{"id":1189,"date":"2015-10-21T17:50:57","date_gmt":"2015-10-21T15:50:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/?p=1189"},"modified":"2017-01-24T19:12:21","modified_gmt":"2017-01-24T18:12:21","slug":"kulturpublizistik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/kulturpublizistik\/","title":{"rendered":"Wer studiert Kulturpublizistik und warum?"},"content":{"rendered":"<pre>von <a href=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/impressum\/\" target=\"_blank\">Redaktion<\/a>, IAM<\/pre>\n<p>Am Mittwoch, den 18. November, findet\u00a0an\u00a0der ZHdK Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste eine\u00a0<a href=\"https:\/\/www.zhdk.ch\/?id=29947\">Infoveranstaltung zur Mastervertiefung Kulturpublizistik <\/a>statt, einer Kooperation mit dem IAM. Die Gelegenheit also, hinter die Kulissen zu schauen und \u00a0Fragen zu stellen. Hier erz\u00e4hlen schon mal Fabienne Schmuki und Stephanie Rebonati, zwei Absolventinnen des IAM Bachelor Kommunikation und des ZHdK Master Kulturpublizistik, was sie heute tun und wie sie auf ihre Studienzeit zur\u00fcckblicken.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Die Qualit\u00e4t von Popmusik<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1195\" aria-describedby=\"caption-attachment-1195\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/files\/2015\/10\/Fabienne_Schmucki.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1195 size-medium\" src=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/files\/2015\/10\/Fabienne_Schmucki-300x225.jpg\" alt=\"Fabienne Schmuki\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/files\/2015\/10\/Fabienne_Schmucki-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/files\/2015\/10\/Fabienne_Schmucki-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/files\/2015\/10\/Fabienne_Schmucki.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1195\" class=\"wp-caption-text\">Fabienne Schmuki<\/figcaption><\/figure>\n<p>Popmusik hat einen niederschwelligen Zugang. Jeder und jede kann Musik machen, wodurch sich eine extreme Spannweite musikalischen Schaffens ergibt. Woran l\u00e4sst sich Qualit\u00e4t also messen? Diese Frage besch\u00e4ftigt mich \u2013 sei es bei der Beurteilung oder bei der Vermarktung von Musik.<\/p>\n<p>Als Kommissionsmitglied des Z\u00fcrcher Popkredits nehme ich viermal j\u00e4hrlich an einer mindestens zweit\u00e4gigen Sitzung teil. Im Vorfeld h\u00f6ren sich alle f\u00fcnf Kommissionsmitglieder die durchschnittlich \u00fcber 50 Gesuche aus den Bereichen Jazz und Pop an und beurteilen deren Qualit\u00e4t. Dabei geht es beispielsweise um Innovation, Ambitionen und den Gesamtauftritt der Musikschaffenden. Die Fachkommission kommt dann zusammen, diskutiert und entscheidet, welche Bands oder K\u00fcnstlerInnen in welcher Beitragsh\u00f6he unterst\u00fctzt werden. Diese Diskussionen erfahre ich als unglaubliche Bereicherung.<\/p>\n<p>Vieles, was ich dabei einbringe, habe ich im Arbeitsalltag beim Musikvertrieb und der Musikagentur <em>Irascible<\/em> <em>Music<\/em> gelernt. In einer Co-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung leiten wir unser zehnk\u00f6pfiges Team gemeinsam, wobei mein Gesch\u00e4ftspartner f\u00fcr den gesamten Vertrieb zust\u00e4ndig ist und ich mich um die gesamte Promotion, das A&amp;R, die K\u00fcnstler- und Labelbetreuung k\u00fcmmere. Wir erbringen Dienstleistungen f\u00fcr Bands der unabh\u00e4ngigen Schweizer Musikszene, wozu nat\u00fcrlich viel Musikh\u00f6ren und -beurteilen, aber auch B\u00fcroarbeit, Networking, Lobbying und der Dialog mit diversen Kulturinstitutionen geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Am meisten schl\u00e4gt mein Herz f\u00fcr die Arbeit mit den Musikschaffenden: Bands entdecken, kennenlernen, betreuen, beraten, vernetzen und nat\u00fcrlich Konzerte anh\u00f6ren \u2013 das sind f\u00fcr mich die Schokoladenseiten des Jobs. Beispielsweise haben wir im 2014 mit dem Electro-Pop <a href=\"https:\/\/mx3.ch\/wolfman\">Duo <em>Wolfman<\/em><\/a> eine sehr intensive Zeit verbracht. Die Band gab nach ihrem ersten Album <em>Unified<\/em> \u00fcber 50 Konzerte; Sie bespielten grosse B\u00fchnen in der Schweiz und in Deutschland, was f\u00fcr eine Schweizer Newcomer-Band beachtlich ist. Nun arbeitet <em>Wolfman<\/em> am zweiten Album. Solche Schritte mit einer zuerst noch unbekannten Band zu machen, ist mindestens so interessant wie der Umstand, dass Irascible Music an den Erfolgen von Gr\u00f6ssen wie Sophie Hunger beteiligt ist.<\/p>\n<p>Als ich mein Bachelor-Studium in Journalismus und Organisationskommunikation an der ZHAW abschloss, wollte ich unbedingt Journalistin werden. Nie h\u00e4tte ich gedacht, dass mich ein Leben in der PR erf\u00fcllen w\u00fcrde. Ich bet\u00e4tige mich auch seit meinem Abschluss im Master Kulturpublizistik weiterhin als Publizistin, schreibe aber nur noch selten als Freischaffende f\u00fcr die NZZ oder die &#8222;<a href=\"http:\/\/www.vereinsurprise.ch\/magazin\/\">Surprise<\/a>&#8222;. Irascible Music f\u00fcllt mich mehr als aus, und die Entwicklungen im Popmusik-Kontext bleiben spannend. Manchmal w\u00fcnsche ich mir ein eigenes Medium \u2013 zum Beispiel einen Radiosender oder einen Blog \u2013 mit welchem wir guten Sound verbreiten k\u00f6nnten. Aber das ist zurzeit noch Zukunftsmusik.<\/p>\n<p><em>Fabienne Schmuki, Jahrgang 1983, ist Absolventin Bachelor in Journalismus &amp; Organisationskommunikation (ZHAW) und des Master Kulturpublizistik (ZHDK), Co-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Schweizer Independent Musikvertriebs <a href=\"http:\/\/irascible.ch\/\">Irascible<\/a> und Kommissionsmitglied des Z\u00fcrcher Popkredits. Sie schreibt als Freelancerin f\u00fcr diverse Print- und Onlinemedien.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Im Kosmos der B\u00fccher<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1193\" aria-describedby=\"caption-attachment-1193\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/files\/2015\/10\/stephanie-rebonati.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1193 size-medium\" src=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/files\/2015\/10\/stephanie-rebonati-200x300.jpeg\" alt=\"Stephanie Rebonati\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/files\/2015\/10\/stephanie-rebonati-200x300.jpeg 200w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/files\/2015\/10\/stephanie-rebonati-683x1024.jpeg 683w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/files\/2015\/10\/stephanie-rebonati.jpeg 854w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1193\" class=\"wp-caption-text\">Stephanie Rebonati; Foto: Filipa Peixeiro<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gestern feierten wir in der Edition Patrick Frey die Vernissage von \u00ab<a href=\"http:\/\/www.editionpatrickfrey.com\/de\/books\/falsche-fahrten-peter-radelfinger\">Falsche F\u00e4hrten<\/a>\u00bb, dem neuen Buch von K\u00fcnstler und ZHdK-Dozent Peter Radelfinger. Peter sammelt Texte und Bilder, die er in Zeitungen, Zeitschriften und im Netz findet. Es sind Gedichte, es sind Diagramme. Es k\u00f6nnen aber auch mathematische Formeln sein, Anzeigen f\u00fcr Herren-Pyjamas, auch viele Aufnahmen von Schimpansen und Gorillas. Dieses K\u00fcnstlerbuch ist ein Monolith, ein 500-Seiten-Konvolut, der uns die Welt erkl\u00e4rt \u2013 die Welt aus der Sicht eines obsessiv sammelnden K\u00fcnstlers. Von November bis April habe ich dieses Buch als Lektorin begleitet, was gleichermassen herausfordernd wie spannend war. Nun halten wir das druckfrische Buch in unseren H\u00e4nden und diskutieren bereits \u00fcber das n\u00e4chste gemeinsame Projekt.<\/p>\n<p>Erstmals in den Kosmos der B\u00fccher eingetaucht bin ich w\u00e4hrend meines Praktikums beim selben Verlag. Sp\u00e4ter verbrachte ich einige Monate in New York, wo ich die Edition Patrick Frey an der \u201eNY Art Book Fair\u201c vertreten durfte und als freischaffende Journalistin Texte f\u00fcr Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung, Basellandschaftliche Zeitung und NZZ am Sonntag geschrieben habe. Von meinem Studium in Journalismus und von meiner T\u00e4tigkeit als freischaffende Schreiberin profitiere ich, wenn ich heute Vorschau-Texte f\u00fcr den Katalog des Kunstbuchverlags verfasse. Diese schreibe ich im Rezensionsstil, weil ich mich auch bei der Verlagsarbeit in der Rolle der Journalistin sehe \u2013 und weil Redakteurinnen und Redakteure, die hier unter anderem mein Publikum sind, werberische PR-Texte links liegen lassen.<\/p>\n<p>Als freischaffende Journalistin schreibe ich vorwiegend \u00fcber junge Frauen in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Erst k\u00fcrzlich habe ich f\u00fcr den Tages-Anzeiger ein Portrait \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.swissfilms.ch\/de\/information_publications\/festival_search\/festivaldetails\/-\/id_person\/2146127489\">Z\u00fcrcher Regisseurin Rahel Grunder<\/a>\u00a0<em>verfasst, d<\/em><a href=\"http:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/dok\/emilie-kempin-spyris-kuehne-ideen-im-korsett-des-19-jahrhunderts\">ie einen Dokumentarfilm \u00fcber das traurige Schicksal von Emilie Kempin-Spyri<\/a>, der ersten Anw\u00e4ltin der Schweiz, gedreht hat. Solche Frauengeschichten faszinieren mich einfach! Es klingt makaber, aber \u00fcber M\u00e4nner schreibe ich oftmals nur, wenn es sich um tote K\u00fcnstler wie Ettore Sottsass oder Robert Mapplethorpe handelt.<\/p>\n<p>Im letzten Halbjahr entstand \u201eU-30\u201c des Schweizer Architektur und <a href=\"http:\/\/www.hochparterre.ch\/\">Designmagazins \u201eHochparterre\u201c<\/a>, das Heft erschien im Oktober. Das Team bestand aus einem Architekten, einer Textildesignerin, einem Grafiker und mir als Journalistin und Produzentin.<\/p>\n<p>Aufgrund meines flexiblen Lebensentwurfes kann ich mich f\u00fcr solche einmaligen Projekte bewerben und sie passen zu meinem Interesse an Kultur und Gesellschaft. Alle Sachen, die ich mache sind inhaltlich verwoben, sie treiben mich an und bringen mich weiter. Mit meinem Label \u201eOh Johnny Zurigo\u201c lanciere ich demn\u00e4chst neben neuem Schmuck meine erste Kissenkollektion.<\/p>\n<p>Bis heute ist es f\u00fcr mich unvorstellbar einen Beruf erlernen und diesen dann zu 100% aus\u00fcben zu m\u00fcssen. Die 60%- Anstellung bei Edition Patrick Frey, die Projekte und Auftr\u00e4ge als freischaffende Journalistin und mein Schmuck- und Textil-Label \u201eOh Johnny Zurigo\u201c \u2013 das alles ergibt f\u00fcr mich ein stimmiges Ganzes. Mein Leitmotiv: \u201eWhatever works!\u201c<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/stephanierebonati.com\" target=\"_blank\">Stephanie Rebonati<\/a> hat an der ZHAW den Bachelor in Journalismus &amp; Organisationskommunikation gemacht und 2013 den Master Kulturpublizistik abgeschlossen. Sie arbeitet beim Kunstbuchverlag Edition Patrick Frey, schreibt als freischaffende Journalistin f\u00fcr diverse Zeitungen und f\u00fchrt das Schmuck- und Texillabel <a href=\"http:\/\/stephanierebonati.com\/projekte\/oh-johnny-zurigo\/\">\u201eOh Johnny Zurigo\u201c<\/a>.<\/em><\/p>\n<div class=\"pt-sm\">Schlagw\u00f6rter: <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/tag\/absolventenportraet\/\">Absolventenportr\u00e4t<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/tag\/kulturpublizistik\/\">Kulturpublizistik<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/iam\/tag\/zhdk\/\">ZHdK<\/a><br><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Redaktion, IAM Am Mittwoch, den 18. 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