{"id":6464,"date":"2016-08-15T16:07:36","date_gmt":"2016-08-15T14:07:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/?p=6464"},"modified":"2016-08-15T16:09:46","modified_gmt":"2016-08-15T14:09:46","slug":"sprachen-sind-natuerliche-ressourcen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/sprachen-sind-natuerliche-ressourcen\/","title":{"rendered":"Sprachen sind nat\u00fcrliche Ressourcen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/sprachen-sind-natuerliche-ressourcen\/\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2988 alignleft\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2012\/12\/SNF-300x100.png\" alt=\"SNF 300x100\" width=\"300\" height=\"100\" \/><\/a>Von Martin Vetterli (Aus \u00abHorizonte\u00bb Nr. 109 Juni 2016)<\/p>\n<p>Sprachen sind n\u00fctzlich, wenn es darum geht, sich zu verst\u00e4ndigen. Doch sie sind weit mehr als das. Sprachen, insbesondere Fremdsprachen, dienen auch als Archiv wertvoller Informationen. Dies war zum Beispiel im Mittelalter der Fall, wo der gr\u00f6sste Teil der antiken, griechischen Texte unlesbar wurde und aus der fortgeschrittenen, arabischen Wissenschaftswelt wieder ins Latein \u00fcbersetzt werden musste.<!--more--><\/p>\n<p>Sprachen erweitern aber auch unser Denken, da gewisse Konzepte nicht in allen Sprachen vorkommen und nur durch diese verstanden werden k\u00f6nnen. Ein sch\u00f6nes Beispiel ist das Wort Weltanschauung, das auch im Englischen auf Deutsch geschrieben wird. Auch physische Dinge existieren in unserer Wahrnehmung oft erst, wenn sie ein eigenes Wort in unserer Sprache erhalten. Ich denke zum Beispiel an die vielen Vogelarten, welche die europ\u00e4ischen Naturforscher im 18. Jahrhundert in Amerika entdeckten und benamsten (die V\u00f6gel existierten nat\u00fcrlich auch vor der Namensgebung und erhielten von den lokalen V\u00f6lkern ebenfalls Namen).<\/p>\n<p>Von den Neurowissenschaften wissen wir, dass Muttersprachen und Fremdsprachen nicht in denselben Regionen des Hirns verarbeitet werden. Eine Sprache fr\u00fch zu lernen ist nicht dasselbe f\u00fcr unser Hirn, wie sich diese Sprache sp\u00e4ter im Leben anzueignen. Keine \u00dcberraschung also, dass Kinder, die zweisprachig aufwachsen, fremde Konzepte, Dinge und sogar Menschen scheinbar einfacher &#8222;verstehen&#8220;.<\/p>\n<p>Die Schweiz besteht aus vier offiziellen Landessprachen. Hinzu kommen viele weitere gesprochene Sprachen, zum Beispiel Englisch, Serbokroatisch oder Portugiesisch. Das Land hat eine lange Tradition und einen subtilen Umgang gefunden, um mit all diesen Sprachen umzugehen, bis rauf in die Bundespolitik, wo jeder Politiker seine eigene Sprache spricht. Diese weltoffene Sprachenpolitik hat \u00fcbrigens zu vielen, weltweit gesch\u00e4tzten Diplomaten gef\u00fchrt. Sprachen sind in unserem Land eine Art nat\u00fcrliche Ressource. Was andere L\u00e4nder m\u00fchselig versuchen, eine Regenbogennation zu werden, ist bei uns eine gelebte Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Ich bin fest der \u00dcberzeugung, dass die Schweiz diesen einzigartigen Ausgangspunkt als Chance nutzen sollte. Klar, es ist nicht aller Ding, mehrere Sprachen zu erwerben. Zudem dominiert das Englische in der Wissenschaft immer mehr. Doch die M\u00f6glichkeit, mehrere Sprachen zu lernen, besteht in unserem Land, und wir sollten sie f\u00f6rdern, via interkantonale (und sp\u00e4ter internationale) Austauschprogramme und die aktive Nutzung der vorhandenen Immigrationssprachen. Die Schweiz sollte sich \u00f6ffnen, denn mit ihrem Sprachenreichtum ist sie bestens daf\u00fcr vorbereitet, der vielf\u00e4ltigen Sprachen- und Gedankenwelt zu begegnen und uns dadurch mit neuen Theorien, Innovationen und technologischen Fortschritten zu \u00fcberraschen. Mit andern Worten: Die Sprachenvielfalt geh\u00f6rt zu unserer nationalen DNA, und wie in der Biologie f\u00fchrt dieser Reichtum an Ideen f\u00fcr unser Land langfristig auch zu einer h\u00f6heren Widerstandsf\u00e4higkeit \u2013 oder, um ein pr\u00e4ziseres Fremdwort zu benutzen, resilience.<\/p>\n<p><!-- ===== STARTER: Google Analytics ============================================================================================= --><!-- ===== STARTER: Additional header placeholder - overridden by asp:content on pages or page layouts =========================== --> <!-- ===== STARTER: Core SharePoint CSS =========================================================================================== --> <!-- ===== STARTER: Favicon \/ Windows Tile ======================================================================================== --> <!-- ===== STARTER: Custom CSS =================================================================================================== --><\/p>\n<form id=\"aspnetForm\" action=\"\/de\/fokusForschung\/newsroom\/Seiten\/news-160711-horizonte-sprachen-sind-natuerliche-ressourcen.aspx\" method=\"post\">\n<div id=\"s4-workspace\">\n<div id=\"s4-bodyContainer\">\n<div class=\"container\">\n<div class=\"main\">\n<div class=\"shell clearfix\">\n<div class=\"content clearfix\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"post\">\n<div id=\"ctl00_PlaceHolderMain_ctl12__ControlWrapper_RichHtmlField\" class=\"ms-rtestate-field\">\n<p>Martin Vetterli ist Pr\u00e4sident des Nationalen Forschungsrats und Computerwissenschaftler an der EPFL.<\/p>\n<p>Weitere Informationen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.snf.ch\/de\/fokusForschung\/forschungsmagazin-horizonte\/horizonte-abonnieren\/Seiten\/default.aspx\" target=\"_blank\">Forschungsmagazin \u00abHorizonte\u00bb abonnieren<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/form>\n<div class=\"pt-sm\">Schlagw\u00f6rter: <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/tag\/forschungsmagazin-horizonte\/\">Forschungsmagazin Horizonte<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/tag\/snf\/\">SNF<\/a><br><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Martin Vetterli (Aus \u00abHorizonte\u00bb Nr. 109 Juni 2016) Sprachen sind n\u00fctzlich, wenn es darum geht, sich zu verst\u00e4ndigen. 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