{"id":105,"date":"2017-11-22T08:46:13","date_gmt":"2017-11-22T07:46:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/?p=105"},"modified":"2020-01-29T11:31:25","modified_gmt":"2020-01-29T10:31:25","slug":"__trashed-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/2017\/11\/22\/__trashed-2\/","title":{"rendered":"\u00abDigital Health ist gekommen, um zu bleiben\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><em>Von <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/moll\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Clemens Moll<\/a><\/em><\/p>\n<p>Der Fachbereich \u00abManagement im Gesundheitswesen\u00bb des WIG hat Mitte November 2017 einen Report mit dem Titel \u00ab<a href=\"https:\/\/digitalcollection.zhaw.ch\/handle\/11475\/1458\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Digital Health \u2013 Die Zukunft des Schweizer Gesundheitswesens<\/a>\u00bb ver\u00f6ffentlicht. Darin wird ein einheitliches Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Begrifflichkeiten rund um die Digitalisierung des Gesundheitswesens geschaffen, der aktuelle Stand aus einer Managementperspektive beschrieben und auf zuk\u00fcnftige Entwicklungen eingegangen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_108\" aria-describedby=\"caption-attachment-108\" style=\"width: 635px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-108 size-large\" src=\"http:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2017\/11\/171122_MiG_DHR_Ordnungsmodell-1016x1024.png\" alt=\"\" width=\"635\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2017\/11\/171122_MiG_DHR_Ordnungsmodell-1016x1024.png 1016w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2017\/11\/171122_MiG_DHR_Ordnungsmodell-150x150.png 150w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2017\/11\/171122_MiG_DHR_Ordnungsmodell-298x300.png 298w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2017\/11\/171122_MiG_DHR_Ordnungsmodell-768x774.png 768w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2017\/11\/171122_MiG_DHR_Ordnungsmodell-860x867.png 860w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2017\/11\/171122_MiG_DHR_Ordnungsmodell-1200x1210.png 1200w, https:\/\/blog.zhaw.ch\/gesundheitsoekonomie\/files\/2017\/11\/171122_MiG_DHR_Ordnungsmodell-1600x1613.png 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 635px) 100vw, 635px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-108\" class=\"wp-caption-text\">Ordnungsmodell Digital Health<\/figcaption><\/figure>\n<p><!--more-->Digital Health ist in aller Munde und der Digitalisierungstrend ist auch im Schweizer Gesundheitswesen angekommen. Die Prognosen sind auf Wachstum eingestellt, egal ob in \u00dcbersee oder hierzulande. Auf lange Sicht erhofft man sich von Digital Health eine Effizienzsteigerung und Qualit\u00e4tsverbesserung in der Versorgung der Patientinnen und Patienten. Dieses Bestreben wird in der Schweiz jedoch durch den \u00abKant\u00f6nligeist\u00bb erschwert, da er zu einer starken Fragmentierung in der Umsetzung von Digital Health f\u00fchrt. Die 26 Kantone machen h\u00e4ufig sehr unterschiedliche Vorgaben. F\u00fcr die Leistungserbringer, die Versicherer und die anderen Anbieter wirft das nicht selten Fragen auf und l\u00e4sst einen grossen Handlungsspielraum (BAG, 2007). Eine zentrale Regelung wurde jedoch im April 2017 mit dem Bundesgesetz \u00fcber das elektronische Patientendossier (EPDG) verabschiedet. Darin werden zum Beispiel Spit\u00e4ler zur fl\u00e4chendeckenden Er\u00f6ffnung eines EPD bis 2020 verpflichtet und der Zugriff auf die Daten geregelt. Mit diesem Gesetz wurde der Weg zur Einf\u00fchrung des EPD in der Schweiz geebnet. Eine der bisher gr\u00f6ssten Digital Health-L\u00f6sungen wird also in naher Zukunft Realit\u00e4t. Wichtig hierbei und f\u00fcr die gesamte Digitalisierung sind die allgemeinen Regelungen bez\u00fcglich des Datenschutzes und der Datensicherheit. Es wird immer einfacher Daten in grossen Mengen zu sammeln, zu speichern und weiterzuleiten. Diese Datenpools sind beliebte Angriffsziele von Hackern. Eine Befragung des gfs.bern (2017a) zeigt, dass das Vertrauen in den Datenschutz in den Augen der Bev\u00f6lkerung eine Voraussetzung ist, damit Digital Health fl\u00e4chendeckend angewendet wird. Aus diesen Gr\u00fcnden ist der Datenschutz im Digital Health-Markt so wichtig und die Herausforderungen f\u00fcr den Gesetzgeber entsprechend hoch.<\/p>\n<p>Ohne Vertrauen in den Datenschutz kann Digital Health in der Schweiz nur schwer akzeptiert werden. Eine gewisse Grundskepsis ist vielfach noch vorhanden. Jedoch kann generell festgehalten werden, dass die Leistungserbringer und die Schweizer Bev\u00f6lkerung bereit sind, den bevorstehenden Wandel mitzumachen. Die Bereitschaft zur Umsetzung unter den \u00c4rzten ist sehr unterschiedlich. So weisen die \u00c4rzte in den Spit\u00e4lern im Vergleich zu den Kollegen in den Praxen eine deutlich h\u00f6here Bereitschaft auf. Niedergelassene \u00c4rzte halten die Umsetzung vermutlich meist f\u00fcr zu zeit- und kostenintensiv. Die allgemeine Bereitschaft zur Nutzung von Digital Health-Anwendungen unter den Privatpersonen ist durchaus vorhanden. Je nach Anwendung (EPD, Online Patientenverf\u00fcgung, e-Impfausweis, Allergie-App etc.) k\u00f6nnen sich 50 bis 75 Prozent der Schweizer deren Nutzung vorstellen (gfs.bern, 2017b). Aufgrund einer Befragung von Ernst &amp; Young (Gr\u00f6ninger &amp; Lacher, 2017) ist davon auszugehen, dass die deutliche Mehrheit der Bef\u00fcrworter auch dazu bereit ist, diese Daten mit ihrer Krankenversicherung zu teilen, vorausgesetzt es werden attraktive Anreize geboten. Dabei kommt es aber auf die Art der Daten an. Die Bereitschaft zur Weitergabe von Schritt- und Fitnessdaten an den Krankenversicherer ist recht gross. Vor allem, weil diese Daten ohnehin schon aufgezeichnet werden. Andere medizinisch relevante Daten wie Blutdruck, Blutzucker oder Essgewohnheiten w\u00fcrden nur wenige Versicherte mit dem Krankenversicherer teilen (Gr\u00f6ninger &amp; Lacher, 2017). Vermutlich gelten diese Daten als zu intim oder die Aufzeichnung noch als zu aufw\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Digital Health ist noch in einer fr\u00fchen Entwicklungsphase, wenn auch in einer stetig wachsenden. Erste gute Ans\u00e4tze sind in der Schweiz bereits vorhanden, jedoch muss vor allem in der praktischen Anwendung noch viel getan werden. Das Expertenteam von digital.swiss sch\u00e4tzt den Stand der Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens im Juni 2017 auf 39 Prozent (D\u00fcmmler, 2017). Dieser Wert ergibt sich aus Umfragen und verschiedenen Kennzahlen, darunter die Umsatzentwicklung von Digital Health-Unternehmen, der Anteil elektronischer \u00dcberweisungen bei \u00c4rzten oder Kennzahlen zum EPD.<\/p>\n<p>Die interne und externe Vernetzung im Gesundheitswesen entwickelt sich ungleichm\u00e4ssig. Innerhalb der einzelnen Organisationen ist die Digitalisierung bereits relativ weit vorangeschritten und breitet sich zudem schneller aus als im externen Bereich. Dies zeigt sich vor allem in Schweizer Spit\u00e4lern. Besonders die elektronische Vernetzung und die Kommunikation zwischen den Leistungserbringern des Gesundheitswesens ist noch nicht weit verbreitet (gfs.bern, 2017b). Dies deckt einen deutlichen Handlungsbedarf auf.<\/p>\n<p>Dass der anfangs angesprochene Digitalisierungstrend nur ein Hype ist, den die Schweiz bald schon wieder vergessen haben wird, ist eher unwahrscheinlich. Denn Digital Health ist gekommen, um zu bleiben. Gesundheitsfachpersonen und Patienten schenken dem Thema gleichermassen immer mehr Aufmerksamkeit. Die Branche hat den Handlungsbedarf und das Potential erkannt und versucht in Bezug auf die Digitalisierung aufzuholen. Momentan werden noch viele Ressourcen in die Schaffung von Grundlagen investiert, um Unklarheiten des jungen Marktes aus dem Weg zu r\u00e4umen. Sorgen um die Datensicherheit sind allgegenw\u00e4rtig und werden vermutlich auch nicht allzu schnell verschwinden. Diese Grundskepsis gegen\u00fcber der Digitalisierung ist kein singul\u00e4res Ph\u00e4nomen des Gesundheitswesens und muss nichts desto trotz ernst genommen und aktiv angegangen werden. Ob Digital Health das Gesundheitswesen aber wirklich revolutionieren wird, was manch ein optimistischer Bef\u00fcrworter voraussagt, wird sich zeigen. Fest steht jedenfalls, dass Digital Health viele Chancen und M\u00f6glichkeiten bietet, die unsere heutige Art das Gut Gesundheit zu produzieren tats\u00e4chlich auf den Kopf stellen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>BAG. (2007). Strategie \u201eeHealth\u201d Schweiz. Bern: Bundesamt f\u00fcr Gesundheit. Abgerufen von https:\/\/www.bag.admin.ch\/dam\/bag\/de\/dokumente\/nat-gesundheitspolitik\/ehealth-ch\/bericht-ehealth-strategie-ch.pdf.download.pdf\/ehealth-strategie-schweiz.pdf<\/p>\n<p>D\u00fcmmler, P. (2017). Digitale Innovation in der Schweiz. Abgerufen 19. Juni 2017, von https:\/\/digital.swiss\/de\/themen\/gesundheit<\/p>\n<p>gfs.bern. (2017a). Apps als m\u00f6gliche Treiber f\u00fcr eHealth &#8211; Vertrauen in Datenschutz bleibt Achillesverse (Studie) (S. 66). Bern: gfs.bern.<\/p>\n<p>gfs.bern. (2017b). Momentum in der Patientennachfrage nicht verpassen (Studie) (S. 60). Bern: gfs.bern.<\/p>\n<p>Gr\u00f6ninger, Y., &amp; Lacher, A. (2017). Kasse f\u00fcr Kranke? Oder Partner f\u00fcr Gesundheit? (S. 48). Basel: Ernst &amp; Young.<\/p>\n<p><em><strong>Clemens Moll<\/strong> ist Praktikant der Fachstelle Management im Gesundheitswesen am WIG.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Clemens Moll Der Fachbereich \u00abManagement im Gesundheitswesen\u00bb des WIG hat Mitte November 2017 einen Report mit dem Titel \u00abDigital Health \u2013 Die Zukunft des Schweizer Gesundheitswesens\u00bb ver\u00f6ffentlicht. 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