{"id":376,"date":"2018-05-31T09:36:17","date_gmt":"2018-05-31T07:36:17","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/?p=376"},"modified":"2020-01-09T11:33:47","modified_gmt":"2020-01-09T10:33:47","slug":"sparpotenziale-in-der-psychiatrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/2018\/05\/31\/sparpotenziale-in-der-psychiatrie\/","title":{"rendered":"Sparpotenziale in der Psychiatrie"},"content":{"rendered":"<p>Von <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/waes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Cassandra Waech<\/a><em><br \/>\nEin Interview mit Dr. med. Benjamin Dubno, Chefarzt \/ Stv. \u00c4rztlicher Direktor, ipw und Dozent Integrationsmodul Medizin f\u00fcr Nichtmediziner<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2018\/05\/20180531_WG_Dubno-Sparpotenziale-in-der-Psychiatrie_Abbildung.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-378 size-medium alignleft\" src=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2018\/05\/20180531_WG_Dubno-Sparpotenziale-in-der-Psychiatrie_Abbildung-300x202.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2018\/05\/20180531_WG_Dubno-Sparpotenziale-in-der-Psychiatrie_Abbildung-300x202.png 300w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2018\/05\/20180531_WG_Dubno-Sparpotenziale-in-der-Psychiatrie_Abbildung.png 461w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Immer mehr Menschen leiden im Verlauf ihres Lebens an einer psychischen Erkrankung. Eine k\u00fcrzlich erschienene <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007%2Fs10198-018-0963-5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Studie<\/a> des Winterthurer Instituts f\u00fcr Gesundheits\u00f6konomie WIG, ZHAW zeigte, dass die Kosten f\u00fcr psychische St\u00f6rungen mit 6.857 &nbsp;Mrd. CHF (entspricht 10.6 Prozent der gesamten Gesundheitskosten) aussergew\u00f6hnlich hoch sind. Die meisten Patienten werden ambulant oder tagesklinisch und damit kosteng\u00fcnstig betreut, weit weniger Patienten werden station\u00e4r therapiert. Dennoch fallen gem\u00e4ss Sonntagszeitung 60 Prozent der Kosten in der Psychiatrie im station\u00e4ren Bereich an. Gem\u00e4ss Aussage von Prof. Dr. Simon Wieser, Institutsleiter am WIG, g\u00e4be es grosses Sparpotenzial, wenn die Therapien in der Psychiatrie vermehrt ambulant erfolgen k\u00f6nnten. Eine Expertenmeinung aus der Praxis \u00fcber m\u00f6gliche Sparpotenziale in der Psychiatrie im nachfolgenden Interview mit Dr. med. Benjamin Dubno.<!--more--><\/p>\n<p>Die Integrierte Psychiatrie Winterthur \u2013 Z\u00fcrcher Unterland (ipw) ist bekannt als Pionierin der integrierten Versorgung und setzt seit vielen Jahren erfolgreich auf eine patientennahe Psychiatrie. Sie f\u00fchrt neben der station\u00e4ren Betreuung verschiedene ambulante und tagesklinische Angebote in der Jugend-, Erwachsenen- und Alterspsychiatrie.<\/p>\n<p><strong><em>Herr Dubno, was meinen Sie zur Aussage von Herrn Wieser? Wo sehen Sie Sparpotenziale in der Psychiatrie?<\/em><br \/>\n<\/strong><em>Eine psychiatrische Behandlung soll dort erfolgen, wo dies f\u00fcr den Patienten, seine Erkrankung und sein Umfeld am sinnvollsten ist. Je nachdem gen\u00fcgt eine ambulante Behandlung oder eine tagesklinische Betreuung, manchmal ist auch ein station\u00e4rer Aufenthalt empfehlenswert. Zu vermeiden sind systemimmanente Fehlanreize, so lassen sich Tageskliniken aktuell nicht kostendeckend betreiben. Die tagesklinischen und sozialpsychiatrischen Angebote sind auch in der ipw h\u00e4ufig defizit\u00e4r. Der Grund sind die vom Bund festgelegten Tarifstrukturen: Ambulante und tagesklinische Tarife sind viel tiefer als station\u00e4re. Zudem verg\u00fcten die Krankenkassen fast nur \u00e4rztliche Leistungen, jedoch nicht die Arbeit von Psychologinnen, Sozialarbeitenden und weiteren Therapeuten. Und schliesslich m\u00fcssen sich die Kantone weder an den ambulanten noch an den tagesklinischen Tarifen beteiligen \u2013 wobei der Kanton Z\u00fcrich in beiden F\u00e4llen finanzielle Mittel beisteuert. Wir w\u00fcrden gerne mehr Tageskliniken er\u00f6ffnen, jedoch ist deren Finanzierung derzeit immer noch unsicher. W\u00fcnschenswert w\u00e4re eine faire Abgeltung \u00fcberzeugender und kosteng\u00fcnstiger Behandlungsalternativen. Ein Abbau bestehender ambulanter und tagesklinischer Strukturen ist f\u00fcr uns jedoch kein Thema.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihren ambulanten Angeboten gemacht? Wo sehen Sie M\u00f6glichkeiten den Patienten eine optimale Betreuung zu geben und gleichzeitig die Kosten tief zu halten?<\/em><br \/>\n<\/strong><em>Im Jahr 2017 behandelten wir in der ipw insgesamt 8403 Patientinnen und Patienten: 68,69% bzw. 5351 wurden ausschliesslich ambulant, 0.61% bzw. 51 nur tagesklinisch sowie 16.42% bzw. 1621 nur station\u00e4r betreut. 19.29% der Betroffenen durchliefen ein gemischtes Behandlungssetting. Eine ausgezeichnete und kosteng\u00fcnstige Alternative zu einem Klinikaufenthalt ist z.B. das Home-Treatment durch medizinische, psychotherapeutische und pflegerische Fachpersonen: Die Erkrankten werden in ihrer gewohnten Umgebung betreut und genesen erwiesenermassen schneller. Noch ausstehend ist derzeit die national einheitliche Finanzierung und damit auch F\u00f6rderung von solchen Angeboten.<\/em><\/p>\n<p>Zu einer optimalen Betreuung geh\u00f6ren auch gut ausgebildete \u00c4rztinnen\/\u00c4rzte sowie Gesundheitsfachpersonen. Die ipw verst\u00e4rkte k\u00fcrzlich ihr Engagement als Bildungsinstitution und leistet neu als Lehrspital einen wichtigen Beitrag, dem Fachkr\u00e4ftemangel im Gesundheitswesen durch gezielte Nachwuchsf\u00f6rderung zu begegnen.<\/p>\n<p><em><strong>Wie engagiert sich die ipw in der Fachkr\u00e4fte-Ausbildung?<br \/>\n<\/strong><\/em><em>F\u00fcr Gesundheitsfachpersonen sind wir seit langem eine wichtige Bildungsst\u00e4tte in der Region Winterthur \/ Z\u00fcrcher Unterland. Derzeit bilden wir 130 Mitarbeitende aus bzw. weiter, etwa zur Fach\u00e4rztin, zum Pflegefachmann, zum Fachmann Gesundheit. Erstmals organisieren wir beispielsweise dieses Jahr gemeinsam mit dem Kantonsspital Winterthur eine dreit\u00e4tige <\/em><a href=\"https:\/\/ipw.zh.ch\/internet\/gesundheitsdirektion\/ipw\/de\/aktuell\/veranstaltungen\/2018\/doc-s-day1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Summerschool<\/em><\/a><em>, um Medizinstudierenden den Klinikalltag und die unterschiedlichen Disziplinen praxisnah zu vermitteln. <\/em><em>Weiter mache ich regelm\u00e4ssig F\u00fchrungen durch die Akutstation der Klinik Schlosstal, so z.B. im Rahmen des Weiterbildungsstudiengangs \u00ab<a href=\"https:\/\/weiterbildung.zhaw.ch\/de\/school-of-management-and-law\/programm\/integrationsmodul-medizin-fuer-nichtmediziner.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Medizin f\u00fcr Nichtmediziner<\/a>\u00bb der ZHAW. Wir engagieren uns dadurch auch medizinfremden Fachkr\u00e4ften aus dem Gesundheitswesen einen Einblick in den Tagesablauf einer Psychiatrie zu geben. An unserem kommenden <a href=\"https:\/\/ipw.zh.ch\/internet\/gesundheitsdirektion\/ipw\/de\/aktuell\/veranstaltungen\/2018\/7--juli-2018--tag-der-offenen-tuer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tag der offenen T\u00fcr<\/a> laden wir ebenfalls zu einem Blick hinter die Kulissen der Psychiatrie ein.<strong><br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Cassandra Waech<\/strong> ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am WIG.<\/p>\n<div class=\"pt-sm\">Schlagw\u00f6rter: <a href=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/tag\/cassandra-waech\/\">Cassandra Waech<\/a><br><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Cassandra Waech Ein Interview mit Dr. med. Benjamin Dubno, Chefarzt \/ Stv. \u00c4rztlicher Direktor, ipw und Dozent Integrationsmodul Medizin f\u00fcr Nichtmediziner Immer mehr Menschen leiden im Verlauf ihres Lebens an einer psychischen Erkrankung. 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