{"id":12917,"date":"2022-03-14T12:50:04","date_gmt":"2022-03-14T11:50:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/?p=12917"},"modified":"2022-03-17T08:54:25","modified_gmt":"2022-03-17T07:54:25","slug":"grosse-projekt-calls-setzen-voraus-dass-man-mit-anderen-hochschulen-in-gemeinsamen-netzwerken-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/grosse-projekt-calls-setzen-voraus-dass-man-mit-anderen-hochschulen-in-gemeinsamen-netzwerken-ist\/","title":{"rendered":"\u00abGrosse Projekt-Calls setzen voraus, dass man mit anderen Hochschulen in gemeinsamen Netzwerken ist.\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><em><strong><a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/?p=12917&amp;preview=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6881 alignleft\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2016\/12\/ZHAW_Energiewende_190x165.jpg\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"165\" \/><\/a>English version see below<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Armin Eberle, Head des ZHAW Energy Research Boards (ZERB), gibt einen aktuellen Einblick in die Energieforschung. Lesen Sie im Interview, welche Energieforschungsprojekte intern neu gef\u00f6rdert werden, welche Pl\u00e4ne das ZERB f\u00fcr die Zukunft hat und wo sich die Energieforschung in der Schweiz generell hinbewegt.<\/p>\n<p><em>Armin Eberle, soeben wurden die Gewinner der 4. Projektausschreibung des ZHAW Energy Research Board \u2013 kurz ZERB \u2013 bekannt. Was kannst Du uns \u00fcber die Gewinnerprojekte berichten und warum wurden genau diese Vorhaben ausgew\u00e4hlt?<\/em><!--more--><\/p>\n<p>In der vierten F\u00f6rderrunde konnten wir die Projekte \u00abCEIS\u00bb (Cantonal Clean Energy Index Switzerland), \u00abGeWe\u00bb (Gemeinsam f\u00fcr die Energiewende) und \u00abPFE\u00bb (Plattform f\u00fcr Energieforschung) zur F\u00f6rderung ausw\u00e4hlen. Es sind dies die Projekte, die unseren F\u00f6rderkriterien \u00abLeuchtturm\u00bb, \u00abInter- und Transdisziplinarit\u00e4t\u00bb, \u00abTransformation\u00bb und \u00abEffizienz und Effektivit\u00e4t\u00bb am besten entsprochen hatten. Sch\u00f6n ist beispielswiese, dass es sich tats\u00e4chlich um interdisziplin\u00e4re Projekte aus f\u00fcnf Departementen handelt und sie sehr unterschiedliche Energiethemen aus unterschiedlichen Blickwinkeln behandeln: Vom Politikvergleich \u00fcber Quartiere, die zum Handeln gebracht werden bis zu diskursanalytischen Betrachtungen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><em>Das ZERB ist nun seit etwa 2 \u00bd Jahren aktiv und wurde damals als Verstetigung und Weiterf\u00fchrung des Forschungsschwerpunkts Energie gebildet. Wie seid ihr aus deiner Sicht unterwegs hinsichtlich der definierten Hauptziele \u00abSichtbarmachung\u00bb und \u00abVernetzung\u00bb? <\/em><\/p>\n<p>Wir konnten die ersten Projekte gerade noch vor der Pandemie ausw\u00e4hlen und bei der Kommunikation unterst\u00fctzen.\u00a0 Danach wurde es schwieriger. Geplante Workshops und Interaktionen mit Gruppen mussten verschoben oder abgesagt werden. Dennoch konnten einige Ziele erreicht werden, z.B. konnten Entscheidungs- und Diskurspraktiken der Energiezukunft (ISTEF) an verschiedenen Ausstellungen demonstriert und bekannt gemacht werden, oder die sorptive Gew\u00e4chshausklimatisierung fand weitere Verbreitung. Die Hauptziele halten wir f\u00fcr wichtiger denn je. Grosse Projekt-Calls, z.B. SWEET vom BFE, setzen voraus, dass man mit anderen Hochschulen in gemeinsamen Netzwerken ist. Dazu aber muss bekannt sein wer wozu forscht und das wird typischerweise nicht im Rahmen von Drittmittelprojekten gef\u00f6rdert. Daf\u00fcr waren die ZERB Ausschreibungen wertvoll.<\/p>\n<p><em>Wo siehst Du kurz- und mittelfristig den weiteren Weg des ZERBs? Wo soll es noch hingehen, was m\u00f6chtet ihr noch erreichen?<\/em><\/p>\n<p>Erstens ist und bleibt das Energiethema gesellschaftlich, technisch und wirtschaftlich von gr\u00f6sster Bedeutung und somit auch die Forschung im Rahmen der ZHAW. Verschiedene grosse Forschungsprojekte in der Schweiz wie SWEET oder die Innosuisse Flagships zeugen vom Interesse und vom politischen Willen, die Energieforschung weiterhin voranzutreiben. Namentlich auch die angewandte Forschung. ZERB hat die Erfahrung gemacht, wie wichtig es ist, Br\u00fccken zu bilden, sowohl zwischen den Departementen und Disziplinen als auch zu den (noch) breiter angelegten Themen wie Nachhaltigkeit und Klima. Spannend schien uns insbesondere die interne Vernetzung von technischen\/Ingenieurwissenschaften mit den Wirtschaftswissenschaften und vor allem auch den Sozialwissenschaften. Hier besteht durchaus noch Aufhol- bzw. Ankn\u00fcpfungsbedarf. Zur k\u00fcnftigen Rolle des ZERB f\u00fchren wir gerade intensive Diskussionen und w\u00fcrden uns auch auf Feedback freuen. Im Vordergrund stehen unserer Ansicht nach: weiterhin vernetzen, vermitteln und Community Building. Unterst\u00fctzung junger Forschenden (Netzwerk), nach wie vor Unterst\u00fctzung der Pr\u00e4senz der ZHAW an Konferenzen und in der Forschungscommunity, aber auch mit Wirtschaftspartnern sind wichtige Rollen. Erste Erfahrungen beim Austausch im Bereich Lehre und Weiterbildung waren viel versprechend, um Synergien zwischen den Disziplinen besser nutzen zu k\u00f6nnen. Bedarf bestehet auch in der Unterst\u00fctzung von Antr\u00e4gen und der Bildung von nationalen und internationalen Forschungskonsortien.<\/p>\n<p><em>Bei der k\u00fcrzlich erschienenen neusten Energieforschungsstatistik des Bundesamts f\u00fcr Energie fallen zwei Dinge auf: <\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Die ZHAW hat im Vergleich zu 2019 im Jahr 2020 ca. 4 Mio. Drittmittel der \u00f6ffentlichen Hand zus\u00e4tzlich eingeworben, haupts\u00e4chlich aus kantonalen Quellen. Damit ist die ZHAW Spitzenreiterin unter den Fachhochschulen. <\/em><\/li>\n<li><em>Diese Erh\u00f6hung der Drittmittel ist thematisch v.a. in den Bereichen Energieeffizienz sowie \u00dcbertragung &amp; Speicherung sichtbar. <\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Wie interpretierst Du diese Zahlen, ist das auch ein Verdienst des ZERBs? Inwiefern deckt sich die erw\u00e4hnte Fokussierung mit deinen pers\u00f6nlichen Erfahrungen?<\/em><\/p>\n<p>In der Tat, das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Insbesondere konnten unsere Forschenden in den Bereichen Energieeffizienz, Transport und Storage deutlich mehr Forschungsprojekte akquirieren. Das zeigt, dass die ZHAW Energieforschenden zu wichtigen und gesellschaftlich gefragten Themen forschen. Nicht zuletzt die Praxisn\u00e4he und die Positionierung im Wirtschaftsraum Z\u00fcrich d\u00fcrfte hier ein Erfolgsfaktor sein.\u00a0 Effizienz ist eines der wichtigen (und untersch\u00e4tzten) Themen neben der Entwicklung neuer erneuerbarer Energien. F\u00fcr letztere ist klar, dass sowohl Speicherung (kurzfristig, aber vor allem auch saisonal) grosse Herausforderungen sind, die aus Forschungssicht angegangen werden m\u00fcssen. Aber auch die \u00dcbertragung der Energie ist f\u00fcr den Umbau der Energiesysteme entscheidend. Wie bekommen wir den Strom aus Windkraft von den Nordk\u00fcsten Europas in den S\u00fcden? Wie die Solarenergie aus Spanien in den Norden? Und wie verkn\u00fcpfen wir all dies mit den Speicherseen der Schweiz? Pers\u00f6nlich bin ich schon lange im Effizienzthema aktiv und es ist eine grosse Leidenschaft. Spannend und wichtig ist vor allem aber auch der Einbezug nicht-technischer Aspekte wie Akzeptanz, Verhalten, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Erst wenn diese Dimensionen zusammenspielen, wird der Erfolg nachhaltig. Die Rolle des ZERB darf hier aber auch nicht \u00fcbersch\u00e4tzt werden. ZERB forscht ja nicht als eigene Forschungsgruppe und akquiriert auch nicht f\u00fcr andere. Entscheidend ist das Engagement der einzelnen Forschenden in ihren Instituten. ZERB hilft aber gerne in der Vernetzung und in der Erleichterung des Knowhow-Transfers.<\/p>\n<p><em>Wie siehst Du generell die Entwicklung der Energieforschung in der Schweiz in den n\u00e4chsten Jahren? Wo werden Schwerpunkte gesetzt aufgrund welcher Herausforderungen?<\/em><\/p>\n<p>Die wichtigsten Herausforderungen f\u00fcr die Schweiz sind die Umsetzung der Energiestrategie 2050 und das Erreichen der Klimaziele der Schweiz. Ein wichtiges Programm dazu l\u00e4uft bereits seit 2020 und wird die Energieforschung bis 2032 pr\u00e4gen: Das SWEET Programm des Bundesamtes f\u00fcr Energie. SWEET steht f\u00fcr \u00abSWiss Energy research for the Energy Transition\u00bb und will die Forschung zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 der Schweiz mit gegen 150 Mio. Franken unterst\u00fctzen. Gefragt sind Innovationen, die der Erreichung der Schweizer Klimaziele dienen. SWEET hat nun schon drei Calls f\u00fcr grosse Konsortien durchgef\u00fchrt und plant in den n\u00e4chsten Jahren weitere Ausschreibungen. Die Themen decken die Integration erneuerbarer Energien ab, sozialwissenschaftliche Themen \u00abLiving and Working\u00bb, Infrastrukturen, Simulationen, nachhaltige Treib- und Brennstoffe sowie das Thema \u00abNetto Null\u00bb (CO2-Emissionen). Generell wird die Schweizer Energieforschung durch die CORE (Energieforschungskommission des Bundes) mitbestimmt. Sie definiert als Schwerpunkte Energie, Gesellschaft und Politik, Wohnen und Arbeiten, Mobilit\u00e4t, Energiesysteme und Industrielle Prozesse. Auch in der Europ\u00e4ischen Energieforschung werden sehr \u00e4hnliche Themen verfolgt.<\/p>\n<p>Aktuell wird bestimmt auch das Thema der Versorgungssicherheit und Resilienz an Bedeutung zunehmen. Generell wird die Dekarbonisierung der Gesellschaft in den n\u00e4chsten 30 Jahren eine gewaltige gesellschaftliche Herausforderung sein, mit entsprechend grossem weiteren Forschungsbedarf.<\/p>\n<p>___________________________________________________________________________________________________<\/p>\n<p><em><strong>English version<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/?p=12917&amp;preview=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6881 alignleft\" src=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/files\/2016\/12\/ZHAW_Energiewende_190x165.jpg\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"165\" \/><\/a><\/strong><strong>\u201cLarge project calls require that you are in joint networks with other universities.\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Armin Eberle, Head of the ZHAW Energy Research Board (ZERB), provides a current insight into energy research conducted at the ZHAW. In the interview, he reveals which new energy research projects are being funded internally, what plans ZERB has for the future and where the area of energy research in Switzerland is heading in general.<\/p>\n<p><em>Armin Eberle, the winners of the fourth project call of the ZHAW Energy Research Board, or ZERB for short, were just announced. What can you tell us about the winning projects and why exactly were these projects selected?<\/em><\/p>\n<p>In the fourth funding round, we were able to select the CEIS (Cantonal Clean Energy Index Switzerland), GeWe (Together for the Energy Transition\u201d) and PFE (Platform for Energy Research\u201d) projects as winners. These were the submissions that best met our funding criteria, meaning that they represent \u201cflagship\u201d projects, adopt an \u201cinterdisciplinary and transdisciplinary approach\u201d and address the issues of \u201ctransformation\u201d and \u201cefficiency and effectiveness.\u201d It is nice, for example, that these projects really are interdisciplinary in nature and involve five Schools. What\u2019s more, they address very different energy topics from different perspectives: from policy comparisons and neighbourhoods taking action to discourse analysis considerations.<\/p>\n<p><em>ZERB has now been active for around two and a half years and was originally formed with the aim of consolidating and continuing activities in the energy research area. In your view, where do you find yourselves in terms of achieving the defined primary goals of \u201cincreasing visibility\u201d and \u201cnetworking\u201d? <\/em><\/p>\n<p>We were able to select the first projects just before the pandemic hit and offer support with communication.\u00a0 After this time, things got more difficult. Workshops and interactions with groups that had been planned had to be postponed or cancelled. Nevertheless, we were able to achieve some of our objectives. For example, it was possible to demonstrate and raise awareness of decision-making and discourse practices with respect to future energy policy (through the ISTEF project) at various exhibitions, and the sorptive greenhouse air-conditioning system enjoyed further recognition. We believe that the primary goals are more important than ever. Large project calls, such as that for the SFOE\u2019s SWEET funding programme, require that you are in joint networks with other universities. Here, however, it is imperative to know who is conducting what research and this is not typically facilitated within the framework of projects funded by third parties. ZERB calls proved valuable in this respect.<\/p>\n<p><em>Where do you see ZERB heading in the short and medium term? Where do you still want to go and what do you still want to achieve?<\/em><\/p>\n<p>Firstly, the topic of energy is and will remain of great social, technical and economic significance. The same therefore also applies to the research being conducted at the ZHAW. Various major research projects in Switzerland, including SWEET and the Innosuisse Flagship Initiative, demonstrate the interest and political will to further advance the area of energy research. This also holds true for applied research in particular. ZERB has experienced just how important it is to establish links, both between the different Schools and disciplines as well as with (even) broader issues such as sustainability and the climate. The internal networking of technical\/engineering sciences with the field of economics and the social sciences, in particular, is something we have found especially exciting. Here, there is still a lot of catching up and follow-up work to do. We are currently holding intensive discussions on the future role of ZERB and would be delighted to receive feedback in this regard. In our view, focus should be placed on continuing our networking, mediation and community building efforts. Supporting early-stage researchers (network) and promoting the presence of the ZHAW at conferences, in the research community and with business partners will also play important roles. The initial experiences we have gathered in exchanging ideas and information in the areas of academic programmes and continuing education have been very promising in terms of making better use of synergies between the respective disciplines. There is also a need to support applications and the formation of national and international research consortia.<\/p>\n<div class=\"pt-sm\">Schlagw\u00f6rter: <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/tag\/energieforschung\/\">Energieforschung<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/tag\/neue-energieforschungsprojekte-der-zhaw\/\">neue Energieforschungsprojekte der ZHAW<\/a>, <a href=\"https:\/\/blog.zhaw.ch\/forschungssupport\/tag\/zerb\/\">ZERB<\/a><br><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>English version see below Armin Eberle, Head des ZHAW Energy Research Boards (ZERB), gibt einen aktuellen Einblick in die Energieforschung. Lesen Sie im Interview, welche Energieforschungsprojekte intern neu gef\u00f6rdert werden, welche Pl\u00e4ne das ZERB f\u00fcr die Zukunft hat und wo sich die Energieforschung in der Schweiz generell hinbewegt. 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