4ssern. In Ruanda sind deshalb Plastikt\u00fcten und -verpackungen g\u00e4nzlich verboten. Entsprechend hatte ich vieles in meinem Gep\u00e4ck bereits im Vorfeld sorgsam in Papier verstaut. Die Zollbeamten am Flughafen forderten mich denn auch freundlich, aber bestimmt auf, den Koffer zu \u00f6ffnen, um den Inhalt auf verd\u00e4chtige Fundst\u00fccke zu durchst\u00f6bern. Als ich die Halle des kleinen Flughafens betrat, stellte ich erstaunt fest, wie sauber und wohl organisiert alles ist. War dies wirklich Afrika?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"717\" height=\"403\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Kigali-Convention-Center_Quelle_Kigali-Today-Newspaper.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3526\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Kigali-Convention-Center_Quelle_Kigali-Today-Newspaper.jpg 717w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Kigali-Convention-Center_Quelle_Kigali-Today-Newspaper-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Kigali-Convention-Center_Quelle_Kigali-Today-Newspaper-255x143.jpg 255w\" sizes=\"auto, (max-width: 717px) 100vw, 717px\" \/><figcaption>Das Convention Center in Ruandas Hauptstadt Kigali (Quelle: Kigali Today, 2019)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Das Singapur Afrikas<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00abMusterland\nAfrikas\u00bb, das bis 1918 ein deutsches Protektorat und bis zur Unabh\u00e4ngigkeit\n1962 eine belgische Kolonie war, macht in neuster Zeit in den Medien die Runde.\nDas letzte Vorzeigeprojekt ist die Er\u00f6ffnung eines Produktionsbetriebes des\nAutomobilherstellers Volkswagen im Industriepark der Hauptstadt. Die Regierung\nhat sich im \u00abMasterplan 2040 Smart City\u00bb das Ziel gesetzt, das Verkehrschaos auf\nden Strassen zu bek\u00e4mpfen. So soll der \u00fcberwiegende Teil der VW-Produktion an\nTaxiunternehmen, staatliche Institutionen und Grossfirmen verkauft werden, die\ndie Autos in einem Car-Sharing-System einsetzen. Die \u00abSmart City\u00bb verspricht\nden Aufbau von Naherholungsgebieten mit Wasserspielen, von Kinderspielpl\u00e4tzen,\nbegr\u00fcnten Mittelstreifen auf den Strassen mit solarbetriebenen Ampeln, \u00fcppigen Parkanlagen\nund vielem mehr. Ein Masterplan, der Kigali zum Vorzeigemodell f\u00fcr den\naufstrebenden Kontinent machen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend selbstbewusst tritt der 61-j\u00e4hrige Pr\u00e4sident Paul Kagame, seit 2000 im Amt, auf. Er verk\u00fcndet, er wolle aus Kigali das Singapur von Afrika erstehen lassen und in etwa zehn Jahren auf jede von Form von Entwicklungshilfe verzichten. Statt der Tonnen von abgetragenen Kleidern, die wir in der Ersten Welt in Plastiks\u00e4cke abf\u00fcllen, und die viele L\u00e4nder Afrikas \u00fcberfluten, will er eine auf Start-Ups gr\u00fcndende, schlagkr\u00e4ftige inl\u00e4ndische Textilindustrie aufbauen. Weitere Prestigeprojekte sind eine hoch entwickelte Anlage, die aus dem vulkanischen Boden des Kivusees Methan-Gas f\u00fcr die Energiegewinnung extrahiert, oder auch ein Drohnensystem, das Blutkonserven von Spital zu Spital bef\u00f6rdert. Eine kleine Begebenheit, die im Mai letzten Jahres f\u00fcr Furore sorgte und den entschiedenen Auftritt dokumentiert: Paul Kagame ist bekennender Fan des englischen Fussballvereins FC Arsenal. 2018 machte folgende <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/entwicklungspolitik-ruanda-sponsort-den-fc-arsenal-1.3993981\">Meldung in den Medien<\/a> die Runde: Der Tourismusverband Ruandas hat mit dem FC Arsenal eine Sponsorenvereinbarung getroffen, wonach jener diesem \u00fcber drei Jahre die Summe von 34 Millionen Euro zahlt. Als Gegenleistung tragen die Spieler auf den \u00c4rmeln ihrer Leibchen den kleinen Schriftzug \u00abVisit Rwanda\u00bb. Es war ein mutiger Schritt des Tourismus-Ministeriums, einen nachhaltigen neuen Industriezweig aufzubauen, um die Entwicklung des Landes zu f\u00f6rdern. Dem Protestschrei der internationalen Gemeinschaft, dass hierbei Entwicklungsgelder zweckentfremdet w\u00fcrden, beschied ein Regierungsvertreter entsprechend: \u00abIt\u2019s none of your business!\u00bb Full stop! <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frauenpower als treibende Kraft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine\nbemerkenswerte Rolle spielen die Frauen in Politik und Wirtschaft. Ruanda ist das\neinzige Land der Welt, das im Parlament \u00fcber eine weibliche Mehrheit von sage\nund schreibe 61.3 Prozent verf\u00fcgt. Die Frauen sind zudem ein wichtiger Aufbau-\nund Wachstumsfaktor: Trotz widrigster Umst\u00e4nde, der Ermordung ihrer M\u00e4nner im\nGenozid, der Pflege kranker Familienangeh\u00f6riger und der h\u00e4ufigen Aufnahme von\nWaisenkindern, bauen sie aus dem Nichts N\u00e4hateliers, Bierbrauereien,\nIT-Unternehmen oder Fris\u00f6rsalons auf. Eindr\u00fccklich! Die Beispiele sind dem im\nletzten Jahr von der Schweizer Journalistin Barbara Achermann ver\u00f6ffentlichten,\nlesenswerten Buch mit dem Titel \u00abFrauenwunderland \u2013 Die Erfolgsgeschichte von Ruanda\u00bb\nentnommen, in dem sie ergreifende Frauenportr\u00e4ts nachzeichnet. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Women-Power.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3537\" width=\"566\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Women-Power.jpg 800w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Women-Power-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Women-Power-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 566px) 100vw, 566px\" \/><figcaption>Frauen in Ruanda sind oft eigenst\u00e4ndige Kleinunternehmerinnen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wunderland\nRuanda? Bereits nach einem Tag Aufenthalt in der 1.3 Millionenstadt Kigali, vor\nallem jedoch auf dem Land, das man auch \u00abDas Land der tausend H\u00fcgel\u00bb (frz. Pays\ndes Mille Collines) nennt, wird die andere Realit\u00e4t deutlich sichtbar. Tausende\nvon Menschen bewegen sich, oft ohne Schuhe, entlang der Strassen, um ihre auf\ndem Kopf balancierten Produkte zu Markte zu tragen: Sorghum etwa, das wichtigste\nGetreide Afrikas, das sowohl als Kindernahrung als auch als Bier dient,\nS\u00fcsskartoffeln, Bohnen, Holzst\u00fccke, die f\u00fcr Heizzwecke zu Holzkohle verarbeitet\nwerden. In die Menschenschlangen mischen sich viele Schulkinder in\nsubventionierten Uniformen. Viele von ihnen k\u00f6nnen sich den Kleinbus nicht\nleisten und m\u00fcssen t\u00e4glich stundenlange M\u00e4rsche zur n\u00e4chsten Schule auf sich\nnehmen. Die Ruander sind in der Mehrheit Selbstversorger und leben vom\nsp\u00e4rlichen Ertrag der Produkte ihrer kleinen G\u00e4rten. Sie nehmen zum Teil\nstundenlange M\u00e4rsche auf sich, um von ihren Lehmh\u00fctten ins n\u00e4chste Dorf zu\ngelangen. Um \u00fcberhaupt eine kleine Parzelle zum Anbau zu haben, leben sie weit verstreut\nauf den H\u00fcgeln des Landes. Die Bev\u00f6lkerungszahl hat die 13 Millionen erreicht,\ndies auf einer Fl\u00e4che von 26\u2018340 km\u00b2, was etwas mehr als der H\u00e4lfte der Fl\u00e4che\nder Schweiz entspricht. Man stelle sich die demografische Herausforderung vor!\nTrotz umfangreicher Kampagnen zur Geburtenkontrolle der Regierung und einer\ndeklarierten 3 Kinder-Politik wurden 2010 im Durchschnitt noch 4.6 Kinder\ngeboren (2005 waren es noch 6.5). Eine Grossfamilie ist und bleibt die einzige Alterssicherung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Rural-Ruanda.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3535\" width=\"566\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Rural-Ruanda.jpg 800w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Rural-Ruanda-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Rural-Ruanda-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 566px) 100vw, 566px\" \/><figcaption>Land der tausend H\u00fcgel<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Villages-Ruanda.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3536\" width=\"573\" height=\"430\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Villages-Ruanda.jpg 800w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Villages-Ruanda-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Villages-Ruanda-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 573px) 100vw, 573px\" \/><figcaption>In Ruanda liegen die D\u00f6rfer meist weit verstreut, was den Schulbesuch schwierig macht.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Die grosse psychologische\nHerausforderung Ruandas<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer durch\ndas Land f\u00e4hrt, wird an unz\u00e4hligen Hausw\u00e4nden, Denkm\u00e4lern und Plakaten die\nWorte auf Kinyarwanda, der Sprache der Ruander, lesen: <strong><em>Kwibuka Twiyubaka<\/em><\/strong>. Auf\nEnglisch: <strong>Remember \u2013 Unite \u2013 Renew<\/strong>.\nWas hier kurz und b\u00fcndig steht, entspricht einer immensen sozialen und\npsychologischen Herausforderung Ruandas.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Remember_Unite_Renew.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3534\" width=\"571\" height=\"428\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir erinnern\nuns: 1994 wurden innerhalb von drei Monaten je nach Quelle zwischen 800\u2018000 und\neiner Million Menschen auf grausamste Weise umgebracht. Die Volksgruppe der\nHutus, die Mehrheit im Land, machte sich auf, die Minderheit der Tutsis\nauszurotten, von der damaligen Hutu-Regierung und einer beispiellosen\nMedienkampagne angeheizt. \u00dcber die Gr\u00fcnde ist viel geschrieben worden. Eine der\nwichtigsten Ursachen ist fraglos, dass die belgischen Kolonialisten bis 1962 die\nals intelligent und loyal angesehenen Tutsis mit Privilegien \u00fcberh\u00e4uft hatten,\num die eigene Macht zu sichern. Die erlittenen Frustrationen und Dem\u00fctigungen\nkonnten die Hutus auch nach vielen Jahren nie vergessen. Beendet wurde der\nGenozid durch die vom ugandischen Exil hereindringende \u00abRwandan Patriotic\nFront\u00bb der Tutsis unter dem Kommando von Paul Kagame, dem heutigen Pr\u00e4sidenten.\nEs wird ihm noch heute hoch angerechnet, dass er die Revanchemorde seiner\nSoldaten an den Hutus verbot und auf diese Weise ein noch gr\u00f6sseres Blutbad\nverhinderte. Kagame setzte einen Neu-Beginn: Die Flagge und Nationalhymne\nwurden ge\u00e4ndert, St\u00e4dte erhielten neue Namen; die Bezeichnungen Hutu und Tutsi\nsind heute streng untersagt (\u00abWe all are Rwandans\u00bb). Die strenge Hand Kagames,\nder keine Opposition duldet, sorgt mit seinem omnipr\u00e4senten Geheimdienst daf\u00fcr,\ndass sich im Land keine alten Ressentiments regen. Viele sozial engagierte\nRuander nehmen dieses \u00dcbel in Kauf. Man muss jedoch bedenken, dass viele\nHutumilizion\u00e4re im kongolesischen Exil nur auf eine g\u00fcnstige Gelegenheit f\u00fcr\neine Machtergreifung warten. 85 Prozent der heutigen Bev\u00f6lkerung Ruandas sind\nHutus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Remember_1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3527\" width=\"574\" height=\"765\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Remember_1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Remember_1-225x300.jpg 225w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Remember_1.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 574px) 100vw, 574px\" \/><figcaption>Mahnmal an der Gedenkst\u00e4tte des Genozids.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Remember_2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3533\" width=\"571\" height=\"428\" \/><figcaption>Gedenktafel: Die Namen der Opfer gehen in die Tausende.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Remember \u2013 Vergeben heisst nicht\nVergessen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Land\nstehen etwa 200 Gedenkst\u00e4tten. Mahnmale, die den Genozid dokumentieren. Sie\nsind medientechnisch professionell gestaltet, ihr Besuch steht auf dem\nPflichtprogramm s\u00e4mtlicher Schulklassen. Hier wird geflissentlich verschwiegen,\ndass w\u00e4hrend des Mordens auch viele nicht linientreue oder mit Tutsis\nverheiratete Hutus umgebracht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich besuche\ndas Memorial \u00abMurambi\u00bb im S\u00fcden des Landes, wo in wenigen Tagen ca. 50\u2018000\nTutsis mit Macheten, Sicheln und anderem Ger\u00e4t get\u00f6tet wurden. Nach dem Informationsteil\nder F\u00fchrung begleitet mich ein Fremdenf\u00fchrer in einige Klassenzimmer der damaligen\nSchule. In den Schulzimmern hat man die Kleider der Gemordeten als Mahnmal\naufgeh\u00e4ngt. In anderen R\u00e4umen sind aufgeschichtete, in Kalk konservierte Skelette\nzu sehen. Selbst die nahe gelegene Kirche bot keinen Schutz! Unser\nFremdenf\u00fchrer erz\u00e4hlt uns die Fakten der Geschichte. Er wirkt dabei ernst und\nruhig. Beim Hinausgehen erw\u00e4hnt er, dass auch seine Eltern und sieben\nGeschwister hier massakriert wurden. Und er erg\u00e4nzt: \u00abIch kenne ihren M\u00f6rder.\nEr lebt nach Verb\u00fcssung seiner Strafe heute wieder in meinem Dorf \u2013 und wir sehen uns fast t\u00e4glich. Er\nschaut jedoch immer weg, wenn er mich sieht\u00bb. Mir verschl\u00e4gt es die Sprache,\nund bevor ich \u00fcberhaupt etwas sagen kann, schliesst er mit dem Satz: \u00abAber ich\nhabe ihm vergeben\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unite \u2013 Wiedergutmachung anstatt\nVergeltung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ist Auss\u00f6hnung\nin einer Gesellschaft \u00fcberhaupt m\u00f6glich, in der Hunderttausende von\n\u00dcberlebenden und M\u00f6rdern auf kleinstem Raum zusammenleben? Eine wohl eher\nrhetorische Frage!<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nruandische Gerichtsbarkeit war gleich nach dem Genozid mit der Rechtsprechung\nund Verurteilung von Tausenden von M\u00f6rdern heillos \u00fcberfordert. Die T\u00e4ter auf\nRegierungsebene wurden dem Internationalen Strafgerichtshof, dem Ruanda-Tribunal,\nzugef\u00fchrt, das erst Ende 2015 seine Arbeit abgeschlossen hat. Die ganz grosse\nMehrheit der T\u00e4ter wurde im Land selbst von den Gacaca-Gerichten (auszusprechen\nals Gatschatscha) verurteilt. Dabei nahm man die traditionelle ruandische\nDorfgerichtsbarkeit wieder auf: Im Beisein der Dorfgemeinschaft wurden fr\u00fcher Diebe\nund Bestohlene zusammengef\u00fchrt mit dem Ziel einer Auss\u00f6hnung und\nWiedergutmachung. Konnte der Dieb das Gestohlene nicht zur\u00fcckgeben, mussten er\nund h\u00e4ufig seine Familie den Gesch\u00e4digten durch Arbeit Genugtuung leisten. <\/p>\n\n\n\n<p>Ab 2002\nbegannen die Gacaca-Prozesse, nachdem vorher meistens Dorf\u00e4lteste zu Richtern\nausgebildet und die T\u00e4ter in vier Kategorien unterteilt worden waren: Kategorie\nI waren T\u00e4ter, die den Genozid geplant und organisiert hatten; diese wurden vor\nnormale Gerichte gestellt. T\u00e4ter der Kategorien II bis IV wurden von\nGacaca-Gerichten verurteilt. Das Strafmass hing dabei auch von der bezeugten\nReue und der Bereitwilligkeit der T\u00e4ter zur Wiedergutmachung ab. Das Ziel der\nProzesse war somit nicht nur die Verurteilung, sondern vor allem auch die\nVergebung, die R\u00e9conciliation und die R\u00e9compensation <a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/Tausend-H%C3%BCgel-Musst-Gehen-Ruanda\/dp\/3990106155\">(Helber,\n2013, S.118f.<\/a>). Viele Fachleute und auch betroffene Ruander bescheinigen\ndiesen Verfahren beachtliche Erfolge.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ruandische\nRegierung machte sich diese zunutze, indem sie eine gross angelegte Kampagne\nzur R\u00e9conciliation ausserhalb der Gacacas ins Leben rief. Ruandische D\u00f6rfer und\nStadtviertel zeichnen sich durch einen ausgepr\u00e4gten Gemeinsinn aus. Ein Heer\nvon Seelsorgern und Psychologen zog aus, um in gut vorbereiteten und\nmoderierten Zusammenk\u00fcnften in den Gemeinschaften Hutus und Tutsis zusammen zu\nbringen, die Gr\u00e4ueltaten zu benennen, ihre Orte aufzusuchen und in den\nMassengr\u00e4bern die Leichen von Angeh\u00f6rigen ausfindig zu machen. In der gr\u00f6ssten\nGenozid-Gedenkst\u00e4tte in Kigali befindet sich am Ende des Rundgangs ein \u00abPeace Room\u00bb,\nin dem sich Angeh\u00f6rige bis heute psychologische Hilfe holen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Renew \u2013 Erneuerung beginnt mit Auss\u00f6hnung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ist Auss\u00f6hnung nach einem derartigen\nAusbruch an Gewalt und Gr\u00e4ueltaten m\u00f6glich? In manchen F\u00e4llen mag sie wohl gelingen.\nIn ihrem Buch \u00abFrauenwunderland\u00bb berichtet die Autorin Barbara Achermann von\neinem sch\u00f6nen Beispiel (Jane vergibt Jane, S.113ff.). In den meisten F\u00e4llen\nwird sie aber wohl nicht m\u00f6glich sein (k\u00f6nnen). Kann Zeit Wunden heilen? Der Psychologe\nSimon Gasibirege hat dazu eine klare Meinung: <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00ab<\/em><em>Viele Leute denken das, aber es\nstimmt nicht. Wenn die Menschen keine bewusste Trauerarbeit leisten, wird ihr\nAlltag ihre fr\u00fcheren Erlebnisse zudecken. Doch sobald es ein Problem gibt,\nbricht wieder alles heraus. Die Zeit heilt nicht. Man muss den Leuten helfen,\nihr inneres Gleichgewicht wiederzufinden. Sie m\u00fcssen trauern k\u00f6nnen.\nTrauerarbeit hei\u00dft, Gef\u00fchle wie Traurigkeit, Zorn, Angst, Hilflosigkeit, die\neinen im Griff halten, ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen, um sich allm\u00e4hlich von den Toten\nzu l\u00f6sen und dann St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck wieder ein eigenes Leben aufbauen zu k\u00f6nnen.\n\u2026 Meine Seminare dauern heute doppelt so lange wie noch vor vier Jahren, denn\ndie Zeit hat kein Problem gel\u00f6st, im Gegenteil\u00bb. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Zitat\nstammt aus einem Interview mit Simon Gasibirege in der Berliner taz von 2004. Trotz\nseines hohen Alters von 80 Jahren ist er heute noch der ber\u00fchmteste Psychologe\nRuandas. Er leitete das \u00abCentre for Medical Health\u00bb an der Nationaluniversit\u00e4t\nvon Butare, arbeitete mit T\u00e4tern und Opfern des V\u00f6lkermordes und seit einigen\nJahren auch mit T\u00e4tern und Opfern von Vergewaltigungen an Frauen, einem anderen\nweit verbreiteten Drama in den von Gewalt gepr\u00e4gten L\u00e4ndern Afrikas.\nVergewaltigte Frauen werden von ihrer Familie verstossen. Eine \u00abTradition\u00bb, die\nin den sozialen Tod f\u00fchrt. Gasibirege versucht deshalb in Seminaren, diese\nFrauen wieder in die Gemeinschaft zu integrieren. In einfachen Worten gesagt\nbestehen seine Seminare darin, dass Opfer und T\u00e4ter sich aussprechen und einander\nzuh\u00f6ren k\u00f6nnen \u2013 und dies nicht \u00abeinfach\u00bb von Angesicht zu Angesicht, sondern\nin der Gemeinschaft. Psychologen f\u00e4llt hierbei der Begriff des Traumas ein. F\u00fcr\nGasibirege ist dieses Wort zu abgegriffen:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00abIch mag den Begriff Trauma nicht.\n\u2026 Die Leute f\u00fchlen sich verfolgt, sie sind depressiv, sie leiden an\npsychosomatischen Krankheiten, manche werden einfach verr\u00fcckt. \u2026 Der Genozid\nwar ein innerer Schock. Wer \u00fcberlebt hat, versteht nicht, warum die anderen tot\nsind. Wenn er dann behauptet, er w\u00fcrde von Leuten mit Macheten verfolgt, n\u00fctzt\nes \u00fcberhaupt nichts, ihm zu sagen: Da ist doch niemand. Das spielt sich im\nInneren ab, die Verbindung zwischen Innen- und Au\u00dfenwelt ist abgerissen\u00bb.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Genozid\nund die vielen Kriege haben in den L\u00e4ndern der Grossen Seen &#8211; Ruanda, Burundi und\nDemokratische Republik Kongo \u2013 (Massen-)Vergewaltigungen zum Alltagsdrama werden\nlassen und das soziale Geflecht und die Beziehungen br\u00fcchig gemacht.\nErschreckend ist die Tatsache, dass die T\u00e4ter nie zur Rechenschaft gezogen\nwerden. Die DEZA unterst\u00fctzt\nGasibireges Arbeit seit\n2012 in allen drei L\u00e4ndern. In seinen \u00abHeilungs-Workshops\u00bb k\u00f6nnen Betroffene Trauer,\nWut, Emotionskontrolle, Vergebung und andere Themen bearbeiten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auf der Suche nach der eigenen Kultur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr die\nZukunft Ruandas gibt es Hoffnung. Ein bewegendes Beispiel daf\u00fcr ist die Arbeit\nvon Peter Gyr: Der Luzerner betreibt seit mehr als 20 Jahren mit seiner ruandischen\nFrau in Kigali den <a href=\"https:\/\/www.bakame.ch\/deutsch\/projekte\/publikationen\/\">Kinderbuchverlag \u00abBakame\u00bb<\/a>.\nAls sich seine Frau ein Jahr nach dem Genozid im Land umsah, stellte sie fest,\ndass die (Waisen-)Kinder nur Micky Maus-Hefte lasen. Anderes gab es nicht. Das\nEhepaar entschied sich, den Kindern die eigene Kultur n\u00e4herzubringen. Sie taten\nsich mit einheimischen Autorinnen und Illustratoren zusammen und liessen Kinderb\u00fccher\nschreiben, in denen die zerst\u00f6rte Kultur des Landes auf einfache Weise in\nKinyarwanda, der Nationalsprache Ruandas, vermittelt werden sollte. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/B\u00fccher-aus-dem-Bakame-Verlag.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3550\" width=\"574\" height=\"143\" \/><figcaption>B\u00fccher in der Landessprache Kinyarwanda. (Quelle: Bakame-Kinderbuchverlag) <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der mittlerweile\nvielfach ausgezeichnete Verlag l\u00e4sst die B\u00fccher in Deutschland drucken, damit\nsie in \u00abtipptopper Qualit\u00e4t daherkommen\u00bb, wie Peter Gyr betont. Einige Ausgaben\nl\u00e4sst er auch in die weiteren Amtssprachen Ruandas \u2013 auf Englisch und\nFranz\u00f6sisch \u2013 \u00fcbersetzen. Viele Exemplare werden in den Schulen verteilt, wo\nsie sich grosser Beliebtheit erfreuen. Neben der DEZA unterst\u00fctzen mittlerweile\nu.a. auch die ruandische Regierung und die UNICEF die Arbeit der etwa zehn\nRedaktoren. Ein sch\u00f6nes Beispiel von Wiederaufbau im Kleinen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abschied von Ruanda<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich sitze am fr\u00fchen Vormittag des Pfingstsonntags 2018 auf dem Balkon meines Hotels in Rusizi an den Gestaden des Kivusees und sehe auf den unbewegten See mit seinen vielen Inseln hinaus. Auf der anderen Seite der Bucht, etwa 150 m entfernt, liegt die kongolesische Stadt Bukavu. Aus einer Kirche ert\u00f6nt ein von einem Chor gesungenes, wundersch\u00f6nes \u00abHalleluja\u00bb; gleichzeitig, gleichsam im Wechselgesang, stimmen in ihren einfachen, lautlos daher gleitenden Einb\u00e4umen heimkommende Fischer ihre Lieder an. \u2013 Sch\u00f6n und ergreifend. \u2013 Auch das geh\u00f6rt zu Afrika.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Farewell_2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3525\" width=\"571\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Farewell_2.jpg 800w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Farewell_2-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Farewell_2-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 571px) 100vw, 571px\" \/><figcaption>Blick auf den Kivusee. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><strong>Ruandas Entwicklung in Zahlen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der enorme\nEntwicklungsprozess, den Ruanda in den letzten Jahren durchgemacht hat, l\u00e4sst\nsich gut an den statistischen Zahlen aufzeigen:<\/p>\n\n\n\n<p>2013 lebten 60\nProzent der Menschen in \u00abextremer Armut\u00bb, 2015 waren 41 Prozent unterern\u00e4hrt,\n2012 stand die Analphabeten-Quote bei 32 Prozent und 2016 betrug die\nKindersterblichkeit 38.5. Das heisst von tausend Kindern starben 38.5 vor dem\n5. Altersjahr. Wie in vielen L\u00e4ndern Afrikas ist die AIDS-Quote sehr hoch.\n(Zahlen: Deutsches Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit, 2018).\nDie Direktion f\u00fcr Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) der Schweiz investiert\neinen Teil ihrer Entwicklungshilfe in Ruanda denn auch in die Bek\u00e4mpfung der\nUnterern\u00e4hrung der Kinder. Hier gibt es erfreuliche Nachrichten: Gem\u00e4ss\nWeltbank soll 2016 die Lebenserwartung bereits 67.1 betragen haben; und die\nM\u00fcttersterblichkeit hat sich in den letzten 20 Jahren halbiert. Ende 2018 hat\ndas statistische Amt von Ruanda die <a href=\"http:\/\/www.statistics.gov.rw\">aktuellen Armutszahlen<\/a>\nver\u00f6ffentlicht. Die allgemeine Armutsrate 2016\/2017 steht bei 38.2 Prozent und\ndie extreme Armut bei nur noch 16 Prozent. Das entspricht einer Verbesserung\nvon mehr als 40 Prozent in nur 4 Jahren. Werte, die einen f\u00fcrwahr in Erstaunen\nversetzen, und die kaum nachzuvollziehen sind. Andere afrikanische L\u00e4nder\nbelegen jedoch, dass Wirtschaftswachstum allein in den meisten F\u00e4llen kaum\narmutsrelevant ist.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><strong>Literaturhinweise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Achermann,\nB. (2018). Frauenwunderland. Die Erfolgsgeschichte von Ruanda. Reclam:\nStuttgart.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00e4rfuss,\nL. (2008). Hundert Tage. Wallstein: Stuttgart. \u2013 Roman des Schweizer Autors,\nder aus Sicht eines DEZA-Mitarbeiters die hundert Tage des Genozids\naufzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Bazambanza,\nR. (2005). Smile Through the Tears. The Story of the Rwandan Genocide.&nbsp; Montr\u00e9al (Qu\u00e9bec) Canada: Les Editions Images.\nEin gewagter, jedoch gelungener Versuch, den Genozid in einer Grafic novel\ndarzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Brinkmann,\nR. (2004). Ruanda zwischen V\u00f6lkermord und Vers\u00f6hnung. Berlin: epuli GmbH.\nMagisterarbeit, die faktenreich auch \u00fcber die Vor- und Nachgeschichte des\nGenozids berichtet. <\/p>\n\n\n\n<p>Gasibirege, S. (2017). Agir sur les\nviolences sexuelles massives et r\u00e9p\u00e9titives. 2 tomes. Kigali: Publication de\nl\u2019Institut Africain pour la Psychologie Int\u00e9grale (IAPI).<\/p>\n\n\n\n<p>Gorillas\nin the Mist. (1988) Film \u00fcber die amerikanische Zoologin Dian Fossey, die sich\nf\u00fcr den Schutz der Gorillas einsetzte, und 1985 von Wilderern ermordet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Helber,\nA. (2013). \u00dcber tausend H\u00fcgel musst du gehen, RUANDA. Erfolgreicher Aufbruch\nnach einem V\u00f6lkermord. Novum\npublishing gmbh.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirwa, K. und Iradukunda, B. (2017). La\nTroisi\u00e8me Perle. Kigali: Bakame Editions. Kinderbuch, das auf der Grundlage des\nfr\u00fcheren K\u00f6nigreichs von Ruanda eine Geschichte erz\u00e4hlt. <\/p>\n\n\n\n<p>Hotel\nRuanda. (2004). Der Film beruht auf der wahren Geschichte von\n<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_Rusesabagina\">Paul Rusesabagina<\/a>, der als Hutu und\nDirektor des mittlerweile legend\u00e4ren H\u00f4tel des Mille Collines in Kigali w\u00e4hrend\ndes Genozids \u00fcber 1200 Menschen vor dem sicheren Tod rettete.<\/p>\n\n\n\n<p>Salgado, S. (2007). Africa.\nK\u00f6ln: Taschen GmbH. Wunderbarer Fotoband, in dem der ber\u00fchmte brasilianische\nFotograph Krisen- und Kriegssituationen in Afrika in schwarzweissen Fotographien\ndokumentiert, ua. auch \u00fcber den V\u00f6lkermord in Ruanda. <\/p>\n\n\n\n<p>taz. Tageszeitung vom 7. April 2004. Im\nInneren stimmt gar nichts. Interview mit Simon Gasibirege, gef\u00fchrt von Fran\u00e7ois\nMisser. Berlin<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":223,"featured_media":3532,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,66,56,68],"tags":[],"features":[],"class_list":["post-3522","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-interkulturelle-kompetenzen","category-psychologie-im-alltag","category-psychotherapie"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.2 (Yoast SEO v27.2) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Ruanda zwischen Vergebung und Verheissung - Psychologie im Alltag nutzen<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/2019\/02\/22\/ruanda-zwischen-vergebung-und-verheissung\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Ruanda zwischen Vergebung und Verheissung\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/2019\/02\/22\/ruanda-zwischen-vergebung-und-verheissung\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Psychologie im Alltag nutzen\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2019-02-22T13:16:00+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-02-08T13:06:07+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Ruanda_Title.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"800\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"600\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Redaktion\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Redaktion\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"16\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/2019\/02\/22\/ruanda-zwischen-vergebung-und-verheissung\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/2019\/02\/22\/ruanda-zwischen-vergebung-und-verheissung\/\"},\"author\":{\"name\":\"Redaktion\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/#\/schema\/person\/4d4e456db800b0dcc51526c3417f57ed\"},\"headline\":\"Ruanda zwischen Vergebung und Verheissung\",\"datePublished\":\"2019-02-22T13:16:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-02-08T13:06:07+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/2019\/02\/22\/ruanda-zwischen-vergebung-und-verheissung\/\"},\"wordCount\":3246,\"commentCount\":5,\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/2019\/02\/22\/ruanda-zwischen-vergebung-und-verheissung\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/files\/2019\/02\/Ruanda_Title.jpg\",\"articleSection\":{\"1\":\"Interkulturelle Kompetenzen\",\"2\":\"Psychologie im Alltag\",\"3\":\"Psychotherapie\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/2019\/02\/22\/ruanda-zwischen-vergebung-und-verheissung\/#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/2019\/02\/22\/ruanda-zwischen-vergebung-und-verheissung\/\",\"url\":\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iap\/2019\/02\/22\/ruanda-zwischen-vergebung-und-verheissung\/\",\"name\":\"Ruanda zwischen Vergebung und Verheissung - 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